Wo ich zur Stunde der "Einheit" war

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03.10.2014 16:42 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2014 08:54)
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#1
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Zu den vielen Menschen, die sich am Abend des 2. Oktober 1990 am ehemaligen Grenzübergang Selmsdorf/Lübeck-Schlutup versammelten, um gemeinsam jenen Augenblick zu erleben, wo unser Deutschland wieder "eins" wird, gehörte auch ich. Mit Freunden war ich dort unterwegs, wo bereits am 9. November 1989 kurz nach 22.30 Uhr die ersten Trabbis,Wartburgs,Ladas usw. gen "Westen" rollten, nachdem Günter Schabowski seine in in die Geschichte eingehenden Worte gesprochen hatte.
Die Deutschlandfahne führten wir mit. Ob sie nun im Winde wehte oder schlaff herunterhing, weil vielleicht kein Lüftchen wehte, vermag ich heute nicht mehr zu sagen. Aber das ist nebensächlich. Viel wichtiger, dass sie dabei war und Teil des schwarz-rot-goldenen Meeres wurde, das unsere Augen liebkoste. Unendlich große Freude herrschte in uns. Der Sekt, den wir uns schmecken ließen, tat gewiss zur ausgelassenen Stimmung bei. Bekanntlich kommt auch der Appetit, wenn man einen "geschnasselt" hat. Mir zog der Duft von gegrillten Hähnchen in die Nase. Ja, zu den Ständen, die "Flüssiges" und "Essbares" anboten, zählte auch ein "Gockel-Wagen". Ich glaube, niemals zuvor ein besseres "halbes Hähnchen" gegessen zu haben. Es war so saftig und gut gewürzt. Gleich nach Verzehr desselben kam mir der Gedanke, unbedingt ein weiteres "Exemplar" mitnehmen zu müssen, um es später zuhause zu genießen. Bis Mitternacht war es noch gut 90 Minuten, aber das hielt mich nicht davon ab, den Kauf eines weiteren "Broilers" zu vollziehen. Ich wollte nicht "Gefahr" laufen, dass später alles ausverkauft sei. Noch ein Sekt und noch ein "Kurzer". Alle wollten einen "ausgeben" und ich sagte nicht "nein". Die Tüte mit dem "Broiler" hatte ich in die sehr große linke Innentasche meiner Lederjacke getan. Es wurde mir sehr warm ums Herz, nicht nur wegen der nun kommenden Sekunde um Mitternacht, die uns Deutschen "vereinte"... Ach, ich war so glücklich in jenen Stunden und Minuten! Die deutsche Nationalhymne, das Meer aus Fahnen, die fröhlichen Gesichter all der vielen Menschen, die mit uns feierten. Liefen nun mehr Tränen (ob nun der Freude oder der Trauer wegen des "verlorenen" Arbeitsplatzes) über mein Gesicht zur mitternächtlichen Stunde - oder mehr Tropfen Fett in meine geliebte Jacke???
Zuhause angekommen, stellte ich fest, dass das halbe Hähnchen derart saftig war, dass es durch die Tüte "gesifft" war. Meine schöne (und teure) Lederjacke.... sie war ruiniert (und ich musste sie "entsorgen").

Nun, daran denke ich noch heute. An den so herrlich duftenden und saftigen Broiler (weniger an den Schaden, der mir entstand).
Am Tag der "Deutschen Einheit" muss es deshalb immer "Hähnchen" geben!


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05.10.2014 12:50 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2014 12:58)
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#2
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@ Krelle , auch ich denke heute noch über die Stunden des Abend am 2 .Oktober 1990 zurück . so um 19 h hatten wir vergebens auf einen Sonderbus zur Einheitsfeier Richtung Weferlingen gewartet
.Er kam aber nicht ,
Also gingen wir nach Haus und sahen uns im Fernsehen die Einheitsfeier vom Brandenburger Tor an.
So gegen Mitternacht schaltete ich das Radio an und wollte noch mal zum Abschluss die Nationalhymne " Auferstanden aus Ruinen "" hören .
Was mich besonders auch heute noch beindruck , waren die letzten Worte im Sender ,glaube TT 64 "
Wir verabschieden uns jetzt von euch Hören der Deutschen Demokratischen Republik . ::::: dann die letzten Worte , des Sprechers ,

"VERGESST BITTE NICHT ;WO IHR HERGEKOMMEN SEID " ratata

Am 3.0ktober 1990 war ich im Rathaus der Stadt Helmstedt ,Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit , hier sah ich gestandene Männer und Frauen , wie sie beim singen des Lied der Deutschen , sich die Tränen aus den Augen wischten . So etwas kann man einfach nicht vergessen .ratata


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05.10.2014 12:57
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#3
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Zur Stunde, in welcher bei Beitritt der einstigen DDR zur Bundesrepublik Deutschland offiziell vollzogen wurde, war ich auf dem Halleschen Marktplatz.

... und ich war mitnichten begeistert.


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05.10.2014 13:33 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2014 13:35)
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#4
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Zitat von ratata im Beitrag #2
@ Krelle , auch ich denke heute noch über die Stunden des Abend am 2 .Oktober 1990 zurück . so um 19 h hatten wir vergebens auf einen Sonderbus zur Einheitsfeier Richtung Weferlingen gewartet
.Er kam aber nicht ,
Also gingen wir nach Haus und sahen uns im Fernsehen die Einheitsfeier vom Brandenburger Tor an.
So gegen Mitternacht schaltete ich das Radio an und wollte noch mal zum Abschluss die Nationalhymne " Auferstanden aus Ruinen "" hören .
Was mich besonders auch heute noch beindruck , waren die letzten Worte im Sender ,glaube TT 64 "
Wir verabschieden uns jetzt von euch Hören der Deutschen Demokratischen Republik . ::::: dann die letzten Worte , des Sprechers ,

"VERGESST BITTE NICHT ;WO IHR HERGEKOMMEN SEID " ratata

Am 3.0ktober 1990 war ich im Rathaus der Stadt Helmstedt ,Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit , hier sah ich gestandene Männer und Frauen , wie sie beim singen des Lied der Deutschen , sich die Tränen aus den Augen wischten . So etwas kann man einfach nicht vergessen .ratata


Gänsehaut und nasse Augen gab es bei der letzten Sendung von Radio Berlin International-RBI.
Gehört ,damals irgendwo in (Süd?)Afrika,fern der Heimat.

https://www.youtube.com/watch?v=TnF0toTW07M

seaman


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05.10.2014 13:41
#5
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Am 2. Oktober 1990 bin ich quer durch die DDR nach Berlin (West) bzw. Ostberlin angereist und befand mich gegen 24:00 Uhr auf dem Platz der Republik in West-Berlin, also auf einem Gebiet was weder zur DDR noch zur Bundesrepublik gehörte. Von einer Sekunde auf die Andere fand ich mich dann in Berlin, der Hauptstadt der Bundesrepublik wieder.

Ari

Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...


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05.10.2014 13:48
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#6
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Hauptstadt wurde es offiziel doch erst später wieder.Die ganzen Eiereien damals im Bundestag um die Hauptstadtfrage-peinlich,wenn man bedenkt,das schon Bei Gründung der BRD im Jahre 1949 gesagt wurde,das nur Berlin die Hauptstadt eines geeinten Deutschlands sein kann.
Im übrigen feierte ich auch am BbT und sah aber auch die Anti-Demo in der Karl-Liebknecht-Straße.Auch so ne peinliche Nummer,wie ich finde.


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05.10.2014 13:58
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#7
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Zur Stunde der Einheit haben wir mit meinen Eltern zusammen mit einem Glas Nordhäuser Doppelkorn angestoßen und mein Vater meinte "Ich hab den Krieg überlebt, 9 Jahre Sibirien und nun auch noch die DDR", den Spruch werde ich nie vergessen.


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05.10.2014 14:09
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#8
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Genau um Mitternacht habe ich meinen kleinen 3 Monate alten Sohn gestillt, der nach seinem Recht schrie. Geboren am 27.Juni 1990 ist er als Wendekind in unsere Familiengeschichte eingegangen.

LG von Moskwitschka


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05.10.2014 15:07
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Im Bett.


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05.10.2014 16:12
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ABV

Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #9
Im Bett.


Da gehören Kinder wohl ja auch hin. Um Mitternacht

Gruß Uwe

05.10.2014 16:32
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#11
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ABV

Ich habe die historische Stunde allein, in meinem Wohnzimmer verbracht. Das war ein Gefühl, dass ich nicht vergessen werde. So als wenn man vor dem Bett einer schon seit langem totkranken, nur von Apparaten künstlich am Leben erhaltenen Person sitzt. Mit dem Wissen das diese Apparaturen Punkt 00:00 Uhr endgültig abgeschaltet werden. Da gehen einem schon so einige Gedanken durch den Kopf. Warum ist es so gekommen? Wie wird es weitergehen? Vor allem beruflich. Ängste, Hoffnungen und Erwartungen. Wobei die Ängste und Vorbehalte zu diesem Zeitpunkt noch überwogen.
Kurz vor 00:00 Uhr bin runter auf die Straße gegangen. Noch als DDR-Bürger. Unten war alles still. Punkt 00:00 Uhr begannen im Ort und ringsherum in den anderen Dörfern die Glocken zu läuten. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, einen ganz besonderen historischen Moment zu erleben. Ängste und Vorbehalte hin oder her.
00.05 Uhr kehrte ich in meine Wohnung zurück. Als Bundesbürger. So etwas verrücktes erlebt man wohl nur einmal im Leben!

Gruß an alle
Uwe

05.10.2014 17:09
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#12
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Zitat von seaman im Beitrag #4
Zitat von ratata im Beitrag #2
@ Krelle , auch ich denke heute noch über die Stunden des Abend am 2 .Oktober 1990 zurück . so um 19 h hatten wir vergebens auf einen Sonderbus zur Einheitsfeier Richtung Weferlingen gewartet
.Er kam aber nicht ,
Also gingen wir nach Haus und sahen uns im Fernsehen die Einheitsfeier vom Brandenburger Tor an.
So gegen Mitternacht schaltete ich das Radio an und wollte noch mal zum Abschluss die Nationalhymne " Auferstanden aus Ruinen "" hören .
Was mich besonders auch heute noch beindruck , waren die letzten Worte im Sender ,glaube TT 64 "
Wir verabschieden uns jetzt von euch Hören der Deutschen Demokratischen Republik . ::::: dann die letzten Worte , des Sprechers ,

"VERGESST BITTE NICHT ;WO IHR HERGEKOMMEN SEID " ratata

Am 3.0ktober 1990 war ich im Rathaus der Stadt Helmstedt ,Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit , hier sah ich gestandene Männer und Frauen , wie sie beim singen des Lied der Deutschen , sich die Tränen aus den Augen wischten . So etwas kann man einfach nicht vergessen .ratata


Gänsehaut und nasse Augen gab es bei der letzten Sendung von Radio Berlin International-RBI.
Gehört ,damals irgendwo in (Süd?)Afrika,fern der Heimat.

https://www.youtube.com/watch?v=TnF0toTW07M

seaman


Hallo Seaman. Ich habe mir denn Link mal angehöhrt. Also meine Gänsehaut hält sich in Grenzen. Es klingt viel Bitterkeit darin.


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05.10.2014 17:17
avatar  glasi
#13
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Ich war mit meiner ganzen Familie zuhause. Alle waren da. Auch meine Ost Verwandschaft. Es war der Wahnsinn. Vor einem Jahr war mein Onkel noch in der NVA und am 3 Oktober 1990 sitzen wir im tiefsten Westen in meinem Wohnzimmer und stoßen gemeinsam auf die Einheit an.Wahnsinn.


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05.10.2014 17:33
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#14
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Zitat von seaman im Beitrag #4
Zitat von ratata im Beitrag #2
@ Krelle , auch ich denke heute noch über die Stunden des Abend am 2 .Oktober 1990 zurück . so um 19 h hatten wir vergebens auf einen Sonderbus zur Einheitsfeier Richtung Weferlingen gewartet
.Er kam aber nicht ,
Also gingen wir nach Haus und sahen uns im Fernsehen die Einheitsfeier vom Brandenburger Tor an.
So gegen Mitternacht schaltete ich das Radio an und wollte noch mal zum Abschluss die Nationalhymne " Auferstanden aus Ruinen "" hören .
Was mich besonders auch heute noch beindruck , waren die letzten Worte im Sender ,glaube TT 64 "
Wir verabschieden uns jetzt von euch Hören der Deutschen Demokratischen Republik . ::::: dann die letzten Worte , des Sprechers ,

"VERGESST BITTE NICHT ;WO IHR HERGEKOMMEN SEID " ratata

Am 3.0ktober 1990 war ich im Rathaus der Stadt Helmstedt ,Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit , hier sah ich gestandene Männer und Frauen , wie sie beim singen des Lied der Deutschen , sich die Tränen aus den Augen wischten . So etwas kann man einfach nicht vergessen .ratata


Gänsehaut und nasse Augen gab es bei der letzten Sendung von Radio Berlin International-RBI.
Gehört ,damals irgendwo in (Süd?)Afrika,fern der Heimat.


https://www.youtube.com/watch?v=TnF0toTW07M

seaman



Ausgerechnet die Filmmusik aus einem Ami Western. Einfach nur grotesk. Irgendwie auch würdelos.


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05.10.2014 17:47
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#15
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #14
Zitat von seaman im Beitrag #4
Zitat von ratata im Beitrag #2
@ Krelle , auch ich denke heute noch über die Stunden des Abend am 2 .Oktober 1990 zurück . so um 19 h hatten wir vergebens auf einen Sonderbus zur Einheitsfeier Richtung Weferlingen gewartet
.Er kam aber nicht ,
Also gingen wir nach Haus und sahen uns im Fernsehen die Einheitsfeier vom Brandenburger Tor an.
So gegen Mitternacht schaltete ich das Radio an und wollte noch mal zum Abschluss die Nationalhymne " Auferstanden aus Ruinen "" hören .
Was mich besonders auch heute noch beindruck , waren die letzten Worte im Sender ,glaube TT 64 "
Wir verabschieden uns jetzt von euch Hören der Deutschen Demokratischen Republik . ::::: dann die letzten Worte , des Sprechers ,

"VERGESST BITTE NICHT ;WO IHR HERGEKOMMEN SEID " ratata

Am 3.0ktober 1990 war ich im Rathaus der Stadt Helmstedt ,Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit , hier sah ich gestandene Männer und Frauen , wie sie beim singen des Lied der Deutschen , sich die Tränen aus den Augen wischten . So etwas kann man einfach nicht vergessen .ratata


Gänsehaut und nasse Augen gab es bei der letzten Sendung von Radio Berlin International-RBI.
Gehört ,damals irgendwo in (Süd?)Afrika,fern der Heimat.


https://www.youtube.com/watch?v=TnF0toTW07M

seaman



Ausgerechnet die Filmmusik aus einem Ami Western. Einfach nur grotesk. Irgendwie auch würdelos.

Zum Abgang des Senders....-Spiel mir das Lied vom Tod-.... war das nicht ein Italo-Western?
Mit diesem Titel hat man uns in Riebau auf der GK empfangen,als wir an den Kanten kamen....



Zur Stunde der Einheit saßen wir mit der ganzen Familie zusammen und stießen mit einem Glas Sekt auf dieses freudige Ereignis an.

Gruß ek40


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