Leidet Russland unter der Holländischen Krankheit ?

05.06.2014 13:12
#1
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Als rohstoffreiches Land ist Russland stark gefährdet, die "Holländische Krankheit" zu kriegen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Holl%C3%A4ndische_Krankheit
Die negativen Folgen dieser "Krankheit" ist derzeit gut in Venezuela zu erkennen. Auch in Russland sind Zeichen erkennbar. Die Inflation ist immer mehr als fünf Prozent und derzeit stark steigend.
http://www.tradingeconomics.com/russia/inflation-cpi
http://dcenter.ru/science/Mironov_Petron...isease_2013.pdf
Die Heilung ist leider nicht so einfach. Es ist nötig, dass die einheimische Industrie gestärkt wird und deren Exportmöglichkeiten verbessert werden. Das geht nur bei niedrigen Kosten und tiefer Inflation. Aber wie kann man diesen Zustand erreichen? Vermutlich gar nicht. Man müsste die Importe verteuern (mit Steuern), die Lohnzuwächse beschränken und die Öl- und Gasexporte wahrscheinlich fast halbieren. Das würde zu einer vorübergehenden starken Staatsverschuldung und zur Unzufriedenheit der Bürger führen uns als Folge davon die derzeit führenden Politiker und Parteien bei den Dumawahlen 2016 aus dem Parlament spülen. Präsident W. Putin könnte noch bis 2018 im Weissen Haus in Moskau bleiben, hätte aber nicht mehr so viel zu sagen.
Es ist deshalb wohl kein Zufall, dass gemäss dem neuen Vertrag mit China Gas und Öl erst im Jahre 2018 nach China geliefert werden wird.
Theo


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05.06.2014 14:42
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#2
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #1
Als rohstoffreiches Land ist Russland stark gefährdet, die "Holländische Krankheit" zu kriegen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Holl%C3%A4ndische_Krankheit
Die negativen Folgen dieser "Krankheit" ist derzeit gut in Venezuela zu erkennen. Auch in Russland sind Zeichen erkennbar. Die Inflation ist immer mehr als fünf Prozent und derzeit stark steigend.
http://www.tradingeconomics.com/russia/inflation-cpi
http://dcenter.ru/science/Mironov_Petron...isease_2013.pdf
Die Heilung ist leider nicht so einfach. Es ist nötig, dass die einheimische Industrie gestärkt wird und deren Exportmöglichkeiten verbessert werden. Das geht nur bei niedrigen Kosten und tiefer Inflation. Aber wie kann man diesen Zustand erreichen? Vermutlich gar nicht. Man müsste die Importe verteuern (mit Steuern), die Lohnzuwächse beschränken und die Öl- und Gasexporte wahrscheinlich fast halbieren. Das würde zu einer vorübergehenden starken Staatsverschuldung und zur Unzufriedenheit der Bürger führen uns als Folge davon die derzeit führenden Politiker und Parteien bei den Dumawahlen 2016 aus dem Parlament spülen. Präsident W. Putin könnte noch bis 2018 im Weissen Haus in Moskau bleiben, hätte aber nicht mehr so viel zu sagen.
Es ist deshalb wohl kein Zufall, dass gemäss dem neuen Vertrag mit China Gas und Öl erst im Jahre 2018 nach China geliefert werden wird.
Theo


vielleicht müssen aber auch erst die Gaspipelines gebaut werden... oder gibt es schon Trassen nach China ?

"Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muß die Gegend verlassen, wo sie gelten." ( Johann Wolfgang von Goethe )


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05.06.2014 14:53
#3
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Zitat von coff im Beitrag #2


vielleicht müssen aber auch erst die Gaspipelines gebaut werden... oder gibt es schon Trassen nach China ?

Es gibt schon, weitere sind im Bau
http://www.gazprom.com/about/production/.../pipelines/ykv/
http://www.gazprom.com/f/posts/74/805991...sila-sib-en.jpg

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05.06.2014 15:09
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#4
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( gelöscht )

Welchen Gaspreis zahlen denn die Chinesen an Gazprom?
Sicher keinen ukrainischen.
Kürzlich habe ich eine Reportage aus Fernost Russlands gesehen, da machen die Chinesen die Geschäfte in Russland (Hotels, Restaurants, Discos, Billigklamotten usw.) und die Russen treten nur als Konsumenten auf.
Da muss wohl noch sehr viel Wasser den Dnepr herunterfließen bis sich da was ändert.


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05.06.2014 15:50 (zuletzt bearbeitet: 05.06.2014 15:50)
#5
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4
Welchen Gaspreis zahlen denn die Chinesen an Gazprom?
Sicher keinen ukrainischen.
Kürzlich habe ich eine Reportage aus Fernost Russlands gesehen, da machen die Chinesen die Geschäfte in Russland (Hotels, Restaurants, Discos, Billigklamotten usw.) und die Russen treten nur als Konsumenten auf.
Da muss wohl noch sehr viel Wasser den Dnepr herunterfließen bis sich da was ändert.


Dazu dieser Artikel

http://de.ria.ru/business/20140521/268549186.html

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05.06.2014 16:20
#6
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4
Welchen Gaspreis zahlen denn die Chinesen an Gazprom?
Sicher keinen ukrainischen.
Kürzlich habe ich eine Reportage aus Fernost Russlands gesehen, da machen die Chinesen die Geschäfte in Russland (Hotels, Restaurants, Discos, Billigklamotten usw.) und die Russen treten nur als Konsumenten auf.
Da muss wohl noch sehr viel Wasser den Dnepr herunterfließen bis sich da was ändert.

Das kann man nicht wissen. China kauft überall ein.
http://www.nzz.ch/aktuell/newsticker/ven...hina-1.18258527
Der Erdgaspreis an der Börse:
http://www.finanzen.ch/rohstoffe/Erdgas-...tural-Gas?rd=fn
Das Mass ist British thermal unit. 1 mmBTU entspricht 26,4 Kubikmeter Gas. 1000 Kubikmeter haben also etwa 37,8 mmBTU. Der Preis wäre also aktuell knapp 180 US-Dollar. Ohne Lieferung.
http://de.wikipedia.org/wiki/British_thermal_unit
Der Transport ist relvativ teuer, weil man auf die Pipelines angewiesen ist und die Preise der Betreiber akzeptieren muss. Erdgastransport per Schiff ist etwas tricky, aber es gibt Zuwachsraten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigerdgas
Theo


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05.06.2014 17:02
avatar  matloh
#7
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Zitat von coff im Beitrag #2
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #1
Als rohstoffreiches Land ist Russland stark gefährdet, die "Holländische Krankheit" zu kriegen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Holl%C3%A4ndische_Krankheit
<... cut ...>


vielleicht müssen aber auch erst die Gaspipelines gebaut werden... oder gibt es schon Trassen nach China ?

Hast Du gelesen, worum es bei der "Holländischen Krankheit" geht?
Scheint ein makroökonomisches Problem zu sein - der Bau einer Pipeline (als isolierte Maßnahme ohne begleitender Stärkung anderer Industriesektoren) würde das Problem nur noch verstärken (soweit ich das verstanden habe).

cheers matloh

Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)


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05.06.2014 21:02
#8
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4
Welchen Gaspreis zahlen denn die Chinesen an Gazprom?
Sicher keinen ukrainischen.
Kürzlich habe ich eine Reportage aus Fernost Russlands gesehen, da machen die Chinesen die Geschäfte in Russland (Hotels, Restaurants, Discos, Billigklamotten usw.) und die Russen treten nur als Konsumenten auf.
Da muss wohl noch sehr viel Wasser den Dnepr herunterfließen bis sich da was ändert.


Das ist nicht nur im Fernen Osten so, der Russe importiert sehr viel, zuviel, zu wenig kommt aus eigenen Landen.
Ich hab das in den 5 Jahren die ich mit dem Lkw ständig nach Russland fuhr deutlich gesehn, 20 km Grenzstau, die Hälfte der Lkw mit Containern und aus Russland raus ca. 50% leere Lkw.
Die Ursachen sind vielfältig, nur dem Russen dafür selber die Schuld zu geben wäre falsch, weil zu flach gedacht.
Die fehlende tatsächliche Integration in die Weltwirtschaft ist eine Ursache, der Zusammenbruch der SU und Jahre des Stillstands danach, eine andere, in den unsicheren 90er Jahren wurde viel verspielt, sowohl in der Binnenwirtschaft, als auch im Vertrauen zu Investoren aus dem Ausland.

Verloren ist der Tag, an dem man nicht gelacht hat.


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