Wer durfte vor dem Mauerbau bis 1961 eigentlich mit der S-Bahn zwischen Westberlin und der DDR fahren?

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19.08.2014 23:55von ( gelöscht )
Frage
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Wer durfte vor dem Mauerbau bis 1961 eigentlich mit der S-Bahn zwischen Westberlin und der DDR fahren?

Hallo zusammen!

Vor dem Mauerbau verkehrten die S-Bahnen ja nicht nur zwischen den Westsektoren und dem Ostsektor innerhalb von Großberlin, sondern auch zwischen Westberlin und der DDR, so zum Beispiel zwischen Wannsee und Potsdam.

Auf den letzten Bahnhöfen in Westberlin gab es dann ja immer Schilder mit Texten wie „Warnt eure Mitreisenden und weckt insbesondere schlafende Mitreisende. Bei Weiterfahrt in die Zone droht Freiheitsentzug.“

Offenbar war es also nicht allen Personen erlaubt, sich vor dem Mauerbau zwischen Westberlin und der DDR zu bewegen. Meine Frage lautet: Wer durfte sich denn zwischen der DDR und Westberlin bewegen, und wer durfte es nicht?

Vielen Dank vorab und Gruß
Alexander

22.08.2014 13:12von eisenringtheo
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #30
(...)

Soweit mir in Erinnerung, war im Berliner (Autobahn)Ring zunächst eine Lücke im Norden und Nordwesten zw. Schwanebeck und Potsdam Nord, die erst sehr viel später geschlossen wurde.

Gruss Wolfgang


Ja das sieht man ansatzweise auch auf der Abbildung "Ring um Berlin". Fertig wurde der Ring erst in den 70er Jahren. Bis zu diesem Zeitpunkt musste man mit dem PkW auf die Landstrasse ausweichen.
Theo

23.08.2014 11:09von Stringer49
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Zitat von Stringer49 im Beitrag #27
Zitat von diefenbaker im Beitrag #26

[...]

Wenn ein Westberliner mit seinem Westberliner Ausweis vor der Bahnsteigsperre z.B. in Bernau stand, würde mich auch interessieren, wie das weitergegangen ist., durchgewunken wurde er sicher nicht.

Gruss Wolfgang





[...]
Ich meinte etwas Ähnliches in dem Buch «SÄLTER Gerhard. SCHALLER Tina (Herausgeber): Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin: Begleitband zur Ausstellung im Berliner Nordbahnhof: Ch. Links Verlag (Berlin), 2014: ISBN 978-3861537236» gelesen zu haben. Actuell, ich bin nicht in Greifweite meiner Bibliothek, so kann ich leider nicht affirmativer sein. Sorry.

Stringer49


hier die Präzisionen :
1. Grenz- und Geistbahnhöfe : pp. 39 -46, fokalisiert ausschliesslich auf Entführungsaktionen West - Ost
2. JAKOB Manuel: Der elektrische Betrieb auf der Berliner S-Bahn: Band 4 - Aufbau, Improvisation, Erweiterung - 1946 bis 1960: Berlin (Verlag B Neddermeyer) 2008*, p. 107, Bildunterschrift, Bild rechts unten «Nach Verhaftungen West-Berliner Bürger, die mit der S-Bahn unerlaubt die Sektorengrenze (gemeint sind Sektorengrenzen zur DDR) überquert hatten...» Bilddatum: 18. Dezember 1952, Hervorhebung: Stringer49

Stringer49

*Eine sehr interessante Lektüre (ich verstehe nicht alles - Eisenbahn ist nicht mein Interessengebiet), welche ich @Hans verdanke.

23.08.2014 11:49von Sperrbrecher
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Zitat von Stringer49 im Beitrag #32
....die mit der S-Bahn unerlaubt die Sektorengrenze (gemeint sind Sektorengrenzen zur DDR) überquert hatten...»

Sektorengrenzen gab es nur innerhalb der Stadt Berlin, von Sektor zu Sektor, die Grenze West-Berlins zur DDR war die Grenze zur "Zone" (Sowjetische Besatzungszone = SBZ).

23.08.2014 11:56von diefenbaker
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #33
Zitat von Stringer49 im Beitrag #32
....die mit der S-Bahn unerlaubt die Sektorengrenze (gemeint sind Sektorengrenzen zur DDR) überquert hatten...»

Sektorengrenzen gab es nur innerhalb der Stadt Berlin, von Sektor zu Sektor, die Grenze West-Berlins zur DDR war die Grenze zur "Zone" (Sowjetische Besatzungszone = SBZ).



die von Ost-Berlin auch

23.08.2014 12:39von Sperrbrecher
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #34
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #33

Sektorengrenzen gab es nur innerhalb der Stadt Berlin, von Sektor zu Sektor, die Grenze West-Berlins zur DDR war die Grenze zur "Zone" (Sowjetische Besatzungszone = SBZ).


die von Ost-Berlin auch

Ja, das war die Sektorengrenze zum sowjetischen Sektor.
Allerdings gab es diese Schilder auch innerhalb West-Berlins und markierten die Grenzen zwischen dem amerikanischen, französischen und britischen Sektor, waren aber im Gegensatz zu denen zum Ost-(sowjetischen) Sektor relativ bedeutungslos.

02.12.2014 17:10von ( gelöscht )
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Ich könnte mir vorstellen, das es auch ein bisschen "Kalter-Krieg-Propaganda" vom Westen war, diese Schilder. 1970 bin ich geflüchtet, wie Ihr ja nun wisst. Ich arbeitete zwischen 70 und 72 auch beim Axel-Springer-Verlag in der Kochstraße, die damals noch Kochstraße hieß. Ich hätte U-Bhf. Kochstraße aussteigen müssen, schlief aber ein und wachte erst in den Durchfahrt-Stationen der Geisterbahnhöfe auf. Es ist nicht oft passiert, aber manchmal hielten die Züge dort auch und die Fahrgäste wurden kontrolliert. Wäre mir dies als Republikflüchtling passiert, hätten die mich eingesammelt und in den Knast gesteckt. Flüchtlinge wurden nach dem Mauerbau stets vor der Durchfahrt des Ostens gewarnt.

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02.12.2014 17:18von diefenbaker
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Zitat von Reinhardinho im Beitrag #36
Ich könnte mir vorstellen, das es auch ein bisschen "Kalter-Krieg-Propaganda" vom Westen war, diese Schilder. 1970 bin ich geflüchtet, wie Ihr ja nun wisst. Ich arbeitete zwischen 70 und 72 auch beim Axel-Springer-Verlag in der Kochstraße, die damals noch Kochstraße hieß. Ich hätte U-Bhf. Kochstraße aussteigen müssen, schlief aber ein und wachte erst in den Durchfahrt-Stationen der Geisterbahnhöfe auf. Es ist nicht oft passiert, aber manchmal hielten die Züge dort auch und die Fahrgäste wurden kontrolliert. Wäre mir dies als Republikflüchtling passiert, hätten die mich eingesammelt und in den Knast gesteckt. Flüchtlinge wurden nach dem Mauerbau stets vor der Durchfahrt des Ostens gewarnt.


Ist Dir das selbst passiert oder kannst Du dafür konkrete Quellen benennen?

GrussWolfgang

02.12.2014 17:19von ( gelöscht )
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Abend, Gemeinde,.....
Reinhardino, Du redest von der Zeit 1970 aufwärts, ja ?
Bitte - ein einziges Beispiel der Kontrolle der Reisenden in einer U-Bahn, die auf einem der Geisterbahnhöfe stehen geblieben ist.- Viel Spass beim Suchen.
73, Hans

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02.12.2014 17:29von Freienhagener
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Zitat von mabebi0608 im Beitrag #3

Ich vermute, dass es Westberlinern vor 1961 nicht erlaubt war, abgesehen von Ostberlin, in die DDR zu fahren. Stimmt das? Sonst würde dieses Schild ja gar keinen Sinn machen.


Wieso?
Das war ein Warnung, kein Verbot.

02.12.2014 17:33von ( gelöscht )
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Zitat von Hans im Beitrag #38
Abend, Gemeinde,.....
Reinhardino, Du redest von der Zeit 1970 aufwärts, ja ?
Bitte - ein einziges Beispiel der Kontrolle der Reisenden in einer U-Bahn, die auf einem der Geisterbahnhöfe stehen geblieben ist.- Viel Spass beim Suchen.
73, Hans



@diefenbaker
@Hans

Okay, Westpropaganda!

Nur dies gefunden: Aber auch die Fahrten mit den U-Bahnen wurden schnell zum Politikum: Per Lautsprecher (“Letzter Bahnhof in West-Berlin!”) wurden die Fahrgäste gewarnt, dass sie nun – unterirdisch – das Gebiet des ideologischen Gegners passieren würden. Manche gruselten sich in diesen Minuten, verängstigt durch Gerüchte über Entführungen der Stasi. Andere hingegen warfen den Kontrollposten an den Geisterbahnhöfen West-Produkte wie Tabak und Kaffee vor die Füße – womöglich eine gezielte Provokation der Grenzer: Seht her, was wir alles haben!

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02.12.2014 17:33von Freienhagener
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #22
Ausländer benötigten meist Reisepass und Einreisegenehmigung.


Nicht zu vergessen die in der DDR lebenden Ausländer, welche in den Westen reisen durften.
Außer Westeuropäern waren das Chinesen, Südamerikaner und Afrikaner.

02.12.2014 17:51von ( gelöscht )
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Das hier gefunden:

Während Fahrgäste in Zügen, die sich noch in Westberlin befanden, Umsteigen und den Osten mit anderen Verkehrsmitteln umfahren konnten, hatten die Fahrgäste Pech, die sich in einem Zug befanden, der bereits unter dem Osten der Stadt war. Dieser Zug wurde dann von den Grenzorganen umstellt um zu verhindern, dass Fahrgäste oder Zugpersonal den Zug verlassen könnten. Dabei spielte es keine Rolle, wie eilig es ein Fahrgast auch immer haben konnte. Es ist nur ein Fall bekannt, dass ein Zug auf der Transitstrecke evakuiert wurde, auch sowas gabs!. Zu diesem Zweck gab es meist einen Bus mit Fahrer der BVG-Ost, der irgendwo in der Berliner Innenstadt bereit stand für den Fall der Fälle. Es soll in den 70er Jahren mal eine Evakuierung eines Zuges auf der Linie 8 gegeben haben, wobei die Fahrgäste unter entsprechender Bewachung in diesen Bus geleitet und anschließend zu einem der Grenzübergänge gefahren und somit wieder direkt und ohne weitere Zwischenfälle nach West-Berlin geschleust wurden.

In den allermeisten Fällen aber blieben Fahrgäste und Personal im Zug bis es weiterging. Erst in den letzten Jahren gab es eine Abmachung, die es gestattete, dass ein liegen gebliebener U-Bahnzug mit Hilfe einer Schlepplok aus der Transitstrecke gezogen werden durfte.


Quelle: "Betriebsalltag" > http://www.berliner-untergrundbahn.de/ou...nbringer U-Bahn

Als Flüchtling reichte mir ja dieser eine Fall, die Tatsache, die die Gerüchte natürlich auch weiter anheizte, um mir ernsthafte Sorgen zu machen und man konnte ja auch vorher damals nicht wissen, ob es bei diesem einen Fall bliebe.

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02.12.2014 18:03von ( gelöscht )
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Na ja, Reinhardino - das ist eben so das Problem - und deine Meinung.
„Andere hingegen warfen den Kontrollposten an den Geisterbahnhöfen West-Produkte wie Tabak und Kaffee vor die Füße.“ Schätz doch mal, wie oft ich das in 18 Jahren erlebt habe?
-Ach so, die Antwort existiert schon hier im Forum.-
Da frage ich doch glatt mal - wie viel von den ganzen Storys über U-und S-Bahn unter Ostberlin ist wahr - und wie viel ist Propaganda?
Zum letzten Beitrag: Nun, es war die Linie C - also U 6, genau auf dem Bahnhof Oranienburger Tor, wo der Zug evakuiert wurde. - (Auch schon vorhanden - Geisterbahnhöfe) Und - der Zug wurde evakuiert, weil er nicht mehr Fahrbar war - er zog einen Dauerkurzschluß. Man -die BVG in dem Fall- konnte ihn nicht mal mit der nachfolgenden Bahn Schieben. Also musste der Zug – die Reisenden, evakuiert werden – Brand -Gefahr usw. Mit Kontrolle und so hat das aber nichts zu tun.
73, Hans

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02.12.2014 18:04von ( gelöscht )
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Zitat von Hans im Beitrag #38
Abend, Gemeinde,.....
Reinhardino, Du redest von der Zeit 1970 aufwärts, ja ?
Bitte - ein einziges Beispiel der Kontrolle der Reisenden in einer U-Bahn, die auf einem der Geisterbahnhöfe stehen geblieben ist.- Viel Spass beim Suchen.
73, Hans



Danke, Hans, hatte Spaß beim Suchen und erst beim Finden....
(ob eine Kontrolle erfolgte, glaube ich allerdings auch nicht. Die Angst davor war jedenfalls allgegenwärtig.) Wer eine Mauer baut, Deutsche von Deutschen, Familien willkürlich trennt und Menschen, die aus dem Staat raus wollen, erschießt, dem ist ja alles zu zutrauen.
"...auf Menschen wie auf Hasen zu schießen...", ARD-Korrespondent Lothar Loewe in Ostberlin

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02.12.2014 18:16von ( gelöscht )
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Na gut - noch einen -
Umstellt wurde der Zug also. Von wie viel Leuten denn gleich ? - Es waren nur zwei! (pro Bahnhof)
Und - was hast Du bisher zum Thema Kontrolle im Zug gefunden - ne- . Aber einen Tipp - weil ich ja gar nicht so bin, im Jahr 1962 gab es solch Vorfall auf der Strecke zwischen Alex und Rosenthaler. Allerdings - man findet nur die eine Seite davon im Net. (Die der BVG, bzw. die Sichtweise eines U-Bahn-Fahrers,- steht auch auf den Berliner Verkehrsseiten.) Über einen konkreten Anlass findet man nichts.
73 , Hans ( Ach ja - Sry - eigentlich O.T.)

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