schon gesehen?

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04.08.2009 22:45
#1
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weiss nicht ob ihr die schon gesehen habt.
erstes video zeigt ca.15 sekunden die offne stelle an der seespitze



https://www.youtube.com/watch?v=fVgM0_-IU28&feature=related

mfg heiko


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05.08.2009 00:56
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#2
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Zitat von feldwebel88
weiss nicht ob ihr die schon gesehen habt.
erstes video zeigt ca.15 sekunden die offne stelle an der seespitze

https://www.youtube.com/watch?v=fVgM0_-IU28&feature=related

https://www.youtube.com/watch?v=fVgM0_-IU28&feature=related

mfg heiko

hallo an alle. im ersten video vom feldwebel wir eine demo gezeigt iregentwelche nazis fordern die wiedervereinigung. kamm das eigenlich oft vor das ihr beschimpft wurdet oder das irgentwelche nazis an der grenze ihre gelage feierten? lg glasi


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05.08.2009 02:01
#3
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Hallo glasi,

zunächst zu Deiner Frage. Es gab wiederholt Kundgebungen und Feste unmittelbar an der Grenze. Für uns galten diese Veranstaltungen als Bestätigung für die Notwendigkeit, wachsam zu sein und den Klassenfeind im Auge zu behalten. Besonders Treffen von Revanchistenverbänden oder gar von Neonazis waren Wasser auf unsere Mühlen. Die beiden Videos zeigen eigentlich sehr deutlich die Richtung unserer ideologischen Arbeit. Über die Häufigkeit solcher Treffen kann ich leider nichts sagen. Wir hatten in unserem Abschnitt (GR3/Kompanie Stedtlingen) gelegentlich kleinere Veranstaltungen im Bereich der Klosterruine Mauerschädel bei Fielke. Der Platz war historisch besetzt (eine der ältesten Klosterruinen im süddeutschen Raum) und von der Örtlichkeit geeigent, für solche Sachen. Für größere Aktionen fehlte ein geschichtsumwitterter Bereich an der unmittelbaren Grenze. In anderen Bereichen gab es da wohl mehr. Beschimpfungen gab es eher durch einzelne Zivilpersonen, als aus Gruppen heraus. Im Allgemeinen herrschte uns gegenüber Vorsicht und Misstrauen.

@feldwebel:
Nun aber noch einen kleinen Dank an Feldwebel. Die Videos sind schöne Fundstücke. Ich erkenne einige Richtungen der politischen Arbeit, der Argumente, der ideologischen Ausrichtungen dieser Zeit und meiner eigenen Tätigkeit wieder. Ja, so haben wir es gesehen, so habe ich es auch vermittelt. Eine der Grundüberzeugungen, die es auszuprägen galt, war die Überzeugung vom Aggressiven Charakter des Kapitalismus und seiner Streitkräfte. Einige der tragenden Argumente dazu kommen in den Videos rüber. Und dann die Musik! Wenn mich mein Erinnerungsvermögen nicht ganz trügt, ist das die Singegruppe "Hermann Jahn" des Grenzkommandos Süd. Die haben 1980 eine Schallplatte mit Grenzerliedern rausgebracht. Mein Cousin sang zu dieser Zeit bei denen mit. Eigentlich wollte er ja Offizier werden, hatte seinen Hochschulreifekurs auch schon absolviert. Dann sprang er aber ab und musste sofort die vollen 18 Monate als Soldat dienen - die Hochschulreife zählte nicht mit. Ich hatte meinen Berufswunsch eigentlich mal nach seiner Idee ausgerichtet. Irgendwann kam er an und sagte, er habe sich verpflichtet, Offizier bei den Grenztruppen zu werden. Ich war zu dieser Zeit (9. Klasse) noch auf der Suche nach einem geeigneten Beruf für mich und dachte, ja das kannste eigentlich auch machen. Ich blieb, er ging. Nach der Grundausbildung kam er in den Stab des Grenzkommandos Süd nach Erfurt.Die wussten sein Gesangstalent zu schätzen und kurz darauf prangte sein Bild auf der Schallplattenhülle. Genau von dieser Platte stammen auch die beiden Titel "Dies ist unser Land" und "Wir Grenzsoldaten". Gesungen also unter anderem mit von einem abgekohlten Offiziersschüler. So isset manchmal.

Danke nochmal für die Fundstücke und bis neulich im Forum
ciao Rainman


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05.08.2009 07:20
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#4
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Schönes Fundstück haste da ausgegraben...serh interessant aus heutiger Sicht.
...unbedingt auch den zweiten Teil dazu beachten, der am Ende angeboten wird, unter anderem mit kleiner Ehrung am Reinhold-Huhn-Denkmal gegenüber vom Springer-Hochhaus (bei ca. 4:15).
Die kleinen Jungpioniere haben übrigens auf der Pionierbluse den Aufnäher der Reinhold-Huhn-Oberschule, die im Hintergrund auch zu sehen ist (zumindest die Sporthalle, die sie sich mit meiner Schule geteilt hat).
Die Straße, natürlich die Reinhold-Huhn-Straße, heißt heute Schützenstraße...klingt eigenartig, ist aber historisch.


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05.08.2009 10:29
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#5
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Herrlich schwachsinnig, die damaligen Argumentationsversuche, den an der Grenze Tätigen einzureden, daß sie nicht "auf Wache am Spreeufer" stehen, um Menschen zur Not mit Waffengewalt (unter Inkaufnahme ihrer Tötung) zu hindern, von Berlin nach Berlin zu gehen. Es gibt ja auch dieses Schnitzler-Machwerk "SCHAUT AUF DIESE STADT", wo öffentliche Verwaltungen ohne Erklärung (u.a. das Bundeshaus in der Bundesallee) gezeigt werden mit der Beahuptung, es wären Agentenzentralen. Jedes öfftl. Gebäude war ja nach dem Sprachduktus dieser ideologisch Verblendeten (im althergebrachten Sprachgebauch stalinistischer Mordpolitik) eine "Agentenzentrale", oder ein Stützpunkt "faschistischer Banden". Ein "Hort der Reaktion" und eine "Zentrale des Revanchismus und Neofaschismus" usw. usf.

Bevor Stalin in der Sowjetunion große Teile deutscher KPD-Emigranten abschlachten ließ, wurden diese (teilw.:) kommunistischen Idealisten und Humanisten auch erstmal mit Wort-Erfindungen der kommunistischen "Schimpf-und Schande-Rethorik" als "Agenten", "Diversanten", "reaktionäre Pazifisten" oder "Angehörige rechtstrotzkistischer Spionagezentralen" mit Spott und Haß übergossen. Und unter Folter zu Geständnissen gemartert, die dann in großen Schauprozessen "den unerschütterlichen Beweis" der großen Gefahr unterstrichen. Mit der Folge, daß dadurch weitere, große Teile von KPD-Emigranten nur wegen des Kontakts zu Beschuldigten verhaftet werden konnten. Und später nach Folter und Prozess in irgendwelche dreckigen Kellern erschossen wurden....

Es wurde in solch üblen DDR-Machwerken äußerster Verblödung wurde ja auch ernsthaft behauptet (mit Animationen ´der "Angriffsbewegungen" von West-Berlin aus), daß von West-Berlin aus der Eroberungsfeldzug gegen die sozialistischen Länder gestartet werden sollte. Und das deshalb die Mauer als "Antifaschsitischer Schutzwall" errichtet wurde, der den 3. Weltkrieg verhindern half.

Sowieso wurde in den Geheimprozessen gegen DDR-Flüchtlinge, die die Flucht in den freien Teil Deutschlands nicht geschafft hatten (jedoch wenigstens mit ihrem Leben davongekommen sind):
diesen Flüchtlingen in stalinistischer Wortschöpfungsmanier maßloser Übertreibungswut regelmäßig vorgeworfen, ihre "grausame" Tat wiege deshalb so schwer,
"weil sie damit den 3.Weltkrieg" hätten auslösen" können!

Es ist immer wieder komisch zu erleben, warum DDR-Grenzer in dieses gegen Flüchtlinge aus Richtung "freundwärts" konstruierte Monstrum rekrutiert wurden. Und was man sich (und ihnen) in alter, stalinistischer Propagandamanier daraus zurchtgelogen hat....

Wenn man den nicht-verblendeten "Otto-Normal"-DDR-Bürger mit dieser Art altstalinistischen Rethorik konfrontiert hat, hat er sich ganz offen dafür geschämt! Oft haben Freunde und Verwandte dann resigniert gesagt:
"...wir leben halt hier. Wir haben uns das nicht ausgesucht. Und können es nun mal nicht ändern..."


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05.08.2009 12:00
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#6
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hallo an alle .was mich so ärgert an dem video ist das dumme gelaber am anfang. als hätte wir( bgs, nato) nichts besseres zutuen gehabt als denn armen osten zu überfallen. ja ja. die propaganda. das lustige ist, uns hat man nie so einen mist erzählt. lg glasi.


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05.08.2009 12:02
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#7
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@ FSK-Veteran:
Du sprichst mir aus der Seele. Genau so habe ich diese ganze Politik der DDR (übrigens als Ossi) damals wie heute empfunden.
Die ständige Berieselung mit irgendwelcher Probaganda, diese Militärisierung schon im Schulalter, dieses Gehetze...all das
hing mir Kilometerweit zum Hals raus.
Diese ganzen "Aufklärungsfilme", und davon gab es hunderte, die uns immer wieder aufgetischt wurden hatte nur den Zweck das eigene
Unrechtstun zu rechtfertigen ein ganzes Volk zu einzumauern, aus Angst, dass dieses Volk Wind davon bekommt, dass es auch anders geht.
Jeder, ob innerhalb oder außerhalb der DDR, der irgendwie auch nur teilweise eine Kritische Meinung zum System hatte, oder anfing irgendetwas zu hinterfragen was den Offiziellen nicht so in die Linie passte, wurde doch gleich der Konterrevolution oder der Sabotage des Sozialismus bezichtigt.
Man trifft immer wieder einmal Leute, die sich die DDR zurückwünschen. Bitteschön. Ich wünsche mir wiederum, dass diesen Leuten dieser Wunsch erfüllt werden könnte, irgendwie. Und nur denen! Mit allem was dazu gehört zurück auf Stand 1988. Ich glaube einige würden sich dann ganz schön umschauen.


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05.08.2009 13:55
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( gelöscht )

Zitat von Frank
... Ich wünsche mir wiederum, dass diesen Leuten dieser Wunsch erfüllt werden könnte, irgendwie. Und nur denen! Mit allem was dazu gehört zurück auf Stand 1988. Ich glaube einige würden sich dann ganz schön umschauen.



Das glaube ich allerdings auch!


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05.08.2009 14:39
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#9
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Is ja alles richtig, Jungs, na ja fast alles.
Aber das ist Kalter-Kriegs-Propaganda, wie sie eben damals üblich war. Auf dem gegenseitig vorgeworfenen Bedrohungspotenzial basierte doch das Ganze, oder? Hinzu kam, dass die DDR auch noch den Sinn der Grenze in diesem Zusammenhang immer wieder betonen musste. Man konnte ja wohl kaum auf Verständnis hoffen, wenn man das Verhindern von Republikfluchten als eigentlichen Sinn der Grenze propagiert hätte...

Ich glaube, dass muss man heute im 21. Jahrhundert nicht mehr groß außeinander analysieren. Ähnliche Produkte hat es im Westen auch haufenweise gegeben....dat is so wie mit Schitzler und Löwenthal...alles eine Suppe.

Nur einen Satz verstehe ich inhaltlich nicht:

In Antwort auf:
von (FSK-Veteran): Es ist immer wieder komisch zu erleben, warum DDR-Grenzer in dieses gegen Flüchtlinge aus Richtung "freundwärts" konstruierte Monstrum rekrutiert wurden...



Was soll das bedeuten?


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05.08.2009 15:34
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#10
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Hallo Sentry,

siehe in Angelo´s Film "DDR-Grenzer an der Berliner Mauer":
-Ausrichtung des Kontakt-Stacheldrahtzaunes in Richtung Osten.
-Sperrmauer zu West-Berlin mit Rohr als Mauerkrone, um ein festhalten mit Händen zu unterbinden.

Dieses Mauer-Rohr hätte bei einem "Antifaschistischen Schutzwall" als "Schutz vor Nato-Truppen" auf eine Mauer zur Ost-Berliner Seite gehört...


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05.08.2009 15:42
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#11
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mich brauchst du nicht zu überzeugen...ich hatte nur den zitierten satz inhaltlich nicht verstanden (das "komische"9


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05.08.2009 16:04
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#12
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sentry:
Ich hätte auch "traurig" schreiben können. Aber die Tatsache, daß eigentlich jedem halbwegs logisch denkenden Grenzsoldaten angesichts der Ausrichtung der Grenzanlagen klar sein mußte, warum die Mauer steht. Und dann bekommt dieser erwachsene, militärisch gebildete Mann, diese "entwickelte, sozialistische Persönlichkeit":
diesen "Shit" vorgesetzt (siehe Eingangsfilm 35 Jahre Grenztruppen),
wo allen Ernstes behauptet wird, daß hier vor allem Schutzmaßnahmen gegen den "hochgerüsteten BGS und Konsorten" getroffen wurden....

Diese frechen Lügen sind so schlimm. Weil sie vor allem die Intelligenz eines jungen Grenzsoldaten beleidigt. Das ist so peinlich, daß es auf einen Erwachsenen heute schon wieder komisch wirkt. Also mir geht es jedenfalls so. Ich sehe diese Filme relativ gerne. Vor allem, weil ich lachen muß. Ich muß herzlich lachen über das, was diese Demagogen glaubten, allen ernstes erwachsenen Menschen (in diesem Falle den Grenzsoldaten) an offensichtlichen Lügen zumuten zu können...


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05.08.2009 16:35
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#13
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Über die Motivation, warum Leute zur Grenze gingen, gibts hier schon Beiträge. Längst nicht alle sind solchen Filmchen hinterhergelaufen. Meist waren die Gründe viel banaler.

Die Wirkung die solche Filme auf uns Rumpelzonis gehabt hat, kann man wohl in 3 Kategorien einteilen
1) geglaubt bzw. überzeugt davon,
2) am Hirn abgeprallt,
3) egal, weil dank inflationärer Bestrahlung gar keine Information extrahiert wurde.

Auch bei den Grenzern gehörten längst nicht alle zur ersten Kategorie.


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05.08.2009 19:01
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#14
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( gelöscht )

[quote="sentry"]Die Straße, natürlich die Reinhold-Huhn-Straße, heißt heute Schützenstraße...klingt eigenartig, ist aber historisch.

Hallo,
das Denkmal wurde schon 1990 entfernt, heute sieht es da so aus, Bild 1 im Hintergrund Springer-Hochhaus, Bild 2 Schützenstr.
Gruß aus Berlin

05.08.2009 21:36
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#15
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( gelöscht )

Bei der im Film gezeigten DDR-Stadt gegenüber der NPD Veranstaltung handelt es sich um Vacha an der Werra.Der Berg bei Philippsthal war ja bekannt für "Veranstaltungen" der NPD oder der Wikingjugend.



Gruß maja,


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