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#361

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2015 09:42
von Jobnomade | 1.380 Beiträge | 9 Punkte
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Zitat von Merlini im Beitrag #356
Das die Bürger der DDR das Arbeiten nicht gewöhnt waren ist leider auch heute noch ein weit verbreitetes Vorurteil.

Das ehemalige DDR Bürger auch heute noch auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind hat mehrere Gründe:

1. Eine gute Schulbildung.
2. Eine gute Berufsausbildung.
3. Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.
4. Keine überhöhten Lohnforderungen.
5. Die Fähigkeit zum Improvisieren, also sich selbst zu helfen und nicht immer nach dem Service Mechaniker zu rufen.
6. Die Möglichkeit zwei gegensätzliche Systeme aus den eigenen Erfahrungen vergleichen zu können.

Verlierer der Einheit gab es auf beiden Seiten.

Die Befreiung von der Bevormundung durch den Staat muss man eben durch mehr Eigenverantwortung/Initiative ersetzen.

Der Hesselfuchs


Hallo Hesselfuchs,

da bin ich zu 99,8 % bei Dir...
Ich kenne ja auch beide Arbeitswelten, Ost und West.
rot markiert, Punkt 6.: Hier verbrenne ich mir ab und an auch mal mein Maul. Wollen viele gar nicht hören, den Vergleich der Systeme.

Nun, macht nichts - ich kann auch schweigen. Fällt mir manchmal schwer - kann man aber lernen.
Ich bin nun mal kein 30-Jähriger, der 40 Jahre erfolgreich den Westen aufgebaut hat
Hab aber auch schon solche Zeitgenossen kennengelernt...erst kürzlich wieder, in einer Reisegruppe fern der Heimat:
eine ca. 35-jährige Personalreferentin aus Stuttgart, die alles besser wusste. Irgendwann hab ich aufgehört zu argumentieren und sie einfach labern lassen und gelächelt.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
rasselbock hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.02.2015 09:56 | nach oben springen

#362

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2015 11:39
von Heckenhaus | 8.961 Beiträge | 19726 Punkte
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Das Leben bestand nach der Grenzöffnung nicht nur aus Arbeit, auch wenn es hier so scheint.

In Velden am Wörthersee "erkannte" man uns anfand der Neunziger ganz schnell als "DDR-ler", als wir des Abends ein
Quartier suchten. Man fragte uns, ob usw, aber die Behandlung als Gast litt nicht unter der Herkunft.
Man sah es uns eben nur an.
In den Folgejahren war ich dann Mitglied in einem (West).Berliner Eisstock-Verein. Es gab Turniere überall, und egal, ob in
Berlin oder Hannover, ob die Mannschaften aus Österreich, Bayern, Niedersachsen oder sonstwoher kamen, es gab keine
Unterschiede.
Nur im Berufsleben kam es hin und wieder zu dummem Geschwätz, wie hier schon angedeutet wurde, wir hätten nicht
gearbeitet und solche qualifizierten Kommentare.

Es kommt eben immer auf die Umstände an, wie man wo mit wem und warum zu tun hat, die Teilung war oft Geschichte, aber
leider in einigen Köpfen noch immer fest verwurzelt, bis heute.


.
.

.
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#363

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2015 11:55
von manudave | 391 Beiträge | 9 Punkte
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Eigentlich kann ja jeder nur seine Erlebnisse erzählen, DIE Wahrheit gibt es wohl nicht.

Als wir 89 flüchteten hörten wir nie etwas von faulen DDR-Bürgern oder dass man uns erstmal das Arbeiten beibringen müsste.
Ganz im Gegenteil: Mein Stiefvater bekam sofort Arbeit und wurde auch nie mehr arbeitslos. Meine Mutter wollte arbeiten und bekam erstmal nix, weil die Westfrauen oftmals nicht im Berufsleben standen - sprich die hätten das Arbeiten außerhalb des heimischen Herdes oftmals erst erlernen müssen. Es dauerte lang, bis die gesuchte Vollzeitstelle da war. Und auch sie wurde niemals mehr arbeitslos.
Mit Versicherungen, Krediten und allerlei kapitalistischen Errungenschaften hatten auch wir unsere Probleme und deshalb würde ich dies nicht als Vorurteil ansehen, dass wir da keine Ahnung hatten und auch oft über das Ohr gehauen werden konnten - es hat schlicht für uns gestimmt.
Und ein paar Vorurteile sind im Leben gar nicht so schlecht, so wie der Bayer bestimmte Eigenarten haben soll und der Norddeutsche ebenso.
Wenn der westdeutsche Systemverlierer Schuldige sucht, dass sind es vielleicht Politiker oder auch das eigenen Versagen. Eine solche Version aus Ostdeutschland - von mir aus 55 Jahre alt - könnte schnell auf die Idee kommen, dass es mit der sogenannten Wende zu tun hat. Stellt sich die Frage, ob es dieser Grund unbedingt sein muss und ob Aufarbeitung nur im Westen fehlerhaft ist...

Übrigens: Ich bin der Meinung, dass wir in Sachen Aufarbeitung schon sehr weit sind.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.02.2015 12:07 | nach oben springen

#364

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2015 12:09
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Zitat von Merlini im Beitrag #356


Das ehemalige DDR Bürger auch heute noch auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind hat mehrere Gründe:

1. Eine gute Schulbildung.

Ich erinnere mich an zahlreiche Einstellungen von Amtsanwärtern, motivierte, junge Leute, in den 90er Jahren aus M.-V.

Beiläufig ist mir der Grund zu Ohren gekommen. Ursächlich war keine Quote, die „Mädels und Jungs“ verfügten

schlicht über bessere Zeugnisse, als ihre hanseatischen Mitbewerber!


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!

"Wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo ein Genosse und eine Genossin ist, da ist die Hurerei" geklaut bei DoreHolm
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#365

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2015 13:42
von ABV | 4.344 Beiträge | 1117 Punkte
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Zitat von manudave im Beitrag #363
Eigentlich kann ja jeder nur seine Erlebnisse erzählen, DIE Wahrheit gibt es wohl nicht.

Als wir 89 flüchteten hörten wir nie etwas von faulen DDR-Bürgern oder dass man uns erstmal das Arbeiten beibringen müsste.
Ganz im Gegenteil: Mein Stiefvater bekam sofort Arbeit und wurde auch nie mehr arbeitslos. Meine Mutter wollte arbeiten und bekam erstmal nix, weil die Westfrauen oftmals nicht im Berufsleben standen - sprich die hätten das Arbeiten außerhalb des heimischen Herdes oftmals erst erlernen müssen. Es dauerte lang, bis die gesuchte Vollzeitstelle da war. Und auch sie wurde niemals mehr arbeitslos.
Mit Versicherungen, Krediten und allerlei kapitalistischen Errungenschaften hatten auch wir unsere Probleme und deshalb würde ich dies nicht als Vorurteil ansehen, dass wir da keine Ahnung hatten und auch oft über das Ohr gehauen werden konnten - es hat schlicht für uns gestimmt.
Und ein paar Vorurteile sind im Leben gar nicht so schlecht, so wie der Bayer bestimmte Eigenarten haben soll und der Norddeutsche ebenso.
Wenn der westdeutsche Systemverlierer Schuldige sucht, dass sind es vielleicht Politiker oder auch das eigenen Versagen. Eine solche Version aus Ostdeutschland - von mir aus 55 Jahre alt - könnte schnell auf die Idee kommen, dass es mit der sogenannten Wende zu tun hat. Stellt sich die Frage, ob es dieser Grund unbedingt sein muss und ob Aufarbeitung nur im Westen fehlerhaft ist...

Übrigens: Ich bin der Meinung, dass wir in Sachen Aufarbeitung schon sehr weit sind.



Stimmt, die absolute Wahrheit wird es ebenfalls nicht geben. Was es aber gibt, ist eine unendliche Fülle persönlicher Schicksale und Erfahrungen.
Daraus wird sicherlich eines Tages ein Gesamtbild entstehen.
Man sollte auch nicht immer nur das negative sehen. Dafür das wir vor fünfundzwanzig Jahren noch in "verfeindeten", grundverschiedenen politischen Blöcken lebten, sind wir Deutsche uns doch schon wieder sehr nahe gekommen.
Eine hundertprozentige Sympathie zwischen allen Deutschen wird es wohl nie geben. Noch weniger kann solch eine Sympathie verordnet werden. So etwas hängt immer von den einzelnen Menschen ab. Wer Vorurteile hat, diese vielleicht noch liebt und pflegt, kompensiert damit oftmals eigene Unzulänglichkeiten. Ist halt so!

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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zuletzt bearbeitet 27.02.2015 13:45 | nach oben springen

#366

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2015 14:43
von Ostlandritter | 2.459 Beiträge | 66 Punkte
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Zitat von ABV im Beitrag #365
Zitat von manudave im Beitrag #363




Stimmt, die absolute Wahrheit wird es ebenfalls nicht geben. Was es aber gibt, ist eine unendliche Fülle persönlicher Schicksale und Erfahrungen.
Daraus wird sicherlich eines Tages ein Gesamtbild entstehen.
Man sollte auch nicht immer nur das negative sehen. Dafür das wir vor fünfundzwanzig Jahren noch in "verfeindeten", grundverschiedenen politischen Blöcken lebten, sind wir Deutsche uns doch schon wieder sehr nahe gekommen.
Eine hundertprozentige Sympathie zwischen allen Deutschen wird es wohl nie geben. Noch weniger kann solch eine Sympathie verordnet werden. So etwas hängt immer von den einzelnen Menschen ab. Wer Vorurteile hat, diese vielleicht noch liebt und pflegt, kompensiert damit oftmals eigene Unzulänglichkeiten. Ist halt so!

Gruß an alle
Uwe


Das ist richtig ,- und nichtmal typisch deutsch,- die Franzosen z.B. kennen dieses Phänomen innerhalb ihrer Nation genau so !


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#367

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 27.02.2015 14:56
von IM Kressin | 1.820 Beiträge | 24598 Punkte
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Die hundertprozentige Sympathie existiert auch nicht bei

+ den Korsen in Frankreich,

+ Flamen und Wallonen in Belgien,

+ Schotten in im Vereinigten Königreich,

+ Basken und Katalonen in Spanien,

+ Grönländer und Dänen …

Ich stelle die provokante These auf: Die Deutschen haben einiges zu tun, aber das Schlimmste überwunden!!


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!

"Wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo ein Genosse und eine Genossin ist, da ist die Hurerei" geklaut bei DoreHolm
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#368

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2015 11:38
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #355
Hallo @Barbara, diese "Wirklichkeit" habe ich etwas um 1993 bei einem Verwandtenbesuch in NRW erleben dürfen.

Hatte mich doch am ersten Abend meines Besuches die Frau des Cousins allen ernstes danach gefragt wie ich mich denn so fühle weil ich doch erstmals seit 1990 richtig arbeiten müsse .......
Mir blieb sozusagen das Bier im Halse stecken, eine entsprechende Antwort leider auch.
Diese Frage kam auch noch von Jemand der sich sein ganzes bisheriges Leben als Hausfrau verwirklicht hat, was ich besonders dreist fand.

Nur die fortgeschrittene Stunde und das eine oder andere Bier intus hielt mich davon ab sofort aufzubrechen.
Die nächsten Tage verliefen etwas frostig und ich habe seitdem kein Bedürfnis mehr diesen Teil der Verwandtschaft zu treffen.

Übrigens waren sie jedes Jahr für mindestens eine Woche bei uns zu Besuch, völlig Ahnungslos war sie also nicht.

Gruß
Nostalgiker




Christian, ist das eine Gegenrede zu #354? Ich wollte dort ja niemandem seine schlechte Erfahrungen wegreden, die blöd genug sind.
Ich hatte Hackels Beitrag, auf den ich reagiert hatte, so verstanden, dass er (zumindest in diesem seinem Beitrag) unterstellte, dass es nur ein einziges Ideal in der BRD gegeben hätte, an dass sich ehm. DDR-Bürger anzupassen hätten, und das stimmte einfach nicht.
.


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#369

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2015 11:54
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #358
Zitat von Barbara im Beitrag #354
Zitat von Hackel39 im Beitrag #350
Man hat sich wohl vor 25 Jahren in die Erste Liga hineindemonstriert ohne in der Masse wirklich zum Aufstieg qualifiziert gewesen zu sein.
Wir Kellerkinder aus dem entindustrialisierten entvölkerten Osten kämpfen seitdem überwiegend gegen den drohenden Abstieg sofern man kein abschlagfreier regulärer Altersrentner, Schulkind oder Beamter ist und sehen es überwiegend auch noch sportlich, Gratulation dazu.
Der überwiegend streßfreie ausgewogene Alltag in der DDR war in der Tat etwas, dessen Wert man sehr schnell vermißt hat.
Hätte es für das Neubundesbürgerdasein eine Probezeit gegeben, so hätten die Rückkehrer ein ganzes mitteldeutsches Bundesland bevölkern können, sagt zumindest die anonyme Umfragestatistiik, anonym deshalb weil all die Jammerei überhaupt nicht chic dafür aber ehrlich ist.
Wie Hans im Glück standen wir im März 1990 an der DM- triefenden Einheitswahlurne, um in der Folge unseren Goldklumpen (die Stimme für das Team Kohl) nach etlichen beschissenen Deals irgendwann als Schleifstein in den Straßengraben zu schmeißen, weil keiner mehr Scherenschleifer brauchte.
Nachdem nun jeder sein schickes Auto und auch so ein rotes neues Ziegeldach wie der Nachbar hatte und man sogar mitgackern konnte, wie Kollegen und Freunde über ihre Fernreisen schwärmten wurde der Blick endlich wieder frei für das was wirklich wichtig war und das war allein die Summe der glücklichen Tage und die überwogen auch für mich ganz klar in der besseren Hälfte meiner Biografie bis 1989.
Das Zwischenhoch Anfang der 1990er Jahre hatte sich recht schnell verzogen und die Braut, die man als Marshallplan kennengelernt hatte mutierte zur Morgenthau- Unke des Aufschwungs Ost mit Konsumtempeln, Spaßbädern, Rapsfeldern, Solarparks und neue Verkehrstrassen auf denen die aussortierten Niedriglöhner in den Westen reisten um die dort produzierten Waren schnell und billig zurück zu schicken.
Persönlich ist meine Bilanz nicht ganz so desolat, das liegt aber an der deutlich niedriger gelegten Hürde der sozialen und kulturellen Ansprüche, immerhin bin ich materiell auf keinem Abstiegsplatz mehr aber auch das kann schnell vorbei sein, da kann sich keiner sicher sein.
Die gut gemeinten Tipps, nach vorn zu blicken sind allerdings nur dann ratsam, wenn es der Tunnelblick für das eigene Wohlergehen ist, so gesehen ist die überwiegende Zufriedenheit auch durchaus Realität, zu dieser selektiven Wahrnehmung können sich alle, die ihr Umfragekreuzchen des Allensbacher Meinungsforschungsinstituts bei "sehr oder überwiegend zufrieden" machten, nur gratulieren.








Hackel, die Bevölkerung der ehem. BRD war keine homogene Menge, die einzig den von dir beschriebenen Zielen folgte und die nur ein eindimensionales Schaffen und Raffen im Kopf hatten im ständigen Kampf, irgendwie "dazu zu gehören".
Auch wir hatten Werte wie Solidarität, Gemeinsamkeit, politische und ethische Maßstäbe und haben uns bemüht danach zu leben.
Es wäre schön wenn wir im deutsch-deutschen Diskurs nicht immer nur das kontroverse System sehen würden, sondern die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten zur Kenntnis nehmen würden - auch bei den Wessis!
.
korrr


Oje, Barbara mit den Nachbarn meinte ich keinesfalls die westdeutschen Brüder und Schwestern, hier ist der echte Hausnachbar, Arbeitskollege oder wer auch immer innerhalb des Ossi- Pools gemeint.
Ich spielte darauf an, wie der Kampf ums Mithalten um jeden Preis in Gang kam und man darüber einfach nur vergaß, was wirklich wichtig ist.
Ich habe in dieser Nachwendezeit einfach nur kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen, wie man alle Fehler der "echten" Wessis nachholte, obwohl diverse Medien vor allen möglichen Gefahren immer wieder warnten, sei es am grauen Kapitalmarkt oder bezüglich des Konsumterrors, der kommunalen Entscheidungen (Einkaufstempel am Stadtrand statt Belebung der Innenstädte), der Bildungsstrukturen, eben allem was man hätte besser machen können.
Attacken gegen westdeutsche Landsleute fahre ich ausschließlich gegen jene Kräfte, die hier mit ihren ostdeutschen Vasallen vor Ort zum Nachteil unserer ehemaligen Industriestandorte gewütet haben, das ist nicht vergessen und macht 3/4 meiner ganz privaten Mauerhöhe aus.
Mit dem normalen Bundesbürger hatte ich damals schon mehr Schnittmengen als mit den Plakatklebern der Allianz für Deutschland, ich weiß sehr wohl, daß einem dort nicht die gebratenen Tauben zuflogen, immerhin hatte ich regelmäßigen Kontakt mit meiner Verwandtschaft in Niedersachsen und weiß, daß dort drüben nicht nur Konsumidioten und Aufschneider wohnten, da stand die Waage jener Klientel bereits Ende 1990 in Ost und West auf "Einheit".
Und weil diese Unwuchtökonomie auf Grund der Kartellstrukturen unkorrigierbar ist, wird auf gewissen Sektoren die Operationsnaht wohl nicht mehr verheilen, das haben wir Ossis uns mit unserer uneingeschränkten Mobilität selbst eingebrockt.




Verstanden.

Wobei in deinem (fett markierten) Satz steckt der Grund meines Widerspruches oben. Wer waren denn die echten Wessis? Es gab arme und reiche, und dazwischen auch welche, es gab gesellschaftlich engagierte und mäkelnde Sofasitzer. Es gab die, denen das "rot bedachte Häuschen" und der tournusmäßige Erwerb des nächsten Mittelklassewagens wichtiger waren als alles andere. Und die, die sich für die Umwelt, für Reformen von gesellschaftliche Defiziten einsetzten und ihr eigenes Fortkommen deswegen oft vernachlässigten - eben weil es Wichtigeres gibt im Leben. - Es gab mehrere Möglichkeiten, mehrere Schablonen der Identifizierung. - Wer waren denn "die echten Wessis"? - Das ist jetzt als rhetorische Frage zu verstehen :-)


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#370

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

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Trotz Endloszitaten eine Antwort von mir, oder nur ein Beitrag, ein paar Gedanken.

Der typische Altbundesbürger wurde identifiziert am Auto, möglichst neu (und wenn es ein Leihwagen war ),
wenn er in den Osten führ,
an der wachsenden Zahl derer, die Wohneigentum hatten, möglichst ein Haus, kein Häuschen,
an der Auswahl des nächsten Pkw nach Wiederverkaufswert, möglichst wenig Verlust in den 3 Jahren bis zum nächsten.
An einer übertriebenen Demonstration von Selbstbewußtsein, was schon ab und an arrogant und nicht mehr wohlerzogen
rüberkam.

Das waren die "echten" Wessis im Blick vieler DDR-Bürger. Grüne oder andere "Aufständische" wurden bestenfalls als
Spinner belächelt, was übrigens heute eine gemeinsame gesamtdeutsche Belächelung zur Folge hat.
Da wurde sich schnell geeinigt.

Und genau das fehlte im Osten weitgehend, wurde aber ganz geschwind nach der Einheit nachgeahmt, jedenfalls von denen
die das ermöglichen konnten. Ich habe Personen gekannt, die es verstanden, sich innerhalb weniger Jahre ein völlig neues
Lebensumfeld zu schaffen, vom Auto bis zum Freundeskreis.
Das hielt dann ein paar Jahre an, bis der Katzenjammer anfing. Ende der 90-er Jahre begann der Aufschwung Ost zu stocken,
und manch Einer landete hart auf dem Boden der Realitäten.
Das rosige Bild von der neu gefundenen Freiheit bekam Risse, besonders, wenn der Sturz besonders tief ging.
Manch Aufsteiger besann sich, wenn auch ungern, an die (guten) alten Zeiten. Aber die kamen nicht wieder, im Gegenteil, der
Wind wurde eisiger.
Was übrigens auch viele Firmen im Westen dann spürten, denn die Goldgräberzeit in Ostdeutschland neigt sich dem Ende zu,
Klondike versiegte.

Die Teilung kann nicht in 25 Jahren Geschichte sein, dazu waren die Entwicklungen der beiden Staaten zu gegensätzlich.
Die ab 1990 erfolgte komplette kompromißlose Eingemeindung, das Überstülpen eines fremden Rechts- Sozial,- und Wirtschaftssystems
ohne Möglichkeiten, hier mitbestimmen zu können, hat wenig zur Einheit beigetragen, im Gegenteil, es erzeugte Ablehnung.
Ich habe damals als selbständiger Handwerker am eigenen Leibe erfahren, was an Schwierigkeiten, Problemen, Zwangs-Mitgliedschaften
und auch Nachteilen notgedrungen akzeptiert werden mußten. Das war meiner Dankbarkeit in Punkto Einheit wenig zuträglich.
Bürokratie und Bevormundung konnte meine Zustimmung nicht finden, ich hatte es mir anders erhofft.

Die Chance für ein wirklich geeintes Land wurde vertan, die Bürger im Osten durften nicht entscheiden, nur wählen zwischen Pest und
Cholera, voller Eyphorie, aber ohne tiefere Erfahrungen mit diesen neuen Parteien, die ja uneingeschränkt von westlicher Seite
gesteuert wurden. Sie mußten das glauben, was man ihnen erzählte, versprach, vorgaukelte, der Macht wegen.
Oder Politiker wurden gleich direkt im Osten in die Ämter eingestellt.

War es wirklich das, was wir im Osten wollten ? Sollte die Einheit so aussehen ? Meine nicht !


.
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der 39., SEG15D, rasselbock und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#371

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2015 14:04
von Gert | 14.262 Beiträge | 7992 Punkte
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Zitat von Heckenhaus im Beitrag #370

Zitat
An einer übertriebenen Demonstration von Selbstbewußtsein, was schon ab und an arrogant und nicht mehr wohlerzogen
rüberkam
.



also das was du als übertriebenes Selbstbewusstsein bezeichnest, war unter uns der Normalfall. Wenn ich den Osten besuchte, fiel mir auf der anderen Seite eine unnatürliche Unterwürfigkeit der DDR Bürger auf. Man kann das sowohl verbal erkenne ( Typisches Fragewort in Geschäften hamse das und das... , als auch nonverbal an der Körperhaltung. Vielleicht ist es das Gefälle, was man aus diesen beiden Polen herauslesen kann, dass dich zu dieser Erkenntnis brachte, die Westdeutschen wären arrogant. Ich sah dazu keine Veranlassung bei Besuchsreisen.
Ich möchte mal ein Beispiel aus eigenem Erleben bringen : anlässlich eines Besuches in Thüringen hatte ich meine Eltern zu einer Ausflugstour eingeladen. Wir besuchten mittags in Eisenach ein Restaurant um zu essen. Die Kellnerin, die uns bediente, brachte einen grottenschlechten Service. Das war ich nun gar nicht gewöhnt. Nach einer Weile sagte ich ihr das und gab ihr den Rat, wenn ihr diese Tätigkeit keinen Spass macht, soltle sie sich doch einen anderen Beruf wählen und uns nicht den Tag verderben. Das ganze in einer freundlichen aber bestimmten Tonlage.
Meine Mutter war kurz vor der Schnappatmung, die Kellnerin verstand mich aber und arbeitete den Rest der Vorstellung in einem freundlichen und zuvorkommenden Servicemodus. Ich dachte, geht doch. Meine Mutter sagte hinterher, das hätte sich ein DDR Bürger nie erlaubt. Nun wie auch immer, es war angebracht ihr das zu sagen.


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#372

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2015 15:40
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Ja, Gert, irgendwo haben wir beide unsere Erfahrungen.
Für den Westbürger war alles selbstverständlich, weil es eben immer so war, wie es verlangt wurde.
Das kam natürlich im Lande der Frager und Bittsteller nicht so gut an.

Anders herum schien dieses selbstbewußte Auftreten der Westgeborenen dem östlichen Gegenüber oft arrogant und
selbstherrlich, weil viele Menschen das nicht kannten. Eine Fehlinterpretation, meistens jedenfalls.

Es gab und gibt auch noch die berühmten Ausnahmen, die am liebsten getragen werden wollen, zum Nulltarif.
Das war aber nicht der Normalfall.

Dieses "hamse" habe ich mir in den 70-ern abgewöhnt. Bin dann immer rein in die Geschäfte meiner Begierde und habe
dieses oder jenes verlangt, ohne jede Umschweife. Und siehe da, sehr oft bekam ich meinen Wunsch sogar erfült, nachdem
sich das Verkaufspersonal unsicher fragend selbst angeschaut hat.
Habe auf diese Weise eine Nähmaschine bekommen, diesen zusammenklappbaren Kindersportwagen, einen Farbfernseher.....


.
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Gert und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#373

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2015 18:55
von 1941ziger | 2.018 Beiträge | 6460 Punkte
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Das selbstbewußte Auftreten mancher eingeborenen Zeitgenossen hier hatte aber sehr schnell ein Ende , immer dann
wen er merkte ....mein Gegenüber ist nicht auf der Wurstbrühe her geschwommen.
Die Herren von der Berufsgenossenschaft haben sich sehr schnell einen vernünftigen Ton angewöhnt, ebenso
die Vertreter der Werkzeugfirmen. Als es im Thema konkret wurde haben sie schnell gemerkt das der Ossi nicht
so unwissend ist wie man glaubte.
Ich kann mich noch an den irritierten Blick des Vertreters der FA.Walter erinnern als ich ihn einließ und er zum
Meister wollte. Wir gingen also durch die Firma in mein Büro, dort sagte ich Ihm er solle jetzt sein Anliegen vorbringen,
ja den Meister wolle er..........der steht vor Ihnen war meine Antwort in sächsisch (ich konnte damals noch nicht anders).
...er braucht einen Stuhl.

Nach der Lernphase haben wir alle sehr gut zusammen gearbeitet.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#374

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2015 22:23
von Gert | 14.262 Beiträge | 7992 Punkte
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Zitat von 1941ziger im Beitrag #373
Das selbstbewußte Auftreten mancher eingeborenen Zeitgenossen hier hatte aber sehr schnell ein Ende , immer dann
wen er merkte ....mein Gegenüber ist nicht auf der Wurstbrühe her geschwommen.
Die Herren von der Berufsgenossenschaft haben sich sehr schnell einen vernünftigen Ton angewöhnt, ebenso
die Vertreter der Werkzeugfirmen. Als es im Thema konkret wurde haben sie schnell gemerkt das der Ossi nicht
so unwissend ist wie man glaubte.
Ich kann mich noch an den irritierten Blick des Vertreters der FA.Walter erinnern als ich ihn einließ und er zum
Meister wollte. Wir gingen also durch die Firma in mein Büro, dort sagte ich Ihm er solle jetzt sein Anliegen vorbringen,
ja den Meister wolle er..........der steht vor Ihnen war meine Antwort in sächsisch (ich konnte damals noch nicht anders).
...er braucht einen Stuhl.

Nach der Lernphase haben wir alle sehr gut zusammen gearbeitet.


Wo hast du denn den Schmarrn her ? Ich lebe nun 50 Jahre auf dem Gebiet, dass ihr damals den Westen nanntet. Ich habe nie einen hiesigen Eingeborenen gehört , der den Ostdeutschen Kollegen kein Wissen oder ein geringes Wissen unterstellte / bescheinigte. Das Gegenteil habe ich öfters gehört von dem Talent in den maroden Fabriken und Werkstätten zu improvisieren , was das Zeug hergab.
Ich habe auch hier festgestellt, was ich für eine gute Grundausbildung erworben hatte und mitbrachte, erstens meine 3-jährige Lehre in der DDR incl. Berufsschule und während der Lehre auf der Abendschule den 10 Klassenabschluss nachgeholt. (musste leider diese harte Tour machen, weil mir die SED Bastarde ein Bildungsverbot für Tagesschulen gegen mich aussprachen) Als ich in Düsseldorf auf der kaufm. Berufsschule war, wo ich meine westdeutsche Ausbildung zum Kaufmann machte, haben mir die Lehrer eine sehr gute Schulbildung bescheinigt. Sie waren überrascht wie gut ich im Vergleich zu meinen Düsseldorfer Mitschülern vorgebildet war


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#375

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 28.02.2015 22:36
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Zitat von Gert im Beitrag #374
... mir die SED Bastarde ein Bildungsverbot für Tagesschulen gegen mich aussprachen ...
Wie wurde 'das Verbot' denn ausgesprochen, hä?
Oder reichten Deine Leistungen einfach nicht zur mittleren Reife im ersten Anlauf?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 28.02.2015 22:37 | nach oben springen

#376

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.03.2015 09:04
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Zitat von 94 im Beitrag #375
Zitat von Gert im Beitrag #374
... mir die SED Bastarde ein Bildungsverbot für Tagesschulen gegen mich aussprachen ...
Wie wurde 'das Verbot' denn ausgesprochen, hä?
Oder reichten Deine Leistungen einfach nicht zur mittleren Reife im ersten Anlauf?

@94
nun, das Verbot wurde kurz vor Ende des 8. Schuljahrs ausgesprochen, für mich war es weder möglich eine 10 klassige Mittelschule wie das damals hiess noch die 12 klassige Oberschule zu besuchen. Mein Notendurschnitt war ziemlich genau 2, also Prädikat "gut".Wenn du diesen Schnitt für nicht ausreichend hältst für eine weitere Schulbildung, dann war die Entscheidung der Lehrer wohl richtig.
Ich habe vom 14. - 17. Lebensjahr eine Lehre gemacht und bin abends noch zur Volkshochschule um den 10 klassigen Mittelschulabschluss ( inzwischen hiess das 10 klassige polytechnische Oberschule )nachzuholen. Lehre ebenfalls mit Prädikat "gut" abgeschlossen, in der Abendschule bin ich etwas abgesackt auf einen Durschnitt von 2,5. So hatte ich mit 17 beides in der Tasche. Abendschule Gymnasium hat dann meine Energie nicht mehr gereicht, vor allem als ich im Westen war, musste ich meinen Lebensunterhalt verdienen. Da war Ende der Fahnestange


zuletzt bearbeitet 01.03.2015 09:04 | nach oben springen

#377

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.03.2015 11:02
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Zitat von Gert im Beitrag #374


Wo hast du denn den Schmarrn her ? Ich lebe nun 50 Jahre auf dem Gebiet, dass ihr damals den Westen nanntet. Ich habe nie ..........


Hast Du schon mal im Südwesten gearbeitet......, du wirst staunen wie von sich überzeugt hier die Eingeborenen sind.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#378

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.03.2015 13:40
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Zitat von 1941ziger im Beitrag #377
Zitat von Gert im Beitrag #374


Wo hast du denn den Schmarrn her ? Ich lebe nun 50 Jahre auf dem Gebiet, dass ihr damals den Westen nanntet. Ich habe nie ..........


Hast Du schon mal im Südwesten gearbeitet......, du wirst staunen wie von sich überzeugt hier die Eingeborenen sind.

Die können ja nicht mal deutsch sprechen, wie ich in einer Fernsehwerbung gehört habe


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#379

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.03.2015 14:14
von Uleu | 584 Beiträge | 250 Punkte
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Anfang der 90iger stand ein Satz an der Klotür im Bahnhof Friedrichstrasse Berlin, der mit einem Grinsen weiterverbreitet wurde :

" Hakle feucht und Büchsenbier - Helmut Kohl, wir danken dir ! "

Kurz und treffend


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#380

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 01.03.2015 14:28
von Marder | 1.874 Beiträge | 2838 Punkte
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Da kann man mal sehen, mit wie wenig Menschen glücklich gemacht werden können, wenn man nur will.
So gesehen hätten wir die deutsche Einheit deutlich billiger haben können.
Mit freundlichen Grüßen Marder
Ps.nen paar Lkw mit Klopapier und Dosenbier wäre immer drin gewesen. Man hat eben nicht gewusst was wirklich gefehlt hat. Davon hat der Schalk Kolo... nie was gesagt.


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.


Gert und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.03.2015 17:02 | nach oben springen



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