Silvester an der Grenze im Dienst

  • Seite 3 von 4
07.08.2009 06:26von Angelo
Frage
Silvester an der Grenze im Dienst

Da ist mir doch jetzt wieder mal eine Spontane Frage in den Kopf geschossen die eigentlich auch beide Seiten der Grenze betrifft. Wie war der Dienst eigentlich an Silvester an der Grenze? Wurden dort die Wachen verstärkt? Kam es oft zu Fehlalarmen wegen Böllern? War es überhaupt möglich bis zum Zaun vorzudringen und sich Scherze mit Feuerwerkskörpern zu erlauben? Und wie war das bei den Grenztruppen konnten die auch ein bisschen ins neue Jahr Feiern? Oder wurde da strickt Dienst nach Vorschrift gemacht?

04.09.2010 22:24von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Es soll mal Anfangs der 70iger Jahre in der Sylvester-Nacht bei der Ortschaft Lindewerra (Nahe Bad Sooden Allendorf, Nordhessen) einen Zwischenfall gegeben haben.
Aus Frust über den angeordneten Streifendienst in der Sylvesternacht soll ein Streifenangehöriger der BGS-Abteilung in Eschwege
mittels der mitgeführten Signalpistole eine Signalpatrone (drei-stern-grün?) in Richtung des etwa 50m entfernten Beobachtungsturms
geschossen haben. Der BT wurde angeblich auch getroffen. Verletzt wurde zum Glück niemand.

avatar
( gelöscht )
04.09.2010 22:25von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Ich habe während meiner mehrjährigen Dienstzeit an der Grenze zwischen Lübeck-Eichholz und Herrnburg dreimal das Vergnügen gehabt, in der Sylvester-Nacht Streife laufen zu dürfen. Mir wurden dann so viele Leuchtpatronen von Seiten meines Kommissariates mitgegeben, wie ich haben wollte. Alles Patronen, die aufgrund der Lagerzeit verbraucht werden mussten. Nun, das hat immer sehr viel Spass gemacht.... hin und wieder wurde eine LK mal durch Wind abgetrieben und ging dann über DDR-Gebiet runter - da hatte ich schon ein mulmiges Gefühl. Ist aber immer alles klar gegangen!
Als der Dienst dann zu Ende ging und ich "ableisten" wollte/musste (durch Unterschrift im Dienstbuch), da habe ich dann nicht mehr die Kraft gehabt, den Kugelschreiber zwischen den Fingern zu halten. Kein Gefühl mehr in der Hand - verursacht durch den Rückschlag der Leuchtpistole, die ich vielleicht 200 Mal abgefeuert hatte. Die Unterschrift habe ich dann mittags nachgeholt, wobei ich dann auch die vollkommen verdreckte Leuchtpistole gereinigt habe (die sah vielleicht aus..... und wie lange ich gebraucht habe, diese wieder in blitzeblankem Zustand zu bekommen....). Ich erinnere mich jedenfalls sehr gern an meine Grenzdienstzeit zurück. Bin sehr dankbar für diese Jahre - bin mir ganz sicher, dass ich bei meiner Pensionierung zu der Auffassung gelange, dass der Aufsichtsdienst an der Grenze zur DDR für mich die schönste Zeit beim Zoll darstellte.

avatar
( gelöscht )
05.09.2010 07:46von Zkom IV
Antwort

0

0

Hallo Krelle, auch ich als Ex Zöllnern muß sagen, dass die Zeit "am Draht" eine sehr schöne war, Manchmal etwas langweilig, machmal auch stressig, wenn der BzbV (war bei uns ein ganz harter) im Beritt unterwegs war.
Was mich überrascht hat, dass ihr alte Leuchtpatronen verschossen habt. Wir führten in Berlin sowas gar nicht mit, kann ich mich jedenfalls nicht mehr daran erinnern. So ein oder zwei Silverster Nachtdienste habe ich dann auch geschoben. War immer eine "lässige" Nacht, da mit "Treffern" durch ZKom oder BzbV nicht zu rechnen war. So habe ich eine Silvesternacht mit zwei Kollegen und unseren Frauen gefeiert. Die kamen kurz vor 24.oo Uhr zur GAst und wir haben dann Fondue gemacht. Wie gesagt, im Gegensatz zu meinem jetzigen Job (Schupo in Schöneberg) war GAD extrem entspannend.

Gruß Frank

05.09.2010 12:03von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Hallo Frank!
Nun, die Leuchtpistole haben wir im täglichen Grenzdienst auch nicht mitgeführt. Man konnte, musste diese aber nicht während des Nachtdienstes führen. Also haben wir uns damit auch nicht abgeschleppt. Die LP haben wir dann meist nur zur Hundeübungen (bei den "Nachthundeübungen") bzw. an Silvester geführt. Die Leuchtpatronen, die wir verschossen haben, waren nicht überlagert, sondern nur in der Nähe des Verfalls-/Verbrauchsdatums. Und da haben sich am Jahresende meist eine ganze Menge angesammelt. Wir haben sie gern in die Höhe gejagt; es hat sehr viel Spass gemacht. Die Kollegen von der "anderen Feldpost-Nr", die sich die wilde Ballerei vom BT aus angesehen haben, hatten sicherlich auch ihre Freude - sie blinkten mit ihren Taschenlampen (mit vorgesetztem Rot- oder Grünfilter) zu uns herüber.

avatar
( gelöscht )
05.09.2010 14:11von Zkom IV
Antwort

0

0

Hallo Krelle,
find ich ja witzig, dass ihr mit dem Ding da so ganz offiziell rumballern durftet. Hätte mir sicherlich auch Spaß gemacht. Kann mich auch nicht an eine Ausbildung mit der Leuchtpistole erinnern. Vielleicht gabs das zu meiner Zeit (Frühjahr 1981 in Bad Gandersheim zur Waffenausbildung bei ZAM Uwe S.) nicht mehr.
Gruß in den Norden
P.S. Gehörte der Priwall auch zu eurem Zkom Bereich? Kannte von dort mal einen Koll. über die damalige Jugendvertretung, weiß aber den Namen nicht mehr.

05.09.2010 14:25von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Die GASt Priwall gehörte zu uns (ZKom Süd). Die dortigen Kollegen hatten auch ein kleines Zollboot, mit dem sie auf dem Dassower See unterwegs waren. Was die Ausbildung mit der Leuchtpistole anbelangt, so habe ich diese im Raum Hof (an der Saale) gehabt, es war Januar/Februar 1982. Sind wohl der letzte (und vielleicht auch einzige) Lehrgang gewesen, der neben der LP, der MPi und dem G3 sowohl an der HK 4 (7,65 mm) als auch an der damals neuen Dienstwaffe des Zolls (SIG Sauer P 6 in 9 mm) ausgebildet wurde. Nach Beendigung des 6-wöchigen Lehrgangs habe ich dann in Flensburg eine HK 4-Dienstpistole bekommen, die dann aber in den nächsten Monaten gegen die P 6 ausgetauscht wurde.

avatar
( gelöscht )
05.09.2010 23:02von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Als junger Mensch wären die meisten Soldaten sicher lieber Weihnachten aufgezogen und hätten Silvester daheim bei Freunden verbracht und dort Halli-Galli gemacht.

Mir gings da auch so. Weihnachten hatte man in der GK seine Ruhe, irgendwie lief alles deutlich friedlicher ab als zu anderen Tagen des Jahres. Und letztlich auch viel toleranter, was bspw. den Genuss von Spirituosen anging.

Aber wer dennoch über den Jahreswechsel draußen am Kanten war, der fand schon ne Begründung, weshalb er um Mitternacht HLZ schießen musste. Und auch der Spitz (oder Spizz?) war in der Abrechnung nachsichtiger als sonst.

Das Folgende ist zwar nicht direkt an der Grenze passiert, hat aber unmittelbar damit zu tun:

Hatte mir einige (natürlich ausrangierte ) HLZ Gefechtsfeldbeleuchtung mit nach Hause genommen. In der Silvesternacht kam dann kurz nach Mitternacht mein großer Auftritt:

Während sich die Bürgerinnen und Bürger des einzigen deutschen Arbeiter- und Bauernstaates daran erfreuten, ihre Silvesterraketen, die sie für teures Geld im größtenteils volkseigenen Einzelhandel erworben hatten, zu bestaunen, zündete ich meine Gefechtsfeldbeleuchtung unmittelbar nach Mitternacht, als der Silvesterhimmel von Raketen und Feuerwerk nur so leuchtete.

Und plötzlich war alles taghell ... und das nicht nur 20 Sekunden ... und alle machten ein griesgrämiges Gesicht, weil sie sozusagen ihre teuren Raketen in den taghell erleuchteten Himmel schickten und in etwa so viel sahen, wie wenn sie sie um 14 Uhr gezündet hätten ...

Wir hatten Spaß ... Schadenfreude ... ... und gaben uns kurze Zeit später, den Bauch vor Lachen haltend, wieder Grand Mousseau, Wilde(r) Sau und Apricot Brandy (an dem ich mir in dieser Silvesternacht solch einen Ekel angesoffen habe, dass ich heute, fast 30 Jahre später!, immer noch nicht rankomme), hin.

avatar
( gelöscht )
10.03.2013 21:44von 82zwo
Antwort

0

0

Apricot Brandy trinke ich seit 82 auch nicht mehr
Und schon vor Silvester wurden bei uns keine Leuchtzeichen mehr ausgegeben !

10.03.2013 21:49von DoreHolm
Antwort

0

0

Zitat von 82zwo im Beitrag #38
Apricot Brandy trinke ich seit 82 auch nicht mehr
Und schon vor Silvester wurden bei uns keine Leuchtzeichen mehr ausgegeben !


Silvester 67/68 Nachtschicht, verstärkte Sicherung. Ein Anwohner brachte uns ein paar Flaschen Bier raus. Punkt Zwölf hätte man vom All aus die Umrisse von Westberlin sehen können. Überall gingen die Stern Gelb hoch.

11.03.2013 08:47von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Silvester 75/76 Rhön-Kaltenwestheim

Nachtschicht RTL auf dem "Bock".
Soweit ich mich erinnere : Ruhig
Gegen 23:00 meldete sich der KC samt Furier an.
Sie kamen mit dem P3 und es gab eine heiße Tasse Ochsenschwanzsuppe und für jeden ein halbes Glas Sekt um uns bei "Laune" zu halten.
In dieser Nacht: -Im Westen nichts Neues-

avatar
( gelöscht )
11.03.2013 17:14von Lutze
Antwort

0

0

Zitat von hardi24a im Beitrag #40
Silvester 75/76 Rhön-Kaltenwestheim

Nachtschicht RTL auf dem "Bock".
Soweit ich mich erinnere : Ruhig
Gegen 23:00 meldete sich der KC samt Furier an.
Sie kamen mit dem P3 und es gab eine heiße Tasse Ochsenschwanzsuppe und für jeden ein halbes Glas Sekt um uns bei "Laune" zu halten.
In dieser Nacht: -Im Westen nichts Neues-


da hattet ihr einen guten Kompanie-Chef
Lutze

11.03.2013 18:30von PF75
Antwort

0

0

Das einemal Silvester an der Grenze ,da hatten wir Tagschicht und so saßen wir dann in der GK "gemütlich" zusammen und hatten keinen Streß wegen Leuchter und so.

11.03.2013 18:56von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Silvester 85 von der Wache gekommen = " Grantengeleert " bis zum abwinken, hatten ja Zeit nüchtern zu werden bis 16.00
Silvester 86 das selbe, nur nicht so viel !!! Man lernt ja dazu.....
Silvester 87 Urlaub !!!!

avatar
( gelöscht )
11.03.2013 19:32von ( gelöscht )
Antwort

0

0

`86 / `87 WE
Egal und vorbei.
Weihnachten war viel schlimmer.

Oss`n

avatar
( gelöscht )
11.03.2013 20:33von ( gelöscht )
Antwort

0

0

Weihnachten...
... da gabs auch 0,7 Granaten.

Eh jemand schreibt: Nur gesoffen !!!
Nein, so wars nicht !!!

avatar
( gelöscht )
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!