Kontaktaufnahme per Ehrenbezeugung?

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22.04.2014 15:07von terraformer1
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Kontaktaufnahme per Ehrenbezeugung?

Vor längerer Zeit habe ich mal irgendwo gelesen, dass es in Bezug auf versuchte Kontaktaufnahme durch den Gegner, speziell mit AGT auf dem Vorgelagerten, eine besondere Anweisung gab, dass die Erweisung des militärischen Grußes z.B. durch Zoll, BGS, NATO-Kräfte, etc.erwidert werden "kann" aber nicht "muss". Stimmt das? Hat es mal jemand erlebt, dass auf der Westseite jemand die Hand an die Hutkante gelegt hat und ein AGT das erwidert hat?

22.04.2014 16:41von Schlutup
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Moin moin,
passt ja etwas zum Thema:

Kurze Zeit später erschien oben abgebildeter Grenztruppen-Offizier (Major Höhne vom 25. Grenzregiment, zuständig für das Pionierwesen) und regelte mit dem auf Bundesgebiet wartenden EPHK Jürgen Klode alles Weitere.

Es wurde vereinbart, dass die Planierraupe durch DDR-Bauarbeiter wieder unmittelbar zurückgefahren wird. Die Erlaubnis zum Betreten des Bundesgebietes für Zivilisten wurde gegeben.

http://www.wolfgangroehl.de/Grenzbilder/...er02/Foto08.jpg

22.04.2014 21:17von 94
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Brandbekämpfung auf dem Vorgelagerten #21

In einem ähnlichen Fall gabs nach der militärische Grußerweisung seitens GT und sogar noch einige Worte vom KC, so sinngemäß 'Eine Hilfeleistung ist nicht erforderlich ...' während hinter ihm ein Glutnest wieder aufflammte und wir wie die ersten Menschen mit Feuerpatschen hantierten. Mann! war das peinlich.

Auch bei der monatlichen Kontrolle der Grenzmarkierung begrüßte und verabschiedete man sich (Zeitraum Ende der 80er) militärisch vom BGS (wenn'se mal mitgelaufen sind) oder Zoll (die sind meist mitgelaufen) mit der Hand am Käppirand, aber wortlos.

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22.04.2014 21:19von ( gelöscht )
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Zitat von Schlutup im Beitrag #2
Moin moin,
passt ja etwas zum Thema:

Kurze Zeit später erschien oben abgebildeter Grenztruppen-Offizier (Major Höhne vom 25. Grenzregiment, zuständig für das Pionierwesen) und regelte mit dem auf Bundesgebiet wartenden EPHK Jürgen Klode alles Weitere.

Es wurde vereinbart, dass die Planierraupe durch DDR-Bauarbeiter wieder unmittelbar zurückgefahren wird. Die Erlaubnis zum Betreten des Bundesgebietes für Zivilisten wurde gegeben.

http://www.wolfgangroehl.de/Grenzbilder/...er02/Foto08.jpg


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22.04.2014 21:24von Mike59
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Das ist ein schwieriges Terrain.

An der OHS war es gängige Meinung das eine gegenseitige Ehrenbezeigung an der Grenzlinie sowohl gestatte als auch durchaus als ein Zeichen des gegenseitigen Respektes erlaubt war.
Die alten Säcke in den Stäben und auch in den Linieneinheiten haben das ganz anders gesehen.

22.04.2014 21:30von ( gelöscht )
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Kam darauf an wer mit war, die BGSler und die Zollis sagten ja meist guten Morgen oder guten Tag, zackigen Gruß hab ich da nie gesehen und wie gesagt manchmal gabs auch einen leisen guten Tag zurück, meist wenn ein alter Gakel-BU oder Fähnrich dabei war, Offiziere taten sich da schwerer zumal wenn auch noch ein einfacher Soldat dabei war.
Die Tommys grüßten oft grinsend aus Spaß, wurde ebenso grinsend ignoriert

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22.04.2014 22:02von 94
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Na das war doch ein einfach zu lösendes 'Problem'. Da ja mindestens Einer, wenn's feindwärts ging 'ne Langwaffe mit dabeihaben mußte, und das war wenn mit dabei der Grundwehrdiener, na dann war dieser schonemal von der Grußerweisung per Handanlegen 'entbunden'. Ansonsten ist die 010/0/001 da schon recht eindeutig: Die Grußerweisung von Angehörigen der Armeen nichtsozialistischer Staaten ist zu erwiedern. Also hat man sich erstemal schlammpig am Kopf kratzend das Käppi zurechtegerückt und wenn sich der 'Gegenüber' dann das schon als Grußerweisung auffaßte, na dann hat man dann die seinige möglichst zackig erwiedert. Ach irgendwie war das so bissel auch ein Haschmisch-Spiel. Oder wenn man sich lautstark untereinander übers vorabendliche Fußballspiel aus'm Fernsehn unterhalten hat und die Zöllner aufeinmal genauso lautstark das gleiche Thema hatten. Die Verblüfung war auf beiden Seiten mal recht groß, als ein BGSler einem unserer GAKls wie aus dem Gesicht geschnitten erschien. Und dann hatten offensichtlich beide auch noch wegen ihrer doch recht markanten Physiognomie den selben Spitznamen.

Ums auf 'nen Punkt zu bringen ...
Man kann nicht nicht kommunizieren! - P.Watzlawick

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02.05.2014 19:07von LO-Fahrer
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Eine ordnungsgemäße militärischer Ehrenbezeugung wurde (zumindest bei uns) korrekt erwiedert. Hab ich mehr als einmal bei diversen Schichten auf dem Vorgelagertem erlebt.

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03.05.2014 10:20von ( gelöscht )
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Da wir im Grenzdienst unsere Mpi am Mann hatten, konnte die Ehrenbezeugung nicht durch anlegen der rechten Hand an die Kopfbedeckung erfolgen. Vorschriftsgemäß mußte dann der Tragriemen der Waffe stramm gezogen werden, die Habachtstellung einzunehmen und außerdem war Blickkontakt aufzunehmen. Bei der unvorschriftsmäßigen Trageweise der Kalaschnikow, ein sinnloses Unterfangen. Also wurde folgendermaßen vorgegangen, wenn der Franzmann (BGS- Angehöriger) zu uns hinübergewunken hat nach dem Motto: "Hallo ich hab euch gesehen", haben wir entweder zurückgewunken frei nach dem Motto: "Wir haben euch auch gesehen" oder wir haben sie einfach ignoriert. Britische Soldaten haben nie gewunken und Zöllner hatten es immer eilig!

Gruß Hartmut!

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03.05.2014 11:06von hundemuchtel 88 0,5
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Wir haben nie Zurückgegrüßt bzw. Ehrenbezeugt, warum weiß ich nicht, wir ignorierten IMMER die auf der anderen Seite!

Vielleicht kam das auch daher weil in einem unserer Abschnitte eine Tribüne stand, die war stets und ständig voll mit Schaulustigen, welche mit Reisebussen angekarrt wurden. Ein Eisverkäufer und ein Wurstgriller machten da ihre Geschäfte.Filmteams waren ab und an auch zu sehen.
Immer wurden wir von der Tribüne angesprochen, oft kamen irgendwelche Parolen oder wir wurden angemacht, seltener wurden wir beschimpft oder beleidigt. Zigaretten und Schokolade warfen sie rüber. Aufheben durften wir nichts.

Um zurück zuwinken hatten wir keine Hand frei(wäre nur mit der AK gegangen) war Spass!!
Oft grüßten uns Zollbeamte die es wie jemand oben schon schrieb irgendwie immer eilig hatten.
Der BGS war immer sehr Fotogeil, heut würd ich sagen wie die Japaner. Wenn sie nicht fotografierten, versuchten sie Gespräche mit uns anzufangen, übers Wetter und son allgemeines Zeug, wir grinsten immer nur ganz schief.

Heute denke ich übers Grüßen anders, der andere da machte ja auch nur seinen Dienst und hatte dazu genauso "viel" Lust wie wir.
Es hätte sich wohl auch ein bischen aus Respekt-Gründen gehört, wenigstens eine Andeutung eines Grußes zu zeigen.

gruß h.

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03.05.2014 12:18von SCORN
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Bei der Marine war es naturgemäß immer etwas anders. Nachdem in den 60igern und 70igern es doch gelegentlich zu recht ruppigen Provokationen auf hoher See kam (wobei sich beide Seiten nichts schenkten) war die Situation in den 80igern größtenteils entspannt. Nun grüßt sich man sich bei Begegnungen auf hoher See nicht persönlich gegenseitig sondern mehr die Kommandanten sich. Das ganze nennt man "Seite pfeifen". Beim passieren wird auf Befehl durch Pfeifensignal und Kommando an Oberdeck und offener Brücke Stillgestanden und Front zum Gegenüber genommen. Der Kommandant grüßt dann militärisch in Richtung der anderen Brücke. Nach passieren wird wieder Abgepfiffen. Dort wird das Prozedere genauso erwidert. Übrigens ist dies eine internationale Gepflogenheit in allen mir bekannten Marinen.

Hier auf dem Bild die USS Thorn kurz nach dem Seite pfeifen bei einer Begegnung im Kattegat.

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03.05.2014 12:33von coff
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Zitat von Schlutup im Beitrag #2
Moin moin,
passt ja etwas zum Thema:

Kurze Zeit später erschien oben abgebildeter Grenztruppen-Offizier (Major Höhne vom 25. Grenzregiment, zuständig für das Pionierwesen) und regelte mit dem auf Bundesgebiet wartenden EPHK Jürgen Klode alles Weitere.

Es wurde vereinbart, dass die Planierraupe durch DDR-Bauarbeiter wieder unmittelbar zurückgefahren wird. Die Erlaubnis zum Betreten des Bundesgebietes für Zivilisten wurde gegeben.

http://www.wolfgangroehl.de/Grenzbilder/...er02/Foto08.jpg


GR 25 ist Blödsinn, das muß GR 23 heißen, der Vorfall war 1982 Grasleben / Weferlingen

03.05.2014 13:14von Winch
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Stimmt genau, und der offz war osl w...r

03.05.2014 19:23von seaman
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Zitat von SCORN im Beitrag #11
Bei der Marine war es naturgemäß immer etwas anders. Nachdem in den 60igern und 70igern es doch gelegentlich zu recht ruppigen Provokationen auf hoher See kam (wobei sich beide Seiten nichts schenkten) war die Situation in den 80igern größtenteils entspannt. Nun grüßt sich man sich bei Begegnungen auf hoher See nicht persönlich gegenseitig sondern mehr die Kommandanten sich. Das ganze nennt man "Seite pfeifen". Beim passieren wird auf Befehl durch Pfeifensignal und Kommando an Oberdeck und offener Brücke Stillgestanden und Front zum Gegenüber genommen. Der Kommandant grüßt dann militärisch in Richtung der anderen Brücke. Nach passieren wird wieder Abgepfiffen. Dort wird das Prozedere genauso erwidert. Übrigens ist dies eine internationale Gepflogenheit in allen mir bekannten Marinen.

Hier auf dem Bild die USS Thorn kurz nach dem Seite pfeifen bei einer Begegnung im Kattegat.



Zu meiner Seefahrtszeit gab es noch eine schöne Tradition, nämlich das "Flagge dippen".
Das war auch zur Zeit des Kalten Krieges eine übliche seemännische Handlung,die nach altem Brauch und Regeln unabhängig der Zugehörigkeit des Schiffes eines Staates vollzogen wurde.
Das Ritual lief in etwa so ab:
Kam uns(Handelsschiff) ein Kriegsschiff entgegen wurde die Flagge zur Hälfte heruntergezogen.
Das Kriegsschiff grüsste,indem es zu einem Drittel seine Flagge herunterzog.Wenn das Kriegsschiff seine Flagge wieder hochzog,konnten wir dann unsere Flagge wieder "vorheißen".
Bei Handelsschiffen grüsste das auslaufende Schiff das einlaufende Schiff.(outbound bzw.home bound),indem es die Flagge zur Hälfte senkte.
Nachdem das auslaufende Schiff die Flagge wieder hochzog,reagierte das einlaufende Schiff mit der gleichen Handlung.
Anfang der 80er Jahre ließ bei der Handelsmarine diese Tradition etwas nach und wurde eher bei den verschiedensten Kriegsmarinen noch praktiziert.

OT:
Als ich in den 80er Jahren mit einem Segelboot aus der Flensburger Förde segelte liess ich bei einem einlaufenden Verband der Bundesmarine bei uns die Flagge dippen.
Alle Einheiten der BM erwiderten diesen Gruss.

seaman

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04.05.2014 16:45von S51
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Zitat von terraformer1 im Beitrag #1
Vor längerer Zeit habe ich mal irgendwo gelesen, dass es in Bezug auf versuchte Kontaktaufnahme durch den Gegner, speziell mit AGT auf dem Vorgelagerten, eine besondere Anweisung gab, dass die Erweisung des militärischen Grußes z.B. durch Zoll, BGS, NATO-Kräfte, etc.erwidert werden "kann" aber nicht "muss". Stimmt das? Hat es mal jemand erlebt, dass auf der Westseite jemand die Hand an die Hutkante gelegt hat und ein AGT das erwidert hat?


Regelmäßig ist so etwas nicht geschehen aber bei GMK oder Einweisung der BAOR schon. Auch entgegen der DV beim Mitführen einer Langwaffe durch den PF. Hat man sich allerdings ein "Guten Tag" erlaubt, passierte es mitunter, das der BGS dies per Funk meldete ("...drei Grenzaufklärer, entbieten Tagesgruß") und man dafür dann in der Kompanie "fällig" war. So mir einmal am Wurmberg, Bereich Schanzenauslauf durch den 1S, "H...". Richtig passiert allerdings ist mir nichts, mal abgesehen von einem ordentlichen Anpfiff durch den KC.

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S51
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