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#1

Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 22.02.2014 17:57
von PF75 | 3.525 Beiträge | 785 Punkte
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Zu DDR-Zeitengab es ja für Leute die mit dem Gesetz in Konflikt kamen das "Berlinverbot ",wie wurde das denn in der Praxis gehandhabt ?
Es gab doch meines Wissens keine umfassende Kontrollen am Stadtrand von Berlin (außer West-Berlin) und es konnte doch auch nicht jeder Reisende im Zug kontrolliert werden.
ganz schwach in Erinnerung sind mir noch Kontrollstellen der VP an den wichtigsten Zufahrtsstraße nach Berlin,wie lange gab es die überhaupt ?



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#2

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 22.02.2014 18:35
von Lutze | 8.622 Beiträge | 2902 Punkte
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vielleicht am Rande,
ich hatte ein Jahr Zwickau-Verbot nach meiner Verurteilung,
dadurch wurde mir eine Wohnung in Neubrandenburg zugewiesen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#3

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 22.02.2014 19:54
von Sperrbrecher | 2.217 Beiträge | 2849 Punkte
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Zitat von PF75 im Beitrag #1
Zu DDR-Zeitengab es ja für Leute die mit dem Gesetz in Konflikt kamen das "Berlinverbot ",wie wurde das denn in der Praxis gehandhabt ?
Es gab doch meines Wissens keine umfassende Kontrollen am Stadtrand von Berlin (außer West-Berlin) und es konnte doch auch nicht jeder Reisende im Zug kontrolliert werden.
ganz schwach in Erinnerung sind mir noch Kontrollstellen der VP an den wichtigsten Zufahrtsstraße nach Berlin,wie lange gab es die überhaupt ?

Doch nach meinen Erfahrungen gab es an der Stadtgrenze Berlin Kontrollen und in den Zügen kontrollierte die TRAPO.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#4

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 22.02.2014 20:02
von LO-driver | 772 Beiträge | 121 Punkte
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Bis Anfang der 70er sind mir Konntrollpunkte auf der Autobahn v. DD nach Berlin, in etwa Höhe des heutigen S-Bahn Gleises zum neuen Flughafen, noch sehr gut in Erinnerung. Einmal gab es mächtig Ärger, da es Papa mit Fernlicht, nicht wie vorgeschrieben mit Standlicht , anfuhr.



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#5

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 22.02.2014 20:27
von SET800 | 3.112 Beiträge | 77 Punkte
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Nebenfrage,
gibt es derzeit in der BRD Bereiche in denen NICHT mit Fahrlicht, also eingeschalteten Ablendscheinwerfern gefahren werden darf? Nach meinem Wissen gilt eben Standlicht nur im Stand, sonst Fahrlicht ( nach Wunsch und Belieben auch am hellen Tage ), nachts allein in weiter Flur ohne Gegenverkehr oder ohne knapp jemandem davor auch Fernlicht.



zuletzt bearbeitet 22.02.2014 20:27 | nach oben springen

#6

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 22.02.2014 21:34
von thomas 48 | 4.215 Beiträge | 2461 Punkte
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Ich war in den 60 Jahren Mitglied der Jungen Gemeinde und war vor 1971 2 Jahre Mitglied des DDR-Arbeitskreises. Wir tagten mal im Oktober in einem Vorort von Berlin und wollten mit allen Autos nach Berlin fahren. Auf der Fahrt wurden wir kontrolliert und unsere Ausweise wurden angesehen. Wer das war und warum, weiß ich nicht mehr


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#7

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 23.02.2014 00:22
von eisenringtheo | 10.133 Beiträge | 3501 Punkte
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #3
(..)
Doch nach meinen Erfahrungen gab es an der Stadtgrenze Berlin Kontrollen und in den Zügen kontrollierte die TRAPO.

Nach dem Mauerbau 1961 wurden die Kontrollen an der Stadtgrenze reduziert und 1977 (ach Einführung der Visapflicht für Ausländer) ganz aufgehoben
http://www.zeit.de/1977/03/visum-test
http://books.google.ch/books?id=c7oUYNBd...%A4nder&f=false
Theo


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#8

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 23.02.2014 06:37
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.698 Beiträge | 1258 Punkte
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moin, da genau neben mir der ABV wohnte, hat man so einiges mitbekommen, zum Berlinverbot gehörte, dass man sich in regelmäßigen Abständen bei diesem oder in seiner Dienststelle zu melden hatte, dies war mindestens 1x in der Woche, mit ganz konkreten Zeitvorgaben, weiterhin war das BV mit einer Arbeitsstelle verbunden, welche sofort zu melden hatte wenn der Betreffende dort unentschuldigt fernblieb.
Außerdem wurde diesen Leuten ihr Wohnort vorgeschrieben nach der Haft.


gruß h.



zuletzt bearbeitet 23.02.2014 06:40 | nach oben springen

#9

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 27.02.2014 12:11
von Anja-Andrea | 902 Beiträge | 7 Punkte
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Ich hatte nach meiner Haftentlassung auch Aufenthaltsverbot in allen Grenzkreisen zur Staatsgrenze/ West und Berlin/ West. Ich mußte mich weder irgendwo melden, noch wurde mir ein Wohnort zugewiesen. Den konnte ich mir selbst wählen, unter Beachtung des Aufenthaltverbotes. Ich hatte keinen normalen Personalausweis sondern nur so ein Klappblatt, das sogenannte PM12. Dort stand drin das er nicht für Grenzkreise zur BRD sowie Berlin/ West gilt. Man konnte damit auch nicht ins sozialistische Ausland reisen.
Gegen die Aufenthaltsbeschränkung habe ich des öfteren verstoßen, ich war mehrmals in Salzwedel und auch in Berlin, unter anderem zum Pokalfinale im Stadion der Weltjugend. Passiert ist mir nichts, entweder hat man das an den entsprechenden Stellen nie mitbekommen oder es wurde aus irgendwelchen Gründen ignoriert oder toleriert.
LG Anja


http://kaube-blog.de/


Lutze und Grstungen386 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.02.2014 12:12 | nach oben springen

#10

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 27.02.2014 17:45
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.698 Beiträge | 1258 Punkte
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Zitat von Anja-Andrea im Beitrag #9
Ich hatte nach meiner Haftentlassung auch Aufenthaltsverbot in allen Grenzkreisen zur Staatsgrenze/ West und Berlin/ West. Ich mußte mich weder irgendwo melden, noch wurde mir ein Wohnort zugewiesen. Den konnte ich mir selbst wählen, unter Beachtung des Aufenthaltverbotes. Ich hatte keinen normalen Personalausweis sondern nur so ein Klappblatt, das sogenannte PM12. Dort stand drin das er nicht für Grenzkreise zur BRD sowie Berlin/ West gilt. Man konnte damit auch nicht ins sozialistische Ausland reisen.
Gegen die Aufenthaltsbeschränkung habe ich des öfteren verstoßen, ich war mehrmals in Salzwedel und auch in Berlin, unter anderem zum Pokalfinale im Stadion der Weltjugend. Passiert ist mir nichts, entweder hat man das an den entsprechenden Stellen nie mitbekommen oder es wurde aus irgendwelchen Gründen ignoriert oder toleriert.
LG Anja




war sicherlich verschieden und richtete sich immer nach der jeweiligen Sache weshalb man gesessen hatte.

gruß h.



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#11

RE: Berlinverbot,wie ging das ?

in Leben in der DDR 05.03.2014 01:06
von S51 | 3.784 Beiträge | 246 Punkte
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Während der Zeit in Schierke wurden wir GAK von den ABV informiert, wenn eine bekannte Person irgendwelche Auflagen bekam. Ob und wann man diese Person dann allerdings kontrollierte war Zufall.
Ab 1985 diente ich bei der VP. Es gab auf den Revieren unabhängig von der Personenfahndung eine Liste der Personen mit Wohnsitz im Revierbereich, die irgendwelche Auflagen hatten. Ab und zu hat man da reingeguckt. Eher selten, weil es einfach Wichtigereres gab. Diese Menschen tauchten dann einmal pro Woche beim ABV auf, um sich zu melden. Das wurde in ein Buch eingetragen. Was sie danach oder davor machten, war trotz natürlich erfolgter Belehrung aber deren Sache. Es ist niemand hinterher gelaufen oder gar gefahren. Auch da war dann eine mögliche Kontrolle Zufall und als solche eher die Ausnahme.
Wichtig waren diese Auflagen, wenn mehr zufällig doch mal ein Verstoß herauskam. Etwa, weil jemand mit einer solchen PM-12 in eine Verkehrskontrolle geriet. Dann konnten Ordnungsstrafen verhängt werden oder sogar Bewährungsstrafen umgewandelt werden.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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