Wer durfte vor dem Mauerbau bis 1961 eigentlich mit der S-Bahn zwischen Westberlin und der DDR fahren?

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19.08.2014 23:55von ( gelöscht )
Frage
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Wer durfte vor dem Mauerbau bis 1961 eigentlich mit der S-Bahn zwischen Westberlin und der DDR fahren?

Hallo zusammen!

Vor dem Mauerbau verkehrten die S-Bahnen ja nicht nur zwischen den Westsektoren und dem Ostsektor innerhalb von Großberlin, sondern auch zwischen Westberlin und der DDR, so zum Beispiel zwischen Wannsee und Potsdam.

Auf den letzten Bahnhöfen in Westberlin gab es dann ja immer Schilder mit Texten wie „Warnt eure Mitreisenden und weckt insbesondere schlafende Mitreisende. Bei Weiterfahrt in die Zone droht Freiheitsentzug.“

Offenbar war es also nicht allen Personen erlaubt, sich vor dem Mauerbau zwischen Westberlin und der DDR zu bewegen. Meine Frage lautet: Wer durfte sich denn zwischen der DDR und Westberlin bewegen, und wer durfte es nicht?

Vielen Dank vorab und Gruß
Alexander

20.08.2014 00:03von Greso
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Wir sind eigentlich immer von Potsdam nach Westberlin gefahren .Das ging bis 61.Wir mussten unseren Ausweis zeigen und alles war ok.Nur Kinokarten hatten sie nicht gern gesehen.

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20.08.2014 00:05von ( gelöscht )
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Zitat von Greso im Beitrag #2
Wir sind eigentlich immer von Potsdam nach Westberlin gefahren .Das ging bis 61.Wir mussten unseren Ausweis zeigen und alles war ok.Nur Kinokarten hatten sie nicht gern gesehen.


Dann warst du DDR-Bürger? Ich vermute, dass es Westberlinern vor 1961 nicht erlaubt war, abgesehen von Ostberlin, in die DDR zu fahren. Stimmt das? Sonst würde dieses Schild ja gar keinen Sinn machen.

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20.08.2014 00:11von Greso
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Zitat von mabebi0608 im Beitrag #3
Zitat von Greso im Beitrag #2
Wir sind eigentlich immer von Potsdam nach Westberlin gefahren .Das ging bis 61.Wir mussten unseren Ausweis zeigen und alles war ok.Nur Kinokarten hatten sie nicht gern gesehen.


Dann warst du DDR-Bürger? Ich vermute, dass es Westberlinern vor 1961 nicht erlaubt war, abgesehen von Ostberlin, in die DDR zu fahren. Stimmt das? Sonst würde dieses Schild ja gar keinen Sinn machen.


Alles klar,habe nur flüchtig gelesen.

20.08.2014 00:45von Sperrbrecher
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Zitat von mabebi0608 im Beitrag #1
Meine Frage lautet: Wer durfte sich denn zwischen der DDR und Westberlin bewegen, und wer durfte es nicht?


Jeder der das wollte. DDR-konforme Bürger taten das selbstverständlich nicht.
An den Grenzen fanden natürlich Kontrollen statt, in den Zügen kontrollierte die TRAPO. Wohl hauptsächlich um Republikflüchtlinge abzuhalten ihr verwerfliches Vorhaben zu vollenden. Es war aber kaum möglich jeden zu kontrollieren, dazu waren es zuviele Menschen.

Auch an der Sektorengrenze wurden zuweilen die Personen kontrolliert. In S- und U-Bahn ging auch die TRAPO am "letzten Bahnhof im demokratischen Sektor" durch die Züge und pickte sich "verdächtige Personen" raus.

20.08.2014 00:50von Sperrbrecher
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Zitat von Greso im Beitrag #2
.Nur Kinokarten hatten sie nicht gern gesehen.

In West-Berlin zahlte man im Kino und im Theater bei Vorlage des DDR-Personalausweises den Eintrittspreis in Ostgeld.

20.08.2014 03:27von ( gelöscht )
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #5
Zitat von mabebi0608 im Beitrag #1
Meine Frage lautet: Wer durfte sich denn zwischen der DDR und Westberlin bewegen, und wer durfte es nicht?


Jeder der das wollte.


Dann verstehe ich aber das Warnschild im Westen nicht, auf dem, wie gesagt, stand: "Weckt eingeschlafene Mitreisende. Bei Weiterfahrt in die Zone droht Freiheitsentzug." Dieses Schild befand sich nur zwischen Westberlin und der DDR und nicht zwischen Westberlin und Ostberlin. Wenn jeder problemlos zwischen Westberlin und der DDR pendeln durfte und die Kontrollen nur der Verhinderung der Republikflucht dienten, macht dieses Warnschild im Westen ja gar keinen Sinn.

Mir schwebt es noch schwach vor, bin mir aber nicht sicher, und deswegen habe ich diesen Thread hier eröffnet, dass Westberliner zwar vor dem Mauerbau nach Ostberlin durften, aber nicht in die übrige DDR. Bundesbürger und andere Ausländer durften hingegen auch in die übrige DDR. Kann das jemand bestätigen, oder weiß jemand, dass diese Vermutung falsch ist?

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20.08.2014 04:21von seaman
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Zitat von mabebi0608 im Beitrag #7
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #5
Zitat von mabebi0608 im Beitrag #1
Meine Frage lautet: Wer durfte sich denn zwischen der DDR und Westberlin bewegen, und wer durfte es nicht?


Jeder der das wollte.


Dann verstehe ich aber das Warnschild im Westen nicht, auf dem, wie gesagt, stand: "Weckt eingeschlafene Mitreisende. Bei Weiterfahrt in die Zone droht Freiheitsentzug." Dieses Schild befand sich nur zwischen Westberlin und der DDR und nicht zwischen Westberlin und Ostberlin. Wenn jeder problemlos zwischen Westberlin und der DDR pendeln durfte und die Kontrollen nur der Verhinderung der Republikflucht dienten, macht dieses Warnschild im Westen ja gar keinen Sinn.

Mir schwebt es noch schwach vor, bin mir aber nicht sicher, und deswegen habe ich diesen Thread hier eröffnet, dass Westberliner zwar vor dem Mauerbau nach Ostberlin durften, aber nicht in die übrige DDR. Bundesbürger und andere Ausländer durften hingegen auch in die übrige DDR. Kann das jemand bestätigen, oder weiß jemand, dass diese Vermutung falsch ist?


Westberliner durften auch vor 1961 in die DDR direkt einreisen.
Allerdings ,da bin ich mir aber nicht ganz sicher, gab es wohl andere Einreiseprocedere(Papiere z.b.) Anmeldung für Westberliner als Besucher erfolgten bei der VP im jeweiligen Ort im DDR-Gebiet.
Habe da noch jemanden in der Verwandtschaft den ich dazu befragen kann.Bin selbst mit Verwandten von WB aus vor 1961 direkt ins DDR-Gebiet gereist.
Mir ist erinnerlich,dass ich bei der Abfertigung z.b. in Velten immer einen Kinderausweis haben musste,der für Ostberlin nicht nötig war.

seaman

20.08.2014 07:33von eisenringtheo
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Ja, vollkommen richtig, ab dem 1. Mai 1952 benötigten Westberliner für die Einreise in die DDR einen Passierschein, der vorgängig zu beantragen war.
http://www.berlin.de/chronik/index.php?date=1952-06-01
Die Grenze wurde nicht oder nur wenig gesichert.

https://www.flickr.com/photos/allhails/3061484636
Mit der S-Bahn fuhr man unkontrolliert und ungehindert bis zur ersten Haltestelle in der DDR, wo man ohne Passierschein eine Busse oder Haft riskierte.

https://www.flickr.com/photos/allhails/2...57604384476181/
(Die Schilder liess man auch nach dem Mauerbau stehen).
Theo

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20.08.2014 07:34von Harsberg
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Zitat
Meine Frage lautet: Wer durfte sich denn zwischen der DDR und Westberlin bewegen, und wer durfte es nicht?



Ob Ostberliner oder Westberliner, jeder konnte mit der S-Bahn oder über die Grenzübergänge zwischen den Sektoren hin und her fahren. Kontrollen gab es so gut wie keine.
Die Warnschilder im Westen, sowie die Ansage auf den Bahnhöfen : Sie verlassen jetzt den demokratischen Sektor von Berlin, da hat sich keiner dran gehalten.
Selbst oft genug erlebt, da wir Verwandte in W-Berlin hatten, die wir besuchten, oder die nach O-Berlin einreisten.
Wir wohnten in Thüringen, meine Großeltern in Hannover, wir haben uns oft in Berlin getroffen

20.08.2014 07:52von eisenringtheo
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Zitat von Harsberg im Beitrag #10

Zitat
Meine Frage lautet: Wer durfte sich denn zwischen der DDR und Westberlin bewegen, und wer durfte es nicht?


Ob Ostberliner oder Westberliner, jer konnte mit der S-Bahn oder über die Grenzübergänge zwischen den Sektoren hin und her fahren. Kontrollen gab es so gut wie keine.
Die Warnschilder im Westen, sowie die Ansage auf den Bahnhöfen : Sie verlassen jetzt den demokratischen Sektor von Berlin, da hat sich keiner dran gehalten.
Selbst oft genug erlebt, da wir Verwandte in W-Berlin hatten, die wir besuchten, oder die nach O-Berlin einreisten.
Wir wohnten in Thüringen, meine Großeltern in Hannover, wir haben uns oft in Berlin getroffen



Aber eben nur nach Ostberlin (oder wie es damals hiess: "Der Demokratische Sektor von Berlin". Berlin galt damals auch in der DDR nicht als Bestandteil der DDR. "DDR" und "demkokratischer Sektor" wurden in Gesetzen und Verordungen immer beides erwähnt.
Beispiel "Maron Befehl".
Zur Erhöhung der Sicherheit der Deutschen Demokratischen Republik sind mit "X"-Zeit Maßnahmen zur Einschränkung des Verkehrs von der Deutschen Demokratischen Republik nach dem demokratischen Berlin sowie von der Deutschen Demokratischen Republik und dem demokratischen Berlin nach Westberlin durchzuführen.
http://www.berliner-untergrundbahn.de/mauer.htm
Abgeordnete von Ostberlin hatten in der Volkskammer nur beratende Stimme. Gesetze für Ostberlin wurden von Behörden von Ostberlin erlassen, z.B. vom Magistrat von Berlin. Allerdings beschlossen diese Behörden alles "Im Einvernehmen" mit den Behörden der DDR.
Wegen der diversen Deutschlandpläne aus der Sowjetunion für ein "freie Stadt Westberlin" wurde innerhalb Berlin grösstmögliche Freizügigkeit gewährt. Der Schwerpunkt der Kontrollen erfolgte an der Aussengrenze von Gross-Berlin. An den Sektorengrenzen zwischen dem sowjetischen und den westlichen Sektoren wurden auch Kontrollpassierpunkte eingerichtet, allerdings nur mit jeweils zwei Mann und stichprobenartiger Kontrolle. Ganz anders sah es an der Aussengrenze zu Grossberlin aus.
Theo

20.08.2014 08:18von ( gelöscht )
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Zitat von mabebi0608 im Beitrag #1

Auf den letzten Bahnhöfen in Westberlin gab es dann ja immer Schilder mit Texten wie „Warnt eure Mitreisenden und weckt insbesondere schlafende Mitreisende. Bei Weiterfahrt in die Zone droht Freiheitsentzug.“


Kann es sein, dass diese Warnung in erster Linie für "Republikflüchtige" galt, die noch nicht amnestiert waren und die in West-Berliin lebten bzw. dort zu Besuch waren?

Ist aber nur eine Vermutung.

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20.08.2014 08:41von Harsberg
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Zitat
Aber eben nur nach Ostberlin (oder wie es damals hiess: "Der Demokratische Sektor von Berlin". Berlin galt damals auch in der DDR nicht als Bestandteil der DDR. "DDR" und "demkokratischer Sektor" wurden in Gesetzen und Verordungen immer beides erwähnt.
Beispiel "Maron Befehl".



Dieser war vom 12. August 1961 (1 Tag vor Mauerbau) zur Veränderung des Verkehrsnetzes in Berlin und hatte auf den Zeitraum der hier behandelt wird überhaupt keinen Einfluss

20.08.2014 08:41von eisenringtheo
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Zitat von Dandelion im Beitrag #12
Zitat von mabebi0608 im Beitrag #1

Auf den letzten Bahnhöfen in Westberlin gab es dann ja immer Schilder mit Texten wie „Warnt eure Mitreisenden und weckt insbesondere schlafende Mitreisende. Bei Weiterfahrt in die Zone droht Freiheitsentzug.“


Kann es sein, dass diese Warnung in erster Linie für "Republikflüchtige" galt, die noch nicht amnestiert waren und die in West-Berliin lebten bzw. dort zu Besuch waren?

Ist aber nur eine Vermutung.


Leider auch keine Ahnung. Zu bemerken ist vorerst, dass der Aufenthalt von DDR mit Personalausweis und Ostberliner Bürger mit behelfsmässigem Personalausweis in Westberlin grundsätzlich erlaubt war. Wer allerdings auffiel, bekam einen vorläufigen Personalausweis, der Reisen nach Gross-Berlin ausschloss.
Ich denke, die Warnung galt für alle, die nicht in die DDR durften. Wer ohne Gepäck und Taschen in Griebnitzsee ankam und den Behörden der DDR oder des demokratischen Berlins nicht einschlägig bekannt war, kam wohl mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung davon. Wer aber vollbepackt aus dem KdW kam, war schon ziemlich des Schmuggels verdächtig, was dann mehr Probleme ergab. Wer in der Fahndung war, z.B. Personen, welche die DDR illegal verlassen hatten, bekam sehr grosse Probleme.
Theo

20.08.2014 08:47von eisenringtheo
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Zitat von Harsberg im Beitrag #13

Zitat
Aber eben nur nach Ostberlin (oder wie es damals hiess: "Der Demokratische Sektor von Berlin". Berlin galt damals auch in der DDR nicht als Bestandteil der DDR. "DDR" und "demkokratischer Sektor" wurden in Gesetzen und Verordungen immer beides erwähnt.
Beispiel "Maron Befehl".


Dieser war vom 12. August 1961 (1 Tag vor Mauerbau) zur Veränderung des Verkehrsnetzes in Berlin und hatte auf den Zeitraum der hier behandelt wird überhaupt keinen Einfluss


Natürlich nicht, sondern der Text soll nur als Beispiel dienen, daß damals Ostberlin noch nicht Bestandteil der DDR war. 1971 wurde das wohl geändert. Reisetechnisch wurde das sehr unterschiedlich behandelt.
Theo

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