Die Augen und Ohren der Stasi in Niedersachsen

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15.09.2014 09:17
#1
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In kaum einem anderen Bundesland war das Netz der Stasi-Spione so eng gestrickt wie in Niedersachsen: Ende der 1980er-Jahre standen mindestens 200 Menschen zwischen Harz und Ostfriesland in Diensten des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit, wie der Leiter der Stasiunterlagenbehörde (BStU), Roland Jahn, jetzt dem NDR bestätigte: "Gerade an Niedersachsen bestand großes Interesse bei der Stasi. Auch die Nordseeküste war von großem Interesse. Man hat von den Schiffen aus sogar Richtfunkstrecken des Nato-Funkverkehrs abgehört. Aber auch Industrie- und Forschungseinrichtungen haben für die Stasi eine große Rolle gespielt

weiter hier:

http://www.ndr.de/kultur/geschichte/stas...n,stasi314.html
oder
http://www.ndr.de/kultur/geschichte/stas...hsen/index.html

und weitere Seiten.


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15.09.2014 09:26
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#2
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( gelöscht )

Daher also die angebliche Vorliebe von Mielke für Fernschreiber.
Eigentlich sollte doch Richtfunk das Abhören erschweren/unmöglich machen.


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15.09.2014 10:00 (zuletzt bearbeitet: 15.09.2014 11:57)
avatar  Kalubke
#3
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Schien wohl doch möglich zu sein. Die HA III (Funkspionage/Funkspionageabwehr) bzw. die BV/Abt. III haben z.B. auf den Richtfunktrassen von WB in die BRD Frohnau-Gartow, Frohnau-Clenze und Schäferberg-Torfhaus und Schäferberg-Gartow die Abhörobjekte
"Quelle 1" (Rhinow),
"Quelle 3" (Netzow),
"Quelle 4" (Ziesar-Dretzen) und
"Urian" (Brocken)
betrieben.
Abhörstützpunkte in der BRD waren:
"Steuerung 1" Bonn, Auslandsvertretung DDR,
"Steuerung 1a" Bonn, Botschaft UdSSR,
"Steuerung 1b" Köln, HPA UdSSR,
"Steuerung 1c" Düsseldorf, HPA DDR,
"Steuerung 2" Wien, Botschaft der DDR,
"Steuerung 3" Brüssel, Botschaft der DDR

Mobile land-, luft- und seegestützte Abhöranlagen gab es auch (in Grenznähe aufgefahrene PKW mit Mobilfunktechnik zum Einklinken in das C-Netz, Hubschrauberflüge entlang der Grenze, Funkschiff "Jasmund" etc.). Das MfS stand anscheinend den Amerikanern in puncto signal intelligence in nichts nach. Sicherlich nicht so weltumspannend wie die US-SIGINT-Dienste. GenMaj Männchen hatte sich angeblich beim technischen Ausbau seiner DE stark an den Amerikanern orientiert.

aus. Anatomie der Staatssicherheit, HA III


Gruß Kalubke


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15.09.2014 12:59 (zuletzt bearbeitet: 15.09.2014 15:38)
#4
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Ich wußte schon immer, dass unser damaliger Proberaum abgehört wurde.......!

Intellektuelle spielen Telecaster


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15.09.2014 13:12
#5
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Und was tat die andere Seite--also die Gegenspieler


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15.09.2014 13:26
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#6
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( gelöscht )

Warum immer gleich Verteidigungshaltung einnehmen und mit dem Finger auf die anderen zeigen? Hier geht es doch gar nicht um eine Verurteilung sondern um das aufzeigen eines Sachverhaltes, da interessiert es eigentlich nicht dass die andere Seite natürlich genau das gleiche gemacht hat. Diesen Zwangsreflex kann man hier irgendwie in schöner Regelmäßigkeit beobachten.


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15.09.2014 14:48
avatar  Kalubke
#7
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Zitat von Rostocker im Beitrag #5
Und was tat die andere Seite--also die Gegenspieler


...genau das Gleiche. Abhör- und Überwachungsobjekte verschiedenster Art standen in relativ hoher Dichte rechts und links der deutsch-deutschen Grenze.

Gruß Kalubke


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15.09.2014 14:53
avatar  Kalubke
#8
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #4
Ich wußte schon immer, dass unser damaligen Proberaum abgehört wurde.......!


.... dafür war doch serienmäßig der extra Klinkenausgang "Line Out" am "Brüllwürfel" vorgesehen.

Gruß Kalubke


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15.09.2014 15:40
#9
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Zitat von Kalubke im Beitrag #8
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #4
Ich wußte schon immer, dass unser damaligen Proberaum abgehört wurde.......!


.... dafür war doch serienmäßig der extra Klinkenausgang "Line Out" am "Brüllwürfel" vorgesehen.

Gruß Kalubke


So hab ich das bisher nicht gesehen..........aber diese Definition hat was !

Intellektuelle spielen Telecaster


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15.09.2014 16:11
avatar  Alfred
#10
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Zitat von Sicherheitsrisiko im Beitrag #6
Warum immer gleich Verteidigungshaltung einnehmen und mit dem Finger auf die anderen zeigen? Hier geht es doch gar nicht um eine Verurteilung sondern um das aufzeigen eines Sachverhaltes, da interessiert es eigentlich nicht dass die andere Seite natürlich genau das gleiche gemacht hat. Diesen Zwangsreflex kann man hier irgendwie in schöner Regelmäßigkeit beobachten.


Hallo,

es geht wohl kaum um eine "Verteidigungshaltung" , sondern um die Art der Darstellung. Wie viele entsprechende Personen waren denn in der DDR
für die Dienste West tätig ? Es geht um diese EINSEITIGKEIT der Darstellung.


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15.09.2014 16:23 (zuletzt bearbeitet: 15.09.2014 16:24)
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#11
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Zitat von Alfred im Beitrag #10
...
Wie viele entsprechende Personen waren denn in der DDR
für die Dienste West tätig ? .....


Ich denke MfS und BA der NVA werden insgesamt wohl einige Tausend Beschäftigte in der Funkaufklärung eingesetzt haben. Die SU in der DDR mal nicht mitgerechnet. Und hinter dem Eisernen Vorhang wirds zahlenmäßig kaum anders ausgesehen haben.


Gruß Kalubke


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15.09.2014 17:43
avatar  Merkur
#12
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Zitat von Schlutup im Beitrag #1
In kaum einem anderen Bundesland war das Netz der Stasi-Spione so eng gestrickt wie in Niedersachsen: Ende der 1980er-Jahre standen mindestens 200 Menschen zwischen Harz und Ostfriesland in Diensten des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit, wie der Leiter der Stasiunterlagenbehörde (BStU), Roland Jahn, jetzt dem NDR bestätigte: "Gerade an Niedersachsen bestand großes Interesse bei der Stasi.



Ich kann den Ausführungen Jahns nicht folgen. Interesse bestand natürlich aber Niedersachsen war kein Schwerpunkt der Westarbeit des MfS.
Die operativen Schwerpunkte lagen in NRW (Bonn und die Großstädte), im Rhein-Main-Gebiet oder in Bayern.


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15.09.2014 17:52
avatar  Alfred
#13
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Zitat von Kalubke im Beitrag #11
Zitat von Alfred im Beitrag #10
...
Wie viele entsprechende Personen waren denn in der DDR
für die Dienste West tätig ? .....


Ich denke MfS und BA der NVA werden insgesamt wohl einige Tausend Beschäftigte in der Funkaufklärung eingesetzt haben. Die SU in der DDR mal nicht mitgerechnet. Und hinter dem Eisernen Vorhang wirds zahlenmäßig kaum anders ausgesehen haben.


Gruß Kalubke




Es ging um "Kräfte" die die BRD in der DDR hatte.


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15.09.2014 18:28
avatar  Kalubke
#14
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Ich denke sie haben wegen der ungleich ungünstigeren "Arbeitsbedingungen" in der DDR um mit den Worten von Werner Stiller zu sprechen, wesentlich schwerer einen Fuß in die Tür bekommen. Kratsch und die HA II haben z.T einen recht gigantischen Aufwand betrieben (Postkontrolle von hunderttausenden Briefsendungen, Aktion "Adlerflug" (Überwachung Briefeinwürfe), terminliche Abgleiche der in riesigen Datenbanken gespeicherten BND-RSD-Nachrichten mit in die DDR einereisten Personen zum Aufspüren von Kurieren, Hanschriftenanalysen etc.) um ihnen auf die Schliche zu kommen. Verglichen mit der Anzahl der IM/OG des MfS wird es nur ein Bruchteil gewesen sein.

Gruß Kalubke


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15.09.2014 18:32
avatar  Alfred
#15
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Zitat von Kalubke im Beitrag #14
Ich denke sie haben wegen der ungleich ungünstigeren "Arbeitsbedingungen" in der DDR um mit den Worten von Werner Stiller zu sprechen, wesentlich schwerer einen Fuß in die Tür bekommen. Kratsch und die HA II haben z.T einen recht gigantischen Aufwand betrieben (Postkontrolle von hunderttausenden Briefsendungen, Aktion "Adlerflug" (Überwachung Briefeinwürfe), terminliche Abgleiche der in riesigen Datenbanken gespeicherten BND-RSD-Nachrichten mit in die DDR einereisten Personen zum Aufspüren von Kurieren, Hanschriftenanalysen etc.) um ihnen auf die Schliche zu kommen. Verglichen mit der Anzahl der IM/OG des MfS wird es nur ein Bruchteil gewesen sein.

Gruß Kalubke


Man muss eben auch was ordentliches einwerfen, damit unten ein ordentliches Ergebnis erscheint.


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