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#221

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 18.06.2017 23:32
von eisenringtheo | 10.422 Beiträge | 4764 Punkte
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Zitat von Lutze im Beitrag #213
Nicht unbedingt,bei so manche Betriebsratsitzung steht die Politik einzelner
Parteien zur Debatte,momentan aktuell - das neue Leiharbeitergesetz -
Lutze

Arbeitgeber und Betriebsrat haben Betätigungen zu unterlassen, durch die der Arbeitsablauf oder der Frieden des Betriebs beeinträchtigt werden. Sie haben jede parteipolitische Betätigung im Betrieb zu unterlassen; die Behandlung von Angelegenheiten tarifpolitischer, sozialpolitischer, umweltpolitischer und wirtschaftlicher Art, die den Betrieb oder seine Arbeitnehmer unmittelbar betreffen, wird hierdurch nicht berührt
https://www.gesetze-im-internet.de/betrvg/__74.html
(Abs.2, zweiter Satz)


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#222

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 04:10
von schulzi | 2.189 Beiträge | 2343 Punkte
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Zitat von Pitti53 im Beitrag #215
Zitat von Hanum83 im Beitrag #214
Am lustigsten war die Austrittswelle aus der BPO in unserer kleinen VEB-Klitsche 89, da haben sich die Normalos alle verdutzt die Augen gerieben wie die Strammen ganz hurtig ihre Prinzipien über Bord schmissen.
Alles großes Kasperletheater.



Hab ich bei den GT auch so erlebt. Wer mir seinen Ausweis so alles unter der Tür zugeschoben hat-----Ich hab sie noch da. Auch ein Absolvent der MAK Moskau war dabei

Die hatten nicht mal den Arsch in der Hose mir das persönlich zu sagen. Obwohl das damals kein Problem mehr war. Feiglinge oder Wendlingle in höchster Form



Kenne ich zu Hauf,was in meinen Spint steckte und an manchen Tagen an Parteibüchern auf meiner Feilbank lag hat mich verwundert den es waren die "besten Genossinen und Genossen"


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#223

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 04:16
von schulzi | 2.189 Beiträge | 2343 Punkte
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Zitat von 80er im Beitrag #203

Zitat
Wenn man jeden ersten Montag Abend im Monat fehlte, das wäre schon irgentwie aufgefallen, da fanden die Parteiversammlungen statt [...].

Wo fanden denn die P-Versammlungen statt? Am Arbeits- oder am Wohnort? Konnte man selbst bestimmen, wo man sich "organisiert" hat?

Am Arbeitsort wäre bei meinem Vater nur während der Arbeitszeit gegangen, weil im Mansfeld Kombinat die Schichtbusse immer pünktlich alle Kumpel nach Hause fuhren. Der Individualverkehr war damals (60er, 70er Jahre) praktisch nicht vorhanden.
Am Wohnort wäre eine regelmässige Abwesenheit an Montagen aufgefallen.




Für sollche gab es Sonderreglungen,wie zum Teil in den Pausen oder Arbeitszeit,schwieriger wird es aber zu Parteiwahlen gewesen sein wo meist 100% Prozent gefordert wurden


80er hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#224

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 06:32
von damals wars (gelöscht)
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Als bei uns in BUNA damals die Austrittwelle rollte, "und dann bin ich auf die Kreisparteileitung und habe den mein Parteibuch vor die Füsse geworfen", war ich doch etwas überrascht, das die Reisekader mit unter den ersten waren und sagte mir, wenn die austreten, kannst du ja in der Partei bleiben. Die von Andy aufgeführten Wohnparteiorganisationen nahmen die Genossen auf, die weiter machen wollten, und retteten die Partei. Eine spannende Zeit, weil es der Arbeit nicht zuträglich war, wenn man sich in der PDS engagierte, gerade im öffentlichen Dienst war der Druck hoch. Schwierig war die Integration in das BRD Parteiengefüge, aber das ist Geschichte!


Klauspeter und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.06.2017 06:33 | nach oben springen

#225

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 10:52
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Zitat von ABV im Beitrag #172
So etwas könnte man übrigens auch auf andere Bereiche, zum Beispiel GT, VP oder MfS ausweiten.
... und den Zoll!

Die Werbemethoden, Vorgehensweisen der Überzeugungsarbeit ähneln. Die Art der Rekrutierung für die SED erinnert mich an Parallelen der Werbung zum Eintritt in die Gewerkschaft zu Beginn meiner Berufslaufbahn. Eine große Berufsvertretung mit den vier prestigevollen Buchstaben im Namen veranstaltete regelmäßig Werbeaktionen zu Beginn des dreimonatigen Grundlehrganges für Anwärter.

Sofern der Lehrgangsort neben dem Lehrsaal nicht ohnehin bereits über eine Betriebskantine verfügte, erfolgte eine Einladung spätestens nach Bergfest
des Lehrganges zu einem geselligen Abend in eine Kneipe oder Gasthaus in der Nähe der Unterkunft der Lehrgangsteilnehmer. Noch während knappen,
einleitenden Worten über Vorteile der Mitgliedschaft der „einzig wahren Interessenvertretung“ erfolgte die erste Runde Freibier. Die Atmosphäre lockerte
sich nach dem Auftanken für Runde zwei und war spätestens nach der dritten Befüllung mit Abgabe ausgefüllter Mitgliedbeiträge auf dem Glanzpunkt.

Ich verspürte noch keine Attitüde, manchen Kollegen nachzueifern. Wochen vergingen. Im Verlauf der Praxisausbildung bei verschiedenen Dienststellen
wurde die Erinnerung wachgerufen. Auf dem für mich vorgesehenen Platz der Amtsstelle befand sich zwischen Zolltarif und Vorschriftensammlungen,
für mich gut sichtbar platziert, ein vorausgefüllter Aufnahmeantrag der „Berufsvertretung“. Persönliche Daten, eingeschlossen Wohnsitz und Geburtsdatum,
waren bereits festgehalten.

Ich ließ den Antrag verschwinden. Nach Abfolge von zwei Tagen wurde ich schließlich persönlich vom für die Ausbildung zuständigen Beamten angesprochen,
der sein Erstaunen zeigte, den Kommentar abgab

Zitat
„Geben Sie den neuen, vorausgefüllten Antrag, der morgen am Platz liegen wird, bitte bis zum Ende der Woche bei mir ab!“

Beiläufig versandete dieser Aufnahmeantrag ebenso wie seine Vorgänger. Der Ausbildungsbeamte war zu einer Fortbildung oder kurzfristigen Abordnung beordert.
Der Anlass ist mir nicht mehr erinnerlich. Für die Dauer der Ausbildung und weitere 5 Jahre im Anschluss blieb ich in gewerkschaftlicher Hinsicht ein unbeschriebenes
Blatt Papier oder ein

Zitat
„Trittbrettfahrer“

, um es im "Gewerkschaftsjargon" auszudrücken.

Eingetreten bin ich schließlich 1982, nicht aus einer Pression heraus sondern Überzeugung. Mir imponierte ein Kollege auf meiner Dienststelle, der landesweit,
für den ehemaligen Bereich Schleswig-Holstein, als Obmann für den Grenzaufsichtsdienst fungierte. Ein engagierter Kollege, der bei Dienstvorgesetzten,
Dienststellen und Funktionsträgern in ein Wespennest gestochen hat und die Frage hinsichtlich seiner Penetranz dahingehend beantwortete, seine

Zitat
„Aufgabe bestehe nicht darin, von unten nach oben klarzufahren sondern Vorgesetzte gemäß des Bundesbeamtengesetzes zu beraten, zu unterstützen,
auf Missstände aufmerksam zu machen und diese zu beheben.“

Es lag in der Natur der Sache, dass seine Tätigkeit beruflich und karrierebedingt andere Seite der Medaille darstellten.

Ich trat also 1982 aus meinem Selbstverständnis heraus ein in diesen „Verein“ und nach achtjähriger Mitgliedschaft 1990 wieder aus.

Ich besuchte 1990 nahezu jede Veranstaltung, die sich mit den Folgen der Auflösung von Dienststellen an der ehemaligen, innerdeutschen Grenze und in
Konsequenz mit der weiteren Verwendung des dort eingesetzten Personals befasste. Sahnehäubchen war die befristete, 55er-Regelung.

Die zeitliche Befristung betraf Kollegen, die mit Vollendung des 55. Lebensjahres den Vorruhestand beantragen konnten. Aktuell gilt bekanntlich die
Ruhestandsregelung mit Vollendung des 67. Lebensjahres, frühestens mit 65 Lebensjahren und der Bedingung von 45 abgeleisteten Dienstjahren,
weit entfernt von der Regulierung bei der BuPol.

Angekündigte Verwendungen in alternativen Verwaltungsbereichen entpuppten sich als Luftnummern. Der damalige Landesvorsitzende der Organisation
mit drei Buchstaben, Kollege V.H. teilte mit,

Zitat
ich möchte den Austritt bitte überdenken. Wir sind nur gemeinsam stark, usw. usw. nur im Schulterschluss mit den Kollegen werden wir … … … … … …

außerdem könne er den Austritt nicht akzeptieren,denn ich

Zitat
„hätte mein Mitgliedsbuch nicht zurückgesandt.“

Das Mitgliedsbuch im grünen Einband ähnelte im Erscheinungsbild einem Parteibuch, Parallelen dürfen demgemäß gezogen werden.
Die Rücksendung war eine reine Formsache.

Seit 27 Jahren vertrete ich meine Interessen selbst, bisweilen mit formaljuristischer Beratung, die bei einem bestehenden Vertrag bei einem Versicherer
für Rechtsschutz ohnedies inbegriffen ist, auch schon mal mit deren Beistand.

Der gesparte Beitrag zur gewerkschaftlichen Berufsvertretung, ohnehin ein rechtlich zahlloser Tiger und vom Wohlwollen abhängig,
wird auf diese Weise jedenfalls zweckbestimmt und ebenso steuerbegünstigt für den beruflichen Anteil angelegt.


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!

"Wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo ein Genosse und eine Genossin ist, da ist die Hurerei" geklaut bei DoreHolm
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#226

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 11:07
von IM Kressin | 1.771 Beiträge | 23181 Punkte
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #221
Sie haben jede parteipolitische Betätigung im Betrieb zu unterlassen;
... schließt aber nicht aus bzw. verhindert nicht, dass in der Realität, wenn auch mit gebremstem Schaum, gut gebaggert wird!


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!

"Wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo ein Genosse und eine Genossin ist, da ist die Hurerei" geklaut bei DoreHolm
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#227

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 11:13
von Lutze | 9.372 Beiträge | 6907 Punkte
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Auch wenn es OT ist,
bei Betriebsversammlungen hat der Betriebsrat das Hausrecht,
da kann sogar der Bundeskanzler(in) eingeladen werden,
ob es der Geschäftsleitung passt oder nicht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#228

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 11:35
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Ganz so einfach war es bei der SED nicht. Dort hatte man ein "Kandidatenjahr" und für die reguläre Aufnahme in die SED später brauchte man 2 Bürgen.



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#229

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 11:39
von linamax | 2.602 Beiträge | 2851 Punkte
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ZU 228 Na , bei den sogenannten Bürgen das war doch kein Problem . Das war doch nur Schau ,da wurde jeder genommen .


Lutze, Hapedi und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#230

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 11:43
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Diesen Diskussionsstrang habe ich mit großem Interesse gelesen.
Viele Erinnerungen kommen beim Lesen der Beiträge; gute und weniger gute.

Kandidat der SED wurde ich als Oberschüler.
Ein befreundeter MItschüler erzählte mir, dass man jetzt für einige Zeit schon mit 17 Jahren Kandidat der SED werden könne.
Ich wurde Kandidat; politisch von nichts eine Ahnung, aber mit großer ehrlicher Begeisterung für eine neue, friedliche und gerechte Gesellschaft.
Ich bin noch heute dankbar dafür, dass ich als junger Bengel oftmals angeschubst wurde, wenn ich nicht fleißig war oder mit anderen dummes Zeug machte. Das war auch später oft so.

Während des Studiums an der Uni erlebte ich Dinge, die mich nachdenklich machten. Eine junge Doktorantin unserer Fakultät schrieb ihre Dissertation zu einem historischen Ereignis aus der Zeit des Faschismus. Verständlicherweise zitierte sie auch Nazigrößen zur Thematik. Das wurde als Nazipropaganda gewertet und sie wurde aus der Partei ausgeschlossen. Mutige und erfahrene Genossen sprachen sich gegen diesen Vorschlag aus: eine Mehrheit stimmte aber dafür. Ich war damals froh darüber, dass ich als Kandidat nicht mit abstimmen durfte.

Nicht so ganz einfach war es auch mit dem Tragen des Parteiabzeichens. In einer Prüfung bei einem alten Germanistik-Professor sagte der mir zu Beginn des Prüfungsgespräches:
"Hier in der Prüfung geht es allein um Wissen; egal, ob mit oder ohne Parteiabzeichen!"
Nächste Prüfung in Psychologie bei einem jüngeren Assistenten und ich ohne Parteiabzeichen: "Na, sie schämen sich wohl ihrer Parteimitgliedschaft!"

Ich habe in den fast 25 Jahren bei der NVA viel Parteimitglieder kennengelernt:
ehrliche Menschen, die anderen ein echtes Vorbild waren und Ansehen hatten.
Ich habe die 150-prozentigen kennengelernt, die immer mit der Parteilinie mit schwankten und vor allem ihre Karriere im Auge hatten und auch viele, die nicht mehr so viel sagten, weil sie längst gemerkt hatten, dass Theorie und Praxis nicht mehr übereinstimmten.

Mit der Wende kamen viele unvorhersehbare Dinge auf mich zu.
Ich wusste nicht mehr, wie es weiter gehen wird, ob man die Miete noch bezahlen kann, ob man in der NVA-Wohnung bleiben kann, ob man mit über 50 Jahren noch mal eine Arbeit finden wird...
Was wirklich an der Wende interessant war - wie schnell sich manche Menschen veränderten; oft innerhalb weniger Tage. Vor Wochen noch ein Hundertprozentiger und dann einer, der immer schon wusste und gesagt hat und natürlich schon immer dagegen war...

Ein Offizier beschimpfte während der Wende einige von uns als "rote Socken" und mit anderen schlimmen Ausdrücken.
Wochen später musste er innerhalb von Stunden die Kaserne verlassen. Die Gauck-Behörde war fündig geworden. Ich mag Schadenfreude nicht, konnte sie mir aber nicht so ganz verkneifen...



Lutze, Ebro, der 39., Rothaut, Anton, DoreHolm und Wahlhausener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#231

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 11:55
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Brauchte man eigentlich für die Kandidatur auch 2 Bürgen? Ich weiß es nicht mehr.



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#232

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 12:02
von Klauspeter | 1.283 Beiträge | 1878 Punkte
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Ja; auch als Kandidat brauchte man 2 Bürgen.

Kandidatenzeit war damals 2 Jahre, später dann wohl nur noch 1 Jahr. Oder 1 Jahr nur für Arbeiter - das weiß ich jetzt nicht mehr so genau.



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#233

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 12:03
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Bürgen klingt auch etwas merkwürdig,für was Bürgen?
Zeuge schon eher
Lutze


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Hapedi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#234

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 12:08
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Der Bürge musste den Kandidaten kennen und bestätigen, dass der Kandidat im Sinne der Partei denkt und handelt.
Der Bürge sollte dem Kandidaten helfen, im Sinne des Parteistatutes zu handeln.



Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#235

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 12:15
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Meine Kandidatenzeit wurde um 6 Monate verlängert, wegen unmoralischem Verhaltens... !
Die späteren Bürgen waren ein Bekannter aus der SED-KL und mein späterer Regimentskommandeur im NR-2.



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#236

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 13:35
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Kennt eigentlich jemand ein Beispiel , den dieser Club nicht aufgenommen hat . Ich glaube es kaum . Jedes Mitglied hat doch Geld in die Kasse gespült und darauf kam es doch an .

hapedi


Mein Profil ist nach besten Wissen und Gewissen erstellt . Ehrlich


zuletzt bearbeitet 19.06.2017 13:38 | nach oben springen

#237

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 13:37
von Ebro | 1.503 Beiträge | 3728 Punkte
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Na klar-und auch rausgeschmissen.



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#238

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 13:40
von Hapedi | 2.652 Beiträge | 5107 Punkte
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Zitat von Ebro im Beitrag #237
Na klar-und auch rausgeschmissen.


Da mußt bestimmt einiges vorgefallen sein .

hapedi


Mein Profil ist nach besten Wissen und Gewissen erstellt . Ehrlich


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#239

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 13:52
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"Säuberungen" gab es in den späten Jahren, als man merkte, daß Opportunisten überhand nahmen.

Das war die Folge der vorhergehenden intensiven Werbung.
Funktionäre hatten dabei Zielvorgaben. So auch mein Abteilungsgewerkschaftsleiter.

Das alles bekam man auch als Außenstehender mit.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


zuletzt bearbeitet 19.06.2017 13:56 | nach oben springen

#240

RE: Eintritt in die SED

in DDR Zeiten 19.06.2017 14:13
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Zu Beitrag 236 Meine Eltern haben diese Werber für die SED genervt ohne Ende . Das war auf einen Tag auf den anderen vorbei ,als ich 1967 in den freien Teil Deutschlands meine Zelte auf schlug . Diese SED Werber haben dann meine Eltern als Verbrecher betitelt . Aber sie haben es über lebt, und hatten von da an ihre Ruhe .


IM Kressin, Freienhagener, Hapedi und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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