#1

vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 21:17
von Lutze | 11.029 Beiträge | 17587 Punkte

mitte der 90ziger Jahre habe ich mir die ehemalige Grenze
bei Schwanheide angesehen,bis auf den Kolonnenweg
war nicht mehr viel zu sehen,ein kleines Waldstück ist mir aufgefallen,
der genaue Wortlaut ist mir entfallen,was auf den Schildern stand,
was von Minen stand drauf,
wann wurden die letzten Minen entfernt?,
ob es vielleicht noch welche an der ehemaligen Grenze gibt?,
wurden die verlegten Minen nicht in den Karten eingezeichnet?,
in welchen Abtänden wurden die Minen verlegt?
gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren

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#2

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.03.2014 21:25
von HG19801 • ( Gast )
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Es gab Pläne, wo Minen verlegt wurden. Nur Mutter Natur richtet sich nicht nach solchen Plänen, sondern spülte die Dinger sonst wo hin.




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#3

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 01:41
von Batrachos | 1.571 Beiträge | 152 Punkte

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Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach



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#4

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 16:29
von Krepp | 695 Beiträge | 1601 Punkte

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Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin



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#5

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 16:48
von Thunderhorse | 5.892 Beiträge | 9097 Punkte

Und täglich grüßt das Murmeltier:

Minen am "Grünen Band" in Thüringen

http://www.cold-war.de/showthread.php/47...highlight=Minen
16.04.2012, 18:04

Unabhängig davon wirds auch nach einer erneuten Suchanktion, so diese kommen sollte, keine 100 % Sicherheit geben.


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"Mobility, Vigilance, Justice"



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zuletzt bearbeitet 11.03.2014 16:53 | nach oben springen

#6

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 17:07
von Uleu | 587 Beiträge | 291 Punkte

Sind die Minen mit den Anschlüssen der Länder nicht in das Eigentum der BRD übergegangen ? Sollte Haftung und Verantwortung doch klar sein.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )

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#7

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 18:46
von PF75 | 4.208 Beiträge | 4021 Punkte

Zitat von Lutze im Beitrag #1
mitte der 90ziger Jahre habe ich mir die ehemalige Grenze
bei Schwanheide angesehen,bis auf den Kolonnenweg
war nicht mehr viel zu sehen,ein kleines Waldstück ist mir aufgefallen,
der genaue Wortlaut ist mir entfallen,was auf den Schildern stand,
was von Minen stand drauf,
wann wurden die letzten Minen entfernt?,
ob es vielleicht noch welche an der ehemaligen Grenze gibt?,
wurden die verlegten Minen nicht in den Karten eingezeichnet?,
in welchen Abtänden wurden die Minen verlegt?
gruß Lutze



1975 -76 wurden im Bereich Schwanheide die Minensperren geräumt um Baufreiheit für Grenzzaun mit den 501-Anlagen zu bekommen, war auch mit zu Absicherung eingeteilt.Ca 1km rechts von Zweedorf gab es bis fast zur Bahnstrecke nach Hamburg keinen Grenzaun(lag an irgendwelche Gebietsstreitigkeiten )


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#8

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 19:15
von zweedi04 | 784 Beiträge | 3166 Punkte

Zitat von PF75 im Beitrag #7



1975 -76 wurden im Bereich Schwanheide die Minensperren geräumt um Baufreiheit für Grenzzaun mit den 501-Anlagen zu bekommen, war auch mit zu Absicherung eingeteilt.Ca 1km rechts von Zweedorf gab es bis fast zur Bahnstrecke nach Hamburg keinen Grenzaun(lag an irgendwelche Gebietsstreitigkeiten )




Kann ich so bestätigen. Ich war zu der Zeit als Truppführer für die Räumung verantwortlich. 1976 wurde dann der Grenzzaun errichtet und ich habe mit meinem Trupp die Anlage 501 installiert. Ich war damals noch in der Pionierkompanie 8 in Dömitz mit Sitz in Schwartow.


Lebenskunst ist - "Im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen"

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#9

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.03.2014 21:46
von UvD815 | 620 Beiträge | 319 Punkte

1979 : GR 1, GB Herda, Abschnitt Gerstunger Forst - Blankenbacher Tal - beim Neubau Grenzzaun 1 wurden Minen vom Typ PPM 2 gefunden, die da nicht
sein sollten. Auch nach Flächenbrand dort im Bereich gab es Minendetonationen. Laut Verlegeprotokolle hätte der Bereich sauber sein müssen.
1990 räumte man dort erneut.

Zudem gab es immer mal Einsätze GT oder MFS, wo eine Minengasse in der MS 62 oder MS 66 geräumt u anschliessend wieder neu verlegt wurden, so dass es Abweichungen von den " Minenverlegeplänen " gab.

Gerade im Bereich Gerstunger Forst sollte man besser auf dem Kolonnenweg seine Wanderungen heute machen...


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#10

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.03.2014 20:55
von CAT | 375 Beiträge | 558 Punkte

Das Thema ist zumindest in Thüringen wieder aktuell http://www.welt.de/kultur/history/articl...nen-kosten.html

Zitat von Krepp im Beitrag #4
Hallo @Lutze

guckst du http://www.br.de/mediathek/video/sendung...kosten-100.html


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#11

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.03.2014 21:48
von Thunderhorse | 5.892 Beiträge | 9097 Punkte

Zitat von CAT im Beitrag #10
Das Thema ist zumindest in Thüringen wieder aktuell http://www.welt.de/kultur/history/articl...nen-kosten.html [quote=Krepp|p339445]Hallo @Lutze




Die Grafische Darstellung (Bild 7 der Fotoserie) macht was her.
Da werden Bereich grob aufgezeigt an denen nur Holzkastenminen verlegt worden sind, im Rahmen der Räumung jedoch PMN und PMP71 nachverlegt wurden.

Und der Bereich des Grenzlandmuseums wurde doppelt beräumt!
Wer hat den da die erste und dann die zweite Räumung gemacht und wann?


A bisserl Input zur Thematik Minen am Grünen Band:
Der Zentrale Auflösungsstab der GT hatte die vorhandenen Verlege-und Räumprotokolle überprüft, nachdem bei der Übergabe der GT an den Auflösungsstab von einer Minengefährdung auf insgesamt 35 km Länge gesprochen wurde.
Die MInenverlegepläne und die Dokumente der Beräumung durch die Grenztruppen wurden damals ausgewertet.

Insgesamt wurden von 1961 bis 1985, 1 322 700 Minen verlegt.
Letzte Minenverlegung an der innerdeutschen Grenze im Jahre 1983.

Die Prüfung ergab, dass rund 34.000 (33.864 Stück) Minen nicht gefunden bzw. als detoniert aufgeklärt wurden.
In der MS62 wurden Holzkastenminen (PMD-6) verlegt, davon waren ca. 18.000 Stück nicht nachweisbar. Aufgrund der Ausführung der Minen wurde festgestellt und entschieden, dass von diesem Typ keine Gefährdung mehr ausging.
Somit waren noch ca. 16.000 Minen nicht auffindbar.

Die Prüfung ergab in 1990/1991 einen gefährdeten Bereich von insgesamt 192 km Länge.

Bis zum Jahre 1993 waren 113 km nachgeräumt, dabei wurden 621 Minen aufgefunden, im Schnitt pro km 5 - 6 Minen.

Bis zum 28.02.1995 wurden insgesamt 943 Minen aufgefunden.

Im Jahre 1994, als Ergebnis der Nachsuche in den zuvor bereits eingestuften Bereichen wurden weitere 150 km als Minengefährdet eingestuft.

Mecklenburg-Vorpommern: 26,948 km
Gadebusch 5,847 km
Hagenow 9,951 km
Ludwigslust 11,150 km

Sachsen-Anhalt: 29,444 km
Osterburg 7,778 km
Salzwedel 5,837 km
Klötze 1,003 km
Haldensleben 4,178 km
Oschersleben 10,648 km

Thüringen: 91,869 km
Nordhausen 3,126 km
Worbis 5,600 km
Heiligenstadt 1,621 km
Mülhausen 2,412 km
Eisenach 4,153 km
Bad Salzungen 2,050 km
Meiningen 17,606 km
Hildburghausen 21,676 km
Sonneberg 31,615 km
Neuhaus 1,913 km
Lobenstein 0,010 km
Schleiz 0,087 km

Sachsen: 2,084 km
Oelsnitz 2,084 km

Summe: 150,345 km

Gesamtbereich der Nachsuche: 342 km

Am 12. Dezember 1995 war der offizielle Abschluss der Minennachsuche und -räumung.
Gefunden wurden bis dato:
1.100 Minen
Im Schnitt 3 - 4 Minen je km Minengefährdeter Bereiche.
Gesamtkosten ca. 250 Millionen DM.

Quelle unter anderem:
Deutscher Bundestag: Drucksache 13/1023 vom 30.03.1995

Seitdem wurden immer wieder einzelne Minen, vor allem PPM-2 im Bereich der einstigen Minensperren aufgefunden. 2001 im Frankenwald, im Bereich Behrungen und 2007 im Bereich Schlechtsart.
PMN im Döhlauer Grund im Jahre 2010.


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zuletzt bearbeitet 12.03.2014 22:00 | nach oben springen

#12

RE: vergessene Minen

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.03.2014 21:50
von CAT | 375 Beiträge | 558 Punkte

Hallo "Thunderhorse", danke für den interessanten Beitrag. Hast mir da ein bisschen weiter geholfen. Ich kann mich noch an die Minennachräumung bei Ecklingerode/Eichsfeld erinnern. Es muss so 1991/92 gewesen sein. Ich bin zum damaligen Zeitpunkt viel mit dem LKW nach Bischofferode gefahren. Irgendwann war dann an der Landesgrenze Stop. Polizei hatte kurzzeitig die Straße wegen einer Minensprengung gesperrt. Es war nördlich (ca.150 m) der Straße von Duderstadt (Nieders.) nach Ecklingerode (Thür.) in Richtung der heutigen "Sielmann-Hütte". Ich hab schon mal versucht in der örtlichen Presse von damals was zu finden, bin aber leider nicht fündig geworden. Gruß Uwe.

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #11
Zitat von CAT im Beitrag #10
Das Thema ist zumindest in Thüringen wieder aktuell http://www.welt.de/kultur/history/articl...nen-kosten.html [quote=Krepp|p339445]Hallo @Lutze




Die Grafische Darstellung (Bild 7 der Fotoserie) macht was her.
Da werden Bereich grob aufgezeigt an denen nur Holzkastenminen verlegt worden sind, im Rahmen der Räumung jedoch PMN und PMP71 nachverlegt wurden.

Und der Bereich des Grenzlandmuseums wurde doppelt beräumt!
Wer hat den da die erste und dann die zweite Räumung gemacht und wann?


A bisserl Input zur Thematik Minen am Grünen Band:
Der Zentrale Auflösungsstab der GT hatte die vorhandenen Verlege-und Räumprotokolle überprüft, nachdem bei der Übergabe der GT an den Auflösungsstab von einer Minengefährdung auf insgesamt 35 km Länge gesprochen wurde.
Die MInenverlegepläne und die Dokumente der Beräumung durch die Grenztruppen wurden damals ausgewertet.

Insgesamt wurden von 1961 bis 1985, 1 322 700 Minen verlegt.
Letzte Minenverlegung an der innerdeutschen Grenze im Jahre 1983.

Die Prüfung ergab, dass rund 34.000 (33.864 Stück) Minen nicht gefunden bzw. als detoniert aufgeklärt wurden.
In der MS62 wurden Holzkastenminen (PMD-6) verlegt, davon waren ca. 18.000 Stück nicht nachweisbar. Aufgrund der Ausführung der Minen wurde festgestellt und entschieden, dass von diesem Typ keine Gefährdung mehr ausging.
Somit waren noch ca. 16.000 Minen nicht auffindbar.

Die Prüfung ergab in 1990/1991 einen gefährdeten Bereich von insgesamt 192 km Länge.

Bis zum Jahre 1993 waren 113 km nachgeräumt, dabei wurden 621 Minen aufgefunden, im Schnitt pro km 5 - 6 Minen.

Bis zum 28.02.1995 wurden insgesamt 943 Minen aufgefunden.

Im Jahre 1994, als Ergebnis der Nachsuche in den zuvor bereits eingestuften Bereichen wurden weitere 150 km als Minengefährdet eingestuft.

Mecklenburg-Vorpommern: 26,948 km
Gadebusch 5,847 km
Hagenow 9,951 km
Ludwigslust 11,150 km

Sachsen-Anhalt: 29,444 km
Osterburg 7,778 km
Salzwedel 5,837 km
Klötze 1,003 km
Haldensleben 4,178 km
Oschersleben 10,648 km

Thüringen: 91,869 km
Nordhausen 3,126 km
Worbis 5,600 km
Heiligenstadt 1,621 km
Mülhausen 2,412 km
Eisenach 4,153 km
Bad Salzungen 2,050 km
Meiningen 17,606 km
Hildburghausen 21,676 km
Sonneberg 31,615 km
Neuhaus 1,913 km
Lobenstein 0,010 km
Schleiz 0,087 km

Sachsen: 2,084 km
Oelsnitz 2,084 km

Summe: 150,345 km

Gesamtbereich der Nachsuche: 342 km

Am 12. Dezember 1995 war der offizielle Abschluss der Minennachsuche und -räumung.
Gefunden wurden bis dato:
1.100 Minen
Im Schnitt 3 - 4 Minen je km Minengefährdeter Bereiche.
Gesamtkosten ca. 250 Millionen DM.

Quelle unter anderem:
Deutscher Bundestag: Drucksache 13/1023 vom 30.03.1995

Seitdem wurden immer wieder einzelne Minen, vor allem PPM-2 im Bereich der einstigen Minensperren aufgefunden. 2001 im Frankenwald, im Bereich Behrungen und 2007 im Bereich Schlechtsart.
PMN im Döhlauer Grund im Jahre 2010.




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