Grenzüberwachung an den Westgrenzen der "Alten Bundesrepublik"

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01.05.2014 19:39 (zuletzt bearbeitet: 01.05.2014 21:06)
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#31
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Zitat von Zermatt im Beitrag #28
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #27
Darf ich auch mal eine Frage stellen? Wie war das beim BGS, war im Ernstfall auch eine militärische Grenzverteidigung vorgesehen? Wenn ja, mit welchen Mitteln?

Nein.

Es wurde ja im Gegensatz zur anderen Seite keine Grenze verteidigt sondern kontrolliert. Und das auch nicht rund um die Uhr.

Solche Begriffe wie "Feindwärts" gab es beim BGS nicht.


Überwacht! Nachtrag. 24 h


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02.05.2014 11:45 (zuletzt bearbeitet: 02.05.2014 11:45)
#32
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Zitat von passport im Beitrag #29
Auch wenn der BGS dem Bundesinnenministerium unterstellt und ein staatlicher paramilitärischer Verband war , besaß er lange den Kombattantenstatus. Die Länderpolizei der einzelnen Bundesländer hatte diesen Status nicht.
Dh. dem BGS war nach Völkerrecht erlaubt in kriegsmäßigen Konflikten einzugreifen und zu handeln. Daher standen den Angehörigen des BGS bei Gefangennahme entsprechend der Genfer Konvention der Status als Kriegsgefangener zu.
Im Verteidigungsfall hätte der BGS mit den eigentlichen Streitkräften militärische Aufgaben erfüllt.


passport



Der einzige Richtige Satz.
Na die Genfer Konvention paßt auch noch so.

"Mobility, Vigilance, Justice"


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02.05.2014 13:21
#33
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Da darf man verschiedener Meinung sein.

Lt. Wiki .



Der Bundesgrenzschutz (BGS) war in der Bundesrepublik Deutschland eine Sonderpolizei des Bundes. Er wurde mit dem BGS-Gesetz vom 16. März 1951 gegründet und unterstand dem Bundesinnenministerium. Ursprünglich hatte der Bundesgrenzschutz nur den spezialpolizeilichen Auftrag der Grenzsicherung, erhielt dann aber zunehmend schutzpolizeiliche Aufgaben, wurde flächendeckend ausgebaut und erhielt Kompetenzen für kriminalpolizeiliche Ermittlungen. Der Bundesgrenzschutz hatte im Gegensatz zu den Länderpolizeien in weiten Teilen seiner Geschichte Kombattantenstatus.

Kombattant
(Weitergeleitet von Kombattantenstatus)

Kombattanten sind nach dem humanitären Völkerrecht Personen, die unabhängig von der Rechtmäßigkeit des Konflikts zu Kriegshandlungen berechtigt sind. Dies erlaubt dem Kriegsgegner die gezielte Bekämpfung und Tötung der uniformierten Kombattanten, ermöglicht diesen jedoch auch eine Behandlung nach den Regeln der Genfer Konventionen, beispielsweise den Status als Kriegsgefangener im Fall einer Gefangennahme.



passport


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02.05.2014 14:05
#34
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Zitat von passport im Beitrag #33
Da darf man verschiedener Meinung sein.
(...)
passport

Das war genau geregelt.
§2b Abs.1
http://www2.bgbl.de/banzxaver/bgbl/start...5B%40attr_id%3D'bgbl165s0603.pdf'%5D__1399031968906
Theo


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02.05.2014 14:06 (zuletzt bearbeitet: 02.05.2014 14:13)
#35
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Leider wird der Link nicht richtig wiedergegeben.
Gesetz zur Ergänzung des Gesetzes über den Bundesgrenzschutz und die Einrichtung der Grenzschutzbehöden vom 11. Juli 1965.
Das Gesetz legt fest dass der BGS mit Beginn eines bewaffneten Konfliktes Teil der bewaffneten Macht der Bundesrepublik Deutschland ist.
Theo


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04.05.2014 14:53
#36
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Hier etwas Input zum BGS und Spannungs- bzw. V-Fall.
Sachliche Darstellung:
http://www.cold-war.de/showthread.php/10...rteidigungsfall

"Mobility, Vigilance, Justice"


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04.05.2014 17:04
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#37
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Ein Beitrag aus der letzten "BUSCHO Bravo"

Dateianhänge

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05.05.2014 10:05
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#38
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #24
Zitat von Gert im Beitrag #12
< ... cut ... >. Ich glaube schon, dass sie einen Blick dafür hatten, wer ihre "Kunden" waren und diese dann näher betrachteten.< ... cut ... >

Rot: Ja Danke, kenn ich zu genüge. Als Langhaariger aus Holland kommend war man regelmäßig "fällig"... Nur gefunden haben sie nie was .....

Kann ich bestätigen; Bei uns haben sie mal das halbe Zugabteil auseinander genommen. "Leider" konnten sie auch nix finden.

cheers matloh

Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)


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05.05.2014 12:44
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#39
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Zitat von Gert im Beitrag #14
[..]

hallo Uwe das mit Herzogenrath ist richtig. Die Grenze verläuft mitten durch den Ort, diese Mauer ist in der Strassenmitte und etwa kniehoch. Sieht so aus, wie auf den Autobahnen die Betonabtrennungen bei Baustellen mit verengten Fahrstreifen. Von den Sperrzonen habe ich nichts gehört. Muss dann in den Jahren nach dem Krieg gewesen sein. Als ich das erste Mal in Venlo war, ( Anf. 70erJahre ) waren wir Deutsche und vor allem unsere DMchen schon wieder herzlich willkommen.


Guten Tag,

Bis weit in die 1960 Jahre gab es einen Drahtzaun wie schon während des Krieges: http://anduin.kgv.nl/wiki/index.php/Bestand:Nieuwstraat.jpg

Es sollte ein Buch mit BIldern von der Tram in Aachen geben, dort sollte auch ein Bild sein mit einer Strassenbahn und diesem Zaun.

Stringer49


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05.05.2014 13:04 (zuletzt bearbeitet: 05.05.2014 13:06)
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#40
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Guten Tag,

Es gibt eine Grenzlinie zwischen Belgien un Frankreich in der Region Lille. Ähnlich wie in Berlin trennt sie urbanisiertes Gebiet. In Belgien waren Benzin, Tabac und Schokolade preiswerter als In Frankreich. Das ist der Grund, dass der Zoll dort sehr kontrolliert hat. Die Zollbeamten schliefen in einer Art wasserfester Schlafsack an der Grenze. So konnten sie Nacht-Schmuggler erwischen. Oft ist im Garten zwischen zwei Reihen von Häusern oder in der Mitte von der Strasse die Grenze.

Für den Night Ferry zwischen London Victoria und Paris mussten die Fahrgäste vor dem Einsteigen durch eine Kontrolle gehen. In der Nacht im Schlafwagen gab es dann keine Kontrolle. Nur ein PC hat den Zug begleitet bis Dover Marine, damit niemand unterwegs bei einem Halt «schmuggelt». Die nächste Kontrolle war erst in Paris Nordbahnhof (französische Beamte).

Bis in die siebziger Jahre, gab es strenge Regeln bei Reisen von UK. Man konnte nur eine limitierte Summe von £ mitnehmen (Foreign travel allowance - wenn ich richtige entsinne, war das Ende der sechziger Jahre £ 50). Das wurde natürlich auch kontrolliert.

In der DDR gab es das auch - 100 Mark (?)
Stringer49


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05.05.2014 19:28 (zuletzt bearbeitet: 05.05.2014 22:38)
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #7
Die Grenzkontrolle Deutschland-Schweiz war in meiner Erinnerung strenger als Deutschland-Frankreich. Bei den Schweizern war in den Buden an der Grenze immer einer, der sich auch interessierte, wer da kommt.

Nicht zwangsläufig. Basel B3 war und ist ab 20 Uhr unbesetzt, aber trotzdem geöffnet, nur eben nicht für Anmelde- oder Zollpflichtiges.
Zum Kanton Schaffhausen (keine Wassergrenze) gab und gibt es auch Straßenübergänge ganz ohne Häuschen, nur mit Schild, wer hier rüberdarf und wer nicht.
Bitte im Hinterkopf behalten: Schweiz ist heute zwar Schengengebiet, nicht aber EU-Zollgebiet. Somit sind die Kontrollstellen nach wie vor in Betrieb, aber es geht primär um Warenkontrolle.

Schon seit Anfang der 80er jedenfalls war Ausweiszeigen sowohl nach CH wie nach F die absolute Ausnahme.
Besucher aus der DDR, die wir nach Colmar "entführt" haben, hatten zuvor mords Muffensausen, dass sie einen Stempel in den Pass kriegen könnten. Aber natürlich stand wie immer niemand auf der Rheinbrücke.

Von daher: Die westlichen Grenzübergänge haben ihre ursprüngliche Überwachungsfunktion schon Ende der 70er weitgehend verloren. Kriminelle konnten besser per Interpol verfolgt werden, Zölle gabs mit der EG zunehmend weniger.

Allerdings kann ich mich erinnern, dass es doch ein Thema gab, das bei der Sache mit den Grenzkontrollen immer wieder zur Sprache kam: Das der Asylbewerber. Damals gab's ja bekanntlich noch nicht die Regelung mit den sogenannten sicheren Drittstaaten, d.h. ein Flüchtling konnte in einem Land Asyl beantragen und es im Misserfolgsfall einfach hinter der nächsten Grenze nochmals probieren. Ich kann mich noch erinnern, wie man immer wieder entsprechende Transporte an der Grenze stellen konnte. AFAIK war das aber auch gar nicht so sehr ein Problem der 70er und 80er, sondern kam erst nach Ende des kalten Krieges in den 90ern richtig hoch. Ob flächendeckendere Kontrollen an den Grenzübergängen an dem Problem was geändert hätten, darf man angesichts der Möglichkeit über die grüne Grenze zu gehen, auch bezweifeln.


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25.11.2014 20:15
#42
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Die Überwachung der internationalen Grenze erfolgte durch Zoll und BGS nach ähnlichem Muster in Schichten wie an der Grenze zur DDR.

Die Einsätze erfolgten auf Anordnung des BMF nach Abstimmung durch BMI/BMF/Verbindungsbeamten der Zollverwaltung bei der Grenzschutzdirektion Koblenz.

Schulungen in grenzpolizeilichen Angelegenheiten erfolgten im Rahmen des dienstbegleitenden Unterrichts an den Heimatdienststellen durch eigene Lehrkräfte sowie beim Hauptzollamt Flensburg durch Unterrichtende des BGS/GSE mit den in Frage kommenden Vorschriften (PaßG, AuslG, StGB, Aufenthaltsgesetze, Anzeigenerstattung usw. usw.)

Zur verstärkten Grenzüberwachung wurden MZVE (Mobile Zoll-Verstärkungseinheiten) eingesetzt, die aus Grenzaufsichtsdienstbeamten der Zollkommissariate an der DDR-Grenze zusammengeführt waren.

Eine MZVE-Einheit bestand aus 5 Beamten, ausgerüstet mit Dkfz (VW-Transporter, Benzinmotor mit höherer PS-Ausstattung als an der DDR-Grenze, zusätzlichen Funkgeräten zur Kommunikation mit Polizei und BGS). Mitgeführt wurde die Ausrüstung der Grenzbeamten wie an der DDR-Grenze die Regel. Ein Zkom stellte 3 MZVE-Einheiten.

Die Einsatzdauer war befristet auf 14 Tage, Teilnehmer pro Einsatz: 45 Beamte,
Einsatzleiter war ein Beamter des mittleren Dienstes (BzbV des Zkom) der abermals unterstützt wurde durch eingeteilte aB (aufsichtführende Beamte) einer MZVE-Einheit.
Die aB führten Dienstbuch, und waren mit gleichartigen Aufgaben wie an ihren Heimatdienststellen eingesetzt.

40-50 Überstunden waren an der Tagesordnung, die Hälfte wurde vergütet, die andere Hälfte mit Dienstausgleich an der Heimatdienststelle abgegolten.

Beherbergt waren die GAD-Beamten in bundeseigenen Wohnungen, durch den Bund angemietete Pensionen oder Hotels (in einfacher Ausstattung).

Nach Eintreffen am Einsatzort erfolgte die Begrüßung mit Besprechung und Einweisung in Einsatzräume und Grenzzollämter durch den zuständigen ZKom.

Die MZVE-Einheit verrichtete den Dienst mit einem Stammbeamten der GASt des regionalen
Kommissariats.

Die Dislozierung der Grenzzollstellen an der I-Grenze ähnelte den Erweiterungen mit großen und kleinen Ämtern nach der Grenzöffnung 1989 an der Grenze zur DDR.

Schwerpunkte waren Kontrollen zur Ahndung von Verstößen hinsichtlich des BtMG und der bereits geschilderten Grundlagen (siehe in Frage kommende Vorschriften).

Abgesehen von Autobahngrenzzollstellen existierten zahlreiche, unbedeutende und befristet besetzte kleine, mit oder ohne Schranke versehene Übergangsstellen, die sporadisch durch MZVE und örtliche GASten während der Nachtstunden besetzt wurden.

Die ebenso zahlreichen, unbewachten Wirtschaftswege möchte ich nur wegen der Vollständigkeit erwähnen. Diese Wege wurden in aller Regel von ortsansässigen Bewohnern genutzt, um sich größere Umwege, innerhalb und außerhalb der Öffnungszeiten zu ersparen.

Personen, deren Identität nicht vor Ort festgestellt werden konnte, wurden für erkennungsdienstliche Maßnahmen dem GSE übergeben.

Einsätze wurden ebenso abgestimmt und koordiniert durch die ZFA (Zollfahndung). Wir erhielten während meines letzten Einsatzes an der holländischen Grenze Kfz-Kennzeichen übermittelt, welche für den Schmuggel geringer Mengen BtM. verwendet wurden.

Darüber hinaus hatte die Fahndung Kenntnis vom Transport einer größeren Lieferung, die parallel mit der Kleinmenge in einem anderen Fahrzeug ins Bundesgebiet über den von uns bewachten Grenzübergang gelangen sollte.

Ziel war es, dieses Fahrzeug zu kontrollieren und den Kleindealer festzusetzen, was auch gelang.

Der Fahrer mit der größeren Menge wähnte sich in Sicherheit und passierte die Grenzabfertigung unbehelligt. Die weitere Observation und Verfolgung erfolgte durch Kollegen der ZFA.

Ich konnte nicht ahnen, daß dieser Einsatz mit der MZVE im Juli 1989 gleichzeitig meine letztmalige, endgültiger Verwendung in diesem Bereich darstellte.

Die folgenden, weiteren Ereignisse des Jahres 1989 sollten das bisher Erlebte noch übertreffen.

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"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner!
Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”
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27.11.2014 19:02
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#43
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Es gab an den Grenzen der Bundesrepublik zu ihren Nachbarn im Norden, Westen und Süden bis zum Eintritt des Schengen Abkommens Grenzkontrollen durch Zoll und/oder BGS.
Ob an der jeweiligen Grenze nun Zöllner oder BGS-Beamte standen, kam darauf an wie stark frequentiert solch ein Übergang war. War an einem Übergang wenig Verkehr oder immer die gleichen Verkehre (Berufspendler, bäuerlicher Verkehr usw) so war dort meist nur der Zoll vorhanden. Diese Beamten nahmen auch grenzpolizeiliche Aufgaben des BGS war. Umgekehrt war es aber genau so. Es konnte also passieren, dass man an einem Übergang nur eine Kontrolleinheit vorfand.
An großen und stark frequentierten Straßenübergängen waren immer beide Kontrolleinheiten anwesend. Der BGS für die grenzpolizeilichen Angelegenheiten und der Zoll für den Warenverkehr.
Die grüne Grenze wurde von Streifen des Zollgrenzdienstes überwacht. Zu Fuß mit/ohne Hund und motorisiert. Im Laufe der Jahre wurde diese Kontrolle aber immer weniger. Die Kaffeepreise haben sich allmählich angeglichen und der Reiz war dann dahin. Zigarettenschmuggel lohnte sich allenfalls noch. Das es an der holländisch-deutschen Grenze wegen Kaffeeschmuggels auch Schießereien gab dürfte allgemein bekannt sein.
Die Grenze und die Grenzkontrollstellen wurden in der Regel 24 Stunden überwacht, kleinere Übergänge aber zeitlich nur begrenzt geöffnet. Der Schlagbaum war dann unten. Kein Verkehr!
An der bayerische Grenze zur CSSR und Österreich war es natürlich bayrisch geregelt. Statt BGS gab es dort die bayerische Grenzpolizei. Die Grenzpolizisten kontrollierten ganz besonders die Fahrzeuge aus dem Ostblock und der Türkei. Auch EU-Fahrzeuge lagen im Focus, was u. a. auch die Verkehrssicherheit betraf.
Zöllner kontrollierten an gemeinsam betriebenen Übergängen den Warenverkehr, oder war der Verkehr nur sehr gering, so wurden auch Aufgaben für die Grenzpolizei erledigt.
Im Raum der damaligen EWG wurde die Personenkontrolle zwischen den ausländischen Grenzen ziemlich lasch gehandhabt. Ich bin im Reiseverkehr, ob nun nach Westen, Süden oder Norden nie, ich betone nie, von den ausländischen Kotrollorganen angehalten worden. Ein langsames Durchfahren des Kontrollbereich genügte und ich wurde durch gewunken. Ganz anders war es allerdings bei der Einreise in die Bundesrepublik. Die Herren vom BGS und der bayerischen GP haben immer ihre Hand aufgehalten. Kein Trinkgeld, nein, die Ausweise bitte.
Na ja, über die Praxis an der innerdeutschen Grenze brauche ich den Männern von der GT nichts erzählen. Vielleich doch eine Begebenheit. Es war 1971, eine Weiterbildung in Berlin war angesagt und weil die Zollverwaltung mal wieder sparen wollte, verfrachtete sie uns mit einem Bus dorthin. Das Ergebnis war, Aufenthaltsdauer an der GÜSt Marienborn 4 Stunden, an der GÜSt Drewitz (hoffentlich ist das der richtige Name) durften wir noch einmal 3,5 Std. warten. Warum, dass weis nur der Himmel und die PKE.
So, das wars erst einmal. Wenn noch Fragen sind beantworte ich sie gern.


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06.12.2014 16:37 (zuletzt bearbeitet: 06.12.2014 19:33)
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Zitat von IM Kressin im Beitrag #42
Die Überwachung der internationalen Grenze erfolgte durch Zoll und BGS nach ähnlichem Muster in Schichten wie an der Grenze zur DDR.

Die Einsätze erfolgten auf Anordnung des BMF nach Abstimmung durch BMI/BMF/Verbindungsbeamten der Zollverwaltung bei der Grenzschutzdirektion Koblenz.

Schulungen in grenzpolizeilichen Angelegenheiten erfolgten im Rahmen des dienstbegleitenden Unterrichts an den Heimatdienststellen durch eigene Lehrkräfte sowie beim Hauptzollamt Flensburg durch Unterrichtende des BGS/GSE mit den in Frage kommenden Vorschriften (PaßG, AuslG, StGB, Aufenthaltsgesetze, Anzeigenerstattung usw. usw.)

Zur verstärkten Grenzüberwachung wurden MZVE (Mobile Zoll-Verstärkungseinheiten) eingesetzt, die aus Grenzaufsichtsdienstbeamten der Zollkommissariate an der DDR-Grenze zusammengeführt waren.

Eine MZVE-Einheit bestand aus 5 Beamten, ausgerüstet mit Dkfz (VW-Transporter, Benzinmotor mit höherer PS-Ausstattung als an der DDR-Grenze, zusätzlichen Funkgeräten zur Kommunikation mit Polizei und BGS). Mitgeführt wurde die Ausrüstung der Grenzbeamten wie an der DDR-Grenze die Regel. Ein Zkom stellte 3 MZVE-Einheiten.

Die Einsatzdauer war befristet auf 14 Tage, Teilnehmer pro Einsatz: 45 Beamte,
Einsatzleiter war ein Beamter des mittleren Dienstes (BzbV des Zkom) der abermals unterstützt wurde durch eingeteilte aB (aufsichtführende Beamte) einer MZVE-Einheit.
Die aB führten Dienstbuch, und waren mit gleichartigen Aufgaben wie an ihren Heimatdienststellen eingesetzt.

40-50 Überstunden waren an der Tagesordnung, die Hälfte wurde vergütet, die andere Hälfte mit Dienstausgleich an der Heimatdienststelle abgegolten.

Beherbergt waren die GAD-Beamten in bundeseigenen Wohnungen, durch den Bund angemietete Pensionen oder Hotels (in einfacher Ausstattung).

Nach Eintreffen am Einsatzort erfolgte die Begrüßung mit Besprechung und Einweisung in Einsatzräume und Grenzzollämter durch den zuständigen ZKom.

Die MZVE-Einheit verrichtete den Dienst mit einem Stammbeamten der GASt des regionalen
Kommissariats.

Die Dislozierung der Grenzzollstellen an der I-Grenze ähnelte den Erweiterungen mit großen und kleinen Ämtern nach der Grenzöffnung 1989 an der Grenze zur DDR.

Schwerpunkte waren Kontrollen zur Ahndung von Verstößen hinsichtlich des BtMG und der bereits geschilderten Grundlagen (siehe in Frage kommende Vorschriften).

Abgesehen von Autobahngrenzzollstellen existierten zahlreiche, unbedeutende und befristet besetzte kleine, mit oder ohne Schranke versehene Übergangsstellen, die sporadisch durch MZVE und örtliche GASten während der Nachtstunden besetzt wurden.

Die ebenso zahlreichen, unbewachten Wirtschaftswege möchte ich nur wegen der Vollständigkeit erwähnen. Diese Wege wurden in aller Regel von ortsansässigen Bewohnern genutzt, um sich größere Umwege, innerhalb und außerhalb der Öffnungszeiten zu ersparen.

Personen, deren Identität nicht vor Ort festgestellt werden konnte, wurden für erkennungsdienstliche Maßnahmen dem GSE übergeben.

Einsätze wurden ebenso abgestimmt und koordiniert durch die ZFA (Zollfahndung). Wir erhielten während meines letzten Einsatzes an der holländischen Grenze Kfz-Kennzeichen übermittelt, welche für den Schmuggel geringer Mengen BtM. verwendet wurden.

Darüber hinaus hatte die Fahndung Kenntnis vom Transport einer größeren Lieferung, die parallel mit der Kleinmenge in einem anderen Fahrzeug ins Bundesgebiet über den von uns bewachten Grenzübergang gelangen sollte.

Ziel war es, dieses Fahrzeug zu kontrollieren und den Kleindealer festzusetzen, was auch gelang.

Der Fahrer mit der größeren Menge wähnte sich in Sicherheit und passierte die Grenzabfertigung unbehelligt. Die weitere Observation und Verfolgung erfolgte durch Kollegen der ZFA.

Ich konnte nicht ahnen, daß dieser Einsatz mit der MZVE im Juli 1989 gleichzeitig meine letztmalige, endgültiger Verwendung in diesem Bereich darstellte.

Die folgenden, weiteren Ereignisse des Jahres 1989 sollten das bisher Erlebte noch übertreffen.





"IM Kressin", ich glaube, wir waren auf derselben MZVE. Raum Nordhorn (Schorsch vom ZKom Ratzeburg als Leiter der MZVE).
Ich habe noch ein paar Fotos von Grenzübergängen an der deutsch-niederländischen Grenze, deren Namen ich nicht mehr weiß.
Vielleicht erinnerst Du Dich daran oder ein anderer aus dem Forum.

Das Gruppenfoto von der Mobilen Zollverstärkungs-Einheit habe ich aus Datenschutzgründen unscharf maskiert.

06.12.2014 18:21
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#45
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ABV

Hat denn überhaupt jemand an der deutsch-niederländischen Grenze die Übergänge benutzt? Vor ein paar Jahren war ich mal in diesem Gebiet unterwegs. Ich fand es einfach faszinierend, plötzlich in den Niederlanden zu sein, ohne zu merken über eine Grenze gefahren zu sein. Um dann nach ein paar Kilometern wieder ein deutsches Ortsschild zu sehen, wiederum ohne den Übertritt wahrzunehmen. So stellt man sich eine Grenze in Europa vor. Bei uns an der Oder wäre das schon wegen den natürlichen Gegebenheiten unmöglich. Spätestens wenn einem plötzlich Fische entgegenkommen, ist man vom rechten Weg abgekommen.
Aber mal im Ernst: die deutsch-niederländische Grenze ist ein Musterbeispiel für eine jahrhundertelang gewachsene Region. Deren Bewohner schon immer friedlich miteinander lebten und nicht selten familiär " verbandelt" waren.
Auf der polnischen Grenze lastet ja bekanntlich die Hypothek, dass die Region beiderseits dieser Grenze bis vor einem guten Menschenalter noch zu Deutschland gehörte. Einige eng mit der deutschen Geschichte verbundene Orte liegen damit heute im Ausland.
Mir persönlich geht es ja auch nicht anders: auf dem Weg zum Dienst fahre ich an der östlichen Seite der Staatsgrenze, von Kostrzyn nach Slubice und damit durch eine Region in der meine Familie jahrhundertelang lebte. Etliche Dörfer stehen mit meiner eigenen Familiengeschichte im engen Zusammenhang. Und trotzdem befinde ich mich im Ausland! Mittlerweile habe ich mich an diesen eigentlich schizophrenen Zustand gewöhnt.
Die Vergangenheit kann ohnehin keiner mehr zurückholen. Jetzt kommt es vielmehr darauf an , die Fehler anderer Generationen nicht mehr zu wiederholen.

Gruß Uwe

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