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#21

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 19:53
von Gelöschtes Mitglied
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@Steffen , da sind wir beide wohl einer Meinung ,
"Ab dem 1. Januar 2015 gilt der gesetzliche Mindeststundenlohn von brutto 8,50 flächendeckend in Ost und West gleichermaßen, ohne dass irgendeine Branche ausgenommen wird"
So müsste es auch für viele genannte Themen heißen. ratata


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#22

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 20:07
von Gelöschtes Mitglied
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Es liegt auch an das gegenseitige miteinander Reden und es zu versuchen den Anderen(egal von welcher Seite) zu verstehen! Was ich eigentlich mit Jeden mache mit dem ich ins Gespräch komme! Damit bin ich immer gut gefahren!
Grüsse steffen52


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#23

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 20:21
von damals wars (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #4
warum die Teilung Deutschlands noch nicht überwunden ist?
für mich eine einfache Erklärung,
solange das gequake von Ossis und Wessis nicht aufhört,
ach ja,in Berlin soll es noch Wespen,
herzlich Willkommen in unserer Runde
Lutze

Solange die Politik die Menschen in Ost und West unterscheidet,solange bleibt die Teilung erhalten!


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#24

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 20:28
von Gelöschtes Mitglied
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Kurzes Statement zum Thema, wer legt eigentlich öffentlich fest, ob inzwischen die Teilung überwunden wurde...?
Mein Eindruck ist eher, dass es mittlerweile eher einigende Merkmale gibt, als trennende, die ich auch nicht ignorieren will!
Deutschland ist ein Land von Regionen verschiedenster Art, und regionale Unterschiede wird es immer geben, gottlob!
Was in unseren Köpfen als Zeitzeugen herumgeistert, und was wir daraus machen, ist das Problem unserer Generation!

Insgesamt bin ich zum Thema eher optimistisch, als sonst etwas...

Die Pessimistenfahne tragen im Lande andere Leute... daran sollte man immer denken!

VG Klaus


Hapedi, Lutze, exgakl, ABV und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 20:35
von Hapedi | 2.652 Beiträge | 5108 Punkte
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Zitat von exgakl im Beitrag #19
Steffen vielleicht sollte man bei dem Thema das Geld auch einfach mal zweitrangig betrachten... irgendwie wird heute sofort angefangen alles in Geld aufzurechnen, es ist wichtig, aber es kann nicht alles sein.

VG exgakl




aber Geld regiert die Welt und der Pastor seine Köchin

gruß Hapedi


Mein Profil ist nach besten Wissen und Gewissen erstellt . Ehrlich


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#26

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 21:12
von Ari@D187 | 2.181 Beiträge | 551 Punkte
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Hmm, die Teilung wird dann überwunden sein, wenn aus dem mitteldeutschen Rundfunk der ostdeutsche Rundfunk geworden ist.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#27

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 21:24
von Kurt (gelöscht)
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Zitat von Ari@D187 im Beitrag #26
Hmm, die Teilung wird dann überwunden sein, wenn aus dem mitteldeutschen Rundfunk der ostdeutsche Rundfunk geworden ist.

Ari


Hallo Ari,

Der "ORB", bei uns in Brandenburg, ist doch gerade erst abgeschafft worden.
War das dann ein Rückschritt?

Gruß,

Kurt


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#28

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 21:27
von Rainman2 | 5.851 Beiträge | 811 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #2
... Grundsätzlich muss man aber bei einem sochen Thema erst mal klären, was ist unter "Einheit" zu verstehen, diesen Begriff würde ich erstmal versuchen zu definieren. ...

Genauso sehe ich das auch, Barbara,

wobei man im Sinne der Fragestellung wohl eher die Frage stellen sollte, was als Kriterien für die Teilung aufgefasst wird. Genau das würde die Antwort auf die oben gestellte Frage überhaupt ermöglichen. Ich denke aber, dass es in der Fragestellung zunächst durchaus den Raum gibt, eben diese Kriterien herauszufiltern und dann erst die Suche nach dem konkreten Warum zu beginnen. Denn eine allgemeingültige Formel kann es nicht geben. Es wurde hier schon versucht, auf die Ebene einzelner Biografien zu gehen, was ich aus Sicht meiner Erwartungshaltung an das Forum und die Diskussionen hier als sehr löblich empfinde, was aber im Sinne der Fragestellung zunächst eher verwirrend wirken könnte.

Worauf will ich mit meinem allgemeinen Geschwafel hinaus? Es gibt nach meiner Auffassung zwei grundsätzlich zu betrachtende Treiber für die Unterschiede nach der Teilung: Die Entwicklung der Kulturen beider deutscher Staaten während der Teilung und die Entwicklung des Kapitals auf beiden Territorien nach Beendigung der Teilung.

Zur Entwicklung der Kulturen: Hier stehen wir vor einen Riesendilemma. Natürlich kann man in den Lebenswelten der Menschen, ihrem Tun, ihrer Kommunikation, in grundsätzlichen gesellschaftlichen und auch politischen Haltungen etc. grundlegende Entwicklungsstränge untersuchen und diese der Fragestellung nach den Ursachen der immer noch herrschenden Teilung einverleiben. Das Problem ist aber hier, dass es die Unterschiede in der Kultur auf den Territorien schon weit vor der Teilung gab. Welche Tendenzen haben sich nun warum stärker ausgeprägt? Ist z.B. das viel gepriesene Gemeinschaftsdenken in der DDR, der Kollektivgeist, die nachbarschaftliche Hilfe und ähnliches vielleicht nur darauf zurückzuführen, dass die Sachsen mit ihrer Gemütlichkeit und Kommunikativität (sorry, mir fällt gerade kein besseres Wort dafür ein) hier einen erheblichen Beitrag geleistet haben, der über ihren großen Anteil an der Gesamtbevölkerung und ihr penetrant deutlich wahrnehmbares Wesen die Kultur in der DDR stark prägte? Nein, nein, ich erwarte keine Antwort auf die Frage. Ich will mit dieser eher flapsigen Provokation erst einmal nur das Problem in seiner grundsätzlichen Dimension benennen. Es ist für mich schon erstaunlich, dass Fragen der Kultur im Ost-West-Vergleich zählen, bei denen ein Nord-Süd-Vergleich der alten Bundesländer ähnlich ausfallen würde. Was zählt da also als teilend? Im übrigen zähle ich die Entwicklungen der politischen Haltungen auch zur Kultur. Eine reine politische Teilung kann schnell überwunden werden. Aber die bereits mit der kindlichen Erziehung (und ich meine damit nicht eine propagandistische, sondern die faktische Erziehung in all ihren Facetten) angelegten Gewohnheiten zu betrachten und zu werten, die sind nicht mit Federstrich oder ein paar Lehrstunden auf den Bänken der Bundeszentrale für politische Bildung zu überwinden. Aber, und da schließe ich den Bogen des Absatzes: Wo fing diese Entwicklung an und welche Einflüsse hatte die gesamte vorangegangene Geschichte des Kulturraumes Ostdeutschland (im Sinne des Territoriums der Verblichenen).

Das führt mich nicht so richtig weiter oder nur von Hölzchen auf Stöckchen. Also nehme ich mir ein anderes Feld vor: Die Entwicklung des Kapitals auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ab 1990.

Ich nehme das Jahr 1990, da hier die wesentlichen politischen Weichenstellungen, u.a. mit dem Einigungsvertrag, anzusiedeln sind. In diesem Vertrag steckt einer der Schlüssel, für viele Unterschiede (ich spreche hier bewusst nicht von Teilung) zwischen West und Ost. Während sich im Westen tradierte Strukturen, die sich zum Teil schon im 19. Jahrhundert etabliert hatten, in Funktion waren, wurde für einen ganzen neuen Wirtschaftsraum z.B. mit der Entscheidung "Rückgabe vor Entschädigung" eine vollkommen neue Voraussetzung zur Kapitalentwicklung geschaffen. Die Zeit ab 1990 stellt eine Mischung aus Aufbruchstimmung/Goldgräberzeit und Stunde der Spekulanten/Abenteurer dar. Während mit den Milliarden aus den öffentlichen Haushalten mehr oder wenig planmäßig die Probleme aus der maroden Infrastruktur angegangen wurden, zog in der Wirtschaftsentwicklung eine für deutsche Verhältnisse lange nicht oder eigentlich in dieser Dimension noch nie erlebte Anarchie ein. Funktionierende Kapitaleinheiten wurde durch lange Besitzstreitigkeiten gelähmt. Auf der anderen Seite versuchten Abenteurer und Spekulanten eine schnelle Mark zu machen. Es gab auch wiederum sehr intelligente Ansätze, langfristige Strukturen zu schaffen, die auf lange Sicht Standortvorteile sicherten. Kurz und gut, es gab so ziemlich alles, was eine Gründerzeit mit sich bringen konnte. Es gab sie aber nicht in einem neu geschaffenen Raum, sondern in einem Wirtschaftsraum, der diese Form der Anarchie nicht gewohnt war. Die Erschütterung für die Kultur war mächtig. Es wuchs nicht, wie in anderen Gründerzeiten, eine neue Kapitalklasse heran, sondern mächtige Kapitaleinheiten griffen nach den sich bietenden Möglichkeiten (neben Spekulanten, zum Teil aber auch selbst als Spekulanten), sie führten auf dem Rücken einer ganzen Region Verteilungs- und Existenzkämpfe. Mal griff die Politik ein, mal war sie ohnmächtig und durch eigene Gesetze gelähmt. Die Sichtweise, die Ursachen für diese Entwicklung rein nur in der maroden Wirtschaft der DDR zu suchen, greift nicht nur zu kurz, sie übersieht schlicht und ergreifend die Triebkräfte der Entwicklungen in oder besser gesagt für Ostdeutschland ab 1989/1990.

Die Nachwirkungen spüren wir bis heute und werden sie noch über eine lange Zeit spüren. Da sind zum einen die sich aus dieser Situation abgeleiteten kulturellen Entwicklungen. Zum anderen haben wir es heute im gesamten Deutschland mit einer Etablierung neuer Kapitalstrukturen zu tun. Die tradierten westdeutschen Strukturen sind schon lange im Wandel. Für Ostdeutschland wird hier wieder die Abgrenzung schwer, ob das was heute und in naher Zukunft passiert, nun noch ein Ergebnis der anarchischen Kapitalentwicklung ab 1990, oder bereits das Ergebnis der sich international verändernden Struktur des Kapitals ist. Und wir sind wieder bei der Frage: Was ist das Trennende?

Rein persönlich ist mir das alles schnurz. Ich bin in ganz Deutschland unterwegs, schule und berate Leute, die mir vor 25 Jahren noch die westliche Welt hätten erklären können oder gar müssen. Heute helfe ich ihnen ein Stück durch ihre zum Teil im Dahinschwinden begriffene alte Welt. Ich weiß, wo ich herkomme, was ich gemacht habe und ich lerne, wie ich mich Tag für Tag damit neu auseinandersetzen kann. zur Überwindung der Teilung wurde das richtige Wort zur richtigen Zeit gesprochen, dessen Dimension aber bis heute nicht so richtig begriffen. Willy Brandt sagte sehr richtig: "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört". Zusammenwachsen meint einen evolutionären Prozess. Das meint nicht, auf den Amboss legen und zusammenschmieden, das meint nicht, zusammenkneten oder zusammenkleben. Und hier wachsen zwei unterschiedlich gewordene Gewebe zusammen, wie zwei Hautpartien, die unterschiedlichen Faktoren ausgesetzt waren. Es geht nicht nur um eine Narbe. Damit die beiden Gebilde wieder gleich aussehen muss eine Art geschichtlicher Erosion stattfinden. Aber warum eigentlich? Versucht man etwa die Bochumer und Düsseldorfer zu vereinen? Ich hoffe auf die bleibende Vielfalt. Nur das schafft wirklich Leben in der Bude!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


GTKarl, Udo und GKUS64 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.10.2014 21:34 | nach oben springen

#29

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 22:01
von Barbara (gelöscht)
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So Sarah, jetzt formulierst du mal den Beitrag von dem Rainman2 vorher in deine Worte um und ich garantiere die eine glatte 1 in der Facharbeit :-)

-----------------------------------------

Danke Rainman, wie immer eine blendende Analyse.

Zusammenwachsen meint einen evolutionären Prozess. Das meint nicht, auf den Amboss legen und zusammenschmieden, das meint nicht, zusammenkneten oder zusammenkleben. Und hier wachsen zwei unterschiedlich gewordene Gewebe zusammen, wie zwei Hautpartien, die unterschiedlichen Faktoren ausgesetzt waren. Es geht nicht nur um eine Narbe. Damit die beiden Gebilde wieder gleich aussehen muss eine Art geschichtlicher Erosion stattfinden. Aber warum eigentlich? Versucht man etwa die Bochumer und Düsseldorfer zu vereinen? Ich hoffe auf die bleibende Vielfalt. Nur das schafft wirklich Leben in der Bude!

Ja, ja und nochmals ja!

Einheit bedeutet weder gleich sein zu müssen oder zu sollen, noch gleicher Meinung sein zu müssen oder sollen.

Einheit bedeutet sich einig zu sein, diese geteilte Geschichte miteinander zu haben - Einheit bedeutet Miteinander - weiter machen in der Geschichte.

Da gibt es noch etwas zu tun, ich weiß, dass es ein bisschen zuviel "Amboss" gab in den Zeiten der Wende.
.


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.10.2014 22:02 | nach oben springen

#30

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 22:31
von DoreHolm | 9.323 Beiträge | 8635 Punkte
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Hallo Sarah, meine Willkommensgrüße auch hier. Ich wollte, mein Sohn würde sich so für die jüngste deutsche Geschichte interessieren wie Du. Er wurde am 09.11.1990 geboren.
Du wirst hier, wenn Du die User und ihre Ansichten zu den einzelnen Themen etwas besser kennst, nahezu das gesamte Spektrum, was die politischen Ansichten und ihre Erfahrungen mit der DDR und dem vereinigten Deutschland betrifft, wiederfinden. Außer, zumindest hat sich noch keiner als solcher zu erkennen gegeben, aus dem links- oder rechtsaußen angesiedelten Kreis. Obwohl es , leider, auch User gibt, die einen User
der politisch anderen Seite schnell mal in eine extreme Schublade stecken, nur weil er in der DDR eine politische Funktion oder militärische Stellung hatte, dazu steht und einiges aus der DDR als besser geregelt im Gesamtbevölkerungsinteresse ansieht. Aber das wirst Du auch kennen. Jetzt nicht mehr so sehr, aber es gab Zeiten, da wurde jeder ehem. DDR-Bürger, der gute Sachen der DDR verteidigt hat, ganz schnell zum Betonkopf und Kommunisten abgestempelt. Da war Rückgrat gefragt, was sich nicht jeder in Anbetracht seines wackeligen Arbeitsplatzes leisten konnte. Auch ein Ausdruck von "angewandter" Demokratie, wie für die die Demonstranten in Leipzig im Oktober 1989 nicht auf die Straße gegangen sind.
Selbst war ich zur Wende 52. Hatte das Glück, im "richtigen" Betrieb zu arbeiten und bis zu meiner Verrentung 2009 als Außendienstmitarbeiter für eine Pirmasenser Firma zu arbeiten. Obwohl ich als sog. "rote Socke" wegen meiner (ehrenamtlichen) Funktion in der DDR galt, hatte ich damit weder bei meinem westdeutschen Arbeitgeber (der scheidende GF äußerte sich einmal so, daß er davon ausgeht, daß die Belegschaft geschlossen CDU wählt. Zum Glück konnte er sich nicht hinter jeden Wähler stellen, aber das war schon eine Anmaßung) noch bei meinen westdeutschen Kunden ein Problem. Auch nicht, wenn ich nach einigen Jahren im Kollegenkreis offen sagte, daß ich Grenzer war. Andere Erlebnisse waren mehr die Ausnahmen, auch was die fachlichen Fähigkeiten eines ostdeutschen Technikers betrifft. Da hatte ich ein einprägendes Erlebnis mit einem ostdeutschen Betrieb (mußm 90/91 gewesen sein), der mich erst dann akzeptierte, als ihm mein westdeutscher Kollege bei einem erneuten Besuch klar machte, daß ich alles richtig gemacht hatte. Ja, das wird kein Einzelfall gewesen sein und viele vor allem Behördenmitarbeiter gingen erst mal davon aus, daß die Helfer aus dem Westen, überhaupt alle Fachleute von drüber, per se erst mal mehr Ahnung vom Fachgebiet haben als ihr ostdeutscher Kollege, nun in die zweite Reihe verbannt oder ganz rausgeschmissen. Will nicht angeben, aber aus den Aussagen von Leitern, der Chefin und auch meinen persönlichen Erfahrungen kann ich sagen, daß ich sie, die Kollegen (aus meinem Fachbereich) alle in den Sack gesteckt habe. Nur das Gehalt war in den ersten Jahren wie bei einem Anfänger, aber das hatte ich leider erst später über drei Ecken erfahren. Das Selbstvertrauen war eben, wie bei vielen Ostdeutschen in den Anfangsjahren auch, nicht so ausgeprägt. Kennst Du den Witz, warum das ABI in den Altbundesländern 13 Jahre dauert und nicht 12 wie im Osten ? Ein Jahr davon ist Schauspielunterricht und das mußten wir erst lernen, unsere Fähigkeiten auch richtig darzustellen und zu verkaufen.
Um noch einmal auf Deine Ausgangsfrage zurückzukommen. Ich habe mitunter gestaunt, wie viel meiner westdeutschen Kollegen ihre Wurzeln im Osten haben. Entweder als Kinder damals übergesiedelt oder die Eltern stammen irgendwo aus dem Osten. Die Eltern meiner Chefin stammten ausThüringen und ihr Bruder lebt noch dort. Dieser Trend wird zunehmen, denn ich schätze, daß mind. 1 Mio Bürger aus Ostdeutschland inzwischen arbeitsbedingt ihre Arbeitsstelle und ihren Wohnsitz in den Altbundesländern haben. Fast so etwas wie eine kleine Völkerwandern mit intensiver Vermischung. Nicht ganz so viel, aber doch eine beachtliche Zahl Westdeutscher wohnen dauerhaft in Ostdeutschland. Ehen Ost/West werden geschlossen. Kinder werden von Westdeutschen im Osten und umgekehrt geboren. Als was fühlt sich ein Jugendlicher, der z.B. in Hamburg, Koblenz oder Rosenheim als Kind von Eltern geboren wurde, die in den 90ern von Ost nach West umgesiedelt sind ? trotz Angleichung sehe ich aber trotzdem noch mindestens zwei Generationen als notwendig an, bis Ost- und Westdeutsche übereinander nur noch frotzeln wie es z.B. auch zwischen Bayern und Preußen geschieht. Da sorgen, leider, schon einige Eltern dafür, die eine Herabsetzung aller Ostdeutschen für ihr Ego brauchen. Traurige Gestalten, die heute zunehmend nur noch belächelt werden.



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.10.2014 22:37 | nach oben springen

#31

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 22:35
von Schuddelkind | 3.909 Beiträge | 1282 Punkte
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Letztendlich......die Teilung findet wenn überhaupt in den Köpfen statt! Sowohl in Ost als auch West. Aber ich scheiß drauf! Ich unterscheide nur in zwei Sorten Menschen: Arschlöcher und solche, welche gut drauf sind. Und solche Leute finde ich überall über den Globus verteilt, egal wo ich hinkomme. Arschlöcher kann ich nicht ab, also bleiben nur die übrig, die gut drauf sind. Für mich gibt es keine Teilung mehr in Deutschland. Und das finde ich richtig geil!


Intellektuelle spielen Telecaster
DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#32

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 22:36
von Hackel39 | 3.579 Beiträge | 2675 Punkte
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Zitat von Sarah__ im Beitrag #1
Hallo alle zusammen,

Zuerst einmal etwas zu meiner Person:
meine Name ist Sarah und ich komme aus Berlin. Ich bin am 08.10.1990 in Berlin geboren und lebe auch seither hier. Im moment hole ich mein Abitur nach und muss zum Januar eine Facharbeit schreiben in dem Fach Politikwissenschaften.
Ich habe mich für das Thema im Betreff entschieden. Nun brauch ich eure Hilfe.

Warum ist eurer Meinung nach die Teilung Deutschlands auch heute noch nicht vollständig überwunden?

Ich bedanke mich schon im Vorraus für eure Meinungen und An


Ganz einfach, weil die alte BRD nicht auf allen Sektoren des Gemeinwesens den Entwicklungsstand der alten DDR erreicht hatte.
Es hat eine Weile gedauert, bis sich die Erkenntnis durchsetzte, daß die dort drüben auch bloß mit Wasser kochten und kritische Systemfragen durchaus angebracht waren.
Viele Errungenschaften wie den gestzlichen Anspruch auf Kindergartenplätze oder wirklich werthaltige Freifahrtkontingente für Bahnmitarbeiter mußten erst nachträglich wieder erkämpft werden, nachdem sie zuvor selbstverständlich waren.
Ein ganz besonderes Beispiel ist das jahrzehntelange Gezerre um die Vereinigung der beiden großen deutschen Anglerverbände VdSF und DAV, die bis heute auch nur pro forma und extrem widerwillig vollzogen wurde, weil die ostdeutschen Mitglieder erhebliche Einschränkungen ihrer Rechte bei der Ausübung des Angelsports befürchteten.
Während es zu DDR- Zeiten eine uneingeschränkte Freizügigkeit der Gewässernutzung gab (mit Ausnahme von Produktionsgewässern, dort waren Sondergebühren fällig, verboten war das Angeln dort aber auch nicht), muß man heute schon aufpassen, daß man in einem Gewässer des Nachbardorfs nicht bereits an den Ufern eines verbotenen Geländes steht, weil der dort ansässige Verein sein eigenes Süppchen kocht und sich zwecks Mitgliederwerbung Exclusivrechte am ehemals volkseigenem Gewässer erschlichen hat.
Das ist ein Riesenrückschritt in die Kleinstaaterei und nützt niemanden, es ist aber eines der größten und häßlichsten Furunkel der Vereinigungskultur, daß jedem irgendwas gehören muß, damit er etwas darstellen kann, ob das nun Körperschaften oder Privatpersonen sind. Anderswo balgt man sich sogar um die Uferbegehung von Gewässern, die jahrhundertelang alle nutzen durften, weil Grundstücksbesitzer ihr Anwesen aufwerten wollen und dabei über Leichen gehen würden, das geht weiter über die Verbote von Spielplätzen durch Leute, deren Kinder schon groß sind, der Aufstellung von Windrädern durch genervte Vorruheständler denen die Versorgungsperspektiven der eigenen Enkel schnurzegal sind und dem Überflugverbot von Flugzeugen durch Initiatoren, die selber Fernreiseweltmeister sind.
Solche Vorgänge wären in der DDR unvorstellbar, ebenso der Verkauf milliardenschwerer Infrastruktur der Daseinsvorsorge wie Stromnetze, Telefon- oder Bahntrassen, so etwas ist eine Bankrotterklärung der jeweils zuständigen Bundesregierungen, da auch im Nachgang die Überlassung dieser Werte an private Betreiber nur zu Rückschritt und Monopolbildung geführt hat.
Bei solchen Schieflagen wünscht man sich ein Machtwort des Staates, nur ist der eben nicht wirklich unabhängig von der zahlenmäßig kleinen Gruppe von Vermögenden aber genau das macht die Demokratie aus, so wie ich sie verstehe, der Unterordnung von Minderheiten, wenn es um gesamtgesellschaftliche Projekte wie Bildung, Infrastruktur oder Landesverteidigung geht um nur einige zu nennen.
Es gibt sehr viel Trennendes, weil wir auf vielen Sektoren schon mal weiter waren und trotzdem untergebuttert worden sind.
Ich mach hier mal besser nicht weiter, da ich sonst noch vergesse, Dich ebenfalls recht herzlich im Forum zu begrüßen.


AlfredTetzlaff, DoreHolm, Udo, Alfred, passport und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 22:51
von DoreHolm | 9.323 Beiträge | 8635 Punkte
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #32
Zitat von Sarah__ im Beitrag #1
Hallo alle zusammen,

Zuerst einmal etwas zu meiner Person:
meine Name ist Sarah und ich komme aus Berlin. Ich bin am 08.10.1990 in Berlin geboren und lebe auch seither hier. Im moment hole ich mein Abitur nach und muss zum Januar eine Facharbeit schreiben in dem Fach Politikwissenschaften.
Ich habe mich für das Thema im Betreff entschieden. Nun brauch ich eure Hilfe.

Warum ist eurer Meinung nach die Teilung Deutschlands auch heute noch nicht vollständig überwunden?

Ich bedanke mich schon im Vorraus für eure Meinungen und An


Ganz einfach, weil die alte BRD nicht auf allen Sektoren des Gemeinwesens den Entwicklungsstand der alten DDR erreicht hatte.
Es hat eine Weile gedauert, bis sich die Erkenntnis durchsetzte, daß die dort drüben auch bloß mit Wasser kochten und kritische Systemfragen durchaus angebracht waren.
Viele Errungenschaften wie den gestzlichen Anspruch auf Kindergartenplätze oder wirklich werthaltige Freifahrtkontingente für Bahnmitarbeiter mußten erst nachträglich wieder erkämpft werden, nachdem sie zuvor selbstverständlich waren.
Ein ganz besonderes Beispiel ist das jahrzehntelange Gezerre um die Vereinigung der beiden großen deutschen Anglerverbände VdSF und DAV, die bis heute auch nur pro forma und extrem widerwillig vollzogen wurde, weil die ostdeutschen Mitglieder erhebliche Einschränkungen ihrer Rechte bei der Ausübung des Angelsports befürchteten.
Während es zu DDR- Zeiten eine uneingeschränkte Freizügigkeit der Gewässernutzung gab (mit Ausnahme von Produktionsgewässern, dort waren Sondergebühren fällig, verboten war das Angeln dort aber auch nicht), muß man heute schon aufpassen, daß man in einem Gewässer des Nachbardorfs nicht bereits an den Ufern eines verbotenen Geländes steht, weil der dort ansässige Verein sein eigenes Süppchen kocht und sich zwecks Mitgliederwerbung Exclusivrechte am ehemals volkseigenem Gewässer erschlichen hat.
Das ist ein Riesenrückschritt in die Kleinstaaterei und nützt niemanden, es ist aber eines der größten und häßlichsten Furunkel der Vereinigungskultur, daß jedem irgendwas gehören muß, damit er etwas darstellen kann, ob das nun Körperschaften oder Privatpersonen sind. Anderswo balgt man sich sogar um die Uferbegehung von Gewässern, die jahrhundertelang alle nutzen durften, weil Grundstücksbesitzer ihr Anwesen aufwerten wollen und dabei über Leichen gehen würden, das geht weiter über die Verbote von Spielplätzen durch Leute, deren Kinder schon groß sind, der Aufstellung von Windrädern durch genervte Vorruheständler denen die Versorgungsperspektiven der eigenen Enkel schnurzegal sind und dem Überflugverbot von Flugzeugen durch Initiatoren, die selber Fernreiseweltmeister sind.
Solche Vorgänge wären in der DDR unvorstellbar, ebenso der Verkauf milliardenschwerer Infrastruktur der Daseinsvorsorge wie Stromnetze, Telefon- oder Bahntrassen, so etwas ist eine Bankrotterklärung der jeweils zuständigen Bundesregierungen, da auch im Nachgang die Überlassung dieser Werte an private Betreiber nur zu Rückschritt und Monopolbildung geführt hat.
Bei solchen Schieflagen wünscht man sich ein Machtwort des Staates, nur ist der eben nicht wirklich unabhängig von der zahlenmäßig kleinen Gruppe von Vermögenden aber genau das macht die Demokratie aus, so wie ich sie verstehe, der Unterordnung von Minderheiten, wenn es um gesamtgesellschaftliche Projekte wie Bildung, Infrastruktur oder Landesverteidigung geht um nur einige zu nennen.
Es gibt sehr viel Trennendes, weil wir auf vielen Sektoren schon mal weiter waren und trotzdem untergebuttert worden sind.
Ich mach hier mal besser nicht weiter, da ich sonst noch vergesse, Dich ebenfalls recht herzlich im Forum zu begrüßen.




Hackel, sehr treffend beschrieben. Gerade was den Freizeitbereich betrifft, kennt fast jeder vergleichbare Rückschritte in der Freizügigkeit, um nicht zu sagen Freiheit. Bauplanungen liefen deutlich zügiger ab und es wurde im Gesamtgesellschaftlichen Interesse auch einmal gegen die blockierende Haltung einer kleinen Minderheit entschieden. Die Einen nannten das zügige Realisierung, die Anderen eben Diktatur. Was dem Einen sin Uhl, ist dem Anderen eben die Nachtigall. Daß Vieles in der DDR effektiver geregelt war, wurde erst sehr spät den Politikern klar und aus den kommunalen, finanziellen und sozialen Zwängen heraus wurde das Rad dann ein zweites Mal erfunden (z.B. Polikliniken, Kinderbereuung u.v.m.). Das Rad durfte dann aber bloß nicht genauso heißen, um nicht zugeben zu müssen, daß diese Regelungen aus der DDR mit einigen Ergänzungen und Weglassen des politisch/ideologischen Wurmfortsatzes stammten. Wir aus dem Osten haben´s natürlich gemerkt und darüber meist nur gelacht, wie man aus einer Kopie den großen Wurf konstruierte.



Udo und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 24.10.2014 23:11
von Hackel39 | 3.579 Beiträge | 2675 Punkte
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #33
[quote=Hackel39|p399952][quote=Sarah__|p399690]Hallo alle zusammen,




Hackel, sehr treffend beschrieben. Gerade was den Freizeitbereich betrifft, kennt fast jeder vergleichbare Rückschritte in der Freizügigkeit, um nicht zu sagen Freiheit. Bauplanungen liefen deutlich zügiger ab und es wurde im Gesamtgesellschaftlichen Interesse auch einmal gegen die blockierende Haltung einer kleinen Minderheit entschieden. Die Einen nannten das zügige Realisierung, die Anderen eben Diktatur. Was dem Einen sin Uhl, ist dem Anderen eben die Nachtigall. Daß Vieles in der DDR effektiver geregelt war, wurde erst sehr spät den Politikern klar und aus den kommunalen, finanziellen und sozialen Zwängen heraus wurde das Rad dann ein zweites Mal erfunden (z.B. Polikliniken, Kinderbereuung u.v.m.). Das Rad durfte dann aber bloß nicht genauso heißen, um nicht zugeben zu müssen, daß diese Regelungen aus der DDR mit einigen Ergänzungen und Weglassen des politisch/ideologischen Wurmfortsatzes stammten. Wir aus dem Osten haben´s natürlich gemerkt und darüber meist nur gelacht, wie man aus einer Kopie den großen Wurf konstruierte.



Leider können wir das hier nicht weiter ausbauen, da unsere neue Foristin Sarah dieses schwergewichtige Thema unglücklicherweise an ihre Vorstellung gekoppelt hat, wir können nur konstatieren, daß die Handlungsdemokratie gegenüber der Meinungsdemokratie komplett in die Defensive geraten ist.
Vor kurzem äußerte sich einmal der Initiator zur Verhinderung einer Straßenführung, die ihm zu nahe an seinem Wohnort lag über seine Vorgehensweise indem er einfach irgendwelche geschützte Tierarten dort aussetzte und daraufhin eine Trassenführung erzwang, die um einen zweistelligen mittleren Millionenbetrag teurer war, aber ihn und eine Handvoll jubelnder Fans von dieser Verkehrsbedrohung befreiten.
Auch brütende Großtrappen, die monatelange Baustopps milliardenschwerer Verkehrsprojekte nach sich zogen gehören in die Kategorie Diktatur der Partikularinteressen und das ist genau das Gegenteil von Demokratie.
Die Frechheit genau das uns als solche zu verkaufen zu wollen, verschlägt einen fast die Sprache, genauso wie der Blick auf die Uhr, also soll es für heute erst mal genug sein.


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#35

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2014 00:35
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Schuddelkind!

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #31
Letztendlich......die Teilung findet wenn überhaupt in den Köpfen statt! Sowohl in Ost als auch West. Aber ich scheiß drauf! Ich unterscheide nur in zwei Sorten Menschen: Arschlöcher und solche, welche gut drauf sind. Und solche Leute finde ich überall über den Globus verteilt, egal wo ich hinkomme. Arschlöcher kann ich nicht ab, also bleiben nur die übrig, die gut drauf sind. Für mich gibt es keine Teilung mehr in Deutschland. Und das finde ich richtig geil!

Ich bin eigentlich immer gut drauf, habe aber (wie Du es kennst) reichlich zu bemängeln.
Ich hoffe Du hast doch noch einen "Zwischenstatus" für meines Vaters Sohn.

Schöne Grüße,
Eckhard


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#36

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2014 01:37
von Schuddelkind | 3.909 Beiträge | 1282 Punkte
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Zitat von Antaios im Beitrag #35
Hallo Schuddelkind!

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #31
Letztendlich......die Teilung findet wenn überhaupt in den Köpfen statt! Sowohl in Ost als auch West. Aber ich scheiß drauf! Ich unterscheide nur in zwei Sorten Menschen: Arschlöcher und solche, welche gut drauf sind. Und solche Leute finde ich überall über den Globus verteilt, egal wo ich hinkomme. Arschlöcher kann ich nicht ab, also bleiben nur die übrig, die gut drauf sind. Für mich gibt es keine Teilung mehr in Deutschland. Und das finde ich richtig geil!

Ich bin eigentlich immer gut drauf, habe aber (wie Du es kennst) reichlich zu bemängeln.
Ich hoffe Du hast doch noch einen "Zwischenstatus" für meines Vaters Sohn.

Schöne Grüße,
Eckhard


Ganz klar: Nein! Du fällst ganz klar unter die erste Kategorie.....


Intellektuelle spielen Telecaster
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#37

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2014 06:55
von ABV | 4.344 Beiträge | 1116 Punkte
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Zitat von Sarah__ im Beitrag #1
Hallo alle zusammen,

Zuerst einmal etwas zu meiner Person:
meine Name ist Sarah und ich komme aus Berlin. Ich bin am 08.10.1990 in Berlin geboren und lebe auch seither hier. Im moment hole ich mein Abitur nach und muss zum Januar eine Facharbeit schreiben in dem Fach Politikwissenschaften.
Ich habe mich für das Thema im Betreff entschieden. Nun brauch ich eure Hilfe.

Warum ist eurer Meinung nach die Teilung Deutschlands auch heute noch nicht vollständig überwunden?

Ich bedanke mich schon im Vorraus für eure Meinungen und An


Die DDR und die Bundesrepublik waren nun einmal zwei verschiedene Staaten. Auch wenn die darin lebenden Menschen ein und der selben Nation angehörten. Deutschland hat, was Trennung und Uneinigkeit betrifft, ohnehin eine verdammt lange Tradition. Jahrhundertelang war dieses Deutschland eine Ansammlung von Kleinstaaten. Die in verschiedenen politischen Bündnissen zusammengeschlossen, oftmals gegeneinander Krieg führten.
Im Prinzip waren die Deutschen, in der Zeit nach dem " Dreißigjährigen Krieg", länger getrennt als vereint. Wir müssen das Miteinander erst lernen. Wobei ich ziemlich optimistisch bin, dass die Nachfolgenden Generationen die notwendigen Schlussfolgerungen aus den Fehlern der "Alten" ziehen werden.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#38

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2014 08:25
von furry | 4.750 Beiträge | 6603 Punkte
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Nur ein Aspekt von vielen aus meiner Sicht.
Über die 25 Jahre, die ich als gebürtiger Thüringer nun in Niedersachsen lebe, fällt mir auf, dass es bei manchen Gesprächen mit mir wichtig ist, zu erfahren ob ich in der SED war oder ob ich mit der Schdasi was zu schaffen hatte. Der Mensch ansich, sein Lebensweg und das, was er mal geleistet hat, ist für einige Gesprächspartner völlig nebensächlich. Und mit geleistet meine ich nicht, was er sich vorrangig und z.T. auf Pump sondern was er für die Gesellschaft geleistet hat.
Es saßen nicht alle in der DDR in der Ecke und warteten auf Material oder den Feierabend. Ihnen musste auch nicht das Arbeiten beigebracht werden. Nein, sie hatten und haben noch so einiges auf der Pfanne. Sich auf der Ebene des eigenen Lebensweges austauschen und die Leistungen, die bei verschiedenen staatlichen Bedingungen und materieller Basis erbracht wurden, gegenseitig und ehrlich anzuerkennen, würde uns schnell näherbringen.
Und für Dich zur Auflockerung alles einige Nummer krasser von Dietmar Wischmeyer, der aus dem Landkreis Schaumburg (Nds.).
Quelle: Deutschbuch Die Bekloppten, Dietmar Wischmeyer, ISBN 10: 3-8303-3112-6


Dateianlage:
"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2014 08:33 | nach oben springen

#39

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2014 09:07
von ABV | 4.344 Beiträge | 1116 Punkte
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Das Menschen weniger wegen ihrer Leistungen als nach einer etwaigen früheren Zugehörigkeit zum MfS oder zur SED beurteilt werden, ist kein rein westdeutsches Phänomen. Das findet man in den Neuen Bundesländern genauso. Besonders zu beobachten ist das, wenn sich wieder jemand " mit spezieller Vergangenheit" zur Bürgermeisterwahl stellt. Falls der Mann oder die Frau irgendwann, vor Jahrzehnten mal irgend etwas mit der Stasi zu tun hatte, dann spielen dessen Qualifikationen und Ideen nur noch eine untergeodnete Rolle. Der Bewerber wird dann von den Medien pauschal als wahlunwürdig erklärt. Und dessen Wählerschaft ebenso pauschal " als ewig Gestrige".
Da spielt es auch überhaupt keine Rolle, wie offen der Betreffende mit dem Teil seiner Vergangenheit umgeht. Wobei die am lautesten schreien, nicht selten selbst gehörig " Dreck am Stecken haben."

Gruß an alle
Uwe


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josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Warum ist die Teilung Deutschlands auch im Jahr 2014 noch nicht vollständig überwunden?

in Vorstellung neuer Zeitzeugen im Forum DDR Grenze 25.10.2014 09:56
von DoreHolm | 9.323 Beiträge | 8635 Punkte
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Zitat von ABV im Beitrag #39
Das Menschen weniger wegen ihrer Leistungen als nach einer etwaigen früheren Zugehörigkeit zum MfS oder zur SED beurteilt werden, ist kein rein westdeutsches Phänomen. Das findet man in den Neuen Bundesländern genauso. Besonders zu beobachten ist das, wenn sich wieder jemand " mit spezieller Vergangenheit" zur Bürgermeisterwahl stellt. Falls der Mann oder die Frau irgendwann, vor Jahrzehnten mal irgend etwas mit der Stasi zu tun hatte, dann spielen dessen Qualifikationen und Ideen nur noch eine untergeodnete Rolle. Der Bewerber wird dann von den Medien pauschal als wahlunwürdig erklärt. Und dessen Wählerschaft ebenso pauschal " als ewig Gestrige".
Da spielt es auch überhaupt keine Rolle, wie offen der Betreffende mit dem Teil seiner Vergangenheit umgeht. Wobei die am lautesten schreien, nicht selten selbst gehörig " Dreck am Stecken haben."

Gruß an alle
Uwe


Fairerweise muß man dazu sagen, so meine Erfahrungen, daß es einen westdeutschen Unternehmer zumeist einen Dreck interessiert, was der neue Arbeitnehmer aus Ostdeutschland einmal für Funktionen in der DDR innehatte. Für den zählt dessen fachliche Qualifikation und welchen ökonomischen Nutzen dieser Arbeitnehmer er dem Unternehmen bringt. Daß das einige Oppositionelle als auch diejenigen, die sich schon in der DDR durch eine "ruhige und besonnene" Arbeitsweise auszeichneten, bis heute nicht verstanden aben, ist deren Sache. Wenn ein MfS-Offizier mit technischen Spezialkenntnissen oder SED-Funktionär mit soliden überall anwendbarem fachlichen Wissen in einem Privatunternehmen einen gut bezahlten Job erhält und die Karriereleiter erklimmt, dann hat das rein garnichts mit alten Seilschaften zu tun, wie oft behauptet. Dann ist es der blanke Neid. Einzige Bedingung ist, der Ost-Arbeitnehmer (wie jeder andere eben auch), hat seine politische Überzeugung zumindest soweit am Werktor abzugeben, daß er innerhalb nicht propagandistisch aktiv werden darf.



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2014 09:58 | nach oben springen



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