Spektakuläre Fluchten bzw. Versuche

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07.05.2021 22:18
avatar  Ehli
#241
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Mit dem U-Boot durch die Elbe
An einem eisigen Wintermorgen im Jahre 1976 ereignete sich an der Elbe, in der Gegend von Wittenberge in Brandenburg, eine dramatische Szene. Arbeiter entdeckten ein zylinderformiges Etwas im Fluss, das an ihnen vorbei treibt. Das Treibgut entpuppte sich schließlich als U-Boot, darin ein Ehepaar, das in dem selbstgebauten Gefährt die Flucht in den Westen gewagt hatte.
https://www.bstu.de/informationen-zur-st...durch-die-elbe/

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08.05.2021 21:06
avatar  Ehli
#242
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Grenzbegegnungen: Skat unterm Stacheldraht

Die Dienstvorschrift der NVA-Grenztruppen war unmissverständlich: Kontaktverbot zum "Klassenfeind" auf der anderen Seite der Grenze. Und doch kam es hin und wieder zu Begegnungen von Grenzern Ost und Grenzern West.
Eine unerhörte Geschichte spielte sich 1981 an der Staatsgrenze zwischen Plauen und Hof ab. Den Hintergrund bildete die damals laufende Aktion zur landwirtschaftlichen Nutzung des Grenzstreifens. Eine für DDR-Verhältnisse riesige Landfläche lag ungenutzt im Sperrstreifen. Auch bei Plauen wurden Arbeiter herangezogen, um unter Bewachung das Land urbar zu machen. Eine langweilige Arbeit, unterbrochen nur von Skatspielen in den Pausen.
Grenzschützer Ost mit Zollmütze West
Über das Skatspiel kamen eines Tages Bauarbeiter und Grenzsoldaten Ost mit den Grenzschützern West ins Gespräch. Bald wurde gemeinsam und regelmäßig auf dem Grenzstein Skat gedroschen. Die Bayern brachten Zigaretten, Leberwurst und Zeitschriften mit. Besonders begehrt waren die mit den Bildern von nackten Frauen. Es entstanden sogar Fotos: Grenzschützer Ost mit Zollmütze West, Grenzschützer West mit Kalaschnikow.

Bauarbeiter ergreifen die Flucht
Dienstbeflissen meldeten die Westgrenzer ihre Kontakte an die Vorgesetzten - und wurden vom amerikanischen Geheimdienst gebeten, die Skatkontakte zum Aushorchen der Ostdeutschen zu benutzen. Ein Jahr lang gab es diese gemeinsamen Skatspiele, bis eines Tages die vier Bauarbeiter die Gelegenheit zur Flucht nutzten. Unter den Augen der verdutzten Grenzsoldaten rannten sie in das auf westlicher Seite gelegene Waldstück. Die Soldaten schossen nicht - sie machten Meldung und kamen sofort in Stasi-Untersuchungshaft.

Für kurze Zeit im Westen, für lange Zeit im Knast
Auch für die Grenzschützer West kam die Flucht überraschend. Sie halfen ihren Skatbrüdern mit Kleidung und Quartier und waren behilflich bei der Arbeitssuche. Die Stasi setzte inzwischen alle Hebel in Bewegung, um einerseits den "Tathergang" zu rekonstruieren und andererseits die Bauarbeiter zur Rückkehr zu bewegen. Bei Hausdurchsuchungen der Angehörigen wurden Fotos vom Skat unterm Grenzzaun gefunden - sie belasteten die inhaftierten Soldaten. Die Degradierung zum einfachen Soldaten war noch die geringste Strafe, viel schwerer wog eine Gefängnisstrafe nach § 262 - "Verletzung militärischer Dienstvorschriften und Dienstpflichten im Grenzdienst". Die beiden Grenzposten wurden zu zwei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.

Amnestie für die Grenzsoldaten
Zu den Bauarbeitern im bayerischen Hof nahm Rechtsanwalt Vogel, Honeckers Unterhändler für humanitäre Fragen, Kontakt auf. Er machte Angebote, zugleich wurde Druck auf die "Republikflüchtigen" ausgeübt. Den vier Männern wurde klargemacht, dass ihre Frauen und Kinder nicht auf dem Weg der Familienzusammenführung nachreisen durften. Und tatsächlich gelang es nach einigen Wochen, alle vier Bauarbeiter wieder in die DDR zu holen. Sie durften ihr im Westen verdientes Geld mitnehmen und bekamen im Osten Vorzugsbehandlungen, zum Beispiel Geldgeschenke oder einen Telefonanschluss. Zwei der vier verließen später dennoch auf offiziellem Weg die DDR. Im Zuge einer Amnestie wurden die inhaftierten Grenzsoldaten nach reichlich einem Jahr Haft entlassen.
https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/da...eldraht100.html

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09.05.2021 06:33 (zuletzt bearbeitet: 09.05.2021 07:04)
avatar  Hanum83
#243
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83 haben wir, also ein Oberfähnrich und ich, auch im Gebüsch mit 2 BGS'lern f6 gegen HB getauscht und auch gleich zusammen geraucht, wir standen allerdings brav am Ostufer der Ohre und die am Westufer, der Bach war dort 50cm breit.
Oberfähnrich "Lippe" unterhielt sich auch angeregt mit dem einem, war irgendwie der dienstgradhöhere Streifenführer, kannten sich wohl schon jahrelang, da Foto-Gakel war er ja oft am Strich, ich rauchte und staunte.
Er war aber auch schon paar mal mit mir unterwegs, oder besser ich mit ihm, er wusste wohl das ich kein Gummiohr und Quatscher war.
Mal Linie zwischen den Blöcken angenehm friedlich.

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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10.05.2021 20:54
avatar  Ehli
#244
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11.05.2021 22:18 (zuletzt bearbeitet: 11.05.2021 23:27)
avatar  Ehli
#245
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Zehn Festnahmen an Grüner Grenze
Neu-Rehefeld. Vier Mal griffen die Beamten des Bundesgrenzschutzes (BGS) am Donnerstag an der Grünen Grenze zu. Zum ersten Mal wurde es frühmorgens gegen 2.10 Uhr ernst, als Beamte des Zollkommissariats Geising neun Personen in der Nähe des Hochmoors in Zinnwald beobachteten. Die Zollbeamten informierten ihre Kollegen vom BGS, die eine halbe Stunde später zwei Rumänen aufspürten und festnahmen. Kurze Zeit später gingen dem BGS ein weiterer Rumäne und drei moldawische Staatsangehörige ins Netz. Fehlten aber immer noch drei. Die Suche ging weiter. Am Nachmittag gegen 15.45 Uhr fielen den BGS-Beamten drei rumänische Staatsangehörige an der Bushaltestelle in Bärenhecke auf, die sie auch vorläufig festnahmen. Und abends um 19.20 Uhr lief noch ein Rumäne zu Fuß beim Hochmoor Zinnwald umher. Alle Festgenommenen kamen nach Neurehefeld, wo die Ermittlungsarbeiten begannen. Die rumänischen Staatsangehörigen werden in ihr Heimatland zurückgebracht und die moldawischen Staatsangehörigen an die tschechischen Behörden überstellt, wie Olaf Töteberg, der stellvertretende Leiter der Grenzschutzinspektion Zinnwald informierte. (SZ)

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12.05.2021 18:26 (zuletzt bearbeitet: 12.05.2021 18:28)
avatar  Mike59
#246
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[Video]https://www.ardmediathek.de/video/flucht-im-schuetzenpanzerwagen/hr-
fernsehen/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xMzM0MjY/[/Video]
Sorry, funzt nicht - ist aber durchaus sehenswert. Eventuell direkt im Netz suchen.


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12.05.2021 18:38
avatar  Ehli
#247
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12.05.2021 18:42
avatar  Ehli
#248
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Mit dem Russenpanzer durch die Mauer
Wolfgang E. durchbricht 1963 mit einem gestohlenen Panzer die Mauer. Nur die Schnauze seines Fluchtwagens schafft es in den Westen. „Nicht schießen“, schreit der Flüchtende – dann knallt es. Die Geschichte einer waghalsigen Flucht
https://www.maz-online.de/Brandenburg/Mi...aere-DDR-Flucht

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12.05.2021 18:56
avatar  Mike59
#249
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#247 Perfekt


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15.05.2021 22:27
avatar  Ehli
#250
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Ergänzung zu meinen Beitrag # 241
Fotodokumentation eines bei einem Fluchtversuch beschlagnahmten U-Boots
Signatur: BStU, MfS, ZAIG, Nr. 25829, Bild 36-47

Nachdem der Fluchtversuch eines Ehepaars durch die Elbe mit einem selbstgebauten U-Boot gescheitert war, fotografierte die Stasi das beschlagnahmte Fahrzeug. Das Ergebnis der Experten: Hätte das Boot bei der Wasserung keinen Schaden genommen, wäre der Fluchtversuch wohl geglückt.

1976 versuchte ein Ehepaar in der Gegend von Wittenberge in Brandenburg, die Elbe in Richtung Bundesrepublik zu überwinden und so zu fliehen. Das Besondere: Der Mann, ein Ingenieur für Wärmetechnik, hatte für den Fluchtversuch selbst ein Tauchboot konstruiert. Zwei Jahre lang arbeitete der Mann an der Konstruktion, bevor sie schließlich bereit war. Bei der Herstellung musste er immer wieder auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, etwa bei der Ausführung spezieller Schweißarbeiten am Tauchkörper. Um diese Hilfe unauffällig in Anspruch nehmen zu können Erfand er die Geschichte, dass er an einer Erfindung in seinem Fachgebiet Wärmetechnik arbeite.

Unglaublicherweise blieben die aufwändigen Arbeiten an dem U-Boot durch Polizei und Stasi völlig unentdeckt. Ende 1975 waren die Arbeiten beendet. Das Gefährt war nun 7 Meter lang, 3.820 Kilogramm schwer und hatte einen Durchmesser von 0,87 Metern. Auch der Transport des großen Boots blieb unentdeckt, obwohl es nur mit Hilfe eines Traktors und Tiefladers zu einer geeigneten Stelle an der Elbe gefahren werden konnte, von wo aus eine problemlose Wasserung möglich sein würde.

Die Wasserung allerdings misslang. Das Boot rollte zu schnell in Wasser und wurde so beschädigt, dass es nicht mehr steuerbar war und auch nicht mehr tauchen konnte. Die Eheleute wagten dennoch den Fluchtversuch, indem sie sich in dem manövrierunfähigen Boot treiben ließen. Sie hofften, auf diese Weise über die Grenze getrieben zu werden. Stattdessen wurden sie von Arbeitern des Wasserstraßenbauamtes entdeckt. Die verständigten die Wasserschutzpolizei, die das Boot aufbrachte und das Ehepaar in Gewahrsam nahm.

Die später eingeschaltete Stasi begutachtete das beschlagnahmte U-Boot zur Beweissicherung. In einer Fotodokumentation hielten sie Bauart und Konstruktion des Fahrzeugs fest. Experten der Stasi kamen zu dem Schluss, dass der Fluchtversuch mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgreich gewesen wäre, hätte das Tauchboot keinen Schaden gehabt. Im Grenzbereich der Elbe waren keine ausreichenden Unterwassersicherungen vorhanden, bei der für das Tauchboot ermittelten Tauchtiefe von maximal 30 Metern und einer maximalen Fahrtdauer von einer Stunde hätte die Strecke bis zum Zielhafen auf westdeutschem Gebiet problemlos überwunden werden können.
Die Eheleute wurden zu mehreren Jahren Haft verurteilt und 1979 aufgrund der Amnestie zum 30. Jahrestag der DDR vorzeitig entlassen. Schon während der Haft stellten sie einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik. Während ihrer Haft machten sie immer wieder deutlich, dass sie eine Wiedereingliederung in die DDR ablehnen und sich dieser zur Not auch durch Flucht widersetzen würden. Obwohl seitens der DDR versucht wurde, das Paar umzustimmen und am Auswandern zu hindern, konnte es 1982 die DDR verlassen.
Das Boot war nach Abschluss der Untersuchungen durch die Stasi verschrottet worden.
https://www.stasi-mediathek.de/medien/fo...boots/blatt/47/

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19.05.2021 22:39
avatar  Ehli
#251
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In der Silvesternacht 1965/66 versuchte Reinhard Dahms seinen Postenführer zur
gemeinsamen Flucht in die Bundesrepublik zu überreden. Als dieser die Fahnenflucht
ablehnte, wollte Dahms sich allein auf den Weg durch die Grenzanlagen machen. Doch sein
Postenführer verhinderte die Flucht mit der Schusswaffe.
Der Grenzdienst in der Silvesternacht war unter den Wehrdienstleistenden besonders
unbeliebt. Die jungen Männer wussten, dass ihre Familien und Freunde in dieser Nacht
zusammen waren und feierten. Sie hingegen standen in Postenpaaren im Wachdienst und
konnten das Feuerwerk auf beiden Seiten der Grenze nur aus der Ferne beobachten.
Reinhard Dahms aus Finowfurt (Brandenburg) musste am 3. Mai 1965 seinen Wehrdienst
antreten. Da er keine Verwandten in der Bundesrepublik hatte, musterte man ihn für den
Einsatz bei den Grenztruppen. Der 21-jährige Maurer wurde in der Grenzkompanie
Gollensdorf (Sachsen-Anhalt) stationiert und diente dort als Hundeführer. Kameraden
beschrieben ihn als ruhigen Menschen, mit dem man gut auskam. Auch seine Vorgesetzten
sahen keinen Anlass zur Kritik, doch in Briefen, die er seinen Eltern und Geschwistern
schrieb, machte er sich Luft und fand Worte für seine Abneigung gegen den Grenzdienst.
weiter hier
https://todesopfer.eiserner-vorhang.de/a...dahms/?pdf=true

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20.05.2021 08:50 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2021 08:52)
avatar  Lutz
#252
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Flucht eines Politoffizier aus der Grenzkompanie Hindfeld
18. Juli 1967
Der in Hildburghausen wohnende Oberleutnant Dieter Busch von der 5. Grenzkompanie Hindfeld, Kreis Meiningen, Grenzregiment 9, Hildburghausen, flieht mit seiner Ehefrau und seinen 2- und 8-jährigen Kindern im Grenzabschnitt Hindfeld in die Bundesrepublik.

Er ist mit seinem Motorrad bis an den K6 gefahren und bei Breitensee über die Grenze. Er war bei den Soldaten sehr unbeliebt. Er war ein strenger Vertreter des Sozialismus, der Diktatur des Proletariats.
Das Motorrad fand man erst in den frühen Morgenstunden beim Kontrollgang des 6mKS im Getreidefeld


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20.05.2021 20:55 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2021 21:02)
avatar  mibau83
#253
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am 31.8. 1987 durchbricht ein raupenfahrer im betrunkenen zustand nordwestlich kaltenwestheim die grenzanlagen mit einer sowjetischen t100 raupe.
grenzsignalzaun und grenzzaun 1 niedergewalzt, kfz-sperrgraben überwunden.

am 16.10. 1987 kehrt er über herleshausen wieder in die ddr zurück.

die raupe wurde bereits am 1.9.87 wieder an die ddr übergeben.


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22.05.2021 13:56
#254
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Die Flucht aus der DDR war gefährlich. An der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze starben zwischen 1961 und 1989 hunderte Menschen bei dem Versuch, in den Westen zu fliehen. Erst jetzt wird bekannt: Tausende probierten es auch über ganz andere Routen. Sie versuchten es über die Ostsee und die damaligen Ostblockstaaten. Die meisten Fluchtversuche missglückten. Historikerinnen und Politologen erforschen derzeit, wie viele dabei ums Leben kamen und wer die Menschen waren, die das Ministerium für Staatssicherheit „Grenzverletzer“ nannte. Von Silke Merten.
Gescheiterte Flucht aus der DDR – „Grenzverletzer“ und ihre Routen


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26.05.2021 23:42 (zuletzt bearbeitet: 26.05.2021 23:44)
avatar  Ehli
#255
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Gefreiter Hans-Harald Friese
geboren am 1. Mai 1953 in Sommersdorf
angeschossen am 22. Juli 1973, gestorben am 23. Juli 1973
Ort des Geschehens: Tuchfelstal nahe Ilsenburg (Sachsen-Anhalt)
Eine Stunde vor Mitternacht schlugen an der Grenze im Tuchfelstal die Hunde an. Daraufhin begab sich Postenführer Friese mit seinem Posten in Richtung der Laufseilanlage, um nachzusehen, warum die Hunde bellten. Wenig später stießen die beiden Grenzer auf drei andere Grenzsoldaten. Als Friese mit seiner Stablampe einen der Posten anleuchtete, eröffnete dieser das Feuer.

Hans-Harald Friese diente seit 1972 bei den DDR-Grenztruppen. Zuletzt war der Gefreite als Postenführer im Grenzabschnitt Ilsenburg bei der 2. Grenzkompanie des Grenzregiments 20 eingesetzt. In der Nacht des 22. Juli 1973 befand sich Friese mit dem Soldaten K. im Grenzwachdienst. Als eine Stunde vor Mitternacht die Hunde in den Grenzanlagen anschlugen, begab sich das Postenpaar in Richtung der Hunde-Laufseilanlage, um die Ursache des Hundegebells zu überprüfen. Auf dem Weg durch die Dunkelheit gerieten die beiden Soldaten in den benachbarten Grenzabschnitt und trafen auf drei dort eingesetzte Kameraden aus ihrer Einheit. Deren Postenführer R. rief die beiden an und fragte sie nach der Parole. Während der Soldat K. diese nannte, antwortete Postenführer Friese mit den Worten „mach kein Quatsch“ und leuchtete dem anderen Postenführer mit der Stablampe ins Gesicht. Daraufhin gab dieser aus etwa fünf Metern Entfernung einen Feuerstoß aus seiner MPi auf Friese ab. Der brach von mehreren Schüssen in der rechten Brustseite getroffen zusammen.

Der durch drei Kugeln lebensgefährlich Verwundete wurde ins Kreiskrankenhaus Wernigerode gebracht, wo er nach einer nächtlichen Operation am Vormittag des folgenden Tages seinen Verletzungen erlag. In einer Karteikarte der Hauptabteilung I des MfS wurde als Ursache für den Schusswaffengebrauch mit Todesfolge eingetragen: „Keine Übereinstimmung der Parolen zwischen den Grenzposten, Kein Warnschuß, Ungenügende Grenzausbildung“. Dennoch wurde von dem zuständigen Militärstaatsanwalt kein Ermittlungsverfahren gegen den Todesschützen eingeleitet, „da keine strafrechtlichen Handlungen vorliegen und der Posten nicht gegen die bestehenden Befehle verstoßen“ habe. (Recherchen: MP, jos.; Autor: jos.)
https://www.fu-berlin.de/sites/fsed/Das-...rald/index.html
Ehli

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