In stillen Gedenken: VP Wachtmeister Siegfried Apportin / 02.07.1950

  • Seite 3 von 4
03.07.2014 15:50
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#31
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #13
Zitat von steffen52 im Beitrag #6
[quote=Antaios|p366948]Hallo 94!

Genau so ist es wen man einen laufenden GV in den Rücken schießt! Mord ist Mord! Aber bestimmt , siehst Du das wieder anders!
Grüsse steffen52

Die Straftatbestände Mord und Totschlag waren in der BRD und der DDR, zumindest seit 1968 nicht gleich definiert. Während in der DDR eine vorsätzliche Tötung ein Mord war, brauchte es für diese Qualifizierung in der BRD mehr, siehe hier
http://dejure.org/gesetze/StGB/211.html
und diese Merkmale waren meist nicht erfüllt: Verdeckung einer Straftat war nicht gegeben (Fahnenflucht aus der DDR Armee war nach dem Recht der BRD nicht strafbar), Auch die Heimtücke nicht: Ein Soldat ist selten arg- oder wehrlos. Vielmehr muss er immer damit rechnen, in eine gefährliche Situation zu gelangen. Zu Recht hat sich die DDR immer wieder an dieser Rechtsbeurteilung gestört. Denn sie konnte, besonders von jungen Wehrpflichtigen quasi als Aufforderung zur Fachnenflucht empfunden werden. Ein Totschlag, nach dem Jugendrecht der BRD abgeurteilt, wurde nicht mit einer hohen Strafe abgeurteilt.
Theo



Die Dienstwaffe überraschend gegen den eigene Kameraden zu richten, ist heimtückisch. Eine Schußwaffe ist ein gemeingefährliches Mittel (deswegen ist der Besitz durch das Waffenrecht eingeschränkt).


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03.07.2014 16:24
#32
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Da sieht man eben, wie flexibel die Juristen sind....Viele Deserteure sind es nicht geworden, die des Mordes schuldig gesprochen wurden. Sebst Werner W. wurde nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Totschlages verurteilt
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40374344.html
Theo


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03.07.2014 16:29 (zuletzt bearbeitet: 03.07.2014 16:30)
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#33
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ich verstehe aber eines an der Geschichte nicht. Wir schreiben das Jahr 1950. Diese Grenze oder besser Demarkationslinie zwischen der sowj. und den übrigen Zonen war überhaupt noch keine Staatsgrenze. Die Angehörigen der Grenzpolizei durften Waffen nur zur Selbstverteidigung einsetzen, es gab keinerlei Grenzbefestigungen, der Weg nach Westen war offen. Das wurde erst ab 1952 mehr und mehr abgeriegelt, bzw. Schusswaffengebrauchsbestimmungen verschärft. Warum erschiesst dann ein Grenzpolizisten den anderen um in den Westen zu türmen? Ob da nicht noch etwas anderes als Motiv vorhanden war ? Das ganze ergibt für mich keinen Sinn ? Der Mann ist sinnlos gestorben, das ist traurig.
Wie dem auch sei, heute nach 64 Jahren werden wir es nicht klären. Der Staat DDR hat bei solchen Delikten oft Fakten verdunkelt oder verdreht, wenn sie ihm zum Nachteil gereichten. Muss nicht sein, kann aber.....


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03.07.2014 16:48
avatar  seaman
#34
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Zitat von Gert im Beitrag #33
ich verstehe aber eines an der Geschichte nicht. Wir schreiben das Jahr 1950. Diese Grenze oder besser Demarkationslinie zwischen der sowj. und den übrigen Zonen war überhaupt noch keine Staatsgrenze.
Wie dem auch sei, heute nach 64 Jahren werden wir es nicht klären. Der Staat DDR hat bei solchen Delikten oft Fakten verdunkelt oder verdreht, wenn sie ihm zum Nachteil gereichten. Muss nicht sein, kann aber.....



Doch Gert,
nach der Gründung beider deutscher Staaten war es im Selbstverständnis der DDR eine Staatsgrenze.Wie auch später die UNO feststellte.....

seaman


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03.07.2014 16:50
#35
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Stimmt. Beide Staaten existierten schon.
Aber staatsrechtliche Fragen haben bei dem Vorfall ganz sicher keine Rolle gespielt.............

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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03.07.2014 16:51 (zuletzt bearbeitet: 03.07.2014 16:54)
#36
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Noch nicht viele Grenzbefestigungen. Dennoch: will man bei der Flucht auf Nummer Sicher gehen, muss man seinen Begleiter ausschalten. Ich nehme an, damals gab es viele Fahnenfluchten ohne dass jemand getötet wurde.

http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschic...hen-grenze-1989
Theo


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03.07.2014 17:40
avatar  Pit 59
#37
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Wussten die eigentlich zu der Zeit nicht das man ohne weiteres nach Westberlin konnte


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03.07.2014 18:25
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#38
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Zitat von seaman im Beitrag #34
Zitat von Gert im Beitrag #33
ich verstehe aber eines an der Geschichte nicht. Wir schreiben das Jahr 1950. Diese Grenze oder besser Demarkationslinie zwischen der sowj. und den übrigen Zonen war überhaupt noch keine Staatsgrenze.
Wie dem auch sei, heute nach 64 Jahren werden wir es nicht klären. Der Staat DDR hat bei solchen Delikten oft Fakten verdunkelt oder verdreht, wenn sie ihm zum Nachteil gereichten. Muss nicht sein, kann aber.....



Doch Gert,
nach der Gründung beider deutscher Staaten war es im Selbstverständnis der DDR eine Staatsgrenze.Wie auch später die UNO feststellte.....

seaman


zu der Zeit hat doch außer der Besatzungsmacht SU keiner diesen Staat als legitim anerkannt. Ich erinnere , das mein Vater erzählte, dass er in den 40 er Jahren des vorigen Jahrhunderts des öftern in die britische Zone von Erfurt aus fuhr. Er fuhr mit der Bahn bis Ellrich und ging dann mit vielen anderen über die grüne Grenze. Einmal erwischten ihn die Russen aber sie hielten ihn nur kurz fest und ließen ihn dann wieder laufen.
Ich weiss aber nicht, wie lange das möglich war. Ich denke mal, 1950 nicht mehr ganz so easy


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03.07.2014 19:31 (zuletzt bearbeitet: 03.07.2014 19:31)
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#39
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Es ist richtig der getöteten und im Dienst verunglückten Kameraden zu Gedenken. Jedes Opfer schreit nach Gerechtigkeit. ,jeder Unfall besonders mit Todesfolge tragisch. Nur Vergessen darf man auch nicht das nicht nur Grenzsoldaten an der deutschen Grenze oder Mauer ihr Leben ließen. Ich hatte Glück bei meiner Flucht, viele hatten das nicht.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache welche Opfergruppe höher war.

Aus http://www.berlinermaueronline.de/geschichte/mauertote.htm


Das Museum Haus am Checkpoint Charlie gab auf der 137.Pressekonferenz am 13.08.2004 folgende Zahlen an:

Gesamt: 1065 Grenz- und Mauertote, davon
Todesfälle vor / nach dem 13. August 1961

getötete Flüchtlinge/Personen Berliner Grenze/Mauer: 37 / 190
getötete Flüchtlinge/Personen innerdeutsche Grenze: 247 / 237
getötete Flüchtlinge/Personen Ostsee: 17 / 164
bei Fluchtversuch getötete DDR-Grenzsoldaten: 18 / 19
sonstige Todesfälle, auch außerhalb der DDR: 59 / 77

Info auch hier: http://www.n24.de/n24/Wissen/History/d/1...dr-grenze-.html


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03.07.2014 19:41
avatar  Alfred
#40
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Turtle,

da sehen aber einige ganz andere Zahlen.

Ich kann hier mal "Die Todesopfer an Mauer und Grenze " von Hertle oder die Drucksache 16/ 6486 vom Deutschen Bundestag empfehlen.

Beides leicht zu finden.


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03.07.2014 19:50 (zuletzt bearbeitet: 03.07.2014 19:50)
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#41
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Anregung von mir :

Wir unterhalten uns täglich über Zwischenfälle an der innerdeutschen Grenze .

"Es ist richtig der getöteten und im Dienst verunglückten Kameraden zu Gedenken " auch die anderen Gedenken welche durch die Teilung Deutschlands ihr Leben auf Spiel setzten und es verloren . ob in Deutschland oder anderswo in Europa .

Ich würde es als gedenken aller ansehen ,wenn im Eingansbild des Forum ein einfaches Holzkreuz mit einer Gedenkschrift zu sehen wär . MfG ratata


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03.07.2014 22:21
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#42
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Zitat von Alfred im Beitrag #40
Turtle,

da sehen aber einige ganz andere Zahlen.

Ich kann hier mal "Die Todesopfer an Mauer und Grenze " von Hertle oder die Drucksache 16/ 6486 vom Deutschen Bundestag empfehlen.

Beides leicht zu finden.



Ich kenne die genauen Zahlen natürlich nicht. Aber bitte Alfred hier von Dir erwähntes.
http://www.berliner-mauer-gedenkstaette...._todesopfer.pdf


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04.07.2014 01:42 (zuletzt bearbeitet: 04.07.2014 01:55)
avatar  josy95
#43
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Zitat von Gert im Beitrag #38
Zitat von seaman im Beitrag #34
Zitat von Gert im Beitrag #33
ich verstehe aber eines an der Geschichte nicht. Wir schreiben das Jahr 1950. Diese Grenze oder besser Demarkationslinie zwischen der sowj. und den übrigen Zonen war überhaupt noch keine Staatsgrenze.
Wie dem auch sei, heute nach 64 Jahren werden wir es nicht klären. Der Staat DDR hat bei solchen Delikten oft Fakten verdunkelt oder verdreht, wenn sie ihm zum Nachteil gereichten. Muss nicht sein, kann aber.....



Doch Gert,
nach der Gründung beider deutscher Staaten war es im Selbstverständnis der DDR eine Staatsgrenze.Wie auch später die UNO feststellte.....

seaman


zu der Zeit hat doch außer der Besatzungsmacht SU keiner diesen Staat als legitim anerkannt. Ich erinnere , das mein Vater erzählte, dass er in den 40 er Jahren des vorigen Jahrhunderts des öftern in die britische Zone von Erfurt aus fuhr. Er fuhr mit der Bahn bis Ellrich und ging dann mit vielen anderen über die grüne Grenze. Einmal erwischten ihn die Russen aber sie hielten ihn nur kurz fest und ließen ihn dann wieder laufen.
Ich weiss aber nicht, wie lange das möglich war. Ich denke mal, 1950 nicht mehr ganz so easy


@Gert und alle anderen, @seaman:

Mein Papa und viele, glaubhafte(!) alte Ilsenburger, Einheimische erzählten mir Ähniches. Ich lege die Betonung sehr auf glaubhaft..., bevor es unpassendervweise von dem einen oder anderen Erbsenzähler wieder peinliche Nachfragen gibt...
Hier war es das Eckertal, der Eckerkrug als eine zentrale Stelle im nördlichen Harzvorland, wo man die damals s. g. Demarkationslinie Richtung Westen überschritt und in vielen Fällen auch auf diesem Wege wieder zurückkehrte. Vermutlich, weil man in der DDR bleiben wollte! Nur viel zu schnell unterstellte die von stalinistischen Mordbuben inszenierte damalige Propaganda gerade diesen Menschen vollmundig staatsfeindliche Aktivitäten, Spionagetätigkeit, faschistisches (!) Gedankengut und was auch immer für abenteuerliche Behauptungen noch.

Was die Russen bei der Sicherung der damalig als Demarkationslinie bezeichneten Grenze anbelangt, auch das kann ich an Hand der Aussagen alter Zeitzeugen nur bestätigen. Die nahmen hier und da die Leute fest, verhörten sie und ließen sie meißt wieder laufen. Oft gegen einen Obulus aus Westzigaretten, Alkoholika oder was auch immer. Wann die Grenzsicherung von den Russen vollends an die DDR abgegeben wurde.., na denke mal Mitte/ Ende der 50- ziger Jahre.

Bis dahin waren dann aber noch die jungen Genossen der KVP, der Grenzpolizei der DDR. Bestimmt sehr viele, die glaubten, aus bitterer eigener und der Erfahrung und Enttäuschung, aber auch der Eltern, Großeltern über das bisher erlebte, fest an die junge DDR, an einen endlich besseren Staat, an endlich soziale Gerechtigkeit jenseits von Krieg und Völkermord.
Was vermutlich niemand so schnell durchschaute, bemerkte, diese junge DDR war schon perfide von Moskau und moskaudevot- treuen Vasallen nach dem Muster stalinistischer Alleinherschaftsansprüche infiltriert.
Das auch sehr viele von diesen jungen Genossen bei KVP, Grenzpolizei oder wo auch immer relativ schnell merkten, was hier für ein hinterlistig Spiel mit ihnen getrieben wird und mehr oder weniger dies umfassend durchschauten. Hier erlaube ich mir einfach mal zu sagen, je höher der IQ dieser Menschen war, desto schneller wird diese Einsicht funktioniert haben.

Es wird durchaus wenigsten 5 Gruppen von Betroffenen und ihren Ansichten damals gegeben haben:

1. Der Eine oder Andere, vermutlich die Mehrheit wird an die junge DDR und das alles nur besser werden kann, geglaubt haben. Wollte sich nicht lumpen lassen, wollte sich einbringen. Der SED- Propaganda folgend, irgendwie mitmischen. Verwerflich?
Unter damaligen Umständen. Erstmal ein klares NEIN!
Hat sich dann aber mit seinem Schicksal irgendwie abgefunden und wird nur gehofft haben, heile und ohne Zwischenfälle da irgendwie rauszukommen, denn, so vermutlich das Denkschema dieser Betroffenen, ...hier hab ich mich (gewaltig) geirrt und bin irgendwie vielleicht auch etwas leichtsinnig, gutgläubig, dazu noch jung und unerfahren, voller Tatendrang da reingerutscht und komm da auch irgendwie wieder raus..., denn, so die nüchtern- optimistische Betrachtung, "jedes Leid" hat mal ein Ende und auch diese freiwillige Dienstzeitverpflichtung bei KVP oder DDR- Grenzpolizei ist irgendwann vorbei...!

2. Andere und die nüchtern- überlegenden, die Cleveren mögen nach dieser vorab geschilderten Erkenntnis und in dieser Zeit den bequemeren und hier schon beschriebenen aber wesentlich sicheren Weg über z. Bsp. Westberlin genutzt haben. Egal, ob hinterher Fahnenflucht oder nicht. Hauptsache, relativ geräuschlos und schnell weg! Geräuschlos im Westen in der Masse abtauchen und einfach sein Ding durchziehen, machen...!
Wen hat damals besonders in den westlichen Besatzungszonen hinterher interessiert, was vorher war, woher jeder kam? Leistung und Fleiß wird in erster Linie gezählt haben, was anderes kaum...

@Gert, Du warst indirekt ein Fahnenflüchtiger, hattest ja gedient, den Fahneneid geleistet und bist nach Deiner Dienstzeit via Westen "verdunstet"
- sag bitte mal was dazu! Wer wollte damals im Westen noch was davon wissen, woher Du kamst, wen hat das noch interessiert? Ich vermute mal: NIEMANDEN!

3. Das dritte,dafür aber unberechenbare, egoistisch- gefährliche Klientel hat voll in die Tastatur der DDR- Propaganda mit reingehauen, nur um die eigenen Pfründe zu sichern. Selbstverpflichtung, Eintritt in die SED..., Rampenlicht...dumpfe Parolen ohne große Überlegung schnell nachplappern...Aber auch schnell bemerkt..., heimlich für sich selbst natürlich..., hoppla, im Westen geht es mir ja materiell noch viel, viel besser..., da kann ich vielleicht dazu noch ein Held sein! Wenn ich mich dort an die sensationslüsternde Presse verkaufe und eine heroische Fluchtgeschichte präsentieren kann..., vielleicht noch gespickt mit Horrorszenario á la Hollywood, wie ich einen gemeinen DDR- Vopo erschießen musste...
Dieses Klientel zähle ich eher zu den der unteren aber gefährlichen IQ- Klasse, so wie das folgende auch:

4. Die total verblendeten Hardliner mit bekannten preußisch- angeborenem Kadavergehorsam.... Die die stalinistische Ideologie 1 zu 1 plus eigener Inovation und ohne jede Skrupel gelebt und auch durchgesetzt haben. Und sich dabei garantiert nicht besonders beliebt gemacht haben..., besser gesagt, sich dabei viele und bestimmt dauerhaft unerbittliche Feinde besonders auch in den eigenen Reihen geschaffen haben.
Das sind ungeregelte Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Zusammenlebens, die man wohl kaum weiter erläutern oder komentieren muß...

Dann ist da noch die 5. Opfergruppe, die eigentlich bedauernswerte und wohl am meißten betroffene, aber vollends unschuldige Gruppe. Die Mehrheit.

Die bei KVP, Grenzpolizei gedient haben, ob nun freiwillig oder später als Grundwehrdienstleistender. Die diese Zeit nur geräuschlos hinter sich bringen wollten, um dann wieder ganz einfach, so die Hoffnung, nach Hause zu gehen und um das bisherige Leben weiterzuführen, weiter zu gestalten. Mit Haus und Hof, mit Familie, Freunden usw. .
Die nie die Ambitionen hatten, die DDR und damit ihr gewohntes Umfeld zu verlassen, weil hier irgendwie die Heimat schon der Eltern, Großltern war, die eigene ist, einfach die Wurzeln waren und man Unpässlichkeiten wie das in der DDR gegenber der BRD, dem "Westen" niedere materielle Niveau einfach in Kauf nahm. Die ideologische SED- Dauerberieselung ausblendete...
Die dann aber unerwartet in Situationen kamen, wissentlich gebracht wurden von solchen Leuten, den eigenen Kameraden wie unter 3. Und nur die pure Angst vor wieder den eigenen Kameraden, den Vorgesetzten unter 4. hatten und dabei in nicht zu umschreibende Konfikte kamen und letztendlich dies mit ihrem Leben bezahlen mußten...., sinnlos verheizt wurden...

Das sind für mich die ganz besonders armen Schweine.., derer wir ganz besonders in Ehre gedenken sollten! Die absoluten Verlierer, weil sie mit etwas bezahlen mußten, was ein ganz hohes und unwiderbringliches, einmaliges Gut ist:

Das Leben! Das unantastbare Recht auf Leben!

In Freiheit und Selbstbestimmung und ohne jegliche Bevormundung....

Auch nicht durch eine Bevormundung und Strategien, Schönreden einer selbsternannten "Diktatur des Proletarias"...

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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04.07.2014 08:48
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Zitat von josy95 im Beitrag #43
Zitat von Gert im Beitrag #38
Zitat von seaman im Beitrag #34
Zitat von Gert im Beitrag #33
ich verstehe aber eines an der Geschichte nicht. Wir schreiben das Jahr 1950. Diese Grenze oder besser Demarkationslinie zwischen der sowj. und den übrigen Zonen war überhaupt noch keine Staatsgrenze.
Wie dem auch sei, heute nach 64 Jahren werden wir es nicht klären. Der Staat DDR hat bei solchen Delikten oft Fakten verdunkelt oder verdreht, wenn sie ihm zum Nachteil gereichten. Muss nicht sein, kann aber.....



Doch Gert,
nach der Gründung beider deutscher Staaten war es im Selbstverständnis der DDR eine Staatsgrenze.Wie auch später die UNO feststellte.....

seaman


zu der Zeit hat doch außer der Besatzungsmacht SU keiner diesen Staat als legitim anerkannt. Ich erinnere , das mein Vater erzählte, dass er in den 40 er Jahren des vorigen Jahrhunderts des öftern in die britische Zone von Erfurt aus fuhr. Er fuhr mit der Bahn bis Ellrich und ging dann mit vielen anderen über die grüne Grenze. Einmal erwischten ihn die Russen aber sie hielten ihn nur kurz fest und ließen ihn dann wieder laufen.
Ich weiss aber nicht, wie lange das möglich war. Ich denke mal, 1950 nicht mehr ganz so easy


@Gert und alle anderen, @seaman:

Mein Papa und viele, glaubhafte(!) alte Ilsenburger, Einheimische erzählten mir Ähniches. Ich lege die Betonung sehr auf glaubhaft..., bevor es unpassendervweise von dem einen oder anderen Erbsenzähler wieder peinliche Nachfragen gibt...
Hier war es das Eckertal, der Eckerkrug als eine zentrale Stelle im nördlichen Harzvorland, wo man die damals s. g. Demarkationslinie Richtung Westen überschritt und in vielen Fällen auch auf diesem Wege wieder zurückkehrte. Vermutlich, weil man in der DDR bleiben wollte! Nur viel zu schnell unterstellte die von stalinistischen Mordbuben inszenierte damalige Propaganda gerade diesen Menschen vollmundig staatsfeindliche Aktivitäten, Spionagetätigkeit, faschistisches (!) Gedankengut und was auch immer für abenteuerliche Behauptungen noch.

Was die Russen bei der Sicherung der damalig als Demarkationslinie bezeichneten Grenze anbelangt, auch das kann ich an Hand der Aussagen alter Zeitzeugen nur bestätigen. Die nahmen hier und da die Leute fest, verhörten sie und ließen sie meißt wieder laufen. Oft gegen einen Obulus aus Westzigaretten, Alkoholika oder was auch immer. Wann die Grenzsicherung von den Russen vollends an die DDR abgegeben wurde.., na denke mal Mitte/ Ende der 50- ziger Jahre.

Bis dahin waren dann aber noch die jungen Genossen der KVP, der Grenzpolizei der DDR. Bestimmt sehr viele, die glaubten, aus bitterer eigener und der Erfahrung und Enttäuschung, aber auch der Eltern, Großeltern über das bisher erlebte, fest an die junge DDR, an einen endlich besseren Staat, an endlich soziale Gerechtigkeit jenseits von Krieg und Völkermord.
Was vermutlich niemand so schnell durchschaute, bemerkte, diese junge DDR war schon perfide von Moskau und moskaudevot- treuen Vasallen nach dem Muster stalinistischer Alleinherschaftsansprüche infiltriert.
Das auch sehr viele von diesen jungen Genossen bei KVP, Grenzpolizei oder wo auch immer relativ schnell merkten, was hier für ein hinterlistig Spiel mit ihnen getrieben wird und mehr oder weniger dies umfassend durchschauten. Hier erlaube ich mir einfach mal zu sagen, je höher der IQ dieser Menschen war, desto schneller wird diese Einsicht funktioniert haben.

Es wird durchaus wenigsten 5 Gruppen von Betroffenen und ihren Ansichten damals gegeben haben:

1. Der Eine oder Andere, vermutlich die Mehrheit wird an die junge DDR und das alles nur besser werden kann, geglaubt haben. Wollte sich nicht lumpen lassen, wollte sich einbringen. Der SED- Propaganda folgend, irgendwie mitmischen. Verwerflich?
Unter damaligen Umständen. Erstmal ein klares NEIN!
Hat sich dann aber mit seinem Schicksal irgendwie abgefunden und wird nur gehofft haben, heile und ohne Zwischenfälle da irgendwie rauszukommen, denn, so vermutlich das Denkschema dieser Betroffenen, ...hier hab ich mich (gewaltig) geirrt und bin irgendwie vielleicht auch etwas leichtsinnig, gutgläubig, dazu noch jung und unerfahren, voller Tatendrang da reingerutscht und komm da auch irgendwie wieder raus..., denn, so die nüchtern- optimistische Betrachtung, "jedes Leid" hat mal ein Ende und auch diese freiwillige Dienstzeitverpflichtung bei KVP oder DDR- Grenzpolizei ist irgendwann vorbei...!

2. Andere und die nüchtern- überlegenden, die Cleveren mögen nach dieser vorab geschilderten Erkenntnis und in dieser Zeit den bequemeren und hier schon beschriebenen aber wesentlich sicheren Weg über z. Bsp. Westberlin genutzt haben. Egal, ob hinterher Fahnenflucht oder nicht. Hauptsache, relativ geräuschlos und schnell weg! Geräuschlos im Westen in der Masse abtauchen und einfach sein Ding durchziehen, machen...!
Wen hat damals besonders in den westlichen Besatzungszonen hinterher interessiert, was vorher war, woher jeder kam? Leistung und Fleiß wird in erster Linie gezählt haben, was anderes kaum...

@Gert, Du warst indirekt ein Fahnenflüchtiger, hattest ja gedient, den Fahneneid geleistet und bist nach Deiner Dienstzeit via Westen "verdunstet"
- sag bitte mal was dazu! Wer wollte damals im Westen noch was davon wissen, woher Du kamst, wen hat das noch interessiert? Ich vermute mal: NIEMANDEN!

3. Das dritte,dafür aber unberechenbare, egoistisch- gefährliche Klientel hat voll in die Tastatur der DDR- Propaganda mit reingehauen, nur um die eigenen Pfründe zu sichern. Selbstverpflichtung, Eintritt in die SED..., Rampenlicht...dumpfe Parolen ohne große Überlegung schnell nachplappern...Aber auch schnell bemerkt..., heimlich für sich selbst natürlich..., hoppla, im Westen geht es mir ja materiell noch viel, viel besser..., da kann ich vielleicht dazu noch ein Held sein! Wenn ich mich dort an die sensationslüsternde Presse verkaufe und eine heroische Fluchtgeschichte präsentieren kann..., vielleicht noch gespickt mit Horrorszenario á la Hollywood, wie ich einen gemeinen DDR- Vopo erschießen musste...
Dieses Klientel zähle ich eher zu den der unteren aber gefährlichen IQ- Klasse, so wie das folgende auch:

4. Die total verblendeten Hardliner mit bekannten preußisch- angeborenem Kadavergehorsam.... Die die stalinistische Ideologie 1 zu 1 plus eigener Inovation und ohne jede Skrupel gelebt und auch durchgesetzt haben. Und sich dabei garantiert nicht besonders beliebt gemacht haben..., besser gesagt, sich dabei viele und bestimmt dauerhaft unerbittliche Feinde besonders auch in den eigenen Reihen geschaffen haben.
Das sind ungeregelte Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Zusammenlebens, die man wohl kaum weiter erläutern oder komentieren muß...

Dann ist da noch die 5. Opfergruppe, die eigentlich bedauernswerte und wohl am meißten betroffene, aber vollends unschuldige Gruppe. Die Mehrheit.

Die bei KVP, Grenzpolizei gedient haben, ob nun freiwillig oder später als Grundwehrdienstleistender. Die diese Zeit nur geräuschlos hinter sich bringen wollten, um dann wieder ganz einfach, so die Hoffnung, nach Hause zu gehen und um das bisherige Leben weiterzuführen, weiter zu gestalten. Mit Haus und Hof, mit Familie, Freunden usw. .
Die nie die Ambitionen hatten, die DDR und damit ihr gewohntes Umfeld zu verlassen, weil hier irgendwie die Heimat schon der Eltern, Großltern war, die eigene ist, einfach die Wurzeln waren und man Unpässlichkeiten wie das in der DDR gegenber der BRD, dem "Westen" niedere materielle Niveau einfach in Kauf nahm. Die ideologische SED- Dauerberieselung ausblendete...
Die dann aber unerwartet in Situationen kamen, wissentlich gebracht wurden von solchen Leuten, den eigenen Kameraden wie unter 3. Und nur die pure Angst vor wieder den eigenen Kameraden, den Vorgesetzten unter 4. hatten und dabei in nicht zu umschreibende Konfikte kamen und letztendlich dies mit ihrem Leben bezahlen mußten...., sinnlos verheizt wurden...

Das sind für mich die ganz besonders armen Schweine.., derer wir ganz besonders in Ehre gedenken sollten! Die absoluten Verlierer, weil sie mit etwas bezahlen mußten, was ein ganz hohes und unwiderbringliches, einmaliges Gut ist:

Das Leben! Das unantastbare Recht auf Leben!

In Freiheit und Selbstbestimmung und ohne jegliche Bevormundung....

Auch nicht durch eine Bevormundung und Strategien, Schönreden einer selbsternannten "Diktatur des Proletarias"...

josy95


so ist es Thomas !


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04.07.2014 11:01
avatar  josy95
#45
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In Anlehnung an meinen Beitrag #43 möchte ich hier nun ganz gezielt die Frage stellen, in welche der 5 Gruppen kann man heute, 64 Jahre nach dem Geschehen das tragische Opfer, den VP Wachtmeister Siegfried Apportin zweifelsfrei einordnen?

Ich denke mal, auf Grund des erheblichen Zeitvorlaufes, des Fehlens von glaubhaften und unparteiischen Zeitzeugen und dem berechtigten Zweifel an der Glaubhaftigkeit einiger(!) historischer Unterlagen wird diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten sein.

Aber, Kameraden und Forumsfreunde. Zeigt bitte einfach nur Flagge und äußert Eure Meinung.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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