Schüsse auf Wahlhausen:Anschlag auf DDR-Gemeinde Werk der Stasi

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07.08.2009 07:20
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#1
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Witzenhausen. Der Anschlag auf Wohnhäuser in der DDR-Grenzgemeinde Wahlhausen gegenüber von Bad Sooden-Allendorf im August 1989 war mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Werk der Stasi.Es sei der DDR darum gegangen, von der Massenflucht von DDR-Bürgern über bundesdeutsche Botschaften in Prag und Budapest abzulenken, sagte der Leiter des Grenmuseums Schifflersgrund, Wolfgang Ruske. "Der propagandistische Aufwand noch am Folgetag (des 18. August) war für mich bezeichnend, denn so schnell war die Aktuelle Kamera der DDR niemals an einem Tatort", sagte Ruske der HNA/Witzenhäuser Allgemeine.Über die friedlichen Demonstrationen in Ostdeutschland seien nur gefiltert berichtet worden. In der Nacht zum 18. August 1989 waren von hessischem Boden aus 91 Schüsse über die Werra auf Häuser in der thüringischen Gemeinde abgefeuert worden. Auffallend war, dass im Ort befindliche Grenzposten nach Angaben von Bewohnern nicht eingriffen. Am anderen Tag, das sagten Zeuge gegenüber der HNA jetzt aus, seien die Einwohner aufgefordert worden, die Schäden zu besichtigen. Eine 75-Jährige: "Da hätten wir sonst nie hingedurft."


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http://www.hna.de/breakingnews/00_200908..._der_Stasi.html


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07.08.2009 07:35
#2
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Das war am ehemaligen PoP 134a.

RF

"Ich weiß nicht, dass ich jemals von der zauberhaften Schönheit eines Erdfleckens so innerlichst berührt worden wäre."
Theodor Storm über das Eichsfeld (1856)


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07.08.2009 15:24
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07.08.2009 15:27
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ich hatte mich im september 1989 mit dem posten unterhalten können,
auf den geschossen wurde, das war eine ganz linke kiste.


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07.08.2009 16:46
avatar  Mike59
#5
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Sehr dubios - für war!
Selbst die Nachrichten bei uns haben mehr Verwirrung wie alles andere gebracht. Wenn das eine Inszenierung von DDR Seite gewesen ist, verstehe ich es noch weniger. Zu diesem Zeitpunkt durfte sogar der Berufssoldat schon West-Fernsehen und die im "Tal der Ahnungslosen" haben der AK doch sowie so nicht geglaubt
So ein Mist hat doch seit "Gleiwitz" nicht mehr ohne Wiederspruch in aller Welt funktioniert.


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07.08.2009 21:01
#6
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Zitat von Angelo
... "Der propagandistische Aufwand noch am Folgetag (des 18. August) war für mich bezeichnend, denn so schnell war die Aktuelle Kamera der DDR niemals an einem Tatort", sagte Ruske der HNA/Witzenhäuser Allgemeine. ...


Hallo zusammen,

sorry, aber allein dieser Satz zeigt, dass der Typ selbst keine Ahnung hatte, wie schnell die AK vor Ort sein konnte, wenn es etwas, was gegen die DDR gerichtet war, zu berichten galt. Das klingt auch nur wie Propaganda. Ich kann dieser Sache auf diese Weise keinen Glauben abgewinnen.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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07.08.2009 22:19
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#7
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Seltsam sind die Dinge schon etwas:

Pfarrer Emmelmann jedenfalls glaubt nicht an eine Provokation aus dem Westen. "Der Zeitpunkt der Schüsse lässt darauf schließen, dass das Ereignis von der DDR selbst inszeniert wurde", ist der Gottesmann bis heute überzeigt. Und auch Horst Zbierski, Chronist und erster Nach-Wende-Bürgermeister von Wahlhausen, spricht von Indizien, die "eindeutig auf eine Aktion der Stasi" hinwiesen.

Warum trieben sich bereits DDR-Reporter in Wahlhausen herum, als der Bundesgrenzschutz gerade erst von den Schüssen erfahren hatte? Weshalb griffen die DDR-Grenzposten nicht sofort zum Roten Telefon, das seit Ende der siebziger Jahre speziell für solche Gefahrensituationen existierte? War es nur Zufall, dass niemand verletzt wurde? Oder wartete der Täter sicherheitshalber, bis sich die Wahlhausener schlafen gelegt hatten, bevor er den Ort über eine Stunde lang unter Feuer nahm?

Allerdings glaube ich nicht, das es so häufig vorkam, das sich DDR-Reporter im Grenzgebiet aufhielten, oder irre ich mich da?


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07.08.2009 22:23
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Zitat von Rainman2

Hallo zusammen,

sorry, aber allein dieser Satz zeigt, dass der Typ selbst keine Ahnung hatte, wie schnell die AK vor Ort sein konnte, wenn es etwas, was gegen die DDR gerichtet war, zu berichten galt. Das klingt auch nur wie Propaganda. Ich kann dieser Sache auf diese Weise keinen Glauben abgewinnen.

ciao Rainman


Rainman, dieser Herr Ruske ist inzwischen Leiter des Grenzmuseums Schifflersgrund...


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07.08.2009 22:35
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Seht mal aufs Datum.
Der 13. August steht vor der Tür und das nimmt ein Herr Ruske mit seinem Grenzmuseum zum Anlass sich ein bisschen in den Vordergrund zu spielen.
Außerdem ist Wahlkampf, da gibt es immer wieder welche, die mit Anti-DDR-Propaganda und ein paar erfundenen Stasi-Schauermärchen versuchen zu punkten.
Ein Glück das es die Stasi gab, der kann man heute fast alles in die Schuhe schieben.

Suentaler


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07.08.2009 22:39
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Ich glaube auch, die Wahrheit werden wir nie erfahren, was bei Wahlhausen wirklich geschehen ist.
Aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, daß - bevor alle möglichen Medien - den Vorfall richtig aufgebläht haben, in meiner Heimat der Verdacht geäußert wurde, es sei eine Inszenierung von der DDR gewesen.

Ist jetzt auch wieder ein schönes Thema fürs Sommerloch...


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08.08.2009 08:58
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#11
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S51

Mit den Verschwörungstheorien ist es schön. Die funzen wenigstens. Doch die Fakten sind dürr und die Geschichte im Spiegel könnte etwas Wahres haben. KK-Gewehre waren in der Bundesrepublik bis in die 70-er Jahre (als die Terroristenhatz losging) frei zu erwerben. Viele Jäger hatten/haben so etwas und Wilderer und mancher sonst auch noch. Viele auch noch aus der Zeit vor dem Kriege. Registrierung? Vielleicht so um 10 %. Die Knarre (-n) findet man also allenfalls durch Zufall. Wenn jemand mit so einem Prügel provozieren wollte - das wäre möglich.
Das "rote Telefon" gab es. Doch wurde es nur benutzt, wenn sich ein militärischer Konflikt andeutete. Aber nicht oder höchstens ausnahmsweise bei zivilen Sachen von DDR-Seite. Denn die Begründung für den Griff danach war wenigstens so umständlich, wie die Rechtfertigung bei einer vorgeworfenen Kontaktaufnahme. Bei KK-Geschossen wird daran niemand gedacht haben. Das hätten andere Kaliber sein müssen.
Vielleicht war es wirklich ein Dummejungenstreich. Obwohl KK-Geschosse auch viel Schaden anrichten und auch tödlich sein können.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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08.08.2009 10:30
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#12
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In Antwort auf:
Das "rote Telefon" gab es. Doch wurde es nur benutzt, wenn sich ein militärischer Konflikt andeutete. Aber nicht oder höchstens ausnahmsweise bei zivilen Sachen von DDR-Seite. Denn die Begründung für den Griff danach war wenigstens so umständlich, wie die Rechtfertigung bei einer vorgeworfenen Kontaktaufnahme.

In dem von mir eröffneten Thema über "Grenzzwischenfälle" wurde das "rote Telefon" auch teilweise für ziemlich absurde Vorkommnisse (Kühe oder Rohre am Grenzzaun) benutzt.
Dagegen sind ja auch Schüsse auf ein Grenzdorf die reinste Lappalie...


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08.08.2009 10:55
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S51

Zitat von Heldrasteiner
In Antwort auf:
Das "rote Telefon" gab es. Doch wurde es nur benutzt, wenn sich ein militärischer Konflikt andeutete. Aber nicht oder höchstens ausnahmsweise bei zivilen Sachen von DDR-Seite. Denn die Begründung für den Griff danach war wenigstens so umständlich, wie die Rechtfertigung bei einer vorgeworfenen Kontaktaufnahme.

In dem von mir eröffneten Thema über "Grenzzwischenfälle" wurde das "rote Telefon" auch teilweise für ziemlich absurde Vorkommnisse (Kühe oder Rohre am Grenzzaun) benutzt.
Dagegen sind ja auch Schüsse auf ein Grenzdorf die reinste Lappalie...


Ja, aber da erfolgte die Initiative, also der erste Anruf, doch zumeist von westlicher Seite. Die Kollegen sahen das entschieden lockerer. Unsereins wäre der Griff auf diesen Hörer so leicht gefallen, wie der in ein Wespennest. Nicht mal freiwillig Sudel-Ede hätte für eine Absolution gereicht.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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08.08.2009 16:14
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#14
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Also, Rindviecher vorm Grenzzaun waren wohl doch ein Grund, daß auch der Kontakt von Ost nach West aktiviert wurde.
Siehe dieser Beitrag im Strang über Grenzzwischenfälle:

In Antwort auf:
Ein Platz an der Sonne – vor dem Grenzzaun
Anruf aus Wartha über den Grenzinformationspunkt 9 (GIP) beim Eschweger BGS: Vor dem Grenzzaun bei Wanfried lägen Kühe, die dort unbedingt wegzutreiben seien.
Ein BGS-Hubschrauber flog den beschriebenen Grenzabschnitt ab, um die Tiere zu orten. Eine BGS-Streife fuhr im Geländewagen nach Wanfried, um den inzwischen ausfindig gemachten Besitzer der Kühe zu informieren. Der Landwirt stellte fest, daß die Tiere aus der Weide ausgebrochen waren. Die Kühe hatten sich vor dem Grenzzaun in die Sonne gelegt, da es auf ihrer Weide zu der Zeit schattig war.
Über GIP9 meldete der BGS an die DDR, daß der Besitzer informiert sei und nun seine Kühe zurücktreiben könne. Nach Rücksprache mit Berlin (Ost), genehmigte der zuständige Posten die Aktion, und der Rücktrieb konnte unter scharfer Bewachung beginnen. Durch die plötzliche Betriebsamkeit fühlten sich die Kühe scheinbar in ihrer Ruhe gestört und zogen sich von allein wieder auf ihre Weide zurück, wo inzwischen auch die Sonne schien.


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08.08.2009 16:27
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Die Handhabung mit dem roten Telefon war demnach so unterschiedlich wie die Herren Majore etc. an der Grenze selbst. Die einen sprachen mit dem BGS über Belanglosigkeiten (siehe: https://www.forum-ddr-grenze.de/topic-thr...93&message=8088), obwohl es verboten war, die anderen trauten sich das scheinbar nicht mal wenn Schüsse fielen und hatten wohl aus Unkenntnis die "Hosen vo....". Da soll einer schlau draus werden....


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