Straftaten im alten Eisenach

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27.05.2014 13:09
#16
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1892
22.11
In der Bahnhofstr. wurde ein einarmiger Bettler festgenommen und untersucht. Sein fehlender Arm war auf den Rücken fest gebunden

1893
25.03
Ein Mann fand in der Hörsel eine L. einer Frau, die schon lange tot war.
11.04
Bei Hastrungsfelde am Fuße des Hörselberges fand man eine L. eines Selbstmörders der sich mit seiner Waffe erschoss. Er fuhr mit einer Hotelkutsche aus ESA zum Hörselberg, wo er den Kutscher bat , zwei Stunden auf ihn zu warten. Er war ein Leutnant aus Norddeutschland
Ostermontag
Der Zimmermann Knapp versuchte heute morgen mit vergifteten Kaffee seine Frau zu töten. Sie merkte es und rannte gleich zur Polizei. Als sie wieder heim kam fand sie ihren erhängten Mann.
10.06
Seit einigen Tagen ist der Gerichtsvollzieher Sippel verschwunden
30.08
Die L. von S. fanden Holzsammler in dem Forstort ,,Entengräben,, , er hat sich erhängt. In der Nähe fand man seine Dienstmütze und eine Tasche mit 3000 mark.
12.09
Am Samstagabend erschoss sich in der Kaserne der Unteroffizier Rettig Er trank vorher mit dem Serganten Rohrbach Bier und spielte Wensch. Danach verließ er Ro. mit dem Satz,, machs gut, du siehst mich nicht wieder. .Schoss sich auf der Stube in sein Herz
Sein Motiv war ein gekrängtes Ehrgefühl.
18.09
Heute früh gegen 6 Uhr erschoß sich ein 16jähriger Mann am Johannisplatz,


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27.05.2014 13:13
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#17
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Mahlzeit, Gemeinde......
Einen Kleinen Teil Deiner Fragen versuch ich mal zu beantworten.Das erste-oder eines der ersten speziellen Pol.-Fahrzeuge,zumindest in Berlin,war die Grüne Minna.
Was ist nun eine „Grüne Minna“ ?
In der Mitte des 1900 Jahrhundert wurde festgenommene Personen noch zu Fuß der Wache zugeführt. Selbstverständlich erfolgte die Überstellung zu Gerichten oder zu den Haftanstalten ebenfalls noch zu Fuß. Die Gendarmen begleiteten die gefesselten Häftlinge mit dem Fahrrad. Längere Überstellungen in weiter entfernt liegende Haftanstalten oder vor Gerichte in anderen Städten, erfolgten mit der Eisenbahn. Besondere Transportbeamte übernahmen die Begleitung. Dies war auf Dauer sehr umständlich und mit erheblichen Risiken belastet. 1866 wird dann erstmals die Einführung von Gefangenentransportwagen in Berlin erwähnt. Es handelte sich um ein geschlossenes Pferdefuhrwerk mit Luftschlitzen. Dies erste Transportfahrzeug für Gefangene war grün gestrichen.
Minna - eigendlich Wilhelmine-Kurzform davon- war damals die übliche Anrede für ein Dienstmädchen.Die konnte natürlich nicht Wilhelmine heißen!
So entstand schnell im Volksmund der Ausdruck „Grüne Minna“ für den Gefangenentransportwagen der Polizei.
Auch der Übliche Spruch " Zur Minna machen" bezieht sich darauf.(Auf das Dienstmädchen und den Wagen.) Es gibt auch noch eine andere -aus dem Rottwelsch -Gaunersprache-kommende Erklärung, aber die halt ich für nicht so schlüssig.
Bezüglich der Ausbildung bzw. der Laufbahn von Polizeibeamten zu Kaisers Zeiten grab ich mal nach,dauert aber...
Grüne Minna : -Quelle -Buchversand- also fast Reklame, aber nur ein Wenig. Ein schöneres Foto gabs nicht so schnell.
73 Hans


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27.05.2014 13:41
#18
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Notiz
zu 1893
11.04
Hörselberg liegt vor der Stadt ,
dort war mal die Frau Holle und es gibt eine Venus und eine Tannhäuserhöhle.
30.08
Wo die Forstorte waren, weiß ich nicht
Gerichtsvollzieher hatten eine Uniform?
Holzsammler waren sehr ehrlich.
12.09
Kaserne, ich weiß nicht wo die war.
Wenn ich nach den Namen gehe dann vielleicht doch. Wir haben in der Stadt die lange Rennbahn, wer hat damals Rennen veranstaltet, die Pferdebesitzer und das waren meistens adlige Militärangehörige. Vielleicht waren dort die Kasernen.?
Wensch-Kartenspiel?


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27.05.2014 16:33
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#19
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #14
hallo hagen, dachte du bist ein Eisenacher.
Nießen hat neben deiner Arbeitsstelle gewohnt
Cooper oder Coper war Pächter des Prinzenteich

Da drin war ich recht selten, in der Kurstrasse


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27.05.2014 17:40
#20
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die Begründung war gut, ich war jeden Tag in der Kurstr.


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27.05.2014 17:51 (zuletzt bearbeitet: 27.05.2014 17:59)
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #16
1892
22.11
In der Bahnhofstr. wurde ein einarmiger Bettler festgenommen und untersucht. Sein fehlender Arm war auf den Rücken fest gebunden



Also, diese alten Zeitungsberichte sind doch manchmal erheiternd - da haben sie nicht nur den einarmigen Bettler festgenommen, sondern ihm auch gleich noch wieder zu seinem fehlenden Arm verholfen.

Gruss

icke


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27.05.2014 17:55 (zuletzt bearbeitet: 27.05.2014 18:00)
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#22
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Abend, Gemeinde.....
Also Deine Fragen, Thomas.....
Schon mal einige allgemeine Fragen
Wie wurden die Polizisten ausgebildet?
Gab es Pol. schulen?

Gott sei Dank - ein Teil meiner Schulungsunterlagen ist noch vorhanden - u.a. ein historischer Abriss Polizei in Preußen - Q: FS f.Verwaltung und Recht Land Berlin. Natürlich nicht gerade Umfangreich.
Allgemein war es bis zur Zeit Kaiser Wilhelms II mehr oder weniger üblich, den Pol.-Nachwuchs aus ausgedienten Unteroffizieren des Heeres zu gewinnen.Also -5-Ender - dann Polizist. Eine Änderung dieser Praxis kam erst in der Weimarer Zeit. Polizeischulen - in Preußen Gendamerieschulen genannt, gibt es nachweislich seit 1899. Aber vorhergab es "Vorläufer" wie die Preußische Gendamerie-Ausbildungs-Anstalt.Offensichtlich hatte man eben auch in Preußen begriffen, das "Kasernenhof" nicht gleich Ausbildung bedeutet. Über den Inhalt der Ausbildung kann ich nicht viel sagen,allerdings ist eine gewisse Spezialisierung auf die unterschiedlichen Aufgabenbereiche damals schon nachweisbar. In den kleinen, unscheinbaren Satz 1879 - Pol-Bea. werden Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft- steckt das so mit drin.
Soweit die verfügbaren Fakten, ich gehe mal davon aus, dass es in den Anderen Deutschen Teilstaaten vergleichbar aussah.
Nochwas - aber als Meinung von Hans : Wenn der Absolvent der jeweiligen Ausbildungseinrichtung dort seinen Abschluß gemacht hatte, und auf seiner jeweiligen ersten Dienststelle antrampelte, war er keineswegs schon ein Polizist. Das wurde und wird (auch heute, immer ) er erst nach ein paar Jährchen im Basisdienst. - Es gibt natürlich viele , die das total anders sehen- vor allen Frischlinge von höheren Pol.-Schulen. Die Praxis sieht aber ganz anders aus.So sah der ordentliche Schutzmann dann aus: ( Q.phsb.eu) Militärisch ? Neeee - Hose Lang und Keine Stiefel- unmilitärischer gings damals wirklich nicht.

73 Hans
Kleiner Nachsatz zu Icke- Für mich durchaus Vorstellbar,nachvollziehbar.Man denke mal an die Bettlerschwemme 1990, da kamen solche Arten von Tricks auch vor. Und man staunte Bauklötzer, wenn man dann ein wenig hinter die Kulissen schauen konnte. H.


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28.05.2014 11:27
#23
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hallo hagen,
bitte nicht falsch denken, wegen der Kurstr..
Ich bin in der O. Spesshardt-Str. aufgewachsen


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28.05.2014 12:16
#24
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1894
2.02
An der Promenade zwischen der Wiehburg und der Wartburg fand man einen erschossenen Mann. Neben seinem Revolver lag eine goldene Uhr mit dem Namen A. Gantzer und ein Taschentuch mit dem Monogramm A. G.
8.05
Heute morgen schnitt sich ein alter Mann auf dem Goldberg die Pulsader auf, Ein Eisenbahnbeamter fand ihn rechtzeitig und besorgte schnell einen Wagen um ihn ins Krankenhaus zu schaffen.
6.06
In der vergangenen Nacht stiegen Diebe über eine Mauer in der Nonnengasse und durch ein Hoffenster in die Bezirksdirektionsgebäude ein. Sie wollten vergeblich die eiserne Tresore öffnen, was aber nicht gelang, danach brachen sie alle Schränke und Pulte auf um Geld zu suchen. In jedem Raum in den beiden Etagen. Sie fanden 100 mark. Erst gegen 6.uhr hat der Diener, der dort wohnte, den Schaden gemerkt. ff


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28.05.2014 13:40
#25
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noch 1894
26.07
Am vergangenen Freitag fanden Kinder in dem Forstort ,,Diebeskammer,, eine vergiftete L. Sie war eine junge Frau mit einem blauen Kleid, einem eleganten Federhut, goldene Ringe, goldene Uhr und goldene Armreifen. das Taschentuch hatte das Monogramm E.T.
27.07
Die zwei L. die Frau aus der ,,Diebeskammer,, und der Mann der in dem Wilhelmstaler See gefunden wurden, sind der Kaufmann Ernst Thomas aus Leipzig und seine Schwiegertochter. Sie haben am 13.7. Leipzig verlassen und in einem Hotel in ESA gewohnt. Von der Wartburg schrieben sie noch eine Karte an die Angehörigen. Am 12. 07 kaufte T. noch ein starkes Gift in L. und nahm aus seinem Tresor 25-30000 Mark. Ein Kriminal-Schutzmann nahm seine Spur auf. T. wollte sich und seine 16j. Stieftochter vergiften. Seine Frau und ihr 10j. Kind waren dadurch verarmt.

1896
12.05
Heute morgen erschoß sich der Rechtsanwalt Wilke
25.06
Das Hausmädchen Butscher wurde wegen Kindesmord heute verhaftet. Sie gebar das Kind in der Nacht vom 4.-5.6 und warf das Kind gleich in die Abortgrube. Bei der Reinigung fand man die L. Das Mädchen kommt vor das Schwurgericht in Meinigen wegen Kindesmord.

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28.05.2014 14:02 (zuletzt bearbeitet: 28.05.2014 14:04)
#26
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Notiz
1894
2.2
Wiehburg Es gibt eine Gegend ,,Viehburg,,
Entweder hieß die früher Wiehburg, oder es ist ein Druckfehler
8.05
Goldberg-Galgenberg-Pflugensberg oder Stadtpark.
Kann nur gegenüber des Güterbahnhofes passiert sein.
6.06
kann nur gegenüber vom Schwarzen Brunnen gewesen sein.

1896
25.06
Bei den hist. Meldungen tippe ich so wie es da steht, meine privaten Überlegungen stehen immer bei der Notiz
Bei dieser Meldung habe ich den Text etwas geändert.
Der Name und die Tat stimmt,aber die anderen Wörter wie eine Unholdmutter, Schande usw. gefielen mir nicht. Das hat ein Reporter schnell geschrieben ohne an die Not der Frau zu denken. Wer war der Vater? Wenn es ein dummer Arbeiter war hätte es bestimmt dagestanden. Vielleicht war es der Sohn des Arbeitgeber oder der selber


Was war ein Kriminal-Schutzmann?


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28.05.2014 14:29 (zuletzt bearbeitet: 28.05.2014 14:29)
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#27
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Hi, Thomas...
Also, Dein "Eisenacher Pitaval" wird doch immer interesanter.
Nicht mal so von den jeweiligen "Verbrechen" her, die eigendlichen Denkanstöße lieferst Du ,zumindest meiner Meinung nach,mit Deinen privaten Überlegungen. Spar diese bloß nicht ein !
So, :Was war ein Kriminal-Schutzmann?
Zur damaligen Zeit wurde so ein Kriminalbeamter bezeichnet, der auf einem Revier -bzw. einer Polizeistation Dienst tat -und nicht im Offiziersrang war.
Zumindest in Preußen wars so(, und ich mußte auch erst nachschauen.....). Ich geh mal davon aus, das diese Bezeichnung auch in TH Verwendung fand.
73 Hans


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28.05.2014 18:06
#28
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1902
20.01
Der Juwelier Emil Hopf von der Johannisstr. 3 ist ganz plötzlich vor Weihnachten verschwunden. Eine große Anzahl Wechsel waren fällig und der Gerichtsvollzieher beschlagnahmte einiges
27.01
Der Goldarbeiter Hopf wurde in Manchester verhaftet.
26.06
Über das Vermögen der Firma Versandhaus Goldschmidt wurde das Konkursverfahren eröffnet.
26.06
Polizeiwachtmeister Richter wurde wegen Wurstdiebstahl vom Schöffengericht zu 1 Woche haft verurteilt. ff
8.07
das Schwurgericht verurteilte den Galvaniseur Hopf wegen betrügerischen Bankrott zu 6 Monaten Gefängnis
8.07
Der wegen Notzucht angeklagte Gürtler Bernhard Schlosser wurde freigesprochen.

1903
16.01
In der vergangenen Nacht wurde in der Zigarrenfabrik J H. Bruhns eingebrochen. Die Diebe wollten beide eiserne Tresore öffnen, was aber nicht gelang, bei der weiteren Suche in den Pulten fanden sie fast 100 Mark.

1.05
Der Bürgermeister Dr. von Fewson wurde wegen eines Verbrechens von der ersten Strafkammer des Landesgerichtes verurteilt. Das Urteil lautet wegen dem § 246 zwei Monate Gefängnis, der Staatsanwalt hat 6 Monate verlangt.
8.05
Der Gemeinderat beschloß beim Ministerium die Amtsentsetzung des OB. zu beantragen
18.05
Fünf Forstakademiker wurden zu je 15 Mark verurteilt. Sie hatten bei einer Jagd keinen Jagdschein.
27.06
Vor dem Schwurgericht in Erfurt steht am 30.6 der Bankdirektor Albert Vollborn wegen Konkurs verurteilt
5.07 Der frühere Polizeiwachtmeister Richter wurde mit seiner Frau wegen Kuppelei zu 2 Wochen Haft verurteilt.
Ihr Garcod-Mieter hat mit seiner Braut in der Wohnung unzüchtige Handlungen begangen.
7.08
Gestern abend gegen 18.00 fand man im hinteren Johannisthal den toten Amtsrichter Dr. Ludwig von Schorn, er hat sich mit seinem Revolver in die linke Schläfe geschossen. Er hinterließ eine junge Frau mit seinem kleinen Kind. ff


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28.05.2014 18:13
#29
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Notiz
1902
Hopf wie kam er nach England, von wem und warum wurde er verhaftet? Es gab damals kein Funk?
Warum wurde er ausgeliefert?
1903
Richter Wurstdiebstahl war bestimmt eine Falle
unzüchtige Handlungen, da würde man jetzt Mill. Vermieter verhaften


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29.05.2014 08:23
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#30
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Morgen. Gemeinde, wie Pastor Holm immer sagte....
Hi, Thomas. Funk gab es bei der Deutschen Polizei ab 1919/1920. (Erste Versuche).So etwa 1920 herum gab es bereits arbeitsfähige Funknetze der Polizei in D. Näheres dazu , wenn von Interesse :
http://www.moba-paffenholz.de/klaus-paff...de/docs/bos-Der Link klemmt ein wenig -,Thema in der Seitenleiste aufrufen, dann gehts-
Und 1902 ? Fernschreiber und kabelgebundene Verbindungen gab es damals schon. (per Morsetechnik) . Die jeweiligen Polizeipräsidien unterhielten solche Verbindungen.
Ich sags immer wieder gerne, unsere Altvorderen waren technisch besser ,als man immer annimmt. "Auch die Alten haben gedacht!"

So etwa sah das aus......( Quelle: angeg. Link u. Bundesarchiv)
Die Verurteilung wegen "Förderung der Unzucht" - ja heute ists ja kein Thema - aber dieser Paragraf war noch lange nach WK II in Kraft ! erstaunlich !Eigendlich eher verklemmt, aber noch 1962 gab es eine Höchstrichterliche Verurteilung nach diesem § ! Mal einfach bei Wiki "Unzucht"aufrufen und Staunen. Und da quatschten die immer von Freiheit, also sexuelle Freiheit können die nicht gemeint haben.
73 Hans


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