Montagsdemonstrationen 1989/1990 in der DDR

04.09.2014 09:10
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#1
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Die Montagsdemonstrationen waren ein bedeutender Bestandteil der Friedlichen Revolution in der DDR im Herbst 1989. Es waren Massendemonstrationen, die seit dem 4. September 1989 in Leipzig stattfanden. Im Herbst 1989 fanden auch in anderen Städten der DDR, beispielsweise in Dresden, Halle, Karl-Marx-Stadt, Magdeburg,

War jemand dabei von euch ?


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04.09.2014 11:10
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#2
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ich


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04.09.2014 12:10 (zuletzt bearbeitet: 04.09.2014 12:33)
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#3
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Ich war dabei - Oktober - November - Dezember 1989 in Dresden.
Noch nicht in jenen Anfangstagen des Oktober, als die Zeichen auf Gewalt und Bürgerkrieg standen, die Demonstrationen von den Einheiten der Bereitschaftspolizei eingekesselt wurden und massenhaft Verhaftungen stattfanden.
Sondern später, als wir uns zu tausenden vor der Katholischen Hofkirche trafen, mit Kerzen in den Händen, windgeschützt durch Pappbecher.
Der Zug lief immer das Karree über die Augustusbrücke, zum Carola-Platz, zurück über die Carola-Brücke und wieder zur Katholischen Hofkirche.
Wenige Polizisten liefen nebenher, ich habe nie erlebt, dass sie sich dumme Bemerkungen von den Demonstranten anhören mussten.

Es war eine wunderbare hoffnungsvolle, friedliche Stimmung, wie ich sie seither nie wieder erlebt habe -
der Widerschein der Kerzen auf den Gesichtern voller Hoffnung.
Die häufigsten Losungen dieser Tage waren "Wir sind das Volk !" und "Stasi in die Produktion !"

Die Stimmung jener Tage, die ich fühlte, kann ich am besten mit Hermann Hesse beschreiben:
"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."


Als die Losungen nur noch hiessen "Wir sind ein Volk !", habe ich mich langsam zurückgezogen - so weit war ich damals innerlich noch nicht.

Gruss Hartmut


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04.09.2014 12:44 (zuletzt bearbeitet: 04.09.2014 12:44)
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#4
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Auch ich war einige Male in Eisenach dabei. Ich hatte die Hoffnung, das die Gesellschaft der DDR neu "ausgerichtet bzw. organisiert" würde und die Fehler in der Politik bereinigt würden.
Nach einer für mich sehr fragwürdigen "Montagsdemo" (einer Demo vor dem SED Erholungsheim in Wilhelmsthal) wo Pöbeleien gegenüber auch ausländischen Gästen der SED stattfanden war für mich das ganze erledigt.

Später habe ich in Weimar noch miterleben "dürfen" wie bei den Demos "Weg mit den Plattenbauden" skandiert wurde.....

Als ich erkannte, das es nicht mehr um eine Reform, sondern um Beseitigung der DDR ging, war füer mich das Thema Montagsdemo erledigt.

Doch ich bin noch einmal zu den Montagsdemos gegangen, 2004 gegen Hartz 4, auch das waren Montagsdemos.


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04.09.2014 13:18
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#5
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Wilhelmsthal,
ich war auch dabei, habe mit einigen Freunden Dr Ha. begleitet.
hast du was bei der Volkspolizei gemerkt


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04.09.2014 17:24
#6
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Ich war in Leipzig dabei.
Daß die Massen mit Nachdruck aber gewaltfrei demonstrierten, hat mich sehr bewegt. Dazu war neben dem Willen der Mehrheit eine klare Organisation nötig.
So gab es eine Menschenkette vor der "Runden Ecke", die Hitzköpfe vor unbedachten Handlungen abhalten sollte.

Als ein Maximum von 300.000 Leuten demonstrierte, hatte die Bewegung der Massen etwas Elementares.
Der Marsch um den Ring hatte längst begonnen, während ich auf dem trotzdem rappelvollen Karl-Marx-Platz den dortigen Rednern zuhörte.
Als die Leute von der Nikolaikirche dazukamen, wurde der Druck so groß, daß ich mich in die Marschkolonne um den Ring einreihte. Gleichzeitig traf hinter uns die Spitze derer ein, die den Ring bereits umrundet hatten.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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