Flucht Uffz. Laue am 11.11.69 in Groß Glienicke

21.01.2014 10:21
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#1
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Ein Verwandter von mir, Hans-Karsten Dietze, erzählte mir eine spannende Geschichte:
Er war in Groß Glienicke in der Kompanie Chemische Abwehr (KCHA 26) und ging mit Uffz. Laue an der Grenze Streife. Uffz. Laue sprach mit ihm über eine geplante Flucht nach Westberlin und fragte, ob er mitkomme. Da Dietze gerade frisch verliebt war, wollte er nicht. Als Laue dann über die Grenze ging, schoss Dietze zum Schein in die Luft. Er sah noch, wie Laue im Westen auf einer belebten Straße ankam. Dummerweise schrieb er aber seiner Verlobten die ganze Wahrheit und die Stasi fing den Brief ab. Das brachte ihm "Beihilfe zur Fahnenflucht" und 1 Jahr und 10 Monate Schwedt ein. Nun, nach so vielen Jahren würde er (völlig ohne Groll!) gern wissen, was aus Laue und seinen Mithäftlingen in Schwedt (z.B. Rotgänger) geworden ist. Dietze saß die komplette Zeit ab und musste sogar die Restzeit bei den NVA abdienen.
Merkwürdig an diesem Fall ist, dass es scheinbar überhaupt keine Informationen über den Zwischenfall an der Grenze gibt (lediglich eine Notiz in. Immerhin war die Flucht eines Uffz. sicher für die DDR und auch für die westliche Seite wichtig. Weiterhin hatte Dietze mit den Rechtsanwälten Dr. Wolfgang Vogel (!) und Dieter Starkulla zu tun und wurde sogar von Amnesty International unterstützt.


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21.01.2014 14:54 (zuletzt bearbeitet: 21.01.2014 14:59)
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#2
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Zitat von gzielos im Beitrag #1
Ein Verwandter von mir, Hans-Karsten Dietze, erzählte mir eine spannende Geschichte:
Er war in Groß Glienicke in der Kompanie Chemische Abwehr (KCHA 26) und ging mit Uffz. Laue an der Grenze Streife. Uffz. Laue sprach mit ihm über eine geplante Flucht nach Westberlin und fragte, ob er mitkomme. Da Dietze gerade frisch verliebt war, wollte er nicht. Als Laue dann über die Grenze ging, schoss Dietze zum Schein in die Luft. Er sah noch, wie Laue im Westen auf einer belebten Straße ankam. Dummerweise schrieb er aber seiner Verlobten die ganze Wahrheit und die Stasi fing den Brief ab. Das brachte ihm "Beihilfe zur Fahnenflucht" und 1 Jahr und 10 Monate Schwedt ein. Nun, nach so vielen Jahren würde er (völlig ohne Groll!) gern wissen, was aus Laue und seinen Mithäftlingen in Schwedt (z.B. Rotgänger) geworden ist. Dietze saß die komplette Zeit ab und musste sogar die Restzeit bei den NVA abdienen.
Merkwürdig an diesem Fall ist, dass es scheinbar überhaupt keine Informationen über den Zwischenfall an der Grenze gibt (lediglich eine Notiz in. Immerhin war die Flucht eines Uffz. sicher für die DDR und auch für die westliche Seite wichtig. Weiterhin hatte Dietze mit den Rechtsanwälten Dr. Wolfgang Vogel (!) und Dieter Starkulla zu tun und wurde sogar von Amnesty International unterstützt.

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wer nicht kämpft hat schon verloren


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21.01.2014 14:58
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Zitat von Lutze im Beitrag #2
Zitat von gzielos im Beitrag #1
Ein Verwandter von mir, Hans-Karsten Dietze, erzählte mir eine spannende Geschichte:
Er war in Groß Glienicke in der Kompanie Chemische Abwehr (KCHA 26) und ging mit Uffz. Laue an der Grenze Streife. Uffz. Laue sprach mit ihm über eine geplante Flucht nach Westberlin und fragte, ob er mitkomme. Da Dietze gerade frisch verliebt war, wollte er nicht. Als Laue dann über die Grenze ging, schoss Dietze zum Schein in die Luft. Er sah noch, wie Laue im Westen auf einer belebten Straße ankam. Dummerweise schrieb er aber seiner Verlobten die ganze Wahrheit und die Stasi fing den Brief ab. Das brachte ihm "Beihilfe zur Fahnenflucht" und 1 Jahr und 10 Monate Schwedt ein. Nun, nach so vielen Jahren würde er (völlig ohne Groll!) gern wissen, was aus Laue und seinen Mithäftlingen in Schwedt (z.B. Rotgänger) geworden ist. Dietze saß die komplette Zeit ab und musste sogar die Restzeit bei den NVA abdienen.
Merkwürdig an diesem Fall ist, dass es scheinbar überhaupt keine Informationen über den Zwischenfall an der Grenze gibt (lediglich eine Notiz in. Immerhin war die Flucht eines Uffz. sicher für die DDR und auch für die westliche Seite wichtig. Weiterhin hatte Dietze mit den Rechtsanwälten Dr. Wolfgang Vogel (!) und Dieter Starkulla zu tun und wurde sogar von Amnesty International unterstützt.

zu welcher Zeit war das?,war damals Rechtsanwalt Vogel schon tätig?,
konnte er zu dieser Zeit was ausrichten?,
erinnert mich an die Berichte,
"Flucht über die vereiste Elbe",
etwas macht mich stutzig,Wolfgang Vogel war eingeschaltet,
Amnesty International auch,ich möchte hier nichts in Frage stellen,
als Unteroffizier so lange in Schwedt?
Lutze

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21.01.2014 15:59
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#4
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Zu den Fragen von Lutze:
Das Datum steht als Überschrift des Themas: 11.11.69
Ich gehe davon aus, dass RA Vogel und die anderen irgendwie vom Westen angeregt wurden, sich um Hans-Karsten Dietze zu kümmern.
Geflüchtet ist übrigens Uffz. Laue, Hans-Karsten Dietze ist hiergeblieben, hat später nach seiner Haft seine Verlobte geheiratet.


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21.01.2014 16:09
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Zitat von gzielos im Beitrag #4
Zu den Fragen von Lutze:
Das Datum steht als Überschrift des Themas: 11.11.69
Ich gehe davon aus, dass RA Vogel und die anderen irgendwie vom Westen angeregt wurden, sich um Hans-Karsten Dietze zu kümmern.
Geflüchtet ist übrigens Uffz. Laue, Hans-Karsten Dietze ist hiergeblieben, hat später nach seiner Haft seine Verlobte geheiratet.

der Unteroffizier ist doch ein Verwandter von dir,
danach nichts mehr gehört von ihm?
Lutze

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21.01.2014 19:44
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nein, mein Verwandter ist Hans-Karsten Dietze und der ist nach Schwedt gegangen, als der Uffz. Laue geflüchtet ist. Mit Dietze habe ich guten Kontakt, über das Ereignis und die anderen betroffenen Personen können wir aber nichts finden. Deshalb hier diese Anfrage.


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21.01.2014 20:40
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#7
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Also,ich war zwar später in Groß-Glienicke,aber ich kann nur sagen"einer von den chem .Diensten am Kanten"kann ich nicht so recht glauben!


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21.01.2014 21:44
avatar  josy95
#8
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Zitat von Hans55 im Beitrag #7
Also,ich war zwar später in Groß-Glienicke,aber ich kann nur sagen"einer von den chem .Diensten am Kanten"kann ich nicht so recht glauben!



Vergiß aber eins nicht, 1969 lief noch einiges anders bei den GT, gehörten damals ja auch noch zur NVA. Da waren viele Dienste noch nicht so strikt getrennt wie in der späteren Zeit nach der großen Reform 1971/72.

Übrings, für den Verfasser dieses Threads: Schon mal über die Stasiunterlagenbehörde nachgefragt? Anträge auf Auskunft gestellt?
Guter Tip, wenn Du (ihr) da nicht weiterkommt und einen guten und halbwegs vertrauenswürdigen Journalisten kennt, am besten von Lokalmedien, denen kann man schon eher trauen, versucht doch mal, ob man da helfen kann. Die haben ganz andere Möglichkeiten, in Archive zu kommen, dort zu recherchieren. Wenn ihr gar keine angst vor Öffentlichkeit habt, dannn wendet Euch an Medienanstalten, die sich konkret mit zeitgeschichtlichen Themen beschäftigen. Gibt es u. a. bei MDR, RBB usw. .

Wäre aber echt schön, auch hier mehr zu diesen doch interessanten Geschehnissen zu erfahren!

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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21.01.2014 21:51
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#9
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Zitat von Lutze im Beitrag #5
Zitat von gzielos im Beitrag #4
Zu den Fragen von Lutze:
Das Datum steht als Überschrift des Themas: 11.11.69
Ich gehe davon aus, dass RA Vogel und die anderen irgendwie vom Westen angeregt wurden, sich um Hans-Karsten Dietze zu kümmern.
Geflüchtet ist übrigens Uffz. Laue, Hans-Karsten Dietze ist hiergeblieben, hat später nach seiner Haft seine Verlobte geheiratet.

der Unteroffizier ist doch ein Verwandter von dir,
danach nichts mehr gehört von ihm?
Lutze
Wo liest Du denn das,Lutze?
Einfach nochmal #1,ersten Satz lesen.....


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