Bürgerbewegungen in der DDR

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05.08.2009 11:49
avatar  Angelo
#1
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Gemessen am formalen Kräfteverhältnis jener, die einander innerhalb des Landes im Kampf gegenüberstanden, hätte das stalinistisch geprägte DDR-Regime noch ewige Zeiten fortdauern können. Nach Schätzungen Christoph Singelnsteins, eines der ihren, betrug die Zahl aktiver BürgerrechtlerInnen im Land höchstens 2000.(2) Allein die auf sie angesetzten inoffiziellen und offiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit waren dutzende Male so zahlreich. Dennoch gelang es in der Situation von 1989 den 2000, kurzzeitig enormen Einfluß zu erlangen und maßgeblich zum Sturze des Regimes beizutragen. Sie widerlegten so ein übriges Mal die These, in der Geschichte komme alles auf Zahl und Ausrüstung der jeweiligen Gegenspieler an.

hier weiterlesen
http://www.glasnost.de/autoren/behrend/buergerbew.html


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26.02.2010 10:01
avatar  Angelo
#2
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Habt ihr dazu auch noch Antworten...?


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26.02.2010 14:38
avatar  S51
#3
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S51

Ähm, ich fürchte, wir gehören mehrheitlich zu der Gruppe, die sich immer noch mehr oder weniger ernstgemeint fragt: Wie konnte das bloß passieren.


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26.02.2010 21:40
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#4
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Zitat von S51
Ähm, ich fürchte, wir gehören mehrheitlich zu der Gruppe, die sich immer noch mehr oder weniger ernstgemeint fragt: Wie konnte das bloß passieren.



Tja da hat den möglichen Befehlsgebern leider im rechten Moment ein kompletter Satz Eier in der Hose gefehlt. Der Kahn prägte den Ausdruck ja einmal so und mir gefällt er sehr gut. So blieben die Pläne, die diesen Verlauf definitiv verhindert, hätten im Schubfach. Die Maßnahmen zum sogenannten Vorbeugekomplex kamen ja, zumindest in unserer BV, über erste Vorbereitungen nicht hinaus.


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26.02.2010 21:54
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#5
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Ich gehöre zu der Gruppe die sagt,zum Glück ist der Spuk vorbei.

Gruß ek40


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26.02.2010 21:56
avatar  94
#6
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94

_Feliks D._> Tja da hat den möglichen Befehlsgebern leider im rechten Moment ein kompletter Satz Eier in der Hose gefehlt.

Na da fällt mir doch ein anderes Gerücht über die beim Menschen recht seltene Krankheit Monorchismus ein.


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26.02.2010 22:17
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#7
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[quote="Feliks D."

Tja da hat den möglichen Befehlsgebern leider im rechten Moment ein kompletter Satz Eier in der Hose gefehlt. So blieben die Pläne, die diesen Verlauf definitiv verhindert, hätten im Schubfach. Die Maßnahmen zum sogenannten Vorbeugekomplex kamen ja, zumindest in unserer BV, über erste Vorbereitungen nicht hinaus.

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Na Felix, sei doch froh darüber, so konntest Du Deine tschekistischen Hände neben dem "kühlen Kopf" und dem "heißen Herzen" auch noch weiter "sauber" halten und Dein weiteres Leben im bösen Kapitalismus bis zum Schluß damit verbringen über die Vergangenheit nachzudenken, Dich mit "Andersdenkenden auszutauschen und auch mal woanders hinzufahren als in die Sowjetunion.
Schöne Grüße aus Kassel.


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27.02.2010 07:00
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#8
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Zitat von ek40
Ich gehöre zu der Gruppe die sagt,zum Glück ist der Spuk vorbei.

Gruß ek40



Zu der gehör ich auch....und hätt ich gewust, was ihr da in Riebau für'n lamer Haufen gewesen wart, dann....na dann....aber vielleicht auch nich....

Mara


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25.03.2010 16:30
avatar  Pitti53
#9
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Zitat von Angelo
Gemessen am formalen Kräfteverhältnis jener, die einander innerhalb des Landes im Kampf gegenüberstanden, hätte das stalinistisch geprägte DDR-Regime noch ewige Zeiten fortdauern können. Nach Schätzungen Christoph Singelnsteins, eines der ihren, betrug die Zahl aktiver BürgerrechtlerInnen im Land höchstens 2000.(2) Allein die auf sie angesetzten inoffiziellen und offiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit waren dutzende Male so zahlreich. Dennoch gelang es in der Situation von 1989 den 2000, kurzzeitig enormen Einfluß zu erlangen und maßgeblich zum Sturze des Regimes beizutragen. Sie widerlegten so ein übriges Mal die These, in der Geschichte komme alles auf Zahl und Ausrüstung der jeweiligen Gegenspieler an.

hier weiterlesen
http://www.glasnost.de/autoren/behrend/buergerbew.html



ja und wo sind sie nun hin die bürgerbewegten?einige haben sich arangiert und gute posten,andere (die meisten)sind in der bedeutungslosigkeit verschwunden.so nach dem motto:sohaben wir das nicht gewollt


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25.03.2010 16:39
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#10
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Pitti....ich war hier am 12. Mai 1990.....

....wo ward ihr....????

Und ja, jammer, das es das nich mehr gibt....wir haben es aber versucht....leider hat die Polizei ein Triumpf gefeiert, da einige Idis Bierdosen in deren Richtung schmeissen mußten....gerade da, wo's am schönsten wurde auf'm Römer....

Mara


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25.03.2010 17:20
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#11
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Zitat von Pitti53

ja und wo sind sie nun hin die bürgerbewegten?einige haben sich arangiert und gute posten,andere (die meisten)sind in der bedeutungslosigkeit verschwunden.so nach dem motto:sohaben wir das nicht gewollt




Da Du Dich ja auch immer gegen allgemeine Pauschalierung ausgesprochen hattest würde ich es vorziehen wenn Du mal konkrete Beispiele bringen würdest, anstatt nur das übliche "blabla". Daß Du das so nicht gewollt hattest ist mir ja klar und daß Du Dich mal in der Bedeutungslosigkeit eines "Fairteammitgliedes" (Angelo und alle Anderen, bitte nicht schimpfen, ist nicht bös gemeint) mit ehemaligen "Klassenfeinden" rumärgern würdest, hättest Du Dir zu Deinen Glanzzeiten sicher noch nicht mal im Traume vorstellen können, oder? Aber daß gerade Du auf "Arrangierte" mit "guten Posten" hinweist (wo Du Dir Doch selber durch Arrangieren ein "gutes" Pöstchen mit noch möglichen Aufstiegschancen angedient hattest), hört sich in etwa so an, wie: Haltet den Dieb! In Einem waren sich aber alle "Bürgerbewegten" einig, nämlich: Die Stasi mußte weg, die SED durfte nicht mehr bestimmen, Reisefreihheit mußte her, die Meinungsfreiheit auch, die Mauer mußte weg und die "Politischen" mussten entlássen werden!! So hatten sie es gewollt und All das ist eingetroffen, Pitti!!
Schönen Gruß aus Kassel.


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25.03.2010 18:04
#12
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Zitat von wosch
Da Du Dich ja auch immer gegen allgemeine Pauschalierung ausgesprochen hattest würde ich es vorziehen wenn Du mal konkrete Beispiele bringen würdest, anstatt nur das übliche "blabla". ... Aber daß gerade Du auf "Arrangierte" mit "guten Posten" hinweist ... hört sich in etwa so an, wie: Haltet den Dieb!


Hallo wosch,

mal abgesehen von den persönlichen Zwischenhieben in der Auseinandersetzung mit Pitti, gebe ich Dir hier recht. Wenn man einige nimmt, die in der Politik angekommen sind, könnte der Eindruck entstehen, dass sie sich arrangiert haben und gute Posten gesichert haben. Für mich wäre Günter Nooke so ein Beispiel, der plötzlich vom Bündnis90 zur CDU wechselte und dort angekommen schien. Aber er ist eben auch ein Beispiel, dass es mit den "guten Posten" nicht so einfach ist. Und obwohl ich ihn für mich als poltischen Gegner ansehe, respektiere ich seine politische Arbeit, mit der er sich nach wie vor in den Dienst der Gesellschaft stellt. Also: Kein Beispiel dafür. Einige berühmten Gegenbeispiele zu Pitti heißen Bärbel Bohley, Friedrich Schorlemmer, Jens Reich, Christian Führer. Die kämpfen noch immer, setzen sich auf die verschiedenste Weise für Menschenrechte oder auch einfach nur für die Menschen ein. Und das gilt für viele, die in der Zeit der DDR für Bürgerrechte eingetreten sind. Da vielleicht nur auf Angela Merkel und Rainer Eppelmann zu zeigen, ist ein bisschen dünn für einen Generalvorwurf.

Im weiteren sagst dann: "In Einem waren sich aber alle "Bürgerbewegten" einig,... die Mauer mußte weg ...". Wenn Du das im Sinne der Beseitigung des zu dieser Zeit herrschenden Grenzregimes der DDR meinst, stimme dem weitestgehend zu. Im Sinne einer Beseitigung der Mauer mit dem Ziel der Wiedervereinigung würde ich Widerspruch anmelden. Gerade das Neue Forum trat im September 1989 an für die Ziele laut Gründungsaufruf: Dialog, Gerechtigkeit, Friede und Demokratie in der Gesellschaft. Der Bedeutungsverlust des Neuen Forums im Jahre 1990 erklärt sich für mich unter anderem auch aus der lange ablehnden Haltung zu Währungsunion und Wiedervereinigung.

ciao Rainman


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25.03.2010 18:42
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#13
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Zitat von Rainman2

Zitat von wosch
Da Du Dich ja auch immer gegen allgemeine Pauschalierung ausgesprochen hattest würde ich es vorziehen wenn Du mal konkrete Beispiele bringen würdest, anstatt nur das übliche "blabla". ... Aber daß gerade Du auf "Arrangierte" mit "guten Posten" hinweist ... hört sich in etwa so an, wie: Haltet den Dieb!


Hallo wosch,

mal abgesehen von den persönlichen Zwischenhieben in der Auseinandersetzung mit Pitti, gebe ich Dir hier recht. Wenn man einige nimmt, die in der Politik angekommen sind, könnte der Eindruck entstehen, dass sie sich arrangiert haben und gute Posten gesichert haben. Für mich wäre Günter Nooke so ein Beispiel, der plötzlich vom Bündnis90 zur CDU wechselte und dort angekommen schien. Aber er ist eben auch ein Beispiel, dass es mit den "guten Posten" nicht so einfach ist. Und obwohl ich ihn für mich als poltischen Gegner ansehe, respektiere ich seine politische Arbeit, mit der er sich nach wie vor in den Dienst der Gesellschaft stellt. Also: Kein Beispiel dafür. Einige berühmten Gegenbeispiele zu Pitti heißen Bärbel Bohley, Friedrich Schorlemmer, Jens Reich, Christian Führer. Die kämpfen noch immer, setzen sich auf die verschiedenste Weise für Menschenrechte oder auch einfach nur für die Menschen ein. Und das gilt für viele, die in der Zeit der DDR für Bürgerrechte eingetreten sind. Da vielleicht nur auf Angela Merkel und Rainer Eppelmann zu zeigen, ist ein bisschen dünn für einen Generalvorwurf.

Im weiteren sagst dann: "In Einem waren sich aber alle "Bürgerbewegten" einig,... die Mauer mußte weg ...". Wenn Du das im Sinne der Beseitigung des zu dieser Zeit herrschenden Grenzregimes der DDR meinst, stimme dem weitestgehend zu. Im Sinne einer Beseitigung der Mauer mit dem Ziel der Wiedervereinigung würde ich Widerspruch anmelden. Gerade das Neue Forum trat im September 1989 an für die Ziele laut Gründungsaufruf: Dialog, Gerechtigkeit, Friede und Demokratie in der Gesellschaft. Der Bedeutungsverlust des Neuen Forums im Jahre 1990 erklärt sich für mich unter anderem auch aus der lange ablehnden Haltung zu Währungsunion und Wiedervereinigung.

ciao Rainman





Hallo Klaus-Peter!
Man darf aber bei den Ereignissen im Herbst 89 nicht ganz vergessen, daß der Ruf nach Wiedervereinigung erst dann verstärkt auftrat, als man sich einigermaßen sicher war, daß es zu keinem Blutvergießen mehr kommen würde. In der Zeit davor wollte man die Staatsgewalt nicht provozieren und glaubte auch noch nicht so richtig an den Fall der Mauer. Ein wiedervereintes Deutschland, soweit hatte man noch nicht mal zu hoffen gewagt und die Bürgerbewegung wäre zu Anfang deswegen auch mit einer reformierten DDR, ohne Vorherrschaft der SED und deren "Schild und Schwert" aber mit ausreichender Beteiligung aller Gesellschaftsschichten zufrieden gewesen, weil die Befehlsgewalt zumindestens zu diesem Zeitpunkt noch bei dem Vorsitzenden des Verteidigungsrates lag.Eine reformierte DDR mit allen demokratischen Freiheiten wäre meiner Meinung nach sowieso nicht das Ende der Fahnenstange gewesen, nach dem Wegfall der Grenzanlagen wäre es eh zu einer Wiedervereinigung gekommen. Das "kleine Brötchen backen" der Bürgerbewegung im Herbst 89 war nur ein Zugeständnis an die zur Zeit noch Herrschenden um Denen ihren Verzicht an der Macht etwas leichter zu machen, weil man sich so sicher nun auch noch nicht war.

Schönen Gruß aus Kassel.


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25.03.2010 19:23
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Zitat von Angelo
Habt ihr dazu auch noch Antworten...?



Naja, paar Zahlen,

von 1985 zu 1986 stieg die Zahl der Ausreiseantragsteller sprunghaft an von 16 T auf knapp 40 T. Im Jahr 1989 gab es knapp 22 T Antragsteller.

Demgegenüber:
Eines der letzten Treffen von Ausreisewilligen in der Erfurter Uni-Kirche: Anwesend etwa 40 Personen.
Eine Woche später trafen sich Bürger in dieser Kirche, die was bewegen wollten in der DDR, das waren an dem einen abend ca. 1000 Leute, und draußen standen auch noch traubenweise Menschen.

Und das nur in Erfurt, also lieber Angelo, wenn Du Zahlen hörst von Bürgerbewegungen, die nur knapp über die tausend oder zweitausend gehen und das DDR-weit, daran kannst Du bedenkenlos zweifeln ;)

Rolf


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25.03.2010 20:09
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Zitat von altgrenzer

Eines der letzten Treffen von Ausreisewilligen in der Erfurter Uni-Kirche: Anwesend etwa 40 Personen.
Eine Woche später trafen sich Bürger in dieser Kirche, die was bewegen wollten in der DDR, das waren an dem einen abend ca. 1000 Leute, und draußen standen auch noch traubenweise Menschen.

Und das nur in Erfurt, also lieber Angelo, wenn Du Zahlen hörst von Bürgerbewegungen, die nur knapp über die tausend oder zweitausend gehen und das DDR-weit, daran kannst Du bedenkenlos zweifeln ;)

Rolf



Nun zähl mal nicht gleich jeden Mitläufer zu den Damen und Herren Bürgerbewegten

Der harte Kern wirklicher Bürgerbewegter ist mit 2000 schon ganz gut getroffen.


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