Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989

10.01.2014 17:15
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Erschienen ist das Buch bereits 2009, doch hat man hier alle Todesopfer an der Berliner Mauer aufgeführt. Dazu wird jede Person, soweit bekannt, näher vorgestellt, die Umstände des Todes geschildert und auf die Strafverfolgung sowie eventuelle Urteile eingegangen. Hier und da gibt man auch Einblicke in die Urteilsbegründung vom Gericht. Vieles in den einzelnen Fällen lässt sich "einfach nicht mehr feststellen".
Es gibt da Stellen im Buch, die stützen sich auch auf Schlagzeilen und Reportagen von damals, aus einer Zeitung mit vier Buchstaben. Ist schon bedenklich, finde ich. Selbst wenn man im Buch wenige Absätze später einiges richtigstellt, bleibt für den Leser der bittere Beigeschmack. Die Täter stehen halt fest, auch wenn man angeblich nur bei einer Rettungsaktion zugesehen hatte aber keine Hilfe anbot. Schon allein die Mauer, die Grenze selbst, ist strafzuweisend.

Jedenfalls wurden kurz nach der Wiedervereinigung überall die Akten gewälzt und ausgewertet, gegen die angeblichen Täter ermittelt und später vor Gericht gestellt. Dabei wird dann oft in den Berichten von den erhaltenen Auszeichnungen der Täter ausführlich gesprochen. Für mich alles sehr einseitig aufgearbeitet.

Allerdings ist das Buch doch sehr informativ, obwohl ich mir nicht so recht vorstellen kann, wenn in einem geschilderten Falle, vom Gelände des Invalidenfriedhof auf einen Flüchtling geschossen wurde und einige Kugeln dabei, ein Fenster im Reichtagsgebäude durchschlagen.

Erschienen ist das Buch "Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989 Ein biographisches Handbuch" im Ch. Links Verlag und wurde von mehreren Autoren geschrieben. Gefördert hat das Projekt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie Unterstützt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Gruß Reiner


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