DDR-Polen: Grenzsteit um Stettiner Fahrrinne

14.02.2014 11:58
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#1
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Hier ist ein sehr interessanter Bericht zu den Streitereien zwischen Polen und der DDR um die Fahrrinnen nach Stettin. Dabei haben die Polen mehrfach schwere Fehler zu ihren Lasten gemacht.
http://www.dpg-brandenburg.de/nr_8_9/stettgaz.htm

Ich habe mal gelesen, dass die DDR einigermaßen überrascht gewesen sein soll, dass die Polen auch Gebiete westlich der Oder bei Stettin beansprucht haben. Das war wohl so nicht geplant gewesen. Muss ein heftiger Bruderstreit gewesen sein, weil die DDR dadurch keinen eigenen Hafen hatte und Rostock erst groß ausbauen musste. Vielleicht kennt jemand noch Quellen dazu?


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14.02.2014 13:10
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#2
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Nach Kriegsende war der genaue Verlauf der Demarkationslinie zwischen der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und den unter polnische Verwaltung gestellten deutschen Gebieten im Stettiner Raum noch unklar, so dass die Sowjetunion zunächst davon absah, das westlich der Oder gelegene Stettin den polnischen Behörden zu übergeben. Sie setzte in der Stadt eine neugebildete deutsche Verwaltung ein, zunächst ab dem 2. Mai 1945 unter Erich Spiegel als Bürgermeister, der am 26. Mai 1945 durch den KPD-Politiker Erich Wiesner abgelöst wurde. Am 5. Juli 1945 wurde Stettin jedoch – unter Bruch bestehender alliierter Vereinbarungen, die einen Grenzverlauf „unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße“[13] vorsahen, die Oder-Neiße-Linie – von der sowjetischen Besatzungsmacht an Polen übergeben. Gleichzeitig erfolgte die Ablösung der deutschen Stadtverwaltung unter Absetzung des Bürgermeisters Wiesner, und es begann die Ansiedlung von Polen, die mit der Vertreibung der deutschen Zivilbevölkerung einher ging.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stettin


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14.02.2014 13:22
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#3
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http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Be...39%E2%80%931945
Die Vertreiber wurden umgesiedelt.
"Das Land selbst, Teil des geplanten Lebensraums im Osten, wurde wirtschaftlich ausgebeutet oder mit Volksdeutschen besiedelt, während die lokale Bevölkerung oft deportiert wurde."


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14.02.2014 13:40
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Der Deutsche und der Pole hat seine Ostgebiete im Ergebnis des WK2 verloren.


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14.02.2014 17:17
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#5
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"Der Pole" hat seine Ostgebiete wohl eher in Folge des Hitler-Stalin-Paktes verloren.

http://brandenburg.rz.htw-berlin.de/hitler-stalin-pakt.html


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14.02.2014 17:38
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#6
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Das rotbraune ist das heutige Polen. 60 000km2 kleiner als 1939


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14.02.2014 18:06
avatar  Mike59
#7
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Das ist bestimmt von Stalin persönlich so bestimmt worden.
Das Ostdeutschland nach Abtretung Stettins keinen Hochseefähigen Hafen hatte ist sicher politisch geschuldet, Wirtschaftlich?? war Gdynja mehr zerstört oder nicht so fit? Auf alle Fälle ein Geschenk der Russen an die Polen.


Würde mich mal Interessieren wie um 1945 ff das mit dem großpolnischen Gedanken östlich der Oder-Neise war. Polen hat ja schon immer versucht eine Union mit der Ukraine und Litauen zu basteln. Das die Polen in dieser Union immer der Chef sein wollten, haben die anderen 2 bestimmt nicht vergessen. Genau so wenig wie die Vertreibung der Ukrainer durch die Polen nach 1945 und die Litauischen SS Einheiten im Warschauer Getto. O la la schwer OT.


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14.02.2014 21:31
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#8
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Im Namen des Friedens hat da jeder den Anderen vertrieben. Man wollte ethnisch homogene Gebiete schaffen. Hier kannst Du dich ein wenig einlesen.
http://potsdamer-konferenz.de/vertreibung/polen2.php


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14.02.2014 21:37
avatar  Mike59
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #8
Im Namen des Friedens hat da jeder den Anderen vertrieben. Man wollte ethnisch homogene Gebiete schaffen. Hier kannst Du dich ein wenig einlesen.
http://potsdamer-konferenz.de/vertreibung/polen2.php

Nun so richtig Einlesen benötige ich da nicht. Ist nicht abwertend gemeint. Es sind geschichtliche Gegebenheiten die nicht in die aktuelle Europapolitik passen.


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15.02.2014 15:34
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#10
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ABV

Meines Wissens nach, war eine Abtretung Stettins an Polen, zunächst nicht vorgesehen. Geplant war dagegen, dass die Stadt Frankfurt beiderseits der Oder an Polen abgetreten werden sollte. Auf zeitgenössischen polnischen Landkarten wird tatsächlich der gesamte Bereich Frankfurts als Slubice bezeichnet. Tatsächlich, wahrscheinlich auf Grund der Festlegung das die neue Westgrenze Polens zukünftig in der Mitte der Oder verläuft, fiel lediglich die so genannte Frankfurter Dammvorstadt, das heutige Slubice, an Polen. Im Gegenzug erhielt Polen die an der Odermündung gelegene Stadt Stettin zugesprochen. Kein schlechter Tausch, wie man heute weiß!
Ende Mai 1945, nach dem Bekanntwerden das der Westteils Frankfurts weiter zum deutschen Staatsgebiet gehören wird, soll es zu einer mysteriösen Serie von Bränden gekommen sein. So manches historische Gebäude, dass zuvor die Kampfhandlungen unzerstört überstand, ging über Nacht in Flammen auf. Angeblich sollen Polen, aus Wut über die Entscheidung der Siegermächte, als Brandstifter aufgetreten sein.
Wahrheit, Legende oder einfach nur eine böswillige Unterstellung? Schwer zu sagen! Zu denken gibt jedenfalls die Tatsache, dass es zu jener Zeit im Bereich des heutigen Slubices zu keinen Bränden kam. Wer Frankfurter Stadtgeschichte live erleben und Wohnhäuser aus der so genannten Gründerzeit sehen möchte, braucht nur über die Oderbrücke nach Slubice zu gehen.
Geschichte kann manchmal verdammt kurios sein!

Hier noch interessanter Artikel, passend zum Thema: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44436108.html

Gruß an alle
Uwe


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23.07.2016 19:27
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#11
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Aki

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23.07.2016 21:30
#12
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Zitat von ABV im Beitrag #10

Meines Wissens nach, war eine Abtretung Stettins an Polen, zunächst nicht vorgesehen.

Besonders sinnig und logisch dürfte die Grenzziehung zwischen Polen und der damaligen
sowjetischen Besatzungszone im nördlichen Abschnitt nicht gewesen sein. So zieht man
normalerweise keine Grenze. Warum hat man nicht die Oder als natürliche Grenze festgelegt?

Auch dass der östliche Zipfel der Insel Usedom Polen zugeschlagen wurde, ist unverständlich.
Ich habe mal gehört, dass das dort befindliche Wasserwerk im polnischen Interesse lag.

Im Süden war ursprünglich auch die etwas weiter östlich fließende Schlesische (Glatzer) Neiße als Grenze
vorgesehen, aber dann entschied man sich doch, zum Ungunsten Deutschland, für die Lausitzer Neiße.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nysa_K%C5%82odzka
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausla...en-1411214.html


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23.07.2016 22:51
avatar  Aki
#13
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Aki

Ja es ist bis heute so einiges nicht ganz klar. Aber es ist nun so wie es ist.


http://www.dpg-brandenburg.de/nr_8_9/stettin_45.htm

Gruss Aki


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