Krank im ( zum) Grenzdienst

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15.03.2014 21:21von Batrachos
Frage
Krank im ( zum) Grenzdienst

Hallo,

Wie sah es eigentlich damals aus wenn ein Posten im Grenzdienst plötzlich schwer erkrankte.
Nehmen wir mal an Posten und Postenführer müssen zur Spätschicht in den Abschnitt
und essen vorher noch zu Mittag z.B. Kassler und Sauerkraut. Irgendetwas war nicht mehr ganz so genießbar.
Nach einiger Zeit schlägt es dem Postenführer extrem auf den Magen und er bekommt starken Durchfall und Magenkrämpfe
mit Fieber.
So nun meine Fragen:
Konnte die Person problemlos aus dem Grenzdienst ausgelöst werden?
Mußte er die Schicht egal wie zu Ende bringen?
Wer hat solche Erfahrungen von euch gemacht und ist plötzlich im Dienst krank geworden(oder sein Kamerad) so das es sofort ärztlicher Hilfe bedarf?
Wie lange hat es im Regelfall gedauert den Kameraden abzulösen?
Möchte hier auch noch mal ehemalige Angehörige der Passkontrolleinheiten ansprechen,wie sah es da an den Grenzübergangsstellen aus?
Kann mir gut vorstellen bei einer Fahrzeugkontrolle wenn auf einmal der Magen rebelliert.
Mußte man auch dort durchhalten,oder wurde man gleich vom Kollegen abgelöst?
Es geht ja manchmal recht schnell und die Hosen sind dann voll.
Auf eure ersten Antworten freue ich mich.

MFG Batrachos

15.03.2014 23:19von ( gelöscht )
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Ich mußte mal aus dem Grenzdienst ausgelöst werden.
Es war im Januar 87, überall viel Schnee, nachts bis minus 30 °C und ich war stark erkältet.
Rausgegangen war ich als Posten in einer 06:00-14:00 Uhr Schicht. Gegen 09:00 Uhr bekam ich plötzlich starkes Nasenbluten, das nicht wieder aufhörte. An unserem Postenpunkt sah es schlimm aus, ich hatte eine große Blutlache im weißen Schnee verteilt.
Nach 20 Minuten bin ich dann zusammengeklappt. Da wurde meinem Postenführer himmelangst und er hat per GMN die Führungsstelle angerufen. Der Kommandeur hat dann in der Kompanie einen Ersatzposten organisiert. Die A-Gruppe, die ja immer mit im Abschnitt war, hat mich dann gegen 10:00 Uhr so blutverschmiert und halb ohnmächtig wie ich war, in die Kompanie gefahren und meinen Ersatzposten in den Abschnitt gebracht. Dabei hat sich die A-Gruppe, die ja aus immer aus zwei Postenpaaren bestand, getrennt. Zwei Kameraden haben mich gefahren und die anderen beiden blieben bei meinem Postenführer, der ja sonst allein dagestanden hätte.

Im Sommer hatte ich dann noch so eine von dir beschriebene Durchfallgeschichte.
Zum Glück hatten wir im Abschnitt ein größeres ziemlich dichtes Waldstück.
Ich war da schon Postenführer. Meinem Posten habe ich nur noch gesagt, dass er sich nicht vom Fleck bewegen soll und dann bin ich ins Dickicht abgetaucht. Für diesen Ernstfall hatte jeder gute Postenführer natürlich immer genügend Klopapier einstecken.
Als ich dann wieder zurück kam, stand mein Posten zum Glück auch noch am Kolonnenweg und wartete, so dass ich kein Vorkommnis nach oben melden mußte.

Die genauen Zeitangaben weiß ich nur noch, weil ich damals verbotenerweise ein Büchlein mit meinen Schichten geführt habe.

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15.03.2014 23:44von Dassi
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Hallo,

Ich kann aus persönlicher Erfahrung berichten, dass es bei plötzlich auftretenden gesundheitlichen Problemen sofort möglich war aus der Grenzsicherung umgehend herausgelöst zu werden.
Der konkrete Fall aus dem Sommer des Jahr 197x im GR 25. Bei der KFZ-Wartung verletzte ich mich am Unterarm. Die Hautabschürfung sah nicht so schlimm aus und nach einer kurzen Wundversorgung ging es eben locker weiter. Am Abend tat der Arm dann schon etwas weh und es war eine leichte Entzündung erkennbar. Da in der Grenzkompanie natürlich kein Arzt zur Vorstellung der Wunde anwesend war wollte ich den nächsten Morgen abwarten und dann sollte eben entschieden werden. Da ich auch selbst MKF in der Kompanie war würde ich den nächsten Tag dann selbst zum Arzt gefahren sein. Das war bei uns zu der Zeit durchaus möglich. Es war für mich als Kraftfahrer im 3. Diensthalbjahr üblich, auch ohne Begleitung mit dem KFZ unterwegs zu sein. Es sollte aber total anders kommen.
Diese nächste Nacht war unser Zug als A-Zug eingeteilt. Eigendlich auch kein Problem, weil ein Einsatz des A-Zuges zu der Zeit bei uns recht selten war. Diese Nacht war es aber dann soweit. Dann auch noch in den dritten Abschnitt (11. GK) und der Weg dahin von der 9. GK. war recht weit.
Gegen 02.00 Uhr ging es dann raus. Der Arm schmerzte inzwischen sehr, so dass ich schon garnicht mehr als Kraftfahrer zum Einsatz gefahren bin. So bin ich dann mit dem LO unseres Zuges mit in die Abriegelung am K6 gefahren. Unser Gruppenführer wusste inzwischen auch über die Verletzung bescheid und hielt mich bis zuletzt zurück. So waren wir zum Schluss ein Dreierposten geworden. Der LO und der Gruppenführer sind dann weiter zum letzten zu besetzenden Postenpunkte gefahren. Als es dann gegen 04.00 Uhr langsam hell wurde und der Schmerz im Arm immer heftiger wurde habe ich von der Wunde ausgehend einen rot/blauen Streifen gesehen, welchen wir dem Führungspunkt meldeten. Umgehend wurde unser LO zu uns beordert und eine Rauslösung aus der Abriegelung organisiert. Anschließend ging es ins Krankenhaus nach Osterwieck. Dort wurde die "Blutvergiftung" dann sofort versorgt. Für die nächsten 3 - 4 Wochen lag dann kein Grenzdienst mehr an, da der Arm durch eine Schiene ruhig gestellt wurde. Ich war dann diese Zeit in der Kompanie wohl nur noch für die Sollstärke anwesend. Post und Schrippen vom Bäcker abholen war für diese Wochen da meine Aufgabe. Das waren dann auch damals meine ruhigsten Wochen im Grenzgebiet gewesen.
MfG. Dassi

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16.03.2014 00:41von ( gelöscht )
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Ich hatte mal in einer sehr gewittrigen Nachtschicht starkes Fieber bekommen, konnte mich aber über die Schicht retten und habe dann von einem Zimmerkumpel ein ziemlich starke Fiebertablette erhalten, die war so gut das ich in der nächsten Tagschicht wieder einsatzfähig war.

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16.03.2014 12:32von grenzgänger86
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Hallo zusammen,

mir persönlich ist es passiert,daß mein vor mir gehender Posten einen Ast von einer Fichte nicht festgehalten hat oder etwas gesagt hätte,jedenfalls hat er den Ast losgelasen und der ist mir mitten ins Gesicht geknallt. ( das war der kurze Weg zum SAL,durch den Wald, die Schierker wissen wo das war ) Da der Ast auch meine Augen getroffen hatte, konnte ich nicht mehr richtig sehen und war fast blind weil ständig Wasser ins den Augen stand,Nase lief usw. Nachdem ich die Füst informiert hatte ging es relatief schnell,die A-Gruppe ist gekommen und hat uns rausgelöst.Ein Paar der A-Gruppe blieb am SAL und das andere hat uns in die Kompanie gefahren. Bin dann am nächsten Tag zum Arzt,war durch die Nadeln der Fichte wie ne Schnittverletzung im Auge. Augenklappe drauf jeden Tag Tropfen rein und 14 Tage UvD oder Waffenkammerdienst dann ging es wieder.

04/86-04/87 in Schierke

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16.03.2014 13:02von Lutze
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konnte man nicht einfach die115 anrufen,
und ein Krankenfahrzeug kam?
Lutze

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16.03.2014 13:05von Pitti53
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Zitat von Lutze im Beitrag #6
konnte man nicht einfach die115 anrufen,
und ein Krankenfahrzeug kam?
Lutze

Nein Lutze das ging nicht.Wir hatten unseren eigenen Doktor

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16.03.2014 13:11von LO-Fahrer
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Zitat von Lutze im Beitrag #6
konnte man nicht einfach die115 anrufen,
und ein Krankenfahrzeug kam?
Lutze


Nun, der GMN-Höhrer hatte keine Wählscheibe, das GMN war auch nicht ins öffentliche Telefonnetz eingebunden, wie hätte das Deiner Meinung nach technisch funktionieren sollen ????

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16.03.2014 13:20von Lutze
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Zitat von LO-Fahrer im Beitrag #8
Zitat von Lutze im Beitrag #6
konnte man nicht einfach die115 anrufen,
und ein Krankenfahrzeug kam?
Lutze


Nun, der GMN-Höhrer hatte keine Wählscheibe, das GMN war auch nicht ins öffentliche Telefonnetz eingebunden, wie hätte das Deiner Meinung nach technisch funktionieren sollen ????

ganz einfach,man informiert die Führungsstelle,
und alles notwendige wird dann eingeleitet,
auf den Führungsstellen gab es doch Telefone?
Lutze

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16.03.2014 13:25von ABV
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Zitat von Lutze im Beitrag #6
konnte man nicht einfach die115 anrufen,
und ein Krankenfahrzeug kam?
Lutze


Diese Frage konnte wirklich nur von dir kommen, @Lutze
Aber ok. Es soll ja sogar Abschnitte mit einer Gemeindeschwesternstation gegeben haben

Gruß Uwe

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ABV
16.03.2014 13:47von Lutze
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eine einfache Frage habe ich gestellt,
ins lächerliche stellt man mich hin,
woher soll ich das denn als Ungedienter wissen?,
diese Grenze war grausam genug,
wieviele Menschen hat man dort verbluten lassen?
Lutze

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16.03.2014 14:04von mibau83
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[quote=ABV]
Aber ok. Es soll ja sogar Abschnitte mit einer Gemeindeschwesternstation gegeben haben
[/quote]

ja das stimmt! die hießen in der regel schwester agnes und kamen mit der schwalbe dann den kolonnenweg lang. :-)))))

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16.03.2014 14:22von ( gelöscht )
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Mit unseren Krankheiten mussten wir in der Regel selbst zurecht kommen.
Kohletabletten und Fiebertabletten hatten die meisten im Schrank.
Ansonsten hieß es Härte beweisen, sonst wäre jemanden der Urlaub gestrichen worden,
und der hätte dann als Ersatzmann raus gemusst.
Und das nach 10 bis 15 Wochen warten!
Einmal bin ich auch mit Fieber raus, und dann ständig im Stehen und beim Laufen eingeschlafen.
Mein Posten hätte am liebsten eine Ablösung gerufen, aber das ging nicht.
War eine der längsten und schrecklichsten Dienste.

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16.03.2014 14:31von RudiEK89
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Zitat von Lutze im Beitrag #11
eine einfache Frage habe ich gestellt,
ins lächerliche stellt man mich hin,
woher soll ich das denn als Ungedienter wissen?,
diese Grenze war grausam genug,
wieviele Menschen hat man dort verbluten lassen?
Lutze

Diese Frage kannst du dir doch mit gesunden Menschenverstand selbst beantworten, oder?
Wenn es einem Kammeraden im Dienst nicht gut ging, wurde er rausgelöst und zur Kompanie gefahren.
Danach stellte er sich im Dienstort einem Arzt vor. Ich z.B. war mehrere Male beim Allgemeinmediziner in der Ortschaft Silkerode
vorstellig geworden.

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16.03.2014 14:43von Lutze
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #14
Zitat von Lutze im Beitrag #11
eine einfache Frage habe ich gestellt,
ins lächerliche stellt man mich hin,
woher soll ich das denn als Ungedienter wissen?,
diese Grenze war grausam genug,
wieviele Menschen hat man dort verbluten lassen?
Lutze

Diese Frage kannst du dir doch mit gesunden Menschenverstand selbst beantworten, oder?
Wenn es einem Kammeraden im Dienst nicht gut ging, wurde er rausgelöst und zur Kompanie gefahren.
Danach stellte er sich im Dienstort einem Arzt vor. Ich z.B. war mehrere Male beim Allgemeinmediziner in der Ortschaft Silkerode
vorstellig geworden.


ein Schwerverletzter liegt an der Grenze,
egal ob Grenzsoldat oder Grenzverletzer,
da zählt jede Sekunde,um helfen zu müssen
Lutze

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