der Todesurteil in der DDR

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21.07.2009 19:43von ( gelöscht )
Frage
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der Todesurteil in der DDR

Da es kein Forum zum Thema "Fragen an geheime Mitarbeiter/MfS-Mitarbeiter" gibt, stelle ich sie hier rein samt Videoclip.

Hier ein Link zum Museum der Runden Ecke in Leipzig mit der Frage:

"Was habt Ihr damals davon mitbekommen, wenn jemand zum Tode verurteilt wurde" ?

Berliner



Quelle: DVD DIE FIRMA - Das Ministerium fuer Staatssicherheit

22.07.2009 01:54von ( gelöscht )
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Danke Peter (turtle), ich sehe mir das ganze an und frag mich auf der einen Seite "wieso soll er ja etwas bereuen, er hat ja nur seinen Job getan", auf der anderen Seite denke ich als Mensch (da ich ja selber einer bin!) es ist kein leichtes einem anderen das Leben einfach zu nehmen, egal aus welchem Grund.

Ich stelle hiermit nur die Frage, "wozu empfindet der Mann Reue, weil er einfach ein Leben ausgeloescht hat weil das sein Job war, oder weil er schon daran etwas unrechtes gefunden hat, wo er genau weisst er hat unrechtes getan?"

Berliner

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22.07.2009 08:43von ( gelöscht )
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Zitat von Berliner


"Was habt Ihr damals davon mitbekommen, wenn jemand zum Tode verurteilt wurde" ?


@berliner, sorry das ich deine frage jetzt erst beantworten kann. über genau diese frage streiten sich in einem anderem forum die ehem. mfs-angehörigen. der grössteteil äusserte sich und sagte, wir haben nichts mitbekommen, während andere sagen, doch es wurde anschliessend auf dienstversammlungen ausgewertet. so unterschiedlich war das.

ich persönlich habe nichts davon mitbekommen. obwohl, die gesetzeslage dürfte damals jedem von uns mfs- angehörigen klar gewesen sein. daher schwang dieses immer unterschwellig mit...

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22.07.2009 09:03von ( gelöscht )
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Zitat von GilbertWolzow
...obwohl, die gesetzeslage dürfte damals jedem von uns mfs- angehörigen klar gewesen sein. daher schwang dieses immer unterschwellig mit...

Hi GilbertW,
'ne Frage: hat das mit dem 'klar sein' was mit dem eher beruehmten, frueheren Tonbandmitschnitt von Mielke (wg. Stiller, 'Humanist', etc.) zu tun? Oder mal anders gefragt: Wie ist sowas wie Stiller oder Teske etc. beim MfS nach unten durchgereicht worden?

-Th

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22.07.2009 09:21von ( gelöscht )
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@captdelta,
die rede von minister mielke war bei den mitarbeitern genauso unbekannt, da er sie vor seinem kollequium gehalten hatte. mit "unterschwellig" meine ich, dass wir alle wussten was uns lt. gesetzes lage drohte, wenn...
schon bei der verpflichtungserklärung wurden wir auf die entsprechenden §§ im strafgesetzbuch hingewiesen. ansonsten war das nie wieder ein thema.

hmmm, mit dem durchreichen... wie ich es in meinem vorherigen beitrag schrieb, in jeder diensteinheit wurde dies anders besprochen. der fall stiller (auuser der name) war schon allgemein bekannt. d.h. das er mit unterlagen türmte und dabei quellen der hv a dekonspirierte. und andererseits die hv a in grössenordnung quellen zurückholen musste, weil eine dekonspiration durch stiller möglich war.
mir selbst war vom fall teske nichts bekannt.

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22.07.2009 09:55von ( gelöscht )
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@GilbertW: Danke fuer die Antwort, obwohl ich meistens eher auf "der anderen Seite" sitze schaetz ich die Offenheit.
Lass Dich nicht von ein paar Forums-Trolls niedermachen, die's wohl auf jeder Seite immer gibt.

-Th

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22.07.2009 10:13von ( gelöscht )
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In Antwort auf:
"Was habt Ihr damals davon mitbekommen, wenn jemand zum Tode verurteilt wurde" ?


Ehrlich - gar nichts.
Von Mitte der 80-er bis Anfang der 90-er, als ich im Dienst tätig war, gab es in der DDR keine Todesurteile und die Fälle Teske und Stiller habe ich erst nach der Wende kennengelernt.

Allerdings muss ich Gilbert bestätigen, dass uns Konsequenzen eines Landesverrats bekannt waren.

Innerhalb der Abteilung kann ich mich nicht erinnern, dass jemals das Thema Todesurteile oder deren Vollstreckung besprochen wurden, weil es sie in diesem Zeitraum einfach nicht gab. Auch über frühere Fälle, die in der Ausbildung als Lehrfilm gern einbezogen wurden, war nichts dabei, was in diese Richtung ging.
Man sprach eben nicht drüber, so wie das Thema im Rest der Republik genauso tabu war.

Wir lesen uns,
Thomas.

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22.07.2009 11:09von josy95
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Zitat von Bunkerkommandant
In Antwort auf:
"Was habt Ihr damals davon mitbekommen, wenn jemand zum Tode verurteilt wurde" ?


Man sprach eben nicht drüber, so wie das Thema im Rest der Republik genauso tabu war.

Wir lesen uns,
Thomas.


Hallo Bunkerkommandant und alle Anderen,

was wißt Ihr über den berüchtigten Armeeknast in Schwedt an der Oder??
Waren der auch für MfS- Angehörige, Zoll oder Grenztruppenangehörige? Oder nur für rein verurteilte NVA- Angehörige?
Was hat man mit Angehörigen von MfS, Zoll, VP ect. gemacht, die zu Haftstrafen verurteilt wurden?
Bis zu welchem Dienstgrad wurde in Schwedt "eingelocht"?

Weiß nur, während meiner NVA- Dienstzeit sind dort ein BUZ (Dienstgrad Feldwebel) wegen Vergewaltigung und ein Unterfeldwebel (UaZ)wegen Körperverletzung (Schlägerei mit UvD) und noch ein Uffz wegen schweren Kameradendiebstahl hingekommen.
Die kamen klein wie die Kirchenmäuse, teils dekradiert bis zum Soldaten wieder und kein Wort sickerte denen über die Lippen!
Die erste Zeit schreckten die bei jedem lauteren Geräusch, Pfiff unübersehbar für jeden zusammen. Es brauchte nur mal einer laut zu lachen...!
Über die beiden Uaz hab ich im Nachhinein erfahren, das sie das halbe Jahr, was sie in Schwedt einsaßen, sogar nachdienen mußten, obwohl sie schon freiwillig Längerdienende waren!

Viele Fragen...

josy95

22.07.2009 11:10von ( gelöscht )
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Zitat von CaptnDelta
@GilbertW: Danke fuer die Antwort, obwohl ich meistens eher auf "der anderen Seite" sitze schaetz ich die Offenheit.
Lass Dich nicht von ein paar Forums-Trolls niedermachen, die's wohl auf jeder Seite immer gibt.

-Th


Hallo Captn,
nicht alle, die ehem. MfS angeh. keine Blumen schenken sind Trolls

Hallo Thomas,
10 Jahre in der Firma und nix mitbekommen !?
PS.: ein Bekannter hat übrigens mal bei dir eingesessen.
Sigmar F. - vielleicht kennst du ihn ja !

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22.07.2009 11:25von ( gelöscht )
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Zitat von Oss`n

Hallo Thomas,
10 Jahre in der Firma und nix mitbekommen !?
PS.: ein Bekannter hat übrigens mal bei dir eingesessen.
Sigmar F. - vielleicht kennst du ihn ja !



@ oss´n, ich bin zwar nicht der @thomas, aber hier entstehen für mich doch zwei fragen:

- wie kommst du auf 10 jahre ?
- wieso hat dein bekannter bei ihm eingesessen?
(laut den aussagen von @thomas war er mos´er der wse in dresden und nicht schliesser in der abt. XIV)

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22.07.2009 11:32von ( gelöscht )
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Zitat von josy95

Hallo Bunkerkommandant und alle Anderen,

was wißt Ihr über den berüchtigten Armeeknast in Schwedt an der Oder??

na dann wird dir mal jemand von den anderen antworten, @josy95

über schwedt gab und gibt es eine menge gerüchte.
ein ehem. gwd´ler der nva (übrigens ooooch aus dräschden) wollte es nach diskussionen in einem anderem forum, genau wissen und eröffnete eine eigene homepage. die ich übrigens für sehr interessant halte, da sich dort, wärter wie insassen, austauschen können.
ich selbst hatte durch diese seite einigen erkenntnisgewinn.

http://www.militaergefaengnis-schwedt.de/1.html


nachtrag: in schwedt saßen nur nva angehörige ein. staffällige mfs- angehörige saßen bis zu 10 tagen in der "magdalena" in der lichtenberger magdalenenstrasse ein und wurden bei schwerwiegenden vergehen entlassen und dann vor ein ordentliches bzw. militärgericht gestellt und mussten ihre haftzeit in haftanstalten des mdi absitzen.

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22.07.2009 14:16von ( gelöscht )
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In Antwort auf:
Von Mitte der 80-er bis Anfang der 90-er, als ich im Dienst tätig war

Hallo GW
steht ein Stück weiter oben.
Warum mein Bekannter dort gesessen hat ist doch erst einmal egal.
Nach der Wende war er Landesbeauftragter für Stasiunterlagen im Land Sachsen.
Komischer weise lösten sich während dieser Arbeit 2x die Radmuttern seines Autos.
Komischer weise findet man dann auch noch pornografische Bilder auf seinem Dienstrechner.
Da war er weg, der Job.
Eine spätere Rehabilitierung interessierte dann niemanden mehr.

Er hat weder seine Radmuttern selber locker gedreht noch hatte er es nötig sich solchen Schweinkram auf den Rechner zu laden.
Für Hardliner ist der kalte Krieg auch heute noch nicht zu Ende.
Aber egal, ich werde dazu mit Sicherheit nichts mehr schreiben.

Eine Frage hätte ich dann doch noch an dich oder auch den Bunkerkommandanten.
Im Untersuchungsgefängnis Dresden Bautzener Straße gab es im Zellentrakt auf den Gängen Gitter die so glaube ich bis an die Decke reichten.
In Abständen waren da auf ca. 1,70 m Höhe, Öffnungen von ca. 10 x 20 cm im Gitter.
Bis jetzt konnte mir noch niemand den Zweck dieser Öffnungen erklären.
War allerdings Anfang - Mitte der 90er dort.
Da hatten immer noch sehr viele Angst (sorry, ich meinte nat. Respekt)vor den ehem. Betreibern dieser Anstalt.
Ironie bei Seite.
Über eine Auskunft darüber oder wo ich eine (warheitsgemäße) bekomme wäre ich euch dankbar.

In diesem Sinne

Oss`n

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22.07.2009 14:31von ( gelöscht )
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ok - hab es grade mitbekommen :Mitte 80er - bis Anfang 90er

Bitte um Vergebung

Oss`n

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22.07.2009 14:33von Mike59
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@ GW 11:23 Uhr

Informativer Link, was da steht kannte ich auch noch nicht. Lebte selber auch nur von den Legenden. Wird sicher vielen nicht in Ihr Konzept passen.

22.07.2009 14:36von ( gelöscht )
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noch mal ich.
Auch wenn es alle Wissen - ich weis es nicht.
Was bitte ist mos`er und was bitte ist wse ?

Oss`n

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22.07.2009 15:48von ( gelöscht )
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Zitat von Oss`n
ok - hab es grade mitbekommen :Mitte 80er - bis Anfang 90er

Bitte um Vergebung

Oss`n

kein problem...
nun zu deinen fragen. da ich eine untersuchungshaftanstalt damals niemals vom zellentrakt aus gesehen habe, kann ich leider diese frage von dir nicht beantworten.

mos = militärisch operativer sicherungsdienst (fast immer standen junge angehörige des mfs erstmal 3 jahre wache. die soldaten nannten sich daher mos´is bzw. mos´er, da sie vom vielen wache stehen schon moos auf dem buckel bildeten )

wse = wach- und sicherungseinheit

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