Agentenschleuse bei Asbach-Sickenberg

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04.11.2014 23:06 (zuletzt bearbeitet: 04.11.2014 23:10)
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#46
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Zitat von FRITZE im Beitrag #45
Wölfchen was heisst denn nicht gewusst ? Eine erkannte Gefahr ist doch keine mehr ! Hätten sie diese Stellen auffliegen lassen ,wären woanders neue geschaffen worden !
So isses doch viel einfacher alles zu verfolgen !


Du meinst die ließen die Spione, besser Kundschafter, wissentlich ziehen?
Bei der Schilderung von Larissa klang das aber irgendwie anders.


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04.11.2014 23:10 (zuletzt bearbeitet: 05.11.2014 16:49)
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#47
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Die Spionageabwehr des BfV/LfV wollte ja nicht nur die Kuriere dingfest machen. Die sollten ihnen den Weg zu den eigentlichen Quellen zeigen. Reisewegaufklärung hieß das damals.

Gruß Kalubke


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04.11.2014 23:11
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#48
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@ Grenzwolf 62 Nicht verallgemeinern ! Man muss immer den Kontex zum jeweiligen Ereignis sehen !


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04.11.2014 23:12
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#49
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Thomas hat die Bücher von Larissa damals gekauft, er hat sich manchmal überlegt, ob alles stimmte.


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04.11.2014 23:20
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#50
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Zitat von FRITZE im Beitrag #48
@ Grenzwolf 62 Nicht verallgemeinern ! Man muss immer den Kontex zum jeweiligen Ereignis sehen !


Genau, Larissa wollte sich nach einigen Jahren Tätigkeit als KGB-Quelle wegen vermutlicher Enttarnung bzw. deren Androhung endgültig absetzen. Das war eine andere Kragenweite.
Eine HIME-Gruppe z.B. war nur einige Tage im Westen unterwegs, um Adressen zu recherchieren, Fotos zu machen, öffentlich zugängliches Material zu besorgen oder irgendwelche Zielpersonen zu beobachten. Die konnten im Fall der Entdeckung mit wesentlich niedrigeren Strafmaßen rechnen.

Gruß Kalubke


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19.11.2014 10:18
#51
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Es ist möglich, dass sie vom BGS enttarnt und überwacht wurde. Im Grenzmuseum Schnackenburg hängt der Screenshot einer Videolangzeitüberwachung (wahrscheinlich durch BGS I/S).

Hi Kalubke,
so ganz "ohne Ahnung" waren wir dann ja auch nicht. Ich wünschte, Du hättest diese ganzen Einzelheiten 1987 gepostet...hätten uns eine Menge Arbeit, Zeit und Geld gespart.
Ich sag das, weil für dem Bildschirm - von dem das Foto abfotografiert wurde - mein "halbes" Büro umgebaut werden musste.
War damals eine "Riesen"-Sache bei uns und verlangte umfangreichste Planungen und Arbeiten. Observation unmittelbar an der Grenze Stumpfer Weg n u r durch Technik. Dann Funk-Bild Übertragung zur unser Grenzschutzunterkunft und 24/7 personelle Überwachung in meinem Büro. Wurde deshalb umgebaut, weil I/S das größte Büro hatte und nicht jeder beim Türöffnen schon sehen sollte was "lief".
Hat einen Tag gedauert...dann wussten es alle! Wenn die SW-Kamera oder die Sensoren (Infrarotabtastung) etwas "sahen" bzw. aufzeichneten, lief eine - heute würden wir sagen HD - Farbkamera an und zeigte beste Bilder.
Vor Ort waren dann personelle Fahnungs- und Observationskeise aufgebaut die alarmmäßig sofort die Bewegungen eines zurückgeschleusten Agenten überwachen sollten. Zugriffe waren n i c h t vorgesehen.
Alle Technik, bis zu den zivilen Mercedes und BMW Limousinen kam war von befreundeten Behörden. Hätte der BGS auch nie gehabt.
Die gesamte Man Power kam aber von uns...große Sache für die damals 20-30 Jahre alten Kollegen... High End Technik, Schulterholster und MP 5 kurz im Seitenkasten der Kfz.Türen. War aber nicht geheimzuhalten, was sollte die Unterkunftswache auch denken, wenn permanent die Kollegen in den Zivilwagen ein- und ausfuhren.
Das Ende der Aktion war dann aber wieder typisch für den damaligen BGS...unser Kommandeur setzt durch. dass alle Abteilungsangehörigen an einem Truppenübungsplatzaufenthalt in Schwarzenborn teilnehmen mussten. Also Abbau und das Ende vom Lied.. am nächsten Wochenende hat es eine erfolgreiche Schleusung gegeben (hatten wir von zivilen Zeugen vor Ort).
So war das halt damals in der großen weiten Welt des "Katz- und Maus" Spieles.
Heute ist es meiner Meinung nach Zeitgeschichte, über die geredet werden darf, die- s.o. - in Museen hängt und die meine Vergangenheit war.
Gruß
Waldersee

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19.11.2014 14:41
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#52
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Wenn ich so lese, was in anderen Bereichen los war, glaube ich immer ich habe Grenzdienst auf dem Mond gemacht.
@Kalubke:
Frage zur Schleuse Erlenweg/Kleinmachnow.
Das war mein Zkom Bereich und ich bin gefühlte 100000 mal am Buschgraben entlang gefahren.
Über eine hier befindliche Schleuse wurden wir damals nicht mal ansatzweise in Kenntnis gesetzt. Bin auch der Meinung das weder meine Vorgesetzten noch auf Ebene der Hauptzollämter irgend jemand solche Informationen hatte.
Auch ist mir dort nie eine verstärkte Polizei oder andere Präsenz aufgefallen.

Interessieren würde mich, ob Dir bekannt ist, wie dort Schleusungen stattgefunden haben sollen. Schließlich verlief der Buschgraben (Sumpfgebiet) dort. Möglich wäre ein kleiner Umweg über die dortige Teltowwerft gewesen.
Da es sich hier aber um ein abgeschlossenes Privatgelände handelte, wären fremde Personen doch sofort aufgefallen.

Gruß Frank


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19.11.2014 17:29 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 18:37)
avatar  Kalubke
#53
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Hi @Zkom IV,

nee nee, bei Euch war auch einiges los. Geschleust wurde u.a. nach Zehlendorf über Klein Glienicke, Kohlhasenbrück, Forst Düppel, Kleinmachnow, Teltow-Seehof und möglicherweise auch über das Osdorfer Wäldchen. Zur Grenzschleuse Erlenweg/Buschgraben zwischen Kleinmachnow und Zehlendorf: Der Schleusungsweg führte von einem Schlupftor im GZI, das sich unmittelbar nördlich des B-Turms „Haus 50“ am Erlenweg Nr. 50 befand, durch das vorgelagerte Gebiet südlich um den kleinen See herum, in den der Buschgraben einmündete. Die Grenzübertrittsstellen waren unmittelbar an dem Laubenweg, der die Kleingartenkolonie Sachtleben im Bezirk Zehlendorf OT Schönow südlich begrenzt und zur Sachtlebenstraße führt. Da das ca. 100 m breite vorgelagerte Gebiet dicht bewachsen war, konnte das Schlupftor von westlicher Seite aus nicht eingesehen werden. Auch die Grenzanlagen waren hier schmal, verwinkelt und unübersichtlich. Möglicherweise gab es da keinen Grenzsignalzaun, sondern nur einen niedrigen Stacheldrahtzaun zwischen Kolonnenweg und Kontrollstreifen. Vielleicht kann @damals wars genaueres über den Grenzabschnitt sagen.

Betrieben wurde die Grenzschleuse höchstwahrscheinlich von der HA VIII (Ermittlung, Beobachtung, Festnahmen) und zwar vom Referat VIII/14/3 (Schaffung und Betreuung von Grenzschleusen). Schleusungsoffiziere waren Maj W.... Maj PK bzw. OltR........

In ca. 1 km Entfernung befand sich im Machaweg 6 in Kleinmachnow ein konspiratives Objekt der HA VIII, das wahrscheinlich als Treffobjekt für die geschleusten IM genutzt wurde.


Übersichtsplan OGS Erlenweg


Lageplan OGS Erlenweg


Lageskizze Bereich Schlupftor aus der OGS-Akte


BT „Haus 50“ von N


BT „Haus 50“ von S

Gruß Kalubke


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19.11.2014 18:05 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 18:49)
#54
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Beitrag Nr 51:

so sieht es heute aus


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19.11.2014 20:08 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 20:19)
avatar  Kalubke
#55
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Moderations-Kommentar:
Keine Klarnamen bitte!


Keine Panik, die drei Herren sind bereits veröffentlicht und zwar in:

Angela Schmole: Hauptabteilung VIII. Beobachtung, Ermittlung, Durchsuchung,Festnahme (MfS-Handbuch). Hg. BStU. Berlin 2011. http://www.nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0292-97839421300977

Gruß Kalubke


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19.11.2014 20:14 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 20:15)
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#56
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Zitat von Schlutup im Beitrag #54
Beitrag Nr 51:

so sieht es heute aus






Ja, man erkennt deutlich den Birkenhain, der auch auf dem Video-screenshot in #41 zu sehen ist. Sehr schön, mal so eine Geschichte von allen Seiten beleuchtet zu bekommen. Dank an @waldersee, @rothaut und @schlutup

Gruß Kalubke


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19.11.2014 20:27 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 20:49)
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#57
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Bei einem Haus 50 macht es bei mir nicht Klick .
Muss mich, wenn es die Gesundheit zulässt, im Frühjahr mal vor Ort umschauen.
Da die " Schleuser" über die Güst in den Abschnitt kamen, kann ich mir nicht vorstellen, das die erst nach Kleinmachnow fuhren, Potsdam wäre viel unauffälliger gewesen.


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19.11.2014 20:45
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#58
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Zitat von Kalubke im Beitrag #53
Hi @Zkom IV,

nee nee, bei Euch war auch einiges los. Geschleust wurde u.a. nach Zehlendorf über Klein Glienicke, Kohlhasenbrück, Forst Düppel, Kleinmachnow, Teltow-Seehof und möglicherweise auch über das Osdorfer Wäldchen. Zur Grenzschleuse Erlenweg/Buschgraben zwischen Kleinmachnow und Zehlendorf: Der Schleusungsweg führte von einem Schlupftor im GZI, das sich unmittelbar nördlich des B-Turms „Haus 50“ am Erlenweg Nr. 50 befand, durch das vorgelagerte Gebiet südlich um den kleinen See herum, in den der Buschgraben einmündete. Die Grenzübertrittsstellen waren unmittelbar an dem Laubenweg, der die Kleingartenkolonie Sachtleben im Bezirk Zehlendorf OT Schönow südlich begrenzt und zur Sachtlebenstraße führt. Da das ca. 100 m breite vorgelagerte Gebiet dicht bewachsen war, konnte das Schlupftor von westlicher Seite aus nicht eingesehen werden. Auch die Grenzanlagen waren hier schmal, verwinkelt und unübersichtlich. Möglicherweise gab es da keinen Grenzsignalzaun, sondern nur einen niedrigen Stacheldrahtzaun zwischen Kolonnenweg und Kontrollstreifen. Vielleicht kann @damals wars genaueres über den Grenzabschnitt sagen.

Betrieben wurde die Grenzschleuse höchstwahrscheinlich von der HA VIII (Ermittlung, Beobachtung, Festnahmen) und zwar vom Referat VIII/14/3 (Schaffung und Betreuung von Grenzschleusen). Schleusungsoffiziere waren Maj W.... Maj PK bzw. OltR........

In ca. 1 km Entfernung befand sich im Machaweg 6 in Kleinmachnow ein konspiratives Objekt der HA VIII, das wahrscheinlich als Treffobjekt für die geschleusten IM genutzt wurde.


Übersichtsplan OGS Erlenweg


Lageplan OGS Erlenweg


Lageskizze Bereich Schlupftor aus der OGS-Akte


BT „Haus 50“ von N


BT „Haus 50“ von S

Gruß Kalubke



Hast Du die Akte auf dem Tisch oder woher stammt das Detailwissen?


andy


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19.11.2014 20:54 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 21:02)
avatar  Kalubke
#59
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Nein, die Abb. habe ich in einem Beitrag unter der Rubrik Aktenfunde auf der BSTU-Website entdeckt. Es gab noch Skizzen des Schleusungsweges um den See und einige Fotos von den Grenzübertrittsstellen an der KG-Kolonie Sachtleben. Die sind mir nach Rechnerabsturz leider abhanden gekommen. Aktuell ist der Beitrag auf der BSTU-Website leider nicht mehr eingestellt. Ich habe dann selbst die genaue Lage an der Grenze ausfindig gemacht. Müsste doch auch Dein "Revier" als alter "GR-44'er" gewesen sein, oder?

Gruß Kalubke


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19.11.2014 21:46
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#60
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Zitat von Kalubke im Beitrag #59
Nein, die Abb. habe ich in einem Beitrag unter der Rubrik Aktenfunde auf der BSTU-Website entdeckt. Es gab noch Skizzen des Schleusungsweges um den See und einige Fotos von den Grenzübertrittsstellen an der KG-Kolonie Sachtleben. Die sind mir nach Rechnerabsturz leider abhanden gekommen. Aktuell ist der Beitrag auf der BSTU-Website leider nicht mehr eingestellt. Ich habe dann selbst die genaue Lage an der Grenze ausfindig gemacht. Müsste doch auch Dein "Revier" als alter "GR-44'er" gewesen sein, oder?

Gruß Kalubke



"Alter GR-44'er" ist gut. Ich war bei der UA Aufklärung im GR-44 und nicht schwerpunktmäßig mit Schleusungen beschäftigt. Demzufolge war ich eher selten draussen am Kanten. Den Bereich GaKo Sachtleben mit dem Buschgraben kenne ich aber ganz gut und wimre war ich dort auch mal direkt an einer Schleusung beteiligt. Weist Du noch Einzelheiten zur Grenzschleuse? Das vordere Speerelement war in dem Bereich doch die Mauer.

andy


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