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#81

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 15.08.2014 16:14
von Zkom IV | 399 Beiträge | 435 Punkte
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Habe das Buch über den Verlag bestellt und schon am Montag geliefert bekommen.

Ich bin schon zur Hälfte durch und muß sagen, dass es mir sehr gut gefällt.
Die knapp 20,- € haben sich wirklich gelohnt.
Schade ist nur, dass die Ostseite etwas unterrepräsentiert ist, aber dazu wird ja auch im Vorwort etwas gesagt.
Einige der dargestellten Emotionen aus Westsicht kann ich sehr gut nachvollziehen, andere wiederum nicht so.
Was mir besonders aufgefallen ist in den Ostbeiträgen, sind die schon sehr früh entstandenen Zukunftsängste über Weiterbeschäftigung bei einer wiedervereinigten Polizei.
Das habe ich damals als Zöllner nicht so gespürt.
Die Jüngeren waren eigentlich alle recht gelassen und erwarteten eine Übernahme, was auch, soweit mir bekannt, geschehen ist. Den Älteren war klar, dass sie wahrscheinlich in Frührente geschickt werden, was ebenfalls z.T. der Fall war.
Die Kollegen welche im Frühjahr 1990 vom MfS kamen, waren sich alle darüber im Klaren, dass es für sie keine weitere Beschäftigung geben wird.
Auch das ist nach meinem Erkenntnisstand so eingetreten.

Für mich jedenfalls ein interessantes Buch.
Dank nochmal an Uwe für den Tipp.

Gruß Frank



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#82

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 15.08.2014 16:16
von damals wars | 14.315 Beiträge | 5959 Punkte
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Seltsam, das die Umbrüche in den Betrieben kaum thematisiert werden, wen interressiert schon die 50te oder 100te Grenzöffnung.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=4tlhDA1_w2U
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#83

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 15.08.2014 16:21
von ABV | 4.254 Beiträge | 361 Punkte
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Zitat von damals wars im Beitrag #82
Seltsam, das die Umbrüche in den Betrieben kaum thematisiert werden, wen interressiert schon die 50te oder 100te Grenzöffnung.


Das Buch wurde von Polizisten geschrieben. Für die Polizei stand nun einmal die Grenzöffnung mit den sich daraus ergebenen Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel die riesigen Verkehrsströme, die ansteigende Kriminalität und nicht zuletzt die vorsichtige Annäherung der Ordnungshüter beider Seiten im Mittelpunkt.
Die Umbrüche in den Betrieben können nur von den Leuten thematisiert werden, die diese damals erlebt hatten.

Gruß Uwe


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#84

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 15.08.2014 17:08
von Alfred | 7.421 Beiträge | 1776 Punkte
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Habe das Teil mal bestellt.

Schaun wir mal.



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#85

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 16.08.2014 03:53
von seaman | 3.488 Beiträge | 23 Punkte
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Werde es auch lesen.Dann Echo.

seaman


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#86

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 16.08.2014 17:04
von ABV | 4.254 Beiträge | 361 Punkte
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Ich habe das Buch nun gelesen. Für mich liegt der besondere Wert des Buches darin, dass hier verschiedene Augenzeugen aus Ost und West schildern, wie sie in den Herbstwirren 1989 ihre lange gehegten, teils anerzogenen, Vorurteile, über Bord warfen. Weil sie es, auf Grund der plötzlich eingetretenen besonderen polizeilichen Situation, gemeint ist die Grenzöffnung, einfach mussten.
Da schreiben Polizisten aus Niedersachsen, wie sie ohne Rückendeckung ihrer Vorgesetzten, mit dem "Feind" selbstständig Kontakt aufnahmen. Und, man glaubt es kaum: Polizisten (Os), also Volkspolizisten, haben damals genau das selbe getan!! Von einem Tag auf den anderen spielten ideologische Vorbehalte nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Bei weitem nicht bei jedem. Aber anscheinend doch bei vielen Kollegen.
Ein besonderes Beispel ist die von Polizisten der BdVP Magdeburg und dem Lagezentrum Braunschweig im Dezember 89eingerichtete Funkbrücke. Die, auf Grund des zu erwartenden Chaos beiderseits der Grenze und des Umstands das es keine Fernsprechverbindungen zwischen beiden Polizeidienststellen gab, zur Beherrschung der Lage absolut notwendig war. Andererseits jedoch einen groben Verstoß gegen viele Dienstvorschriften und Weisungen darstellte! Ungewöhnliche Situationen verlangen ungewöhnliche Mittel!
Man kann heute nur noch erahnen, wie viel Mut für Aktionen wie diese erforderlich war. Und zwar für beide Seiten!
Davon hat man bis heute in den Medien kaum oder gar nichts erfahren. Ich kann mich nicht daran erinnern, von dieser frühen Form der Zusammenarbeit zwischen Volkspolizei und "West-Polizei", in diesem Umfang gehört zu haben.
Wie ein roter Faden zieht sich das Bemühen, den Gegenüber zu verstehen. Das kommt sowohl in den leider zu wenigen Berichten ehemaliger Volkspolizisten als auch in den Erinnerungen der Kollegen aus Niedersachsen zum Vorschein.
Angenehmerweise werden auch die nicht immer ungerechtfertigten Vorbehalte und Vorurteile nicht verschwiegen. Vielmehr wird darauf eingegangen, wie diese Vorbehalte entstanden sind. Was insbesondere für den jüngeren Leser, der diese Zeit nicht mehr aus eigenem Erleben kennt, von großen Nutzen ist.
Als sehr angenehm und den hier und da noch vorhandenem Klischee vom " Besserwessi" widersprechend, empfand ich unter anderem die Schilderung eines (West)-Polizisten, von im Eichsfeld im Jahre 1990, auf Betreiben eines obskuren " Amtes für Vergangenheitsbewältigung" durchgeführten "Säuberungen" in den Reihen der Volkspolizei. Wobei dem selbst ernannten "Amtsleiter" eine so genannte "Abschussliste" mit den Namen der aus dem Dienst zu entfernenden Polizisten vorlag. Man merkte dem Verfasser des Beitrags das Entsetzen über diese Vorgänge, von denen mir bislang ebenfalls nichts bekannt war, förmlich an. Am Ende findet er die einzig richtige Bezeichnung für das Treiben dieses "Amtes": fanatisch!
Wie gesagt: die Vorfälle ereigneten sich noch in der DDR. Wenn auch in ihrer absoluten Endphase.
Zu Wort kamen aber auch ehemalige Volkspolizisten. Darunter unter anderem der ehemalige Leiter des VPKA Worbis und ein damaliger Offizier der Bereitschaftspolizei. Menschen auf denen im Herbst 1989 eine ungeheure Verantwortung lastete. Die in der heutigen öffentlichen Wahrnehmung, lediglich Klischees bedienen "dürfen". Im Rahmen dieses Buches wurde uns Ex-Volkspolizisten die Möglichkeit eingeräumt, mit den sattsam bekannten Klischees aufzuräumen. Uns einmal nicht als stumpfe Büttel, sondern als ganz normale Menschen mit Gefühlen, Sorgen, Hoffnungen und Ängsten darzustellen. Vieles was dem Außenstehenden noch immer unverständlich erscheint, wird aus der Feder eines Zeitzeugen verständlich und nachvollziehbar.

Gruß an alle
Uwe


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#87

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 16.08.2014 17:20
von Thunderhorse | 4.610 Beiträge | 2392 Punkte
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Zitat von ABV im Beitrag #86
Ich habe das Buch nun gelesen. Für mich liegt der besondere Wert des Buches darin, dass hier verschiedene Augenzeugen aus Ost und West schildern, wie sie in den Herbstwirren 1989 ihre lange gehegten, teils anerzogenen, Vorurteile, über Bord warfen. Weil sie es, auf Grund der plötzlich eingetretenen besonderen polizeilichen Situation, gemeint ist die Grenzöffnung, einfach mussten.
Da schreiben Polizisten aus Niedersachsen, wie sie ohne Rückendeckung ihrer Vorgesetzten, mit dem "Feind" selbstständig Kontakt aufnahmen. Und, man glaubt es kaum: Polizisten (Os), also Volkspolizisten, haben damals genau das selbe getan!! Von einem Tag auf den anderen spielten ideologische Vorbehalte nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Bei weitem nicht bei jedem. Aber anscheinend doch bei vielen Kollegen.
Ein besonderes Beispel ist die von Polizisten der BdVP Magdeburg und dem Lagezentrum Braunschweig im Dezember 89eingerichtete Funkbrücke. Die, auf Grund des zu erwartenden Chaos beiderseits der Grenze und des Umstands das es keine Fernsprechverbindungen zwischen beiden Polizeidienststellen gab, zur Beherrschung der Lage absolut notwendig war. Andererseits jedoch einen groben Verstoß gegen viele Dienstvorschriften und Weisungen darstellte! Ungewöhnliche Situationen verlangen ungewöhnliche Mittel!
Man kann heute nur noch erahnen, wie viel Mut für Aktionen wie diese erforderlich war. Und zwar für beide Seiten!
Davon hat man bis heute in den Medien kaum oder gar nichts erfahren. Ich kann mich nicht daran erinnern, von dieser frühen Form der Zusammenarbeit zwischen Volkspolizei und "West-Polizei", in diesem Umfang gehört zu haben.
Wie ein roter Faden zieht sich das Bemühen, den Gegenüber zu verstehen. Das kommt sowohl in den leider zu wenigen Berichten ehemaliger Volkspolizisten als auch in den Erinnerungen der Kollegen aus Niedersachsen zum Vorschein.
Angenehmerweise werden auch die nicht immer ungerechtfertigten Vorbehalte und Vorurteile nicht verschwiegen. Vielmehr wird darauf eingegangen, wie diese Vorbehalte entstanden sind. Was insbesondere für den jüngeren Leser, der diese Zeit nicht mehr aus eigenem Erleben kennt, von großen Nutzen ist.
Als sehr angenehm und den hier und da noch vorhandenem Klischee vom " Besserwessi" widersprechend, empfand ich unter anderem die Schilderung eines (West)-Polizisten, von im Eichsfeld im Jahre 1990, auf Betreiben eines obskuren " Amtes für Vergangenheitsbewältigung" durchgeführten "Säuberungen" in den Reihen der Volkspolizei. Wobei dem selbst ernannten "Amtsleiter" eine so genannte "Abschussliste" mit den Namen der aus dem Dienst zu entfernenden Polizisten vorlag. Man merkte dem Verfasser des Beitrags das Entsetzen über diese Vorgänge, von denen mir bislang ebenfalls nichts bekannt war, förmlich an. Am Ende findet er die einzig richtige Bezeichnung für das Treiben dieses "Amtes": fanatisch!
Wie gesagt: die Vorfälle ereigneten sich noch in der DDR. Wenn auch in ihrer absoluten Endphase.
Zu Wort kamen aber auch ehemalige Volkspolizisten. Darunter unter anderem der ehemalige Leiter des VPKA Worbis und ein damaliger Offizier der Bereitschaftspolizei. Menschen auf denen im Herbst 1989 eine ungeheure Verantwortung lastete. Die in der heutigen öffentlichen Wahrnehmung, lediglich Klischees bedienen "dürfen". Im Rahmen dieses Buches wurde uns Ex-Volkspolizisten die Möglichkeit eingeräumt, mit den sattsam bekannten Klischees aufzuräumen. Uns einmal nicht als stumpfe Büttel, sondern als ganz normale Menschen mit Gefühlen, Sorgen, Hoffnungen und Ängsten darzustellen. Vieles was dem Außenstehenden noch immer unverständlich erscheint, wird aus der Feder eines Zeitzeugen verständlich und nachvollziehbar.

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Uwe




So als Anmerkung:
Dass war von der Ostsee bis zum Dreiländereck und in Berlin der Fall, ab dem 09.11.1989, nach der Öffnung der Grenze bzw. ab dem 10.11.1989 auch an der Grenze zur Bundesrepublik, für BGS, BGP, Landespolizei und Zoll.
Und dass gilt ebenso für die Angehörigen der Grenztruppe, PKE und des Zoll der DDR.
Man gab z.B., u.a. gemeinsam Rede und Antwort, bereits im November kurz nach der Grenzöffnung, als Schulklassen an die Grenze kamen.
Teilte auf dem kleinen Dienstweg mit, wann wo welcher Übergang, wenn auch nur für Stunden, geöffnet wurde, dass Antiquitäten verschoben wurden, die Minengefahr noch gegeben war, etc..
Man ging auch emeinsam Streife.
So a bisserl was aus jenen Tagen.
http://eaglehorse.org/2_border_mission/s...eillance_12.htm
Und entwickelte sich in einignen Fällen zu Freundschaften die auch heute noch bestehen.


"Mobility, Vigilance, Justice"


seaman, ABV, Mike59 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.08.2014 17:33 | nach oben springen

#88

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 19.08.2014 19:52
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Frage !

Gibt es denn eine Buchvorstellung ( en ). Lesungen ?



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#89

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 20.08.2014 07:07
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Zitat von Alfred im Beitrag #88
Frage !

Gibt es denn eine Buchvorstellung ( en ). Lesungen ?



Ob die Herausgeber eine Lesung geplant haben, weiß ich leider nicht. Ich habe aber der Bibliothek Seelow ein Exemplar geschenkt. Die Leiterin hat mich zu einer Lesung überredet. Der voraussichtliche Termin der Lesung ist der 19. Januar 2015.
Wenn du möchtest, sage ich dir aber vorher noch genau Bescheid.

Gruß Uwe


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#90

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 25.08.2014 17:47
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Hallo,

Du kannst gern eine Info geben.

Hat denn nun schon ein User das Buch "durch" und kann eine Einschätzung aus seiner Sicht geben ?

Ich habe noch einiges zu lesen.



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#91

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 16.09.2014 13:40
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Ich bin gerade mit einem Team des RBB an der Oder unterwegs gewesen. Das Team hat einen Beitrag zur Fluchtwelle über Polen, im Herbst 1989 gedreht. Ich komme als Zeitzeuge in dem Beitrag auch vor. Natürlich habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und ein wenig Werbung für das Buch gemacht. Zumindest einige Teile passen ja zum Thema " Flucht über die DDR-Grenze im Herbst 1989".
Der Beitrag soll entweder diesen Samstag oder Sonntag, zwischen 19:30 Uhr und 20:00 Uhr, im RBB gesendet werden.

Gruß an alle
Uwe


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#92

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 27.09.2014 13:14
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So,habe das Buch jetzt durch.
Sieben Beiträge stammen,wenn ich richtig gezählt habe, von ehemaligen Angehörigen der VP.
22 Beiträge von den westlichen Kollegen.
Es liest sich interessant und flüssig.
Gut,die damalige Sicht von Polizisten beider Seiten zu lesen,die plötzlich vor der Aufgabe standen keinen rechtsfreien Raum zu zulassen und von den Ereignissen der Zeit überrollt wurden.Vorurteile und z.T. Negativeinschätzungen über die Kollegen Ost auf der einen Seite und die berufliche persönliche Unsicherheit der zu "Übernehmenden".
Man liest über Fehler die gemacht wurden und über Animositäten untereinander.
Freundschaften die sich entwickelten.Manch verletztes Ehrgefühl und gewisse Voreingenommenheit.
Die Praxis schweisste letztendlich zusammen.
Das Buch ist 25 Jahre nach dem Zusammenschluss entstanden und enthält z.T. in den Beiträgen Erkenntnisse die man damals noch nicht hatte.
Orale Geschichte halt,mit ein paar Gedächnislücken behaftet aber sicher interessant um die damalige Situation aus individueller Sicht verständlich zu machen.
Mit (falschen)Daten und ein paar anderen Interpretationen muss man nicht immer einverstanden sein.Es ist kein wissenschaftliches Werk.
Beispiel:
Siehe Jeschke Seite139 : Am 1.April 1989 wurde den Angehörigen der VP der Empfang von Westsendern/Westfernsehen erlaubt...
Dr. Bernig Seite 117: August 1988 wurde das Westfernsehverbot für Angehörige der DVP aufgehoben.NVA erst 1 Jahr später.

Ähnliche irreführende Daten gibt es auch zum Mauerfall und Honecker selbst u.a.
Bitte das nicht als Korinthenkackerei bzw. Verriss zu verstehen.

Habe den Kauf nicht bereut,obwohl man mit manchem Seitenhieb in Richtung MfS eher den mainstream bedient.
Oder hat die VP die Montagsdemos mit Streicheleinheiten aufgelöst?(Siehe z.b.den prügelnden OibE Seite,14 H.-D. Römer)

Am besten gefiel mir, der bei mir wieder erweckte Begriff "dimido".Habe mit vielen dieser "dimidos" nach ihrer aufreibenden Arbeitswoche damals über Dunkeldeutschland gesprochen........war schon hart,trotz Buschzulage.

seaman


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zuletzt bearbeitet 29.09.2014 17:32 | nach oben springen

#93

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 27.09.2014 13:57
von thomas 48 | 4.323 Beiträge | 2981 Punkte
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Wir hatten seit ca 1984 einige Freunde bei der Stasi, die haben alle ARD gesehen


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#94

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 27.09.2014 21:13
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #93
Wir hatten seit ca 1984 einige Freunde bei der Stasi, die haben alle ARD gesehen


Durften die das?

seaman


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#95

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 27.09.2014 21:15
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Natürlich. Recherche gehört doch zum Berufsbild. ^^


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#96

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 27.09.2014 21:42
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Mir sind beim Lesen ebenfalls ein paar Fehler aufgefallen. Zum Beispiel schreibt jemand, dass er als Volkspolizist am 09. November 1989 an der GÜST Drewitz Visa gestempelt hätte! Donnerwetter, die Geschichte des Mauerfalls muss wohl neu geschrieben werden!
Aber das Buch erhebt nun einmal nicht den Anspruch ein wissenschaftliches Werk zu sein. Nach einem Vierteljahrhundert verschwimmen nun einmal die Erinnerungen. Zumal man nicht ganz außer acht lassen sollte, dass ein Teil der Autoren bereits das achte Lebensjahrzehnt überschritten haben.
Was ich persönlich schade finde ist der Umstand, dass sich so wenige ehemalige Volkspolizisten zur Mitarbeit an dem Buch bereit erklärt hatten. Solch ein Buchprojekt bietet die seltene Chance eigene Sichtweisen einzubringen und mit althergebrachten Klischees aufzuräumen. Oder es zumindest zu versuchen. In wie weit so etwas gelingt, hängt nicht unwesentlich vom Leser und dessen grundsätzlicher Bereitschaft andere Sichtweisen als den Mainstream zu akzeptieren. Und für sich selbst zu reflektieren. Das ist sehr schwierig, aber machbar.

Gruß an alle
Uwe


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#97

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 29.09.2014 05:29
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Zitat von ABV im Beitrag #96
Mir sind beim Lesen ebenfalls ein paar Fehler aufgefallen. Zum Beispiel schreibt jemand, dass er als Volkspolizist am 09. November 1989 an der GÜST Drewitz Visa gestempelt hätte! Donnerwetter, die Geschichte des Mauerfalls muss wohl neu geschrieben werden!
Aber das Buch erhebt nun einmal nicht den Anspruch ein wissenschaftliches Werk zu sein. Nach einem Vierteljahrhundert verschwimmen nun einmal die Erinnerungen. Zumal man nicht ganz außer acht lassen sollte, dass ein Teil der Autoren bereits das achte Lebensjahrzehnt überschritten haben.
Was ich persönlich schade finde ist der Umstand, dass sich so wenige ehemalige Volkspolizisten zur Mitarbeit an dem Buch bereit erklärt hatten. Solch ein Buchprojekt bietet die seltene Chance eigene Sichtweisen einzubringen und mit althergebrachten Klischees aufzuräumen. Oder es zumindest zu versuchen. In wie weit so etwas gelingt, hängt nicht unwesentlich vom Leser und dessen grundsätzlicher Bereitschaft andere Sichtweisen als den Mainstream zu akzeptieren. Und für sich selbst zu reflektieren. Das ist sehr schwierig, aber machbar.

Gruß an alle
Uwe


Wie lange hast Du eigentlich die Uniform der VP getragen?

seaman


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#98

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 29.09.2014 16:15
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@seaman : ich wurde am 01.06. 1985, im Wachkommando Missionschutz Berlin, eingestellt. Die Uniform habe ich, wieder andere auch, noch längere Zeit nach dem Ende der DDR getragen. Bis in den Januar 1992, wo der Uniformtausch auch in Brandenburg über die Bühne ging.
Ich war also gute fünf Jahre bei der Volkspolizei. Keine allzu lange Zeit. Aber lange genug, um wenigstens ein wenig mit reden zu können.

Viele Grüße aus dem sonnigen Oderland
Uwe


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#99

RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 29.09.2014 17:02
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Und hier noch ein paar Gedanken zur " Abgrenzung zwischen ehemaligen Volkspolizisten und dem MfS":

Mir scheint es, dass die immer wieder geäußerte, deutliche Distanzierung zum MfS, von einigen ehemaligen VP-Angehörigen offenbar als " Eintrittskarte" ins hier und heute verstanden wird. " Wir sind die Guten! Mit denen hatten wir nie etwas zu tun". So war es aber eben nicht!
Meinem, allerdings subjektivem Empfinden nach, herrschte zwischen Volkspolizei und MfS so etwas wie eine von Misstrauen geprägte Partnerschaft. Wobei das Misstrauen durchaus auf beiden Seiten bestand. Trotzdem dienten VP und MfS bekanntlich ein und dem selben "Herrn": Der Partei und Staatsführung der DDR.
Es entspricht tatsächlich dem heutigen Mainstream wenn sich einige heute so hinstellen, als hätten sie das MfS und dessen Mitarbeiter schon immer aus vollem Herzen abgelehnt. Das ist aber purer Blödsinn! Zumal die allermeisten Volkspolizisten von den grundlegenden Aufgaben des MfS keine Ahnung hatten. Wenn mal von einigen diffusen Klischeevorstellungen absieht. Über konkrete Erfahrungen mit dem MfS verfügten Oppositionelle oder Ausreiseantragsteller. Oppositionelle und Ausreiseantragsteller fand man jedoch sicher nicht in den Reihen der Volkspolizei! Die Neigung sich im Nachhinein eine " kritische Haltung" zur DDR oder zum MfS einzureden, ist weit verbreitet. Nicht nur unter früheren Volkspolizisten. Leider behindert dieses "Heldentum" eine objektive und gerechte Aufarbeitung der Geschichte.

Was die gewaltsame Niederschlagung der Demonstrationen seitens der VP angeht:
Ich habe das ganze glücklicherweise nur aus der Ferne erlebt, weiß aber, unter anderem durch Kollegen die dabei waren, dass am 07./08.Oktober tatsächlich "knallhart durchgegriffen wurde." Und zwar von der Volkspolizei, ohne dass das MfS im Nacken saß. Aus dem ganz einfachen Grund, weil die Demonstranten tatsächlich als " gefährliche Konterrevolutionäre", " hasserfüllte Staatsfeinde" und der gleichen, angesehen wurden.
Die Einstellung zu den Demonstranten änderte sich erst mit dem Beginn der Dialoge. Erst dann begriff die oberste VP-Führung, dass man es eben nicht mit "Rowdys" und schon gar nicht mit "Konterrevolutionären" zu tun hatte.
Das seitens des MfS bei den Übergriffen gegen Demonstranten "kräftig mitgemischt" wurde, ist wohl unbestreitbar. Trotzdem ist es schlicht unwahr wenn heute so getan wird, als ob die Staatssicherheit ganz allein geknüppelt hätte. Bereits im Herbst 1989 wurde eifrig an der Legende gestrickt, dass MfS-Angehörige am 07. /08. Oktober 1989 des Öfteren in den Uniformen der VP agiert und Gewalt angewendet hätten. In dem 1990 gedrehten Polizeiruf 110-Krimi, " Das Duell" kam diese Legende sogar zu filmischen Ehre. Und zwar an der Stelle an der der ABV den neben ihm laufenden Kriminalisten Angesichts knüppelnder Polizisten zu raunt: " Ich bin mir nicht sicher, ob in unseren Uniformen auch immer unsere Leute stecken."
Dieses kleine Wort " unsere" wiederspiegelt eine Abgrenzung zwischen VP und MfS, die es zumindest bis Ende Oktober 1989 so nicht gegeben hat.
Auch wenn einige heute so tun.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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RE: Hinweis auf ein demnächst erscheinendes Buch zur politischen Wende in der DDR

in Das Ende der DDR 29.09.2014 17:23
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"Am besten gefiel mir, der bei mir wieder erweckte Begriff "domido".Habe mit vielen dieser "domidos" nach ihrer aufreibenden Arbeitswoche damals über Dunkeldeutschland gesprochen........war schon hart,trotz Buschzulage."

Waren das nicht DiMiDo´s, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag?
3- Tage Arbeitswoche, die waren ihrer Zeit voraus!


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=4tlhDA1_w2U
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zuletzt bearbeitet 29.09.2014 17:28 | nach oben springen



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