Protokoll der Tagung am 9.November 1989

20.05.2014 18:45
avatar  Kalmus
#1
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Das Protokollheft der Tagung der SED am 9.November 1989 mit kleinen "korrekturen"


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20.05.2014 18:49
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#2
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da sieht ja aus wie ein echtes Zeitdokument, der Auslöser für die ein Jahr später stattgefundene Vereinigung D's


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20.05.2014 19:43 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2014 19:44)
#3
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Der Auslöser war die Verkündigung eines Verordnungsentwurfs an der internationalen Pressekonferenz am 09. November 1989 durch Günter Schabowski. Laut dieses Beschlusses wäre die "beigefügte Pressemitteilung erst am 10. November 1989 veröffentlicht worden.
„Das war der erste Irrtum“
Schabowski weiter: "Zu Beginn der Pressekonferenz überflog ich das Papier und sah den Begriff "Privatreise" als wichtigen Punkt. Ich verlegte die Information aber an den Schluss der Pressekonferenz, weil ich ja eigentlich über die ZK-Tagung zu informieren hatte. Ich erfuhr erst später, dass dies keine Regierungsentscheidung war, sondern nur die Vorlage. Auch die Grenzer waren ja nicht einmal noch informiert gewesen." Krenz habe ihm das Papier in der Vorstellung gegeben, dass die Sache bereits gelaufen sei, mutmaßte Schabowski. "Für mich war es sonnenklar, dass das regierungsoffiziell sei. Das war der erste Irrtum."
„Das war der zweite Fehler“
Der zweite Fehler sei gewesen, dass die vorbereitenden Instanzen, also Innen-, Staatssicherheits-, Verteidigungsministerium etc., nach Billigung durch die Regierung die Entscheidung erst um vier Uhr am nächsten Morgen mitteilen wollten. "Ich hatte ja nur den Text der Vorlage und musste mich an die Formulierung - nämlich 'ab sofort' - halten. In dem Augenblick empfand ich: Ich bin nicht nur der Mitteiler, ich bin auch der Inkraftsetzer."
http://www.euractiv.de/wahlen-und-macht/...habowski-002259
„Und das war das dritte Missverständnis“
Das wäre alles nicht so dramatisch gewesen, setzte Schabowski fort. "Aber jetzt kommt der dritte Irrtum: In der Großstadt sind wir nicht richtig verstanden worden. Die Menschen haben ja völlig außer acht gelassen, dass sie bei der Polizei den Stempel hätten holen müssen. Es verbreitete sich aber wie ein Lauffeuer, wir hätten uns zur Grenzöffnung entschlossen. Das Wann und Wie stand gar nicht mehr zur Debatte." - "Aber Sie waren doch auf der Pressekonferenz sichtlich überrascht, als Sie merkten, dass die Journalisten noch nichts von der Regelung gewusst haben?" - "Nein. Ich wusste ja, dass ich der erste bin, der sie davon informiert."
(...)

Ein Irrtum oder ein Putsch? Man wird es nie klären können.
Theo


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20.05.2014 20:42
avatar  GZB1
#4
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"...In dem Augenblick empfand ich: Ich bin nicht nur der Mitteiler, ich bin auch der Inkraftsetzer."..."

Das ging ihm sicher runter wie Oel.


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20.05.2014 20:47
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#5
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Zitat von GZB1 im Beitrag #4
"...In dem Augenblick empfand ich: Ich bin nicht nur der Mitteiler, ich bin auch der Inkraftsetzer."..."

Das ging ihm sicher runter wie Oel.



ja einer muss doch die "Drecksarbeit" machen


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20.05.2014 20:49
avatar  Pit 59
#6
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Niels,wenn das Echt ist dann nüscht wie rein bei Ebay,bringt bestimmt ein Paar Tausender


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20.05.2014 20:50
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#7
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Es ist schon erschreckend ,wie oft Fehler und Missverständnisse, nicht nur der jüngeren Geschichte , im Nachhinein als Heldentaten oder Superentscheidungen verkauft werden.

Auch der Herr Schabowski ist doch einfach nur von den Ereignissen überrollt worden.


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20.05.2014 21:01 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2014 22:08)
avatar  GZB1
#8
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Zitat von GZB1 im Beitrag RE: Die Maueröffnung bleibt ein Versehen der SED
Schabowski war ein lupenreiner "Pressemann"!!! Hat sein Handwerk anfangs in den FDGB-Medien gelernt, dann Partei-Karriere bis hin zum Chefredakteur des Zentralorgans der SED, des "Neuen Deutschland". Danach 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin und Politbüromitglied. Der wußte ganz genau wie man eine Medien-Bombe platzen läßt. Er wird noch in 100 Jahren bekannt sein als "der Mann der die Mauer öffnete"!! (Absicht?) Krenz wird man dann nicht mehr kennen.


Der Typ war Chef der Bezirkseinsatzleitung und Mitglied im Nationalen Verteidigungsrat.

Soviel zum "Inkraftsetzer"!


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13.11.2021 18:28
avatar  anjo
#9
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Es ist ganz erstaunlich was in den Wirren der Wende so alles nicht vernichtet wurde. Wie der derzeitige Besitzer an das Dokument gekommen ist wird keiner erfahren. Die einfachste Variante, eine Haushaltsauflösung eines ehemaligen P-Mitgliedes. Oder seines Wachhundes ( Wiss. MA oder auch Sekretärin). Aber es gibt auch Tausend andere Varianten. Würde eigentlich in ein Museum gehören, weil das sonst in 50 Jahren keiner glaubt wie dies geschehen ist.


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