Flucht in der Kiste

07.04.2014 09:51
#1
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Mitte der 80er Jahre ist einem jungen Mann aus dem Vogtland eine spektakuläre Flucht gelungen.
Gerade weil sie spektakulär war, wundere ich mich, dass ich weder hier, noch sonstwo im www bisher etwas darüber lesen konnte.

Er floh in der Kiste eines Maschinenteiles einer großen Druckmaschine, die nach ?Dänemark? exportiert wurde.

Alles war perfekt vorbereitet. Als Mitarbeiter des Betriebes, der die Druckanlage herstellte, hatte er natürlich Kenntnis über Ziel der einzelnen Kolli und deren Abfertigung durch den Zoll. Von den Mitarbeitern der Verpackungsabteilung wurden die Maschinenteile in die Kisten verpackt, nur eine Seitenwand oder der Deckel blieb offen. Dann kam der Zoll in den Betrieb, unter seiner Aufsicht wurden die Kisten verschlossen, zugenagelt und verplombt.

Der Flüchtling hat am Vorabend mit den Nachtschichtlern den Betrieb betreten und ist in eine solche vorbereitete Kiste gestiegen. Hinter dem Maschinenteil konnte er sich offenbar so gut verstecken, dass ihn der Zöllner beim Verschluss am nächsten Tag nicht bemerkt hat.

Offiziell hatte er sich in Urlaub abgemeldet, sein Fehlen die kommenden Tage ist also niemandem aufgefallen.

Die Kisten wurden auf LKW verladen und ab ging die Reise. Vermutlich wurden an der GÜST nur die Unversehrtheit der Plomben kontrolliert - Fachleute, bitte kommentieren.

Irgendwo auf einem Rastplatz auf Bundesgebiet ist der junge Mann dann "ausgestiegen".

Wann und wie genau die Flucht bekannt wurde, weiß ich nicht mehr. Allerdings war danach einiges los in der Firma, wie man sich denken kann.
Geheim zu halten war die Sache in einem Betrieb mit 2000 Mitarbeitern natürlich auch nicht. Im Gegenteil, in der ganzen Stadt wurde gewitzelt, dass dieser Betrieb, um Reisekosten zu sparen, seine Monteure gleich mit der Kiste verschickt.


Wer hat ebenfalls von dieser Flucht gehört, wurde eventuell an den GÜST darüber informiert?


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