DDR vekaufte Häftlingsblut in den Westen

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15.01.2014 02:00 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 02:01)
#1
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Hallo,
Die DDR hat nach Erkenntnissen der Stasi-Unterlagenbehörde Häftlinge zum Blutspenden gezwungen und die Präparate in den Westen verkauft.
Auf diese Weise verschaffte sich das SED-Regime dringend benötigte Devisen,wie das ARD Politmagazin Report Mainz unter Berufung auf eine noch unveröffentliche
Studie der Behörde berichtete.
Das Bayrische Rote Kreuz kaufte die Blutspenden über einen Schweizer Zwischenhändler auf.
Gegenüber Report Mainz bestätigte das BRK den Bezug von Blutpräparaten in den 80er Jahren.
Nach Angaben der Behörde war es in den Haftanstalten Gräfentonna ( Thüringen) und Waldheim ( Sachsen) zu derartigen Blutspenden gekommen.
Gegenüber den TV Magazin räumt der damalige Vize -Chef des Bezirksintituts für Blutspende und Transfusionswesens Erfurt ,Rudolf Uhlig ein:
Wir haben dort Blutspendetermine durchgeführt. Gespendet hätten in Gräfentonna nur Häftlinge.
Aus Stasiakten geht hervor,das dies nicht freiwillig geschah.
So nun meine Fragen an Euch:
Was ist Eure Meinung darüber?
Was haltet ihr davon wenn es stimmt?
Könnte es eine Lüge sein um die ehemalige DDR mal wieder schlecht darzustellen?
Konnte man Häftlinge einfach so zwingen ohne körperliche Gewalt anzuwenden Blut zu spenden?
Für mich hört sich das alles nach Hetze und Lüge gegen die ehemalige DDR an,lass mich aber gern eines besseren belehren,
wenn Fakten belegt sind.
Auf Eure Antworten bin ich gepannt.

MfG Batrachos

Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach

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15.01.2014 06:14 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 06:23)
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#2
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Ob es stimmt kann ich nicht Beurteilen,aber möglich wäre es schon gewesen.Blutspende hat ja auch Vorteile für den Spender,denn sie sagt sehr viel über den Gesungheitszustand aus.
Das Häftlinge dazu gezwungen wurden glaube ich nicht,denn auch das ist eine Körperverletzung. Ich könnte mir da schon eher denken das Ihnen irgendwelche Vorteile oder Hafterleichterungen versprochen wurden.

P.S. In der Ausbildung waren wir auch Blutspenden,danach war Dienstfrei und Abends Ausgang,natürlich nur für die Spender.


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15.01.2014 07:01 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 07:05)
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#3
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Es wurde sogar berichtet, das Schwestern des DRK .die Blutabnahme an Häftlingen verweigerten. MfG ratata


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15.01.2014 07:14
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#4
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Jetzt ist endlich der Aids- Skandal aufgeklärt, die Stazi wars! Frau Sauer ist Entlastet!


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15.01.2014 07:15 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 07:18)
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#5
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Ich erinnere mich, es gab Südfrüchte!
bei der Armee wurde auch gespendet!


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15.01.2014 07:24
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#6
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Das unsere oberste Heeresleitung für Devisen auch ihre Großmütter verramscht hätten, ist ja hinlänglich bekannt. Aber, dass es unfreiwillige Blutspenden gab...glaube ich nicht.
Die Blutspendebereitschaft bei mir in der Firma war recht hoch. Das lag sicherlich auch daran, dass es nach dem Termin ein Frühstück mit belegten Brötchen, freier Getränkewahl und den Rest des Tages frei gab.

Ich selbst hatte im Jahr 85 eine schwere OP mit immensem Blutverlust. Meine Blutgruppe ist AB und diese war in unserem KKH nicht vorrätig. Die Konserven wurden aus Erfurt geordert...es wurde alles getan, damit es mir wieder gut geht. Damit will ich sagen, es gab Reserven für die eigene Bevölkerung.


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15.01.2014 07:24 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 07:44)
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#7
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Laut Wunschik wurden schätzungsweise mindestens 200 Millionen Mark jährlich mit Waren umgesetzt, die allein auf Häftlingsarbeit beruhten. Mehrere hundert westliche Firmen seien im Ost-West-Handel aktiv gewesen, viele hätten dabei Waren aus der DDR bezogen. An sehr vielen dieser Waren hätten auch Häftlinge mitgearbeitet.

Wer kennt ihn noch den Ausdruck " Freiwilliger Zwang " . Ich bin auch mal in solch eine Situation geraten , an eine Blutspendenaktion im Betrieb teilnehmen zu müssen.
Meine Mitarbeit in der Kommission Auswertung des sozial. Wettbewerbs , zwang mich freiwillig mal Blut zu spenden ????. Wir hatten hier einen aktiven Blutspender dabei , der es förmlich darauf anlegte , richtige Stimmung zu machen um die Brigaden besser zu bewerten ,welche sich bei Blutspenden beteiligen . Das es im meinen Bereich nur 2 Kollegen waren , habe ich mal durch meine Teilnahme , die Prämie der Kollegen gerettet.
Freiwilliger Zwang , wen du nicht spendest ,dann entgeht dir dies und jenes , ratata














ratata


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15.01.2014 08:27
#8
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Mein erster Impuls war auch, dass ich nicht an die Ausübung von Zwang glaube. Aber der Hinweis von Ratata ist richtig: Den Begriff des "freiwilligen Zwangs" hatten wir. Letztlich war es nichts anderes als eine "forcierte Entscheidung". Man stellt den Betroffenen vor einen Sachverhalt und sagt ihm, oder lässt ihn spüren, dass die Suche nach Alternativen für ihn Nachteile mit sich bringt. Vieles, was wir in der "Überzeugungsarbeit" angewendet haben, lief letztlich auf eine solche Manipulation hinaus.

Aber das ist lediglich eine allgemeine Aussage. Im konkreten Fall weiß ich nicht, wie es gelaufen ist. Ich kann mich auch an die regelmäßig organisierten Blutspendenaktionen in den Einheiten erinnern. Allerdings ist das nichts, was es heute nicht auch noch gibt. Wir mussten letztes Jahr in einer Firma einen Beratungsraum verlassen, da dort eine zentrale Blutspendenaktion für die Mitarbeiter durchgeführt werden sollte. Warum sollte so etwas nicht auch in Strafvollzugsanstalten stattfinden? Die Frage ist dann sicher, ob man dadurch einen Überschuss hatte, den man auf dem Markt anbieten konnte, oder ob gezielt auf diesen Überschuss hingearbeitet wurde. Dass es durch den Verkauf von Blutkonserven zu einem Mangel in der DDR gekommen wäre, ist mir nicht bekannt.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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15.01.2014 08:52
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#9
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Hallo,
zumindestens langjährige BRD-Bürger sollten nur dann das kritisieren wenn sie selbst ( sofern medizinisch tauglich ) oft selbst
Blutspender waren ( jedes Jahr im Schnitt einmal! ).
Erst nicht spenden wollen, damit die Knappheit im Westen hervorrufen und dann mit dem Finger zeigen weil das DRK andere Quellen sich
erschließt.


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15.01.2014 08:57
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#10
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #2

P.S. In der Ausbildung waren wir auch Blutspenden,danach war Dienstfrei und Abends Ausgang,natürlich nur für die Spender.



Hallo,
so erzählte es mir mein Vater aus der Wehrmacht um 1937, also Friedenszeiten, für die Nichtspender stand der Dienstplan auch fest, Geräteappel, 30km-Marsch und ab 21:00 verschärfte Nachtübung, das wirkte unerhört blutspendenmotivierend.....


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15.01.2014 09:37 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 09:51)
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#11
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Es ist aber schon interessant wie die Medien das Thema ausschlachten.

Da wird von der BStU ein Buch angekündigt, das Ende Januar erscheinen soll: http://www.v-r.de/de/title-1-1/knastware...nfeind-1011509/

Es werden darin reihenweise Firmen genannt, die vom Ost-Westhandel profitiert haben. Und ganz zum Schluß kommt folgender Absatz

Auf westliche Devisen zielte auch der kurzzeitige Verkauf von Blutkonserven an das Bayerische Rote Kreuz. Gefangene in Gräfentonna und Waldheim spendeten 1984 angeblich freiwillig Blut, Krankenschwestern erkannten allerdings die Zwangslage der Betroffenen und verweigerten in einem Fall die Blutabnahme. Weder überlieferte Dokumente noch die Aussagen Beteiligter sprechen aber für eine "flächendeckende" Praxis dieser Art (in allen Haftanstalten oder über den Zeitraum 1984-85 hinaus). http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauftr...ea_devisen.html

Und was kommt bei den Medien raus? Stasi ließ ihre Häftlinge zur Ader http://www.welt.de/print/die_welt/politi...e-zur-Ader.html Ich will das jetzt nicht kommentieren.

Nur nach dem Lesen dieses kleinen "offiziellen" Absatzes der BStU, bei dem die Worte angeblich, kurzzeitig und nicht flächendeckend fallen, wird die DDR als blutsaugender Vampierstaat dargestellt. Zumindest kann man den Eindruck gewinnen, wenn man die Schlagzeilen der printmedien in ihren online - Augaben liest. https://news.google.com/news?ncl=d-KtmqR...ved=0CDQQqgIwAA

Also ruhig Blut würde ich vorschlagen, das Buch abwarten. Vielleicht werden dort die Fragen die sich mir stellen - z.B. warum kurzzeitig - beantwortet. Gab es vielleicht Bedenken? Und nicht nur von den Krankenschwestern?

LG von der Moskwitschka

EDIT letzter Absatz


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15.01.2014 10:04 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 10:07)
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#12
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Blut spenden,eigentlich doch eine ausserordentlich positive Sache,in Ost wie in West.Eine ungenante Zahl gerettetes Leben dürfte dem dankbar sein. Ich zumindest bin auch freiwillig und gerne spenden gegangen.Es gab ja auch den nicht zu unterschätzenden Nutzen für seine eigene Person,sein eigenes Blut wurde ja für gesund befunden,wenn man als Spender fungierte.
Um solche Sache mal aufzuklären,sollte man dann auch die andere Seite mal gründlich befragen.Warum bediente man sich der DDR um solche lebenswichtigen Dinge für die eigenen Bürger zu regeln?
Auf alle Fälle hat man mal wieder eine Baustelle aufgemacht, die fast nur Fragen aufwirft! Ehrliche Antworten sind wünschenswert und nicht wieder nur einseitige Vorwürfe.


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15.01.2014 10:04
#13
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Zitat von SET800 im Beitrag #9
Hallo,
zumindestens langjährige BRD-Bürger sollten nur dann das kritisieren wenn sie selbst ( sofern medizinisch tauglich ) oft selbst
Blutspender waren ( jedes Jahr im Schnitt einmal! ).
Erst nicht spenden wollen, damit die Knappheit im Westen hervorrufen und dann mit dem Finger zeigen weil das DRK andere Quellen sich
erschließt.

Ich meine, man sollte auch mal in die Überlegung einbeziehen, der Westen hat das Blut auch gekauft. Letztlich ist doch anzunehmen, dass von Menschen mit dem Blut Menschen geholfen worden ist. So schädliches Blut geliefert worden ist meine ich, was von außen eingeschleppt wurde, ist nur zurück geflossen. Die Schlagzeile umzuformulieren kann wohl jeder für sich selbst.


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15.01.2014 10:25 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 10:26)
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#14
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Dann versuchen wir doch, das historisch einzuordnen.

Anfang der 80-er Jahre beherrschte die Welt ein Thema - die Angst vor Aids. Sehr schnell stellte man fest, dass auch Bluter ein gefährdeter Personenkreis bei der Übertrgraung des HIV ist. Es wurden Gesetze geändert, Kontrollen verschärft usw. Fakt ist auch, dass es in der Zeit um 1983 einen Mangel an Blutkonserven in der Bundesrepublik gab.

Ein Artikel aus der Zeit von 1984 dokumentiert das sehr ausführlich.

Der Ausfall so vieler Spender kann nicht ohne Folgen bleiben, zumal der Bedarf an Gerinnungspräparaten Jahr für Jahr um rund zehn Prozent steigt. Von den schätzungsweise zehn bis zwölf Millionen Litern Blutplasma, die jährlich weltweit gesammelt werden, fließt etwa die Hälfte in die Produktion von Medikamenten für Bluterkranke.

Überdies ist die Bundesrepublik der Welt größter Pro-Kopf-Verbraucher und Importeur von Plasma. Thomas Drees, Präsident des amerikanischen Plasma-Riesen „Alpha Therapeutics“, konstatiert: „Die Bundesrepublik ist ein leuchtendes Beispiel bei der Therapie mit Plasmadeviraten. Der Markt in der Bundesrepublik ist mit 200 Millionen Dollar größer als das restliche Europa mit zusammen 120 Millionen Dollar.“


Ein ganz besonderer Saft http://www.zeit.de/1984/42/ein-ganz-besonderer-saft/seite-1

LG von der Moskwitschka


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15.01.2014 10:27 (zuletzt bearbeitet: 15.01.2014 10:28)
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#15
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Da bekommt der Spruch "Wir gaben unser Herzblut für den Sozialismus" eine ganz andere Dimension.


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