Flucht mit dem Agrarflugzeug

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13.12.2009 14:35
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#46
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Ich weiß...du bist gut Thunderhorse!

Genau so ist es, Werknummer und Kennzeichen stimmen!

Den Flugzeugführer werden ziemlich in die Mangel genommen haben....dann das ganze noch im Grenzgebiet!

MfG


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13.12.2009 16:46 (zuletzt bearbeitet: 13.12.2009 16:47)
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#47
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Hier mal eine weitere Story:

Anläßlich des Mauerbaus vor 40 Jahren am 13. August 1961 verfilmte die ARD vier der skurrilsten und aufsehenerregendsten Fluchtgeschichten aus den darauffolgenden Jahrzehnten an den Originalschauplätzen.

Eine dieser Geschichten war die Flucht eines 23jährigen Schlossers aus Gadebusch, der sich im August 1973 samt Frau und Kind in einer zuvor vom nahegelegenen Agrarflugstützpunkt geklauten Sprühmaschine in Richtung Lübeck nach Westen absetzte. Da der Flucht-Flugplatz heute jedoch nicht mehr existiert, bot sich Bobzin mit seiner UL-Betriebserlaubnis als Ausweichdrehort an. Für das Fernsehen war es kein Problem, für die Zeit der Dreharbeiten eine erweiterte Start- und Landegenehmigung für die benötigte (nach heutiger Zulassung) Echo-Klasse Maschine des Typs 'Zlin' zu bekommen, zumal die knallgelben Agrarflieger hier früher auch zu Hause waren.

An einem sonnigen Wochenende im Mai 2001 war es dann soweit. Der WDR rückte mit großem Equipment an und wir mußten uns für die Dauer der Dreharbeiten mit der Rolle von Zaungästen bescheiden. Aus dem nur 30 km entfernten Neustadt-Glewe reiste eine heute in Privatbesitz befindliche 'Zlin' samt Pilot an und wurde flugs vom Filmteam mittels Aufklebern und Folien in einen 'original' DDR-Agrarflieger zurückverwandelt.

Nicht nur der anwesende Ex-Flüchtling Jürgen Glaser stand dem Filmteam mit Rat und Tat zur Seite, auch unser 'Towermobil' durfte wegen ausreichender Authentizität mit ins Bild. Wie es den Kameraleuten jedoch gelang, permanent um unseren schönen neuen Hangar 'herumzu-
filmen', wird auf immer das Geheimnis des Regisseurs bleiben ;-).

Der bei der Interflug als Flugzeugmechaniker angestellte Jürgen Glaser hatte trotz seiner Kenntnis der Flugzeugtechnik den Boden noch nie verlassen. Der Wunsch, der DDR auf immer den Rücken zu kehren, war jedoch so übermächtig geworden, daß er sich mittels eines 'geborgten' Flugbetriebshandbuches über Monate hinweg ausschließlich theoretisch mit den Grundlagen des Fliegens vertraut machte. Daß das Agrarflugzeug in typischer DDR-Paranoia fünffach mit Schlössern gesichert war, stellte allerdings ein nahezu unüberwindbares Fluchthindernis dar. Doch die Ausnutzung günstiger Umstände, die Vortäuschung einer dringend notwendigen Reparatur und die Vertrauensseligkeit eines Piloten und des Flugplatz-
aufsehers brachten Jürgen Glaser in den Besitz aller Schlüssel. Schnell wurden Frau und Kind zum Platz gebracht und in dem dunklen Frachtraum hinter dem Pilotensitz verstaut.

War schon der Start eine adrenalintreibende Angelegenheit, die den am Rande des Stalls dahintaumelnden Flieger nur mit viel Glück über die in Verlängerung der Startbahn stehende Baumgruppe hob, so hatte sich der autodidaktische Pilot über die schwierigste Flugphase, die Landung, überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Die überrumpelten Grenztruppen hatten den kurzen Flug zur Grenze glücklicherweise nicht behindert und so war das nur wenige Kilometer westlich liegende Lübeck mit dem Flughafen Blankensee nicht zu verfehlen. Am Ziel wäre dem Piloten die fehlende Praxis sicherlich zum Verhängnis geworden, wäre nicht einer der anwesenden Fluglehrer mit seiner Cessna aufgestiegen und hätte dem erkennbar unsicheren Flieger mit den DDR-Hoheitskennzeichen per Handzeichen und gutem Beispiel die notwendige Landehilfe gegeben. So war nach der Landung lediglich ein geknicktes Fahrwerk zu beklagen, der tollkühne Pilot und seine Familie hatten aber alles unversehrt überstanden.

Quelle: airholiday


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13.12.2009 21:58
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#48
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Mal was anderes TH,sagt Dir die MI24 mit dem taktischen Kennzeichen 415 was?
Dessen Nachfolger soll ja mal in den 80ern einige 100 m feindwärts(so hies das bei uns) direkt über NEC gestanden haben.




Gruß maja


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13.12.2009 22:03
#49
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Zitat von maja64
Mal was anderes TH,sagt Dir die MI24 mit dem taktischen Kennzeichen 415 was?
Dessen Nachfolger soll ja mal in den 80ern einige 100 m feindwärts(so hies das bei uns) direkt über NEC gestanden haben.
Gruß maja



Was meinste mit NEC? Neustadt bei Coburg?

Und meinste die 415, die bei Steinheid gecrasht ist?

"Mobility, Vigilance, Justice"

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13.12.2009 22:15
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#50
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Bingo TH

War mein erster Tag wieder zurück im zivilen Leben,hab mich erst mal ausgepennt.Und hier war die Hölle los,Absturzstelle erkennt man heute noch.
War damals dichtester Nebel (naja wie so oft bei uns),die sind in die Spannseile des großen Radarschirms von der FuTK der GSSD auf unseren Hausberg geflogen.
Aber wie war den nun das mit der MI24 über Neustadt bei Coburg?



maja


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13.12.2009 22:17
#51
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Zitat von maja64
Bingo TH
War mein erster Tag wieder zurück im zivilen Leben,hab mich erst mal ausgepennt.Und hier war die Hölle los,Absturzstelle erkennt man heute noch.
War damals dichtester Nebel (naja wie so oft bei uns),die sind in die Spannseile des großen Radarschirms von der FuTK der GSSD auf unseren Hausberg geflogen.
Aber wie war den nun das mit der MI24 über Neustadt bei Coburg?
maja



Gib mal eine Jahreszahl an!

"Mobility, Vigilance, Justice"

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13.12.2009 22:22
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#52
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Da tue ich mich schwer.
Hatte das mal glaube ich im Buch Grenzerfahrungen gelesen,hab es vorhin nochmal gesucht,aber leider nicht gefunden.Muß wohl so in der zweiten Hälfte der Achtziger gewesen sein.


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13.12.2009 22:22
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War schon der Start eine adrenalintreibende Angelegenheit, die den am Rande des Stalls dahintaumelnden Flieger nur mit viel Glück über die in Verlängerung der Startbahn stehende Baumgruppe hob, so hatte sich der autodidaktische Pilot über die schwierigste Flugphase, die Landung, überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Die überrumpelten Grenztruppen hatten den kurzen Flug zur Grenze glücklicherweise nicht behindert und so war das nur wenige Kilometer westlich liegende Lübeck mit dem Flughafen Blankensee nicht zu verfehlen. Am Ziel wäre dem Piloten die fehlende Praxis sicherlich zum Verhängnis geworden, wäre nicht einer der anwesenden Fluglehrer mit seiner Cessna aufgestiegen und hätte dem erkennbar unsicheren Flieger mit den DDR-Hoheitskennzeichen per Handzeichen und gutem Beispiel die notwendige Landehilfe gegeben. So war nach der Landung lediglich ein geknicktes Fahrwerk zu beklagen, der tollkühne Pilot und seine Familie hatten aber alles unversehrt überstanden.

Man muß sich mal vorstellen, er hat noch nie ein Flugzeug geflogen!

Der Stationsmechaniker flog zwar von AFP (Arbeitsflugplatz) zu AFP jedesmal in der Mechanikerkabine mit, aber selbst fliegen nach Handbuch war ziemlich verrückt!

Die Flucht war zwar sehr spektakulär, aber der Mann hat seine Familie mehr als gefährdet!
Er hat einen sogenannten Dreipunktstart hingelegt...aus dieser Lage ist ein Start fast unmöglich. Er hat einfach nur großes Glück gehabt, dass die Maschine nicht so schwer war und er genug Bahn hatte.

MfG


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13.12.2009 22:27
#54
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Zitat von maja64
Da tue ich mich schwer.
Hatte das mal glaube ich im Buch Grenzerfahrungen gelesen,hab es vorhin nochmal gesucht,aber leider nicht gefunden.Muß wohl so in der zweiten Hälfte der Achtziger gewesen sein.



Nu, vielleicht kannste das Jahr noch verifizieren.
Ansonsten, bei Luftraumverletzung Ost-West gabs eine entsprechende Meldung nach Oben.
Soweit möglich, Fotodoku.
CRC (TLMD) wurde verständigt, wenn möglich Radarkontakt bestätigt.
Waren eigene Hubschrauber in der Nähe (US-Army, BGS, BGP) wurde versucht die Maschine wieder in den Luftraum der DDR abzudrängen.

Bei Maschinen der NVA/GT protestierte die Bundesregierung. Bei Maschinen der GSSD waren die Amerikaner bzw. die Briten am Zug.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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14.12.2009 08:47
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#55
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[quote="Thunderhorse"
Waren eigene Hubschrauber in der Nähe (US-Army, BGS, BGP) wurde versucht die Maschine wieder in den Luftraum der DDR abzudrängen.

Bei Maschinen der NVA/GT protestierte die Bundesregierung. Bei Maschinen der GSSD waren die Amerikaner bzw. die Briten am Zug.
[/quote]

Bei welcher dieser über 20 Fluchten mit einem Agrarflugzeug wurde denn versucht, die Maschine wieder auf DDR-Gebiet abzudrängen? Eigentlich war doch klar, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Flucht war, oder?

AZ


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14.12.2009 08:51
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Jörg, du mußt dir das so vorstellen, das diese Flugzeuge dicht bei der Grenze stationiert waren. Wenn die erst mal aufgestiegen waren, war es von der Zeit fast unmöglich, da noch andere Flugzeuge, geschweige denn Hubschrauber hinzuschicken. Und außerdem pennten in vielen Fällen auch die Radarüberwachungen auf beiden Seiten. Als 1973 ein sow. Pilot bei Hötzum landete, hatten beide Seiten davon nichts mitbekommen. Irgendein Zöllner meldete das dann hoch, er hatte die Maschine gesehen, als sie die Grenze überflog. Bei der Flucht mit dem Agrarflugzeug in Süpplingen landete die Maschine 800m entfernt von einer Radarstellung der Bundesrepublik, und die hatten auch nichts mitbekommen. Die machten sich dann zu Fuß auf den Weg nach Süpplingen.


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14.12.2009 10:13 (zuletzt bearbeitet: 14.12.2009 10:53)
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#57
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Höchstinteressent ------>>>>>> http://home.snafu.de/veith/Texte/Kalter-Krieg.pdf
Zu DDR-Zeiten kursierte das Gerücht das ein Pilot der NVA es geschafft haben soll nach Westberlin abzuhauen - samt einer MIG. Weiß jemand was?

Oder mit der LOT nach Westberlin; http://www.freitag.de/2008/32/08322101.php


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14.12.2009 16:59 (zuletzt bearbeitet: 14.12.2009 16:59)
#58
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Zitat von Augenzeuge
[quote="Thunderhorse"
Waren eigene Hubschrauber in der Nähe (US-Army, BGS, BGP) wurde versucht die Maschine wieder in den Luftraum der DDR abzudrängen.
Bei Maschinen der NVA/GT protestierte die Bundesregierung. Bei Maschinen der GSSD waren die Amerikaner bzw. die Briten am Zug.


Bei welcher dieser über 20 Fluchten mit einem Agrarflugzeug wurde denn versucht, die Maschine wieder auf DDR-Gebiet abzudrängen? Eigentlich war doch klar, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Flucht war, oder?
AZ
[/quote]

Hi AZ,
bei keiner dieser Fluchtfälle.
Abdrängen wäre/ist in Frage gekommen, bei Luftraumverletzungen Ost-West durch Hubschrauber der NVA, HS 16 der GT, der GSSD/WGT.
Bei tieferen Einflügen in die ADIZ bzw. den Luftraum der BRD durch Luftfahrzeuge des WP bzw. Verletzung der ADIZ durch Maschinen aus der BRD/dem Westen, kamen Alarmrotten der NATO-Luftstreitkräfte zum Einsatz.
Dies mal in der Kürze.

TH

"Mobility, Vigilance, Justice"

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14.12.2009 17:16
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#59
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Zitat von Freedom
Höchstinteressent ------>>>>>> http://home.snafu.de/veith/Texte/Kalter-Krieg.pdf



Na freedom, wo hast du denn diese Seite her? Wenn ich das lese, dann kommt es mir so vor, als ob nur der Westen den Luftraum der DDR verletzt hat, von DDR-Seite gab es nicht einen einzigen Fall?
Klingt ja ziemlich unglaubwürdig, oder?


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14.12.2009 17:37
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#60
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1979 gab es doch die Flucht der Familien Wetzel und Strelzyk mit dem Ballon in den Westen.
Da wurde,laut der BRD Behörden,Westdeutscher Luftraum verletzt.


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