Flucht mit dem Agrarflugzeug

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04.11.2017 11:35
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#136
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Im Ostharzer Grenzgebiet flogen in den Achtzigern zur "Waldkalkung" bulgarische und, ich glaube sowjetische, Mil Mi-2 angeblich mit eigenem Personal und nicht mit DDR-Piloten. War aber alles tief im Grenzsperrgebiet südlich des Brockens und für mich nur aus der Ferne zu sehen.


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04.11.2017 12:28 (zuletzt bearbeitet: 04.11.2017 12:35)
#137
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Zitat von damals wars im Beitrag #134
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #133
Am Montag, 30. Oktober 2017, 16.00 - 19.00 Uhr, Suhl
gab es bei der BStU Suhl unter der Überschrift:
Geschichte lesenAgrarfliegerei und die Stasieinen Vortrag zur Agrarfliegerei in einem Grenzbezirk der DDR.

Agrarflug im DDR-Bezirk Suhl
https://www.bstu.bund.de/SharedDocs/Veranstaltungen/Region-Suhl/1030_archivfuehrung_agrarflug.html




In dem Zusammenhang eine Frage, ist der Einsatz sowjetischer Agrarflieger der Tatsache geschuldet, das es zuviele Agrarpiloten westwärts zog?
mit vielen Grüßen
Hubert


Nein.
Der Einsatz von sowjetischen, polnischen und bulgarischen Besatzungen erfolgte mit eigenen Maschinen aus den Herkunftsländer im Rahmen von Engpässen bei der Planerfüllung (hier insbesondere Kalkung der Wälder)
Zusätzlich wurde Fluggerät gechartert, mit DDR-Kennung versehen und wie schon mitgeteilt durch Personal der Interflug geflogen.
Es gab auch den Fall das zwei gecharterte PZL-106A aus Polen mit DDR-Kennung versehen wurden. Eine Maschine wurde durch polnische, die andere durch Piloten der Interflug (mit polnischer Lizenz für den Typ versehen) geflogen.

Die Mi2 der Aeroflot hatten weiß-blaue, rot-blau oder gelb-blau Lackierungen.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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04.11.2017 14:55
#138
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Übrigens: die aus der BRD gescharterten Maschinen behielten jeweils ihr Kennzeichen.

Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.

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04.11.2017 14:58
#139
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #136
Im Ostharzer Grenzgebiet flogen in den Achtzigern zur "Waldkalkung" bulgarische und, ich glaube sowjetische, Mil Mi-2 angeblich mit eigenem Personal und nicht mit DDR-Piloten. War aber alles tief im Grenzsperrgebiet südlich des Brockens und für mich nur aus der Ferne zu sehen.
Definitiv flogen die Mi-2 mit DDR-Personal unter DDR-Kennzeichen.

Allerdings kamen 1 oder zwei MiL Mi-8T der BALKAN zur Waldkalkung zum Einsatz, diese flogen mit bulgarischen Personal.

Fotos solcher Einsätze und auch Einsatzlisten liegen mir vor.

Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.

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04.11.2017 15:25
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#140
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Ich erlaube mir auf Grund des unfangreichen Fachwissen hier noch eine Frage. Die Gerätschaften für die Kalkung stellte die DDR bereit oder gab es in den Herkunftsländer ähnliche Probleme?
Im Raum Halle erfolgte die Kalkung nach Aussage des hallischen Revierförster ja durch diie Schornsteine des Zementwerk Karsdorf.


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04.11.2017 15:47
#141
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Hinsichtlich dem Verhältniss Anwendung des Agrarfluges und Kapazität der Flugzeugflotte hatte nur die DDR Probleme. Man hatte zu wenig Flugzeuge. Aber abseits der Saison hätte man zuviele Flugzeuge gehabt. Also man hätte dann ein ökonomisches Problem gehabt. Da hat man lieber im Ausland Fluggerät angemietet.

Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.

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04.11.2017 16:13
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#142
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oin
ich habe mal drei Fälle aus dem Norden


1967 wurde das Flugzeug eines Flüchtlings am Übergang Schlutup zurückgeben, das am 21.10.66 von Gadebusch kommend, in Lübeck gelandet war.[1]

Am 25.08.73 war der Mechaniker Jürgen G. mit seiner Familie geflohen. Er hatte noch nie ein Flugzeug gesteuert. Bei der Landung in Lübeck Blankensee half ihm ein neben ihm fliegender Fluglehrer. Bis auf einen Propellerschaden bei der Landung gab es keine Probleme. Das Flugzeug des Flüchtlings wurde an die DDR via Grenzübergang Schlutup zurückgegeben, nachdem es von DDR Mechanikern auf dem Flugplatz zerlegt worden war. [2];[3]

Am 21.09.75 überflog ein Ingenieur mit 4 weiteren Personen in einem Sportflugzeug die Sperranlagen und landete in HH - Fuhlsbüttel. Die Maschine wurde am 02.10.75 an die DDR zurückgegeben. Bild HH hatte über die Flucht in zwei Artikeln am 21.09. berichtet.
„Flüchtling flog unter der Radarsperre durch“
„Flucht aus der DDR mit Sportflugzeug“. [4]; [5]

[1] LN 03.02.67
[2] LN 26.09.73
[3] LN 10.8.2011
[4] FS GSST Gudow PK 2320 vom 02.10.75; Bericht GSA III/7 vom 15.10.75, 2 Pressmeldungen Bild vom
21.09.75, Archiv Geesthacht
[5] Bild 21.09.75


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04.11.2017 17:55 (zuletzt bearbeitet: 04.11.2017 17:58)
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#143
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Zitat
Definitiv flogen die Mi-2 mit DDR-Personal unter DDR-Kennzeichen.
Allerdings kamen 1 oder zwei MiL Mi-8T der BALKAN zur Waldkalkung zum Einsatz, diese flogen mit bulgarischen Personal.
Fotos solcher Einsätze und auch Einsatzlisten liegen mir vor.



@EMW
Ich redete ausschließlich von Mi-2. Nicht DDR. Als Augenzeuge. Für Deine Liste. Vielleicht sollteste lieber Thunderhorse fragen?


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04.11.2017 20:10
#144
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Im Agrarflug kamen Mil/PZL Mi-2 nur mit deutschen Besatzungen zum Einsatz, was INTERFLUG betrifft. Und das bedeutet somit auch alle Agrarflugaktivitäten. Was andere Feldpostnummern wie Grenztruppen, MdI, NVA und MfS betrifft, weiss ich es nicht, nur haben die sicher nicht für Agrarzwecke geflogen.

Solltest Du tatsächlich Mi-2 im Agrarflugeinsatz gesehen haben, würde ich gerne das Jahr wissen sowie das/die Kennzeichen.

Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.

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04.11.2017 23:19
#145
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Muss mich revidieren :-)
Anfangs kamen Mi-2 tatsächlich mit UdSSR-Kennzeichen & Besatzung zum Einsatz.

Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.

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19.06.2021 14:11 (zuletzt bearbeitet: 07.07.2021 17:10)
#146
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Siehe auch Beitrag 35.

§ 17. Grenzverletzungen. Grenzverletzungen im Sinne dieses Gesetzes sind alle Handlungen, die gegen die Unverletzlichkeit der Staatsgrenze oder die territoriale Integrität der Deutschen Demokratischen Republik gerichtet sind, sowie Handlungen, die das Hoheitsgebiet oder den Verlauf der Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik beeinträchtigen. Dazu gehören:
a) das Schießen oder Werfen von Gegenständen über die Staatsgrenze,
b) das widerrechtliche Passieren der Staatsgrenze;
c) das widerrechtliche Eindringen in die See- oder Grenzgewässer oder das widerrechtliche Verlassen der See- oder Grenzgewässer,
d) die Verletzung der Bestimmungen über das Ein- oder Auslaufen, den Aufenthalt oder das Durchfahren der See oder Grenzgewässer,
e) das Vortäuschen eines Notfalles durch Wasser- oder Luftfahrzeuge zum Zwecke des Aufenthaltes im Hoheitsgebiet,
f) der widerrechtliche Ein- oder Ausflug über die Staatsgrenze sowie die Nichteinhaltung der zugewiesenen Flugstrecken und -höhen oder der Weisungen des Flugsicherungsdienstes,
g) die Beschädigung oder Zerstörung der zur Sicherung der Staatsgrenze errichteten Anlagen,
h) die widerrechtliche Entfernung oder Verlegung oder die Beschädigung oder Zerstörung der Grenzmarkierung oder anderer Kennzeichen der Staatsgrenze oder die Durchführung land, forst, wasserwirtschaftlicher oder anderer Arbeiten oder Maßnahmen entgegen den entsprechenden völkerrechtlichen Verträgen.

§ 28. Maßnahmen bei Luftraumverletzungen. (1) Luftraumverletzungen sind Handlungen gemäß § 17 Buchstaben e oder f.

(2) Die Sicherheit von Verletzern des Luftraumes ist nicht gewährleistet. Verletzer des Luftraumes können mit Hilfe entsprechender Signale oder Zeichen zur Landung aufgefordert werden. Bei Nichtbefolgung der Signale oder Zeichen kann im äußersten Falle die Anwendung bewaffneter Gewalt erfolgen.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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21.06.2021 16:17 (zuletzt bearbeitet: 21.06.2021 16:18)
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#147
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94

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #146
... h) die widerrechtliche Entfernung oder Verlegung oder die Beschädigung oder Zerstörung der Grenzmarkierung oder anderer Kennzeichen der Staatsgrenze öder !)die Durchführung land, forst, wasserwirtschaftlicher oder anderer Arbeiten oder Maßnahmen entgegen den entsprechenden völkerrechtlichen Verträgen.
Interessant wie sich OCR-Fehler permanent auch in den vermeintlich serösisten Archiven dauerhaft einnisten. Hier der korrekte Wortlaut des §17 Abs. h) und i) des Grenzgesetzes ...

h) die widerrechtliche Entfernung oder Verlegung oder die Beschädigung oder Zerstörung der Grenzmarkierung oder anderer Kennzeichen der Staatsgrenze oder
i) die Durchführung land-, forst-, wasserwirtschaftlicher oder anderer Arbeiten oder Maßnahmen entgegen den entsprechenden völkerrechtlichen Verträgen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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21.06.2021 18:20 (zuletzt bearbeitet: 21.06.2021 18:21)
#148
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Zitat von 94 im Beitrag #147
Zitat von Thunderhorse im Beitrag #146
... h) die widerrechtliche Entfernung oder Verlegung oder die Beschädigung oder Zerstörung der Grenzmarkierung oder anderer Kennzeichen der Staatsgrenze oder die Durchführung land, forst, wasserwirtschaftlicher oder anderer Arbeiten oder Maßnahmen entgegen den entsprechenden völkerrechtlichen Verträgen.
Interessant wie sich OCR-Fehler permanent auch in den vermeintlich serösisten Archiven dauerhaft einnisten. Hier der korrekte Wortlaut des §17 Abs. h) und i) des Grenzgesetzes ...

h) die widerrechtliche Entfernung oder Verlegung oder die Beschädigung oder Zerstörung der Grenzmarkierung oder anderer Kennzeichen der Staatsgrenze oder
i) die Durchführung land-, forst-, wasserwirtschaftlicher oder anderer Arbeiten oder Maßnahmen entgegen den entsprechenden völkerrechtlichen Verträgen.






Kannst die zwei Points behalten.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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05.07.2021 17:20
avatar  Ratze
#149
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Die Flucht mit Agrarflugzeug 1973 nach Lübeck ist nur sehr kurz beschrieben
Im Buch, habe erst 25 % gelesen, wird nach Fluchten festgestellt, dass GT nur gemeldet , dass ein Flugzeug O/w die Grenze passiert hatte
Wurde bei der Ausbildung auch die Erkennung dieser Maschinen erwähnt?
Welche Aufgaben hatten die GAK bei der Aufklärung von Bedarfslandeplätzen und deren Bewachung?


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14.07.2021 18:41
avatar  Ratze
#150
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Moin
Habe jetzt sicher 2/3 des Buches gelesen
Es ist m.E. sehr lesenswert, da man jetzt nachvollziehen kann wie der Luftsport in der DDR organisiert war und welche Einschränkungen nach einer Flucht auf alle Motor- und Segelflieger der GST und der Agrarflieger zukamen
Auch , für mich überraschend die Eigenkritik des MFS zu Fehlverhalten der Kreis- und Bezirksvorstände war interessant
Leider ist das Buch doch sehr teuer
Aber Kosten Nutzenanalyse fällt in Richtung Nutzen aus


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