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#321

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:42
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #314
Das heißt, Ausreise-Antragsteller wurden von ihrem normalen Umfeld u.U. stigmatisiert und damit isoliert? Und Neid - ob materiell oder ideell - war das Motiv dafür? Und private Süppchen wurden auch noch gekocht in einem solchen Zusammenhang? Du lieber Gott....
.


Da wären wir wieder bei der Kirche

In diesem Spannungsfeld lebten nicht wenige Familien mit ihren ganz normalen Problemen im Alltag und ihren Ängsten verbunden mit der Zukunft. Da war eine 14 - jährige, die bleiben wollte, wegen der Freunde. Da war eine Mutter, deren Sohn sich auf seine Einschulung in der Schule um die Ecke gemeinsam mit seinen Freunden aus dem Kindergarten freute. Da war ein Ehepaar, deren Ehe die Belastungen durch das Antragsverfahren nicht stand hielt. Da war auch die Wut oder Angst vor dem nächsten Gang zur Abt. Inneres. Was aber vorgergründig war, war das Mißtrauen - mit wem kann man noch sprechen und mit wem nicht. Wer war "Feind" und wer war Freund?

Und da war dann die Kirche mit ihren Menschen, für manche der letzte Ort des Vertrauens. Wo mann natürlich auch nicht immer sicher sein konnte.

LG von der Moskwitschka


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.11.2014 16:43 | nach oben springen

#322

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:43
von schnatterinchen (gelöscht)
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Eines darf man nicht vergessen. Die Antragsteller hatten keinerlei Beratung und waren in ihrem Kampf gegen die Behördenwillkür völlig auf sich allein gestellt und wurden zu dem noch kriminalisiert.


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#323

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:43
von S51 | 3.789 Beiträge | 278 Punkte
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #316
@S51 , darf ich mal genau nachfragen, woher du das weißt. Ich möchte dich nicht anzweifeln, nur damit hätte ich jetzt nicht im Geringsten mit gerechnet.

Ich denke, dass die Gründe wesentlich vielschichtiger sind. Viele werden auch aus Angst, selbst in den 'Genuss' von Repressalien zu kommen, sich von Ausreisewilligen distanziert haben.


Ich war erst Schutzpolizist in einem begrenzten Bereich von Karlshorst, diente in der Revierzweigstelle Waldowallee. Mein Abschnitt war wenig größer als in einer halben Stunde zu Fuß ganz gemütlich zu laufen war. Da kam man mit bestimmten Menschen in seinem Abschnitt einfach sehr viel häufiger zusammen, manchmal auch aneinander als in größeren Revieren. Alles, was am Tage so passierte. Vom falsch gefegten Treppenhaus über ruhestörenden Lärm, diverse Streitigkeiten kam irgendwie auch an mir vorbei. Denn die Truppe war höchst überschaubar. Unser ganzes Revier war kaum mehr als 20 Mann stark. Man war in Uniform bekannt, sowohl bei den Anwohnern aus der Sowjetunion wie den Einheimischen.
Später habe ich in der Revierkriminalstelle gearbeitet. Ein gutes Drittel aller Anzeigen von der geklauten Antenne über Kohlen, Moped, Fahrrad, Fernseher, Auto oder auch diverse (oft weniger...) zweckdienliche Hinweise liefen über meinen Tisch. Ich war an diversen Durchsuchungen eben bei Hehlern beteiligt und in dieser Zeit etwa 100 Festnahmen kommen auf mein Konto. Aus denen einige Haftbefehle wurden...
In dieser Zeit habe ich auch in regelmäßigen Abständen den Kriminaldauerdienst gemeinsam mit einem Kriminaltechniker versehen. Seinerzeit in der Rathausstraße 12 in Berlin-Lichtenberg. Alles, was in dieser Zeit an relevanten Dingen dort im ersten Angriff (so nennt man die Erstarbeit an einem Tat- oder Ereignisort) bearbeitet wurde trägt eben meine Unterschrift. Wenn der Dauerdienst wegen irgendeines Vorganges in einem Haus war, musste man oft einige Zeit einplanen, um überaufmerksame Bürger irgendwie wieder loszuwerden. Und manchmal kam ja auch wirklich etwas, was man im Dienst gut verwenden konnte.


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zuletzt bearbeitet 18.11.2014 16:50 | nach oben springen

#324

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:44
von Grenzverletzerin | 1.193 Beiträge | 66 Punkte
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Zitat von damals wars im Beitrag #320
Nur war Biermann gerade nicht ausreisewillig.

Nein, aber es gab Solidaritätsbekundungen...
Das kannste genauso umdrehen!


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.
[url]http://www.smiliesuche.de/smileys/chemiker/chemiker-smilies-0001.gif[/url]


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#325

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:50
von Rostocker | 8.263 Beiträge | 2339 Punkte
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #322
Eines darf man nicht vergessen. Die Antragsteller hatten keinerlei Beratung und waren in ihrem Kampf gegen die Behördenwillkür völlig auf sich allein gestellt und wurden zu dem noch kriminalisiert.


Schnatter--wir hatten bei uns in der Brigade einen Kollegen. Der hatte einen Ausreiseantrag laufen,wurde auch 1988 statt gegeben.Und er ist mit der Familie in den Westen gegangen..Bis zu seiner Ausreise war er vollwärtiges Mitglied in der Brigade und nahm auch an Brigadefeiern dran teil. Und da war nichts mit kriminalisiert. Mag sein das so was geschehen ist -- aber man sollte nicht alles verallgemeinern.


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 16:51 | nach oben springen

#326

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:54
von damals wars | 14.476 Beiträge | 6700 Punkte
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Ende der achtziger reisten schon so viele aus, dases kaum bekannt wurde, wer einem Ausreiseantrag gestellt hat.
Es sei den, er wollte, das jeder das erfährt und er hatte ein Stück Gardine an der Antenne seines Autos.
Man erfuhr dann, der oder der ist weg. Für ne Stigmatisierung war schlicht keine Zeit.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=4tlhDA1_w2U
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#327

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:55
von Barbara (gelöscht)
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#323

S51, die von dir geschilderten Delikte wurden z.T. auch mit einem Hinweis auf einen Ausreiseantrag des Delinquenten versehen/aufgenommen? Was passierte damit ordnungsbehördlich? Hatte das z.B. Auswirkungen auf den Prozess der Antragstellung?


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#328

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:56
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #326
Ende der achtziger reisten schon so viele aus, dases kaum bekannt wurde, wer einem Ausreiseantrag gestellt hat.
Es sei den, er wollte, das jeder das erfährt und er hatte ein Stück Gardine an der Antenne seines Autos.
Man erfuhr dann, der oder der ist weg. Für ne Stigmatisierung war schlicht keine Zeit.


Aha. Wie sagte Honecker noch im Herbst 1989 sinngemäß Wir weinen keinem eine Träne nach!

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 16:57 | nach oben springen

#329

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 16:57
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Zitat von damals wars im Beitrag #326
Ende der achtziger reisten schon so viele aus, dases kaum bekannt wurde, wer einem Ausreiseantrag gestellt hat.
Es sei den, er wollte, das jeder das erfährt und er hatte ein Stück Gardine an der Antenne seines Autos.
Man erfuhr dann, der oder der ist weg. Für ne Stigmatisierung war schlicht keine Zeit.




Ja aber die DDR bestand ja nicht nur aus "Ende der 80er".



korr Jahreszahl
.


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 17:01 | nach oben springen

#330

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:03
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Nö, umgekehrt war es.
Oft wußte man aus dem Straßenklatsch wer einen Antrag laufen hatte. Dann ließ sich manche Nettigkeit der Umgebung besser einsortieren. In brauchbaren Hinweis oder eben schlichten Knatsch.
Wurde ein Vorgang bearbeitet, bekam man vom ABV oder dem Leiter der RKST, manchmal auch von der K I zu hören, das es sich um einen Antragsteller handelte. Im Vorgang tauchte dies nur auf, wenn es tat- oder ereignisrelevant war. Tatrelevant, weil eine Person sich deswegen so ihr Einkommen aufbesserte. Als pauschales Beispiel. Ereignisrelevant, weil die Schlägerei eben wegen diverser, daraus resultierenden Anfeindungen begann, auch nur ein Beispiel.
Es war eine Information, mehr nicht. Auf den Vorgang hatte es keinen Einfluss. Den hätte mir sonst der Anwalt gegebenenfalls um die Ohren gehauen, die ganze Arbeit wäre für die Katz gewesen.
Für ein Ergebnis war der Schaden, die Ursache, eine Handlung oder Unterlassung und dafür eben das Motiv wichtig. Dazu die Beurteilung, ob dieses Handeln oder Unterlassen einen Tatbestand erfüllte. Ob nun für eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat. Dazu die Begleitumstände des Handelns. Wenn der Umstand, das einer einen Antrag laufen hatte, dafür wichtig war, tauchte es natürlich im Vorgang auf. Ansonsten war es egal.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.11.2014 17:10 | nach oben springen

#331

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:13
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Danke für Deine Offenheit @S51

Bei Straßenklatsch stellen sich mir heute noch die Nackenhaare hoch. Da fing die Stigmatisierung meist an.

LG von der Moskwitschka


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#332

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:28
von Barbara (gelöscht)
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Also ich halte für mich mal fest:

ein Ausreise-Antrag in der DDR war ein ziemlich komplizierter Prozess, über dessen Dauer der Antragsteller (meistens?) nichts wusste, wobei ein Ausreiseantrag prinzipiell seitens des Staates nicht sonderlich gewünscht war und die Ausreisewilligen u.U. staatl. Überwachung unterlagen und u.U. andere, z.B. berufliche Konsequenzen zu tragen hatten. (< solche Infos habe ich Berichten von Betroffenen entnommen).
Zusätzlich, und das war mir neu, waren diese Menschen u.U. der Stigmatisierung durch ihr Umfeld unterworfen.
Alles zusammen ganz schön heftig für ein im Sinne der DDR-Gesetzgebung legales Ansinnen.
.


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#333

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:31
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Ja Barbara, und deshalb ziehe ich auch vor jedem den Hut, der diesen Weg gegangen ist.


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#334

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:34
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Der Mann einer Kollegin wurde wegen versuchter Republikflucht in Naumburg inhaftiert und anschließend freigekauft. Da stand sie nun mit zwei Kindern, die arme Frau. Wenn sie ihren Mann besuchen konnte, fand sich immer ein(e) Kollege(in), der für sie einsprang im Dienst.
In Folge stellte sie einen Antrag auf Familienzusammenführung, was natürlich Partei, in der sie war, und Gewerkschaft versuchten zu torpedieren.
Es war eine fleißige, umsichtige Frau, die in der Brigade ihren Platz hatte und das bis zu ihrem letzten Tag.
Kurz vor Feierabend ihres letzten Tages bekam ich einen Anruf aus der Kaderabteilung, dass sich die Frau am nächsten Morgen sofort dort melden und ich ihr das aber auch erst am nächsten Morgen mitteilen sollte. Zu ihrem Glück konnte ich sie noch erwischen und sagte ihr sinngemäß Auf Wiedersehen und weiterhin alles Gute. Sie sah mich an, ich nickte nur und sie hatte verstanden. So hatte sie ein paar Stunden mehr, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen, denn viel Zeit hätte man ihr am nächsten Tag nicht eingeräumt. Am nächsten Morgen konnte ich sie vor Betreten des Betriebes abfangen. Auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz hätte sie noch duschen und sich umziehen müssen, was für sie vertane zeit gewesen wäre. Dann entschwand sie auf Nimmerwiedersehen Richtung Kaderabteilung. Sie hatte aber noch Zeit sich zu bedanken.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#335

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:55
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Rostocker im Beitrag #325
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #322
Eines darf man nicht vergessen. Die Antragsteller hatten keinerlei Beratung und waren in ihrem Kampf gegen die Behördenwillkür völlig auf sich allein gestellt und wurden zu dem noch kriminalisiert.


Schnatter--wir hatten bei uns in der Brigade einen Kollegen. Der hatte einen Ausreiseantrag laufen,wurde auch 1988 statt gegeben.Und er ist mit der Familie in den Westen gegangen..Bis zu seiner Ausreise war er vollwärtiges Mitglied in der Brigade und nahm auch an Brigadefeiern dran teil. Und da war nichts mit kriminalisiert. Mag sein das so was geschehen ist -- aber man sollte nicht alles verallgemeinern.


Ja Rostocker , die Brigade da fühlte man sich doch noch sicher, war doch sowas wie Familie.Auch wenn es sich später manchmal anders herausstellte.
Da konnte man auch mal einen grenzwertigen Witz reißen, der Parteisekretär hat auch gerne mitgelacht.
Die Kriminalisierung kam woanders her , das weißt du doch.
Manche Antragsteller deren Antrag abgelehnt wurde und die einen neuen Antrag stellten ;sind plötzlich in die Kirche zu den Friedensgebeten gegangen um als Gegner der DDR in Erscheinung zu treten in der Hoffnung der Staat DDR will sie dann schneller los werden.


Regina hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.11.2014 17:58 | nach oben springen

#336

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 17:58
von passport | 2.924 Beiträge | 988 Punkte
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Zitat von Barbara im Beitrag #332
Also ich halte für mich mal fest:

ein Ausreise-Antrag in der DDR war ein ziemlich komplizierter Prozess, über dessen Dauer der Antragsteller (meistens?) nichts wusste, wobei ein Ausreiseantrag prinzipiell seitens des Staates nicht sonderlich gewünscht war und die Ausreisewilligen u.U. staatl. Überwachung unterlagen und u.U. andere, z.B. berufliche Konsequenzen zu tragen hatten. (< solche Infos habe ich Berichten von Betroffenen entnommen).
Zusätzlich, und das war mir neu, waren diese Menschen u.U. der Stigmatisierung durch ihr Umfeld unterworfen.
Alles zusammen ganz schön heftig für ein im Sinne der DDR-Gesetzgebung legales Ansinnen.
.




@Barbara

Ein normaler ASTA unterlag, sofern er nicht gegen andere gesetzlichen § verstieß, keiner staatlichen Überwachung. Wenn ich mich recht erinnere gab es in den 80ziger Jahren alleine in Berlin eine 5-stellige Zahl von AstA. Wer sollte diese Personen kontrollieren !

Extra für @schnatterinchen

Damit sind insbesondere zB. die § 100, 101, 102, 103, 104, 105, 106 und 107 gemeint

[[File:AUSREISESTATISTIK.pdf]]


Berufliche Konsequenzen ergaben sich auf Grund seiner Dienst oder Arbeitsstellung. Das entschied aber immer die zuständige Kaderabteilung des Betriebes.




passport


Dateianlage:


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 19:47 | nach oben springen

#337

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 18:01
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Wann verstieß ein Ausreiseantrag gegen Gesetze der DDR? Was war ein "normaler" Ausreiseantrag. Gab es auch unnormale?
Und was die Arbeitsstellung der Antragsteller anbetrifft hat da nicht nur die Kaderabteilung entschieden.


zuletzt bearbeitet 18.11.2014 18:12 | nach oben springen

#338

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 18:02
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #333
Ja Barbara, und deshalb ziehe ich auch vor jedem den Hut, der diesen Weg gegangen ist.




Ich möchte mal unseren Beiträgen noch hinzufügen:

im Forum wird mitunter, wenn es um sog. "Grenzverletzer" geht, gerne mal eingeworfen: die hätten ja einen Ausreisantrag stellen können.
Wenn man sich vor Augen führt, was das bedeuten konnte, kommt mir ein solcher Hinweis ganz schön oberflächlich vor.

Und: Ich hatte mir vor längerer Zeit mal ein Buch gekauft, in denen Leute, die legal ausgereist war, ihr weiteres Leben in der BRD schilderten. Das waren z.T. alles andere als Jubelarien. Viele saßen mit ihrer ganzen Geschichte zwischen allen Stühlen.

Ich finde es wichtig, die ganze Dimension eines solchen Schrittes zu betrachten, was Menschen auf sich nahmen, was sie durchzustehen hatten und ihnen auch im Nachhinein Respekt zu zollen!

----------------------------------------------------------------

Genug für heute, einen schönen Abend euch allen!
.


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#339

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

in Leben an der Berliner Mauer 18.11.2014 18:03
von Alfred | 7.466 Beiträge | 1951 Punkte
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Obwohl nicht das Thema.

Entscheidungen für Antragsteller waren immer Einzelentscheidungen.

Ich kenne ein Beispiel, da war der Vater General der NVA . Sein Sohn, Arzt stellte einen entsprechenden Antrag. Dem Antrag wurde zugestimmt und der Vater verblieb in seiner Funktion bis zum Herbst 1990.

Hat aber nichts mit dem eigentlichen Thema zu schaffen.



zuletzt bearbeitet 18.11.2014 18:08 | nach oben springen

#340

RE: Bornholmer Straße am 5-11-2014 um 2015 im Ersten

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von Pit 59 | 12.111 Beiträge | 10277 Punkte
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Obwohl nicht das Thema.

Richtig Alfred,aber schon lange nichts mehr mit dem 05.11-2014 um 20.15 Uhr im Ersten zu tun.



Alfred hat sich für diesen Beitrag bedankt
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