Die Zukunft der BStU

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19.02.2014 14:09
#16
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@Gert , um hier mal den beliebten Vergleich mit dem Dritten zu bringen. Nach dessen Dahinscheiden durch eine umfassende totale Kapitulation wurde auch im Rechtsnachfolger des "Deutschen Staates" peinlich darauf geachtet das alle Akten, soweit sie nicht in die Hände der Alliierten fielen sehr ordentlich in nicht zugänglichen Archiven verschwanden. Selbst die Alliierten haben mit ihren erbeuteten Aktenbeständen nicht gerade ein 'Kramladen' zur gefälligen Selbstbedienung eröffnet. Sie haben die Akten teilweise benutzt, das stimmt, aber es konnte damals auch keiner der politischen Gefangenen Einsicht in seine Akten fordern.

Und was soll jetzt 2029 als Stichtag? Dann fängt die Diskussion um das für und wider eben wieder ein paar Jahre vor 2029 an und dann wird wieder verlängert und wieder verlängert ......

Gruß
Nostalgiker


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19.02.2014 14:16
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#17
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Zitat von Nostalgiker im Beitrag #16
@Gert , um hier mal den beliebten Vergleich mit dem Dritten zu bringen. Nach dessen Dahinscheiden durch eine umfassende totale Kapitulation wurde auch im Rechtsnachfolger des "Deutschen Staates" peinlich darauf geachtet das alle Akten, soweit sie nicht in die Hände der Alliierten fielen sehr ordentlich in nicht zugänglichen Archiven verschwanden. Selbst die Alliierten haben mit ihren erbeuteten Aktenbeständen nicht gerade ein 'Kramladen' zur gefälligen Selbstbedienung eröffnet. Sie haben die Akten teilweise benutzt, das stimmt, aber es konnte damals auch keiner der politischen Gefangenen Einsicht in seine Akten fordern.

Und was soll jetzt 2029 als Stichtag? Dann fängt die Diskussion um das für und wider eben wieder ein paar Jahre vor 2029 an und dann wird wieder verlängert und wieder verlängert ......

Gruß
Nostalgiker



ich denke nach 2029 wird es kaum noch jemanden interessieren, weil viele Aktive aus der Zeit nicht mehr da sind, bzw. wer es in 40 Jahren nicht geschafft hat seine Dinge zu klären, der sollte dann das so akzeptieren.


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19.02.2014 14:17
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#18
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Es darf nichts vergessen werden was diese Unterlagen angeht..also so lange bis alle Unklarheiten erledigt sind.Die Zeit soll dabei keine Rolle spielen.Solange Nachfrage da ist soll diese Behörde bestehen.

Schon schlimm genug das damals massenhaft in aller Eile hektisch Akten vernichtet worden sind.


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19.02.2014 14:35
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#19
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Zitat von Gert im Beitrag #17


ich denke nach 2029 wird es kaum noch jemanden interessieren, weil viele Aktive aus der Zeit nicht mehr da sind, bzw. wer es in 40 Jahren nicht geschafft hat seine Dinge zu klären, der sollte dann das so akzeptieren.


Braucht man unbedingt seine MfS - Akte, um seine Dinge zu klären?

Wie haben es die Polen, Ungarn, Tschechen, Slowaken oder Rumänen in den letzten 25 Jahren gehalten? Welche Erfahrungen sind dort gemacht worden?

LG von der Moskwitschka


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19.02.2014 15:41
#20
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Zitat von T55TK im Beitrag #11
Als politischer Gefangener sollte man in seine angelegten Akten schauen dürfen, nur schauen was die ROT lackierten Nazis so losgelassen haben.


So weit, so gut, aber meinst Du wirklich, um Deine Akten einzusehen, reichen dreißig Jahre nicht aus ? Wer erst jetzt anfängt, das zu beantragen, hat sich nie wirklich dafür interessiert.


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19.02.2014 16:02
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#21
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Jeder Ex- Beamte weiß, das es Aufbewahrungsfristen gibt. Notfalls wird vorgeschreddert, siehe NSU-Akten des Verfassungsschutzes.
Ob die Speisepläne des MfS wirklich archivierungswürdig sind, möchte ich mal bezweifeln.


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19.02.2014 16:34
avatar  Mike59
#22
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Zitat von werner im Beitrag #9
Zitat von Mike59 im Beitrag #8
Ich bin für das weiter bestehen dieser Behörde.




Cui bono?

Ist reiner Opportunismus, wohl wissend das vorhanden Behörden nicht aufgelöst, eher zusammengelegt werden.
Österreich hat wohl auch ein Ministerium der Kriegsmarine.


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19.02.2014 16:44 (zuletzt bearbeitet: 19.02.2014 16:45)
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#23
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #19
Zitat von Gert im Beitrag #17


ich denke nach 2029 wird es kaum noch jemanden interessieren, weil viele Aktive aus der Zeit nicht mehr da sind, bzw. wer es in 40 Jahren nicht geschafft hat seine Dinge zu klären, der sollte dann das so akzeptieren.


Braucht man unbedingt seine MfS - Akte, um seine Dinge zu klären?

Wie haben es die Polen, Ungarn, Tschechen, Slowaken oder Rumänen in den letzten 25 Jahren gehalten? Welche Erfahrungen sind dort gemacht worden?

LG von der Moskwitschka





@Moskwitschka
hier mal ein Auszug aus Wiki über die tschechische Staatssicherheit und ihr Auflösung
Als nach 1989 die Bewältigung der eigenen Vergangenheit in der Tschechoslowakei im Gange war, lagen die Unterlagen der Geheimpolizei noch lange unter Verschluss, was unter anderem auch bewirkte, dass man sich gegen Diffamierungen nicht wehren konnte. Der staatlicherseits organisierte Zugang zu den Archiven der StB erfolgte in drei Phasen - 1996, 2002 und 2007[2]:

1996 wurde ein Gesetz erlassen, das jedem Bürger den Zugang zu seiner persönlicher Akte garantieren sollte; es wurden insgesamt 20.000 Anträge gestellt, bei etwa 90 Prozent fand man jedoch keine Akte.
Ein Gesetz von 2002 erleichterte die Zugangsmöglichkeiten und bestimmte, dass die Mitarbeiterlisten veröffentlicht werden müssen - was dann geschah, jedoch enthielten die Akten nur die Grunddaten wie Name, Geburtsdatum und Deckname.
Durch ein Gesetz vom 2007 wurde das Ústav pro studium totalitních režimů (Institut für das Studium totalitärer Regimes) errichtet, das anfing, die archivierten Akten tatsächlich zugänglich zu machen (bereits seit 1995 existiert der Úřad dokumentace a vyšetřování zločinů komunismu - Behörde für Dokumentation und Untersuchung der Verbrechen des Kommunismus - mit ähnlichen Zielen).

Der Historiker Jan Pauer urteilt einerseits, dass die Öffnung der Geheimpolizeiarchive in Tschechien vergleichsweise radikal geschah, bemängelt aber zugleich, dass die Spitzelberichte unkommentiert der Öffentlichkeit vorgelegt wurden und somit Freiräume für Denunziationen schufen.[3] Zahlreiche Schicksale solcher denunzierter Personen wurden in einem beachteten Roman von Zdena Salivarová beschrieben[4]. Ähnlich urteilt auch die Historikerin Muriel Blaive.[2] Insgesamt gab es (bis etwa 2006) mehr als 750 Klagen von Personen, denen gerichtlich bescheinigt wurde, dass sie sich zu Unrecht in den StB-Verzeichnissen befanden.[3]



Quelle :http://de.wikipedia.org/wiki/Staatssiche...echoslowakei%29


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19.02.2014 16:50
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#24
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Meine Akten habe ich schon 1993 eingesehen und sehr viel war nicht mehr da, man sucht weiter. Ein Kopie von meiner Kerblochkarte erhielt ich 2006.


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19.02.2014 16:55
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#25
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Zitat von damals wars im Beitrag #21
Jeder Ex- Beamte weiß, das es Aufbewahrungsfristen gibt. Notfalls wird vorgeschreddert, siehe NSU-Akten des Verfassungsschutzes.
Ob die Speisepläne des MfS wirklich archivierungswürdig sind, möchte ich mal bezweifeln.



Speisepläne, doch die vergifteten


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19.02.2014 17:03
#26
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Es kommt ganz darauf an.......sind noch Material vorhanden, was nicht gesichtet bzw. wiederhergestellt werden konnte, dann sollte die BStU weiterbestehen. Ansonsten sollte sie jedermann und vor allem Historikern zugänglich gemacht werden. Auch wenn manch einer seine eigene Akte gar nicht sehen wollte, wer weiß, vielleicht kommen die Kinder mal auf den Trichter.........


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19.02.2014 17:23
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#27
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Danke @Gert Ich habe hier auch einen ausführlicheren Beitrag des Goethe - Instituts http://www.goethe.de/ges/pok/prj/usv/svg/de7612920.htm

Ich gebe zu, ich habe mich mit der Vergangenheitspolitik der anderen ehemaligen soz. Länder kaum beschäftigt. Wenn, dann nur im Zusammenhang mit Pressemeldungen, in der die Arbeit der BStU als richtungsweisend und nachahmenswert für andere Länder dargestellt wurde. Ich spürte da immer so ein leises Grummeln - im Sinne der deutsche erhobene Zeigefinger.

Ich möchte nicht mißverstanden werden. Wenn die persönliche Akteneinsicht zum Nachweis z.B. für die Opferrente notwendig ist o.ä. ist es für mich nachvollziehbar. Aber das müsste heute doch abgeschlossen sein?

Und das immer wiederkehrende personifizierte bei der Aufarbeitung, kostet Zeit, die für Sachthemen verloren geht. Von den Wunden, die bei vielen immer wieder aufgerissen werden, ganz zu schweigen. Oder sollen vielleicht bestimmte Sachthemen unserer Geschichte garnicht angefasst werden, weil dann vielleicht andere Archive auch zugänglich gemacht werden müssen?

In der Geschichte der DDR wird immer gebohrt und gebohrt. Ich würde mir das für die Geschichte der Bundesrepublik bis 1989 ebenso wünschen.

LG von der Moskwitschka


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19.02.2014 17:31
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#28
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #27
Danke @Gert Ich habe hier auch einen ausführlicheren Beitrag des Goethe - Instituts http://www.goethe.de/ges/pok/prj/usv/svg/de7612920.htm

Ich gebe zu, ich habe mich mit der Vergangenheitspolitik der anderen ehemaligen soz. Länder kaum beschäftigt. Wenn, dann nur im Zusammenhang mit Pressemeldungen, in der die Arbeit der BStU als richtungsweisend und nachahmenswert für andere Länder dargestellt wurde. Ich spürte da immer so ein leises Grummeln - im Sinne der deutsche erhobene Zeigefinger.

Ich möchte nicht mißverstanden werden. Wenn die persönliche Akteneinsicht zum Nachweis z.B. für die Opferrente notwendig ist o.ä. ist es für mich nachvollziehbar. Aber das müsste heute doch abgeschlossen sein?

Und das immer wiederkehrende personifizierte bei der Aufarbeitung, kostet Zeit, die für Sachthemen verloren geht. Von den Wunden, die bei vielen immer wieder aufgerissen werden, ganz zu schweigen. Oder sollen vielleicht bestimmte Sachthemen unserer Geschichte garnicht angefasst werden, weil dann vielleicht andere Archive auch zugänglich gemacht werden müssen?

In der Geschichte der DDR wird immer gebohrt und gebohrt. Ich würde mir das für die Geschichte der Bundesrepublik bis 1989 ebenso wünschen.

LG von der Moskwitschka


In jeder Geschichte wird gebohrt, bloß gut so...........


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19.02.2014 17:32 (zuletzt bearbeitet: 19.02.2014 17:33)
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#29
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Zitat von Schuddelkind im Beitrag #26
Auch wenn manch einer seine eigene Akte gar nicht sehen wollte, wer weiß, vielleicht kommen die Kinder mal auf den Trichter.........


Das ist der Punkt @Schuddelkind Wenn man als Betroffener seine Akte einsieht, kann man bestimmte Ereignisse einordnen. Solche Momentaufnahmen (IM-Berichte) sind nicht selten aus dem Zusammenhang gerissen und sehr subjektiv vom Berichterstatter. Und können dadurch ein vollkommen falsches Bild vermitteln.

Ich würde zum Beispiel nie die Akte meines Vaters lesen wollen, in der zum Beispiel festgehalten wurde, dass er außereheliche Beziehungen zu anderen Frauen hatte. Das ist jetzt nur ein fiktives Beispiel. Wenn man etwas in seiner Familiengeschichte zu klären hat, dann sollte man das nach Möglichkeit beizeiten tun.

LG von der Moskwitschka


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19.02.2014 17:39
#30
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[quote=Moskwitschka|p333894]Danke @Gert Ich habe hier auch einen ausführlicheren Beitrag des Goethe - Instituts http://www.goethe.de/ges/pok/prj/usv/svg/de7612920.htm

Ich gebe zu, ich habe mich mit der Vergangenheitspolitik der anderen ehemaligen soz. Länder kaum beschäftigt. Wenn, dann nur im Zusammenhang mit Pressemeldungen, in der die Arbeit der BStU als richtungsweisend und nachahmenswert für andere Länder dargestellt wurde. Ich spürte da immer so ein leises Grummeln - im Sinne der deutsche erhobene Zeigefinger.

Ich möchte nicht mißverstanden werden. Wenn die persönliche Akteneinsicht zum Nachweis z.B. für die Opferrente notwendig ist o.ä. ist es für mich nachvollziehbar. Aber das müsste heute doch abgeschlossen sein?

Und das immer wiederkehrende personifizierte bei der Aufarbeitung, kostet Zeit, die für Sachthemen verloren geht. Von den Wunden, die bei vielen immer wieder aufgerissen werden, ganz zu schweigen. Oder sollen vielleicht bestimmte Sachthemen unserer Geschichte garnicht angefasst werden, weil dann vielleicht andere Archive auch zugänglich gemacht werden müssen?

In der Geschichte der DDR wird immer gebohrt und gebohrt. Ich würde mir das für die Geschichte der Bundesrepublik bis 1989 ebenso wünschen.

LG von der Moskwitschka


@Moskwitschka

Dein Wunsch in allen Ehren. Das wird nicht passieren. Es wird immer ein Wunschgedanke bleiben. Stell Dir vor die Geheimdienste der BRD würden ihre Giftschränke öffnen. Die dann neu zu schaffende Bundesbehörde (ähnlich der BStU) hätte auf Jahrzehnte vermutlich mit der 4 - bis 5fachen Anzahl von MA viel zu tun. Vermutlich würde der schöne Schein von Freiheit und Demokratie wie eine Seifenblase zerplatzen



passport


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