Der Todes-Flug von Cottbus / MIG-Absturz von 1975

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19.03.2014 21:34
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#16
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Was heißt geheimnisvolles, kann ja alles passiere, auch in der Ex-DDR, verduschen wollte es der damalige Staat! Was nicht sein kann, das darf nicht sein.
Maximal kann so etwas beim Klassenfeind passieren, die SU hatte doch die bessere Technik und die stürzt nicht ab!
Grüsse Steffen52


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19.03.2014 21:42
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#17
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Aus der oben genannten Quelle von "Veith"

Zitat
Die Maschine schlug in der 2. Etage eines Plattenhauses in der Karlstraße 1 ein und brannte dann. Der Pilot (Major Peter Makowicka) und fünf polnische Arbeiterinnen sterben. Zudem gab es 10 verletzte Zivilisten, wobei einige zu Schaden kamen, weil sie in Panik aus dem Fenstern gesprungen sind.
Die Bergung war am nächsten Tag im Prinzip abgeschlossen. Die beschädigten Platten wurden schnell ausgewechselt und die Wohnungen wieder bewohnbar gemacht. Major Makowicka erhält postum den "Kampforden" in der Stufe Gold.
Die Ursache der Katastrophe war menschliches Versagen. Flugzeugführer als auch Flugzeugtechniker führten keine exakte Vorstartkontrolle durch. Hier wurde die Routine zur Todesfalle. Die 849 stand am 14.Januar 1975 "nur" als Reservemaschine an der Vorstartlinie. Der Flugzeugtechniker (ein Berufsunteroffizier) hatte die Verdichterluke (rechts in Flugrichtung im Fahrwerksschacht) wahrscheinlich mit nur 4 von 36 Schrauben angeheftet. Das war so üblich, da generell vor dem ersten Start durch den Flugzeugführer ein Rundgang um das Flugzeug erfolgte und damals wohl auch in den Verdichterraum zur Triebwerkskontrolle schaute. Um Zeit zu sparen, wurden diese Luken mit vier Schrauben über kreuz angeheftet. Erst nach dem der Flugzeugführer den Triebwerksvorverdichterraum kontrolliert hatte, wurde die Triebwerksluke mit den 36 Schrauben verschlossen und die Maschine zum Start freigegeben.

Im genannten Fall landete der Flugzeugführer mit einer defekten Maschine und sollte umgehend mit der bereitstehenden 849 seine Flugübungen fortsetzen. Um Zeitverzug zu vermeiden, verzichtete der Flugzeugführer auf die festgelegte mechanische Außenkontrolle. Der FF sprang ins Flugzeug wurde angeschnallt rollte zum Start und startete. Im Rahmen dieser hektischen Handlungen versäumter der Flugzeugtechniker die Verdichterluke mit allen 36 Schrauben zu verschließen. Das Flugzeug startete normal ..... Auch der Flug verlief normal .... Im Fluge müssen sich die angehefteten Schrauben (durch Schwingungen bedingt) gelockert haben. Durch das eingefahrene linke Fahrwerk (in Flugrichtung) wurde die Verdichterluke gehalten. Erst als im Landeanflug das Fahrwerk ausgefahren wurde kam es zum Abriss der Luke und zum Stillstand des Triebwerkes. Der Flugzeugführer Major Makowicka bekam den Befehl zum Katapultieren. Er kam dem nicht nach, da die Wahrscheinlichkeit eines unkontrollierten Absturzes im Zentrumsbereich von Cottbus gelegen hätte. Er wollte den genannten Friedhof erreichen und sich dann aus geringer Höhe katapultieren. Kurz vor dem besagten Friedhof befand sich ein Ledigenwohnheim. Durch eine Windböe wurde die 849 heruntergedrückt und es kam zu diesem Unglück. Bei der Untersuchung der Flugzeugreste fehlte die Verdichterluke.

Der Techniker der 849 konnte die Ursache nicht glauben und simulierte die Sache später. Es ist wie im Krimi, aber wahr: er bockte eine MiG-21 auf, entfernte die Verdichterluke, startete das Triebwerk, fuhr das Fahrwerk ein und wollte sehen, ob beim Ausfahren des Fahrwerks das Triebwerk ausgeht. Das wurde beobachtet und dieser Techniker war dann nicht mehr Techniker.


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19.03.2014 21:43
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#18
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Ja , weiß ich...und wo ist da die Straße der Freundschaft ?
Meinst du die "der Deutsch- Sowjetischen- ..."- die ist / war dann aber auch nicht am Sportzentrum.
Dann gibt es natürlich noch das "Stadion der Freundschaft"...
und die legendäre Kneipe im WK V namens "Freundschaft"...
Siggi
(der wegen selbst erkannter Krümelkackerei hiernach den Abgabg macht..)


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19.03.2014 21:43 (zuletzt bearbeitet: 19.03.2014 21:48)
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#19
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Nicht nur in Cottbus fielen MIG's vom Himmel. Ich zitiere mal aus http://home.snafu.de/veith/verluste3.htm

Am 23. Juni 1973
die 654, eine MiG-21MF (Werksnummer 5312, Nutzungsbeginn ?), kollidiert mit der 656 (ebenfalls eine MF; Werksnummer 5305, Nutzungsbeginn ?) im Luftraum Dresden. Die 654 stürzt in Coswig bei Meissen, die 656 im Stadtgebiet Dresdens ab. Die beiden Piloten, Hauptmann Rolf Glatter und Hauptmann Karl-Heinz Barche, können sich noch rechtzeitig katapultieren und überleben mit leichten Verletzungen.


Ist sicherlich vielen älteren Dresdnern noch in Erinnerung, zumal es dem Piloten "gelang" die Maschine von einem Wohnblock zu bringen.

Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
Weisheit hat Grenzen, Dummheit nicht. Stefan Rogal


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19.03.2014 22:02
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#20
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Hallo Ihr

Grenzgänger http://www.sportschule-cottbus.de/tl_fil...layout/kopf.jpg
Sorry. Ich glaube aber immer noch das diese Str. der. Freundschaft Geheißen aber egal

Grüße aus Sachsen


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19.03.2014 22:22 (zuletzt bearbeitet: 19.03.2014 22:23)
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#21
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Was mir aufgefallen ist, dieser öftere Überschall-Donner zu DDR-Zeiten, wo auch schon mal die Sammeltassen in der Vitrine klapperten, den hört man gar nicht mehr.
Ich war aber so vor 6 Jahren mal bei einem Kunde im erzgebirgischen Markersbach und wir rauchten noch gemütlich eine draußen, da fauchte es los und dann kam im Tiefflug so ein Vogel über den Berg geschossen das wir echt die Köpfe eingezogen haben, der stürzte sich dann ins Tal, da konntest du von oben drauf schauen.
Ich dachte das ist doch Wahnsinn über so einem dicht bewohnten Gebiet solche Manöver zu üben, wenn der abschmiert dann gute Nacht Herr Pfarrer.


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19.03.2014 23:23 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2014 02:39)
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#22
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Auch in Merseburg fiel mal ne Mig vom Himmel, in die Gartenanlage "gut Grün" meine Oma war im Garten, sie dachte der Krieg bricht aus. es traf einen Nachbargarten.
Die Erde wurde dann ausgekoffert, die Laube neu gebaut.
Und weil sie es so kannte, hat sie ein Teil des Flugzeuges aufgehoben. Das wurde dann ruckzug einkassiert Ich glaube außer dem Piloten kam niemand ums Leben. In der Einflugschneise befand eine Schule. er hat das Flugzeug über das Wohngebiet hinweg geflogen.


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20.03.2014 19:44 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2014 19:47)
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#23
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... ich habe ja ein paar Fotos versprochen..
Darauf seht ihr nicht nur, was für ein herrliches Wetter wir heute in Cottbus hatten- sondern eben auch, was das damals für eine heiße Kiste war.
Eigentlich jeder Anflug- zumindest aus Richtung Osten (wegen der vorherrschenden Winde war das natürlich die Hauptrichtung...)

Auf dem ersten Foto ist so die ungefähre Anflugrichtung zu sehen- allerdings war der Pilot da schon gute 100 m zu weit nördlich (nach Foto also zu weit rechts)[

der Rest ist selbsterklärend, denke ich..

Siggi


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20.03.2014 20:55
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#24
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #21
Was mir aufgefallen ist, dieser öftere Überschall-Donner zu DDR-Zeiten, wo auch schon mal die Sammeltassen in der Vitrine klapperten, den hört man gar nicht mehr.
Ich war aber so vor 6 Jahren mal bei einem Kunde im erzgebirgischen Markersbach und wir rauchten noch gemütlich eine draußen, da fauchte es los und dann kam im Tiefflug so ein Vogel über den Berg geschossen das wir echt die Köpfe eingezogen haben, der stürzte sich dann ins Tal, da konntest du von oben drauf schauen.
Ich dachte das ist doch Wahnsinn über so einem dicht bewohnten Gebiet solche Manöver zu üben, wenn der abschmiert dann gute Nacht Herr Pfarrer.



...das habe ich vor etlichenJahren hier bei Ilsenburg auch erlebt. Das war zwar im Wald, nicht über bewohntem Gebiet, wer hier gedient hat, sich auskennt Nähe Kolonnenweg am s. g Kruzifix, wir waren beim Pilze suchen und auf dem Bergkamm als die beiden Tornados anmgebraust kamen..., man konnte bei der vorderen Maschine den Piloten im Cockpit sehen... Ich bin mit meinem Sohn in volle Deckung gegangen, unser Hund lief davon und ich hatte Mühe, den wiederzufinden...

Hab mich dann beschwert, gibt ja wohl so eine Beschwerdestelle bei der Luftwaffe. Antwort könnt Ihr Euch denken...!

Es wurde (selbstverständlich) alles geprüft, Mindestflughöhe 300 m wurde eingehalten. Ich will mir ja nichts über den berühmten Hals reden, aber wenn nach meinem ermessen die Flughöhe 150...200 m war, dann waren die Kisten hoch. Im ersten Augeblick dachte ich wirklich, die Dinger schmieren ab.
Es ist dann auch nur wie eine Art Spuk - ehe man der Sache, der Situation richtig gewahr geworden ist, ist sie schon wieder vorbei.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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20.03.2014 21:14 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2014 21:16)
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Zitat von josy95 im Beitrag #24
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #21
Was mir aufgefallen ist, dieser öftere Überschall-Donner zu DDR-Zeiten, wo auch schon mal die Sammeltassen in der Vitrine klapperten, den hört man gar nicht mehr.
Ich war aber so vor 6 Jahren mal bei einem Kunde im erzgebirgischen Markersbach und wir rauchten noch gemütlich eine draußen, da fauchte es los und dann kam im Tiefflug so ein Vogel über den Berg geschossen das wir echt die Köpfe eingezogen haben, der stürzte sich dann ins Tal, da konntest du von oben drauf schauen.
Ich dachte das ist doch Wahnsinn über so einem dicht bewohnten Gebiet solche Manöver zu üben, wenn der abschmiert dann gute Nacht Herr Pfarrer.



...das habe ich vor etlichenJahren hier bei Ilsenburg auch erlebt. Das war zwar im Wald, nicht über bewohntem Gebiet, wer hier gedient hat, sich auskennt Nähe Kolonnenweg am s. g Kruzifix, wir waren beim Pilze suchen und auf dem Bergkamm als die beiden Tornados anmgebraust kamen..., man konnte bei der vorderen Maschine den Piloten im Cockpit sehen... Ich bin mit meinem Sohn in volle Deckung gegangen, unser Hund lief davon und ich hatte Mühe, den wiederzufinden...

Hab mich dann beschwert, gibt ja wohl so eine Beschwerdestelle bei der Luftwaffe. Antwort könnt Ihr Euch denken...!

Es wurde (selbstverständlich) alles geprüft, Mindestflughöhe 300 m wurde eingehalten. Ich will mir ja nichts über den berühmten Hals reden, aber wenn nach meinem ermessen die Flughöhe 150...200 m war, dann waren die Kisten hoch. Im ersten Augeblick dachte ich wirklich, die Dinger schmieren ab.
Es ist dann auch nur wie eine Art Spuk - ehe man der Sache, der Situation richtig gewahr geworden ist, ist sie schon wieder vorbei.

josy95


Ich habe mich damals auch mal umgehört, die Luftwaffe hat zeitlich begrenzt mit irgendeiner Ausnahmeregellung im Erzgebirge Tiefflüge in Mittelgebirgsregionen geübt und es muss etliche Beschwerden und auch Vorfälle gegeben haben, 300m waren das nie und nimmer, hab den Piloten gut sehen können.


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20.03.2014 21:28
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#26
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.. noch ein Google- Foto zur Ergänzung..
Die rote Linie zeigt die normale Anflugrichtung -und immer über das ziemlich große TKC (Textilkombinat)- ist ja gut zu sehen...
Die grüne Linie zeigt die abweichende Linie der Unfallmaschine...

..und er hätte doch nur noch 1760 m bis zum Aufsetzpunkt auf dem Fluplatz gehabt...

Siggi


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20.03.2014 21:33 (zuletzt bearbeitet: 20.03.2014 21:33)
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#27
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Das Unglück, es hat wohl damals schon sehr viel Aufsehen in der Bevölkerung erregt, soll der Grund gewesen sein, dass die NVA die Cottbusser Migs nach -ich glaube- Holzdorf verlegt hat und Cottbus hat dann dafür wohl Hubschrauber gekriegt oder sollte es.


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20.03.2014 21:57
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#28
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Ziemlich korrekt, HW- aber es war nicht nur dieser Unfall.
Es gab ja über die vielen Jahre der militärischen Fliegerei in Cottbus (hier war ja praktisch die Keimzelle der Luftstreitkräfte) mehrere Unfälle, auch noch weitere Abstürze (z.B. in der Seminarstraße- ein paar Meter weiter) und verlorene Zusatztanks usw..
Es ist einfach immer riskanter geworden, über dichtbebautes Gebiet zu fliegen.
Ab 1883 bis 84 zog dann das Kampfhubschraubergeschwader 67 in Cottbus ein- später wurde es zum KHG 3 "Ferdinand von Schill"..

Die Mi 24 waren auch nicht sonderlich angenehm- aber eben deutlich anders..sie waren nicht unbedingt auf den geraden Anflug angewiesen.

Siggi


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20.03.2014 22:26 (zuletzt bearbeitet: 21.03.2014 05:50)
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Euere Berichte, Euere Links bringen mich ganz schön zum Staunen - es ist ja wirklich einiges vom Himmel runtergekommen...

Nur hat man kaum was erfahren darüber.

Und wie wurde sich damals in den DDR- Medien über den Bundeswehr- Witwenmacher Starfrighter ausgelassen...

Was war eigentlich eine MIG 17?

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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20.03.2014 22:59
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Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
Weisheit hat Grenzen, Dummheit nicht. Stefan Rogal


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