Interzonenzüge Abfertigung

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20.02.2014 16:37von MIG21
Frage
Interzonenzüge Abfertigung

Hallo zusammen,
um meine Verwandtschaft in der ehemaligen DDR besuchen zu können mussten wir den Interzonenzug Frankfurt/Görlitz nehmen.
Die Rentner natürlich auch in umgekehrter Richtung.
Später war es dann möglich mit dem Auto über Herleshausen einzureisen.
Meine Frage gilt jedoch der Abfertigung und den Kontrollen der Interzonenzüge.
Meine Erinnerungen und meine Wahrnehmung sind zwar mit Grausen und völliger Einschüchterung vorhanden, aber eben aus Kindersicht.
Außerdem war mein Sichtfeld am Abteilfenster beendet. Somit konnte ich keine Abläufe oder Zusammenhänge erkennen (Sollte ich wohl auch nicht)
Wie also war der Ablauf bzw. die Abwicklung und die Befehlslage aus DDR Sicht?

Abstellen des Zuges auf Blindgleis?
Ich habe Zöllner und Passkontrolleure in Erinnerung.
Wer hat was gemacht?
Wer hat die Waggons bzw. Verkleidungen und Holhräume untersucht?
Wer wurde aus den Zügen und warum geholt?
Wer bestimmte wann die Weiterfahrt?
Wurden die Gleisanlagen nach passieren des Zuges wieder verschlossen?
Wie wurde nach versteckt Flüchtenden gesucht (Hunde? Spiegel, Durchleuchtung? Röntgen Bestrahlung?)
Wann wurden die Züge DR und DBB bzw. das Personal gewechselt?
Fuhren verdeckte Ermittler mit und wenn ja, auch in oder aus dem Westen?

So viele Fragen!
Sicherlich gibt es im Forum auch schon Antworten, aber ich finde sie mal wieder nicht.
Also, über Beiträge freue ich mich und verbleibe mit einem großen Dankeschön

Burkhard

20.02.2014 19:39von seaman
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Zitat von MIG21 im Beitrag #1
Hallo zusammen,
um meine Verwandtschaft in der ehemaligen DDR besuchen zu können mussten wir den Interzonenzug Frankfurt/Görlitz nehmen.
Die Rentner natürlich auch in umgekehrter Richtung.
Später war es dann möglich mit dem Auto über Herleshausen einzureisen.
Meine Frage gilt jedoch der Abfertigung und den Kontrollen der Interzonenzüge.
Meine Erinnerungen und meine Wahrnehmung sind zwar mit Grausen und völliger Einschüchterung vorhanden, aber eben aus Kindersicht.
Außerdem war mein Sichtfeld am Abteilfenster beendet. Somit konnte ich keine Abläufe oder Zusammenhänge erkennen (Sollte ich wohl auch nicht)
Wie also war der Ablauf bzw. die Abwicklung und die Befehlslage aus DDR Sicht?

Abstellen des Zuges auf Blindgleis?
Ich habe Zöllner und Passkontrolleure in Erinnerung.
Wer hat was gemacht?
Wer hat die Waggons bzw. Verkleidungen und Holhräume untersucht?
Wer wurde aus den Zügen und warum geholt?
Wer bestimmte wann die Weiterfahrt?
Wurden die Gleisanlagen nach passieren des Zuges wieder verschlossen?
Wie wurde nach versteckt Flüchtenden gesucht (Hunde? Spiegel, Durchleuchtung? Röntgen Bestrahlung?)
Wann wurden die Züge DR und DBB bzw. das Personal gewechselt?
Fuhren verdeckte Ermittler mit und wenn ja, auch in oder aus dem Westen?

So viele Fragen!
Sicherlich gibt es im Forum auch schon Antworten, aber ich finde sie mal wieder nicht.
Also, über Beiträge freue ich mich und verbleibe mit einem großen Dankeschön

Burkhard


Schönes und interessantes Thema.
Kenne leider nur ein paar Abläufe der Abfertigung auf westlicher Seite dazu.
seaman

20.02.2014 19:44von ( gelöscht )
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Ich kenne ehemalige Lokführer der DR, die "bestätigt" waren, jene Züge in die damalige BRD zu ziehen und wieder zurück in die ehem. DDR. Zu Abfertigungsmodalitäten kann ich leider nichts beisteuern.

VG Klaus

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20.02.2014 19:48von ( gelöscht )
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das ist doch eine Frage an die PKE Einheiten.

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20.02.2014 21:17von ( gelöscht )
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Eigentlich ganz einfach. PKE gingen durch den Zug, haben jeden mit diesen Bauchladenkoffern inkl. UV-Licht überprüft und unter dem Zug gingen Hunde durch, Hundeführer direkt daneben. Außerdem wurden bestimmte Verkleidungen in den Klos etc. abgenommen. Während der Fahrt standen die PKE gerne ständig am Fenster und beobachteten systematisch den Zug während der Fahrt, ob jemand was rauswirft oder so. Die Bahnsteige wurden von der Trapo abgesichert, die Züge hatten DR-intern Vorrang und durften im Grundsatz nicht zum Stehen kommen, schon gar nicht an Bahnsteigen. Alle Türen waren abgeschlossen. Raus nochmal das Gleiche.

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20.02.2014 21:25von passport
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #5
Eigentlich ganz einfach. PKE gingen durch den Zug, haben jeden mit diesen Bauchladenkoffern inkl. UV-Licht überprüft und unter dem Zug gingen Hunde durch, Hundeführer direkt daneben. Außerdem wurden bestimmte Verkleidungen in den Klos etc. abgenommen. Während der Fahrt standen die PKE gerne ständig am Fenster und beobachteten systematisch den Zug während der Fahrt, ob jemand was rauswirft oder so. Die Bahnsteige wurden von der Trapo abgesichert, die Züge hatten DR-intern Vorrang und durften im Grundsatz nicht zum Stehen kommen, schon gar nicht an Bahnsteigen. Alle Türen waren abgeschlossen. Raus nochmal das Gleiche.



Berichtigung :

1. Transitzüge lt. Transitabkommen

2. Einreise / Ausreisezüge (sprachgebrauchlich bei der Bevölkerung als Interzonenzüge bekannt)

Beide Kategorien hatten eine unterschiedliche Grenzabfertigung !


passport

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20.02.2014 21:28von ( gelöscht )
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In Berlin wurden die Transitzüge auch Interzonenzüge genannt. Waren sie ja auch. Was war denn der Unterschied in der Abfertigung?

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20.02.2014 21:32von icke46
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1. Transitzüge: Halt in Marienborn zum Beispiel, PKE und Trapo stieg ein, dann Fahrt ohne Halt bis Griebnitzsee, dort stiegen die Kontrolleure wieder aus.

2. Interzonenzüge: Legten auch Zwischenhalte in der DDR ein - auf der Beispielstrecke zum Beispiel Magdeburg und Potsdam Stadt (heute Hbf.).

Gruss

icke

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20.02.2014 21:34von passport
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Hier erstmal was zum lesen ! manchmal klappt es mit der Suchfunktion



Interzonenzüge zwischen der DDR und der BRD


passport

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20.02.2014 21:37von ( gelöscht )
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Was ist denn mit dem Transitzug Vindobona? Berlin Ostbahnhof-Wien bin ich im Transit damit gefahren (und zurück). Der hielt auch in Dresden, Bad Schandau, Prag.

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20.02.2014 21:40von ( gelöscht )
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Da ist von Dresden Hbf bis Bad Schandau PKE und Zoll mitgefahren!
Wobei es vorkommen konnte,das bis Decin mitgefahren wurde.War aber selten.

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20.02.2014 21:45von ( gelöscht )
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Ein Kollege war bis 1990 beim Zugbegleit ( Transportkommando ). Es wurden in Berlin Ost Interzonenzüge aus Rtg WB übernommen, welche als eine Art Transitzug z.B. über Erfurt - Gerstungen - Bebra fuhren.

Abfertigungen erfolgten durch mitfahrendes Personal schon im Zug. Zwischenstop maximal bei Lokwechsel ( z.B. Erfurt, wenn E Lok aufgrund fehlender E Leitung durch Diesellok ersetzt ) wurde.

ZBK stieg in Gerstungen aus aber auch bei Nothalt auf DDR Gebiet zur Absicherung des stehenden Zuges.

Nach Ankunft in Gerstungen wurde sogar das ZBK kontrolliert, ob keine westl. Artikel in der Kartentasche mitgenommen wurden.

Diese Züge hatten bei der DR und Trapo den Namen " Angst ".... Alle DDR Züge auf DR Gleisen mussten warten, damit die Angst mit freier Fahrt bevorzugt die Strecke nutzen konnte.

Vor Gerstungen gab es die Blockstelle " Dietrichsberg " . Häufig warteten dort die Personen und Güterzüge aufgrund der eingleisigen Strecke, bis
die " Angst " vorbeifuhr...

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20.02.2014 21:52von ( gelöscht )
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Im Gegensatz zu den Transitzügen, wurden die Interzonenzüge häufig von den Urlaubern der GT genutzt.
Nicht selten kam es vor, dass der letzte Halt EISENACH verschlafen wurde und der verschlafene Urlaubsrückkehrer in GT Uniform am Grenzbahnhof Gerstungen schon von der Trapo übergeben wurde.
Unter dem Grenzbahnhof Gerstungen führte ein langer großer Tunnel in Rtg. Trapo u PKE Gebäude. Dort kamen meist zur Übernahme die Offiziere der GK, wo der eingeschlafene Grenzer freudig empfangen wurde

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20.02.2014 21:57von ( gelöscht )
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Zitat von UvD815 im Beitrag #13
Im Gegensatz zu den Transitzügen, wurden die Interzonenzüge häufig von den Urlaubern der GT genutzt.
Nicht selten kam es vor, dass der letzte Halt EISENACH verschlafen wurde und der verschlafene Urlaubsrückkehrer in GT Uniform am Grenzbahnhof Gerstungen schon von der Trapo übergeben wurde.
Unter dem Grenzbahnhof Gerstungen führte ein langer großer Tunnel in Rtg. Trapo u PKE Gebäude. Dort kamen meist zur Übernahme die Offiziere der GK, wo der eingeschlafene Grenzer freudig empfangen wurde

UvD815, soweit ich mich erinnern kann, durften wir nicht mit den Interzonenzügen fahren bis Eisenach. Liege ich da falsch?
Grüsse Steffen52

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20.02.2014 22:10von ( gelöscht )
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Richtig... es war verboten, die Interzonenzüge Rtg. Eisenach u.a. als GT Angehöriger zu nutzen. Jedoch gab es immer wieder Fälle, wenn ein Uniformierter GT oder VA Angehöriger eine bessere Verbindung wollte und dann mal den letzten HALT im Schlaf nicht bekam...

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