Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

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18.07.2015 14:11
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#76
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #69
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #66
Zitat von Schakal im Beitrag #63
Glaube heute und auch zur damaligen Zeit würde man einen
Krieg als Luftkrieg beginnen und nicht mit Panzern, die den Antifaschutzwall durchbrechen.


Das mag ja so sein, von den SED-Funktionären wurde aber stets behauptet, dass die Grenzsicherungsanlagen einzig und
allein zum Schutz der DDR-Bevölkerung vor einem Angriff aus dem Westen errichtet wurden ("Antifaschistischer Schutzwall").

Das der gesamte Aufbau der Grenze, mit den Sperrgebieten auf dem Gebiet der DDR, dazu im Widerspruch
stand, wurde beharrlich ignoriert.

Wenn die Gefahr tatsächlich nur von westlicher Seite bestanden hätte, dann wäre es doch überhaupt
nicht notwendig gewesen, die DDR-Bevölkerung von der Grenze fernzuhalten.




rot: Um Gottes Willen !!!!
Natürlich mussten wir unser werktätiges Volk von der Grenze fernhalten, um es vor dem imperialistischen Feind zu beschützen !
Schliesslich hatten unsere Werktätigen die Aufgabe, den Sozialismus in Ruhe aufzubauen und den Übergang zum Kommunismus vorzubereiten.
Den imperialistischen Feind hätten wir Grenzer schon im Falle eines Angriffs mit Hilfe unserer verbündeten NVA und der Sowjetarmee auf seinem eigenen Territorium vernichtend geschlagen !!!

Zur eigentlichen Frage, "warum nicht... ausschliesslich Berufssoldaten...."

Ich rechne mal ein bisschen.... hier meine Ausgangsdaten:

Länge innerdeutsche Grenze ohne Berlin 1400 km - 1949..1990 41 Jahre
Grenze Bln West :
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und Berlin(Ost): 43,1 km
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und dem Umland: 111,9 km
Summe: 155 km - 1961 - 1990 29 Jahre

Länge des Abschnitts einer Grenzkompanie: 15..20 km
Sollstärke GK: ca. 100 Mann

Quelle: https://books.google.de/books?id=kR_bBQA...ompanie&f=false
(deckt sich mit meinen persönlichen Erinnerungen an Grenzdienst in der Rhön 1979/80 , Battalionssicherung)
Nach meinen Erinnerungen bestand die GK zu etwa 2/3 aus Wehrpflichtigen (dazu rechne ich Soldaten, Gefreite - 18 Monate und Uffz- 3 Jahre) und
zu 1/3 aus Berufssoldaten (dazu rechne ich BUffz - 10 Jahre, Fähnriche und Offiziere)



Die Grenze war an 365 Tagen des Jahres rund um die Uhr zu sichern, 1/4 der Kompanie waren "draussen".

Nun, machen wir mal die Rechnung - aus Durchschnittswerten:
(Berlin hatte eine höhere Postendichte, ich weiss... die praktischen Ergebnisse waren noch viel dramatischer als die Ergebnisse meiner Rechnung )

Wenn ich 15..20 km Grenze mit 100 Mann rund um die Uhr sichern kann, brauche ich ca. 6 Mann pro Km.
Für 1400 km also 8400 Mann - 41 Jahre lang.

Für die 155 Km Grenze zu West-Berlin komme ich bei der gleichen Rechnung auf 155 x 6 = 930 Mann - 29 Jahre lang.

Zusammenfassung:
innerdeutsche Grenze 41 Jahre x 8400 Mann = 344 400 Mann-Jahre
Westberlin-Grenze 29 Jahre x 930 Mann = 26 970 Mann-Jahre

Ergibt in Summe: 371 370 Mann-Jahre eines Schichtarbeiters, "rollende Woche".

Wenn ich mehr als die Hälfte davon mit ca. 150 Mark Sold und 18 Tagen Urlaub pro Jahr abspeisen kann, hab ich schon bisschen gespart - natürlich auf Kosten der übrigen Volkswirtschaft.

Ich stell jetzt mal die kühne These auf:
Bei gleichem Personalbestand und 100 % Berufssoldaten wären die direkten Personalkosten deutlich höher gewesen (Berufssoldaten für 150 Mark pro Monat waren nicht zu bekommen !!) und die Pleite des Staates DDR wäre etwas früher gekommen.

Klar - Geld kann man einfach drucken, kein Problem. Und Preise für stabil erklären.
Kurzzeitig funktioniert das schon - auf lange Zeit hingegen nicht....

Ausserdem: wäre ja irgendwie schade, wenn in diesem Forum nur ehemalige Berufssoldaten schreiben würden...wäre doch langweilig.
Ich hätte mich da bestimmt nicht angemeldet.

Gruss Hartmut



Die Rechnung setzt voraus das die Struktur wie mit GWDlern beibehalten würde und an Stelle der GWDler BU treten. Welchen Sinn sollte das haben?


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18.07.2015 22:50
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@Fritze
wie meinst du denn das ? Etwa so :Hätten die Grenzer sich nach der Schicht in ihren VW gesetzt und wären nach Hause zu Mutti gefahren?


Joo @Gert so in etwa wie die Jungs vom BGS damals ! Aber ich hab doch geschrieben , "Es ist lange vorbei "

Und heute ist es müssig ,wie hätte ,wäre ,könnte ,würde es gekommen sein !

MfG Fritze Schönen Sonntag rheinabwärts ! Hatte heute drei Enkel (zwei vom Niederrhein ) zu Besuch .


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18.07.2015 23:11
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #69
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #66
Zitat von Schakal im Beitrag #63
Glaube heute und auch zur damaligen Zeit würde man einen
Krieg als Luftkrieg beginnen und nicht mit Panzern, die den Antifaschutzwall durchbrechen.


Das mag ja so sein, von den SED-Funktionären wurde aber stets behauptet, dass die Grenzsicherungsanlagen einzig und
allein zum Schutz der DDR-Bevölkerung vor einem Angriff aus dem Westen errichtet wurden ("Antifaschistischer Schutzwall").

Das der gesamte Aufbau der Grenze, mit den Sperrgebieten auf dem Gebiet der DDR, dazu im Widerspruch
stand, wurde beharrlich ignoriert.

Wenn die Gefahr tatsächlich nur von westlicher Seite bestanden hätte, dann wäre es doch überhaupt
nicht notwendig gewesen, die DDR-Bevölkerung von der Grenze fernzuhalten.




rot: Um Gottes Willen !!!!
Natürlich mussten wir unser werktätiges Volk von der Grenze fernhalten, um es vor dem imperialistischen Feind zu beschützen !
Schliesslich hatten unsere Werktätigen die Aufgabe, den Sozialismus in Ruhe aufzubauen und den Übergang zum Kommunismus vorzubereiten.
Den imperialistischen Feind hätten wir Grenzer schon im Falle eines Angriffs mit Hilfe unserer verbündeten NVA und der Sowjetarmee auf seinem eigenen Territorium vernichtend geschlagen !!!

Zur eigentlichen Frage, "warum nicht... ausschliesslich Berufssoldaten...."

Ich rechne mal ein bisschen.... hier meine Ausgangsdaten:

Länge innerdeutsche Grenze ohne Berlin 1400 km - 1949..1990 41 Jahre
Grenze Bln West :
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und Berlin(Ost): 43,1 km
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und dem Umland: 111,9 km
Summe: 155 km - 1961 - 1990 29 Jahre

Länge des Abschnitts einer Grenzkompanie: 15..20 km
Sollstärke GK: ca. 100 Mann

Quelle: https://books.google.de/books?id=kR_bBQA...ompanie&f=false
(deckt sich mit meinen persönlichen Erinnerungen an Grenzdienst in der Rhön 1979/80 , Battalionssicherung)
Nach meinen Erinnerungen bestand die GK zu etwa 2/3 aus Wehrpflichtigen (dazu rechne ich Soldaten, Gefreite - 18 Monate und Uffz- 3 Jahre) und
zu 1/3 aus Berufssoldaten (dazu rechne ich BUffz - 10 Jahre, Fähnriche und Offiziere)

Die Grenze war an 365 Tagen des Jahres rund um die Uhr zu sichern, 1/4 der Kompanie waren "draussen".

Nun, machen wir mal die Rechnung - aus Durchschnittswerten:
(Berlin hatte eine höhere Postendichte, ich weiss... die praktischen Ergebnisse waren noch viel dramatischer als die Ergebnisse meiner Rechnung )

Wenn ich 15..20 km Grenze mit 100 Mann rund um die Uhr sichern kann, brauche ich ca. 6 Mann pro Km.
Für 1400 km also 8400 Mann - 41 Jahre lang.

Für die 155 Km Grenze zu West-Berlin komme ich bei der gleichen Rechnung auf 155 x 6 = 930 Mann - 29 Jahre lang.

Zusammenfassung:
innerdeutsche Grenze 41 Jahre x 8400 Mann = 344 400 Mann-Jahre
Westberlin-Grenze 29 Jahre x 930 Mann = 26 970 Mann-Jahre

Ergibt in Summe: 371 370 Mann-Jahre eines Schichtarbeiters, "rollende Woche".

Wenn ich mehr als die Hälfte davon mit ca. 150 Mark Sold und 18 Tagen Urlaub pro Jahr abspeisen kann, hab ich schon bisschen gespart - natürlich auf Kosten der übrigen Volkswirtschaft.

Ich stell jetzt mal die kühne These auf:
Bei gleichem Personalbestand und 100 % Berufssoldaten wären die direkten Personalkosten deutlich höher gewesen (Berufssoldaten für 150 Mark pro Monat waren nicht zu bekommen !!) und die Pleite des Staates DDR wäre etwas früher gekommen.

Klar - Geld kann man einfach drucken, kein Problem. Und Preise für stabil erklären.
Kurzzeitig funktioniert das schon - auf lange Zeit hingegen nicht....

Ausserdem: wäre ja irgendwie schade, wenn in diesem Forum nur ehemalige Berufssoldaten schreiben würden...wäre doch langweilig.
Ich hätte mich da bestimmt nicht angemeldet.

Gruss Hartmut







Eine schöne Theorie, nur muss man beim Personalbedarf bei den BS noch X% dazunehmen und dann erhöht sich die Zahl.
Es gab doch in den Reihen der GT Berufssoldaten, die nicht für den Grenzdienst bestätigt waren. Dazu zähle ich mich und dann könnte ich eine Liste
aufmachen. Nur ein Beispiel, in Glöwen hatten wir einen KC, der blieb zu Hause wenn seine Kompanie Richtung Zaun verlegt wurde.
Micha


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19.07.2015 17:40
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#79
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #69
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #66
Zitat von Schakal im Beitrag #63
Glaube heute und auch zur damaligen Zeit würde man einen
Krieg als Luftkrieg beginnen und nicht mit Panzern, die den Antifaschutzwall durchbrechen.


Das mag ja so sein, von den SED-Funktionären wurde aber stets behauptet, dass die Grenzsicherungsanlagen einzig und
allein zum Schutz der DDR-Bevölkerung vor einem Angriff aus dem Westen errichtet wurden ("Antifaschistischer Schutzwall").

Das der gesamte Aufbau der Grenze, mit den Sperrgebieten auf dem Gebiet der DDR, dazu im Widerspruch
stand, wurde beharrlich ignoriert.

Wenn die Gefahr tatsächlich nur von westlicher Seite bestanden hätte, dann wäre es doch überhaupt
nicht notwendig gewesen, die DDR-Bevölkerung von der Grenze fernzuhalten.




rot: Um Gottes Willen !!!!
Natürlich mussten wir unser werktätiges Volk von der Grenze fernhalten, um es vor dem imperialistischen Feind zu beschützen !
Schliesslich hatten unsere Werktätigen die Aufgabe, den Sozialismus in Ruhe aufzubauen und den Übergang zum Kommunismus vorzubereiten.
Den imperialistischen Feind hätten wir Grenzer schon im Falle eines Angriffs mit Hilfe unserer verbündeten NVA und der Sowjetarmee auf seinem eigenen Territorium vernichtend geschlagen !!!

Zur eigentlichen Frage, "warum nicht... ausschliesslich Berufssoldaten...."

Ich rechne mal ein bisschen.... hier meine Ausgangsdaten:

Länge innerdeutsche Grenze ohne Berlin 1400 km - 1949..1990 41 Jahre
Grenze Bln West :
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und Berlin(Ost): 43,1 km
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und dem Umland: 111,9 km
Summe: 155 km - 1961 - 1990 29 Jahre

Länge des Abschnitts einer Grenzkompanie: 15..20 km
Sollstärke GK: ca. 100 Mann

Quelle: https://books.google.de/books?id=kR_bBQA...ompanie&f=false
(deckt sich mit meinen persönlichen Erinnerungen an Grenzdienst in der Rhön 1979/80 , Battalionssicherung)
Nach meinen Erinnerungen bestand die GK zu etwa 2/3 aus Wehrpflichtigen (dazu rechne ich Soldaten, Gefreite - 18 Monate und Uffz- 3 Jahre) und
zu 1/3 aus Berufssoldaten (dazu rechne ich BUffz - 10 Jahre, Fähnriche und Offiziere)

Die Grenze war an 365 Tagen des Jahres rund um die Uhr zu sichern, 1/4 der Kompanie waren "draussen".

Nun, machen wir mal die Rechnung - aus Durchschnittswerten:
(Berlin hatte eine höhere Postendichte, ich weiss... die praktischen Ergebnisse waren noch viel dramatischer als die Ergebnisse meiner Rechnung )

Wenn ich 15..20 km Grenze mit 100 Mann rund um die Uhr sichern kann, brauche ich ca. 6 Mann pro Km.
Für 1400 km also 8400 Mann - 41 Jahre lang.

Für die 155 Km Grenze zu West-Berlin komme ich bei der gleichen Rechnung auf 155 x 6 = 930 Mann - 29 Jahre lang.

Zusammenfassung:
innerdeutsche Grenze 41 Jahre x 8400 Mann = 344 400 Mann-Jahre
Westberlin-Grenze 29 Jahre x 930 Mann = 26 970 Mann-Jahre

Ergibt in Summe: 371 370 Mann-Jahre eines Schichtarbeiters, "rollende Woche".

Wenn ich mehr als die Hälfte davon mit ca. 150 Mark Sold und 18 Tagen Urlaub pro Jahr abspeisen kann, hab ich schon bisschen gespart - natürlich auf Kosten der übrigen Volkswirtschaft.

Ich stell jetzt mal die kühne These auf:
Bei gleichem Personalbestand und 100 % Berufssoldaten wären die direkten Personalkosten deutlich höher gewesen (Berufssoldaten für 150 Mark pro Monat waren nicht zu bekommen !!) und die Pleite des Staates DDR wäre etwas früher gekommen.

Klar - Geld kann man einfach drucken, kein Problem. Und Preise für stabil erklären.
Kurzzeitig funktioniert das schon - auf lange Zeit hingegen nicht....

Ausserdem: wäre ja irgendwie schade, wenn in diesem Forum nur ehemalige Berufssoldaten schreiben würden...wäre doch langweilig.
Ich hätte mich da bestimmt nicht angemeldet.

Gruss Hartmut







Hartmut du hast die Rentensprüche vergessen, stell dir vor die würden als ehemalige Berufssoldaten jetzt auch noch von der Deutschen Rentenversicherung Rente beziehen und das vom ehemaligen Gegner.


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20.07.2015 08:21
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#80
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Zitat von furry im Beitrag #73
Zitat von damals wars im Beitrag #72
Der volkswitschaftliche Schaden durch den Entzug der Arbeitskräfte/GWD-leistende war schon imens, gerade wir an der Grenze hatten ja viele Spezialisten, habe ich jedenfalls so in Erinnerung.


Hier wäre mal interessant zu erfahren, wie die Verteilung der Grundwehrdienstleistenden auf die Altersklassen von 18 bis 26 (?) Jahren war.
Die meisten dieser "Spezialisten" werden wohl gerade die Berufsausbildung oder das Abitur hinter sich gebracht haben.
Ich weiß, es gab auch Ausnahmen, wie unseren Mitstreiter @Jobnomade .


Nach meiner Erinnerung.... Kaltenwestheim bzw Vacha 1979/80 waren ca. 1/3 der Soldaten und Gefreiten zwischen 23 und 26, mich eingeschlossen. Viele von ihnen verheiratet/Familienväter. Da die betreffenden in der Regel Facharbeiter waren (Realschule + 2 Jahre Lehrzeit, dh. Berufsabschluss mit 18) waren sie demzufolge schon ein paar Jahre im Beruf. Abiturienten wurden in der Regel gleich nach dem Abi gezogen.
Ich war als Soldat/Gefreiter und Diplomingenieur mit 1 Jahr Berufspraxis nach Studienabschluss der Exot.
Unteroffiziere, die sich für 3 Jahre verpflichtet hatten, wurden mit 18, gleich nach Facharbeiter-Abschluss oder Abitur gezogen.
Mein Zugführer in Vacha war Abiturient und kam nach 1 Jahr Offizierhochschule als Unterleutnant an die Grenze. Er hatte sich für 3 Jahre verpflichtet. Der einzige Offizier - so meine Erinnerung - zu dem ich einen wirklich guten Draht hatte.
Der Polit in Kaltenwestheim, ein Leutnant, war nach meiner Erinnerung 2 Jahre jünger als ich....wir gingen uns aus dem Weg, trotzdem wir in der gleichen Partei waren. Er war ein pfurztrockener Apparatschik, der sich in erster Linie als Vorgesetzter verstand.
Aber... ich schweife ab.... genug geschwafelt.

Gruss Hartmut


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20.07.2015 08:31 (zuletzt bearbeitet: 20.07.2015 09:12)
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#81
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Zitat von Gert im Beitrag #79
...............


Hartmut du hast die Rentensprüche vergessen, stell dir vor die würden als ehemalige Berufssoldaten jetzt auch noch von der Deutschen Rentenversicherung Rente beziehen und das vom ehemaligen Gegner.[/quote]


Hallo Gert,

ich denke, die Sache mit den Rentenansprüchen relativert sich:
Meine 18 Monate bei den GT sind in der Kontenaufstellung der BfA als "Wehrdienst" angerechnet.
Deine Dienstzeit bei den GT doch sicher auch ?
Jetzt wäre an dieser Stelle mal die Aussage eines ehemaligen Berufssoldaten der GT zu seinen Rentenansprüchen für die Dienstzeit bei den GT nützlich, zwecks Vergleich.

Hier kam noch das Argument, dass im Falle von Nur-Berufssoldaten ein Einspar-Effekt an Ausbildungszeit aufgetreten wäre. Ich denke, das ist nicht vom Tisch zu wischen: Es macht schon einen Unterschied, ob es ein Verhältnis von 1/2 Jahr Ausbildungsregiment zu 1 Jahr Grenzdienst ist oder 1/2 Jahr Uffz-Schule zu 2 1/2 Jahren oder 9 1/2 Jahren Grenzdienst ist.

Gruss Hartmut


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20.07.2015 12:44
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#82
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #81
Zitat von Gert im Beitrag #79
...............


Hartmut du hast die Rentensprüche vergessen, stell dir vor die würden als ehemalige Berufssoldaten jetzt auch noch von der Deutschen Rentenversicherung Rente beziehen und das vom ehemaligen Gegner.



Hallo Gert,

ich denke, die Sache mit den Rentenansprüchen relativert sich:
Meine 18 Monate bei den GT sind in der Kontenaufstellung der BfA als "Wehrdienst" angerechnet.
Deine Dienstzeit bei den GT doch sicher auch ?
Jetzt wäre an dieser Stelle mal die Aussage eines ehemaligen Berufssoldaten der GT zu seinen Rentenansprüchen für die Dienstzeit bei den GT nützlich, zwecks Vergleich.

Hier kam noch das Argument, dass im Falle von Nur-Berufssoldaten ein Einspar-Effekt an Ausbildungszeit aufgetreten wäre. Ich denke, das ist nicht vom Tisch zu wischen: Es macht schon einen Unterschied, ob es ein Verhältnis von 1/2 Jahr Ausbildungsregiment zu 1 Jahr Grenzdienst ist oder 1/2 Jahr Uffz-Schule zu 2 1/2 Jahren oder 9 1/2 Jahren Grenzdienst ist.

Gruss Hartmut [/quote]

@Jobnomade, kurze Antwort von mir. (BU)
Die gesamte Dienstzeit ist mit Pflichtbeitragszeit gekennzeichnet, lediglich 1 Monat (Einberufung bis zur Ernennung zum US) erhielt den Zusatz
Wehrdienst.
Mit der Ernennung zum Uffz. war ich automatisch in der FZR.
Ist Alles anerkannt, ohne Theater wie es Hubert beschrieb.
Micha


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21.07.2015 08:02
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Zitat von G.Michael im Beitrag #82
Zitat von Jobnomade im Beitrag #81
Zitat von Gert im Beitrag #79
...............


Hartmut du hast die Rentensprüche vergessen, stell dir vor die würden als ehemalige Berufssoldaten jetzt auch noch von der Deutschen Rentenversicherung Rente beziehen und das vom ehemaligen Gegner.



Hallo Gert,

ich denke, die Sache mit den Rentenansprüchen relativert sich:
Meine 18 Monate bei den GT sind in der Kontenaufstellung der BfA als "Wehrdienst" angerechnet.
Deine Dienstzeit bei den GT doch sicher auch ?
Jetzt wäre an dieser Stelle mal die Aussage eines ehemaligen Berufssoldaten der GT zu seinen Rentenansprüchen für die Dienstzeit bei den GT nützlich, zwecks Vergleich.

Hier kam noch das Argument, dass im Falle von Nur-Berufssoldaten ein Einspar-Effekt an Ausbildungszeit aufgetreten wäre. Ich denke, das ist nicht vom Tisch zu wischen: Es macht schon einen Unterschied, ob es ein Verhältnis von 1/2 Jahr Ausbildungsregiment zu 1 Jahr Grenzdienst ist oder 1/2 Jahr Uffz-Schule zu 2 1/2 Jahren oder 9 1/2 Jahren Grenzdienst ist.

Gruss Hartmut


@Jobnomade, kurze Antwort von mir. (BU)
Die gesamte Dienstzeit ist mit Pflichtbeitragszeit gekennzeichnet, lediglich 1 Monat (Einberufung bis zur Ernennung zum US) erhielt den Zusatz
Wehrdienst.
Mit der Ernennung zum Uffz. war ich automatisch in der FZR.
Ist Alles anerkannt, ohne Theater wie es Hubert beschrieb.
Micha[/quote]


Danke für die Aussage, Micha.
Also nix mit Siegerjustiz und Strafrenten und all dem Gelaber.....
Für mich entsteht so allmählich der Eindruck, dass die Dienstzeiten bei den Grenztruppen und der NVA rentenrechtlich im Grunde genau so behandelt werden wie die Dienstzeiten ehemaliger Bundeswehrsoldaten/uffze/Offiziere...
Und wenn das keine rechtsstaatliche Gleichbehandlung aller Deutschen ist - dann weiss ich auch nicht, was ich da noch sagen soll.
Dann ist für mich alles andere nur billige Polemik.
Leute - wir sind ein Volk - falls Ihr es noch nicht mitbekommen habt !!!!!!!!!!!!!

Gruss Hartmut


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21.07.2015 13:02
#84
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #83
Zitat von G.Michael im Beitrag #82
Zitat von Jobnomade im Beitrag #81
Zitat von Gert im Beitrag #79
...............


Hartmut du hast die Rentensprüche vergessen, stell dir vor die würden als ehemalige Berufssoldaten jetzt auch noch von der Deutschen Rentenversicherung Rente beziehen und das vom ehemaligen Gegner.



Hallo Gert,

ich denke, die Sache mit den Rentenansprüchen relativert sich:
Meine 18 Monate bei den GT sind in der Kontenaufstellung der BfA als "Wehrdienst" angerechnet.
Deine Dienstzeit bei den GT doch sicher auch ?
Jetzt wäre an dieser Stelle mal die Aussage eines ehemaligen Berufssoldaten der GT zu seinen Rentenansprüchen für die Dienstzeit bei den GT nützlich, zwecks Vergleich.

Hier kam noch das Argument, dass im Falle von Nur-Berufssoldaten ein Einspar-Effekt an Ausbildungszeit aufgetreten wäre. Ich denke, das ist nicht vom Tisch zu wischen: Es macht schon einen Unterschied, ob es ein Verhältnis von 1/2 Jahr Ausbildungsregiment zu 1 Jahr Grenzdienst ist oder 1/2 Jahr Uffz-Schule zu 2 1/2 Jahren oder 9 1/2 Jahren Grenzdienst ist.

Gruss Hartmut


@Jobnomade, kurze Antwort von mir. (BU)
Die gesamte Dienstzeit ist mit Pflichtbeitragszeit gekennzeichnet, lediglich 1 Monat (Einberufung bis zur Ernennung zum US) erhielt den Zusatz
Wehrdienst.
Mit der Ernennung zum Uffz. war ich automatisch in der FZR.
Ist Alles anerkannt, ohne Theater wie es Hubert beschrieb.
Micha



Danke für die Aussage, Micha.
Also nix mit Siegerjustiz und Strafrenten und all dem Gelaber.....
Für mich entsteht so allmählich der Eindruck, dass die Dienstzeiten bei den Grenztruppen und der NVA rentenrechtlich im Grunde genau so behandelt werden wie die Dienstzeiten ehemaliger Bundeswehrsoldaten/uffze/Offiziere...
Und wenn das keine rechtsstaatliche Gleichbehandlung aller Deutschen ist - dann weiss ich auch nicht, was ich da noch sagen soll.
Dann ist für mich alles andere nur billige Polemik.
Leute - wir sind ein Volk - falls Ihr es noch nicht mitbekommen habt !!!!!!!!!!!!!

Gruss Hartmut
[/quote]




Tja @Jobnomade , aber das trifft nicht für ALLE zu ! Siegerjustiz und Strafrenten sind immer noch aktuell. Betroffen sind, soweit meine Informationen stimmen, davon noch ca. 120 000 Personen.


passport


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22.07.2015 09:00
avatar  94
#85
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94

Die Rentendiskussion ist doch voll daneben, gerade hier! Es wurde sogar schon der passende Thread reaktiviert (Rentenverlauf), ist aber wohlverlorene Liebesmüh? Na egal, zum Thema ...

Es ist ein mMn nicht zu unterschätzender psychologischer Aspekt, dass Wehrpflichtige und Zeitsoldaten, welche nach ihrem Ehrendienst zurück in die 'normalen' Bevölkerungskreise kamen, beim Aufbau und Erhalt des Mythos von der unüberwindbaren Grenze sehr hilfreich waren. Die Sicherung der Staatsgrenze und auch die Wirkung eines §213 began doch nicht erst im Sperrgebiet.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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22.07.2015 11:24 (zuletzt bearbeitet: 22.07.2015 11:36)
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#86
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( gelöscht )

Zitat von 94 im Beitrag #85
Die Rentendiskussion ist doch voll daneben, gerade hier! Es wurde sogar schon der passende Thread reaktiviert (Rentenverlauf), ist aber wohlverlorene Liebesmüh? Na egal, zum Thema ...

Es ist ein mMn nicht zu unterschätzender psychologischer Aspekt, dass Wehrpflichtige und Zeitsoldaten, welche nach ihrem Ehrendienst zurück in die 'normalen' Bevölkerungskreise kamen, beim Aufbau und Erhalt des Mythos von der unüberwindbaren Grenze sehr hilfreich waren. Die Sicherung der Staatsgrenze und auch die Wirkung eines §213 began doch nicht erst im Sperrgebiet.


Hast ja Recht, in beiden Punkten....
Das Renten-Stöckchen hab ich nicht geworfen - aber aufgehoben, stimmt - ich gelobe Besserung !

Zum 2. Punkt: In meinem Umfeld hat sich in den Jahren nach dem Wehrdienst nie einer getraut, mich zu fragen, wie seine Chancen wären, die DDR über die grüne Grenze in der Rhön zu verlassen. Ich hätte ihm auch davon abgeraten - das gebe ich zu.
Ich hoffe, Du hast während und nach Deiner Dienstzeit bei den GT auch allen davon dringlichst abgeraten, die DDR per Grenzdurchbruch zu verlassen ?!!!!

Ach, und noch ein kleines OT, sorry:
Mein Glückwunsch zum Knacken der 10000-Beiträge-Marke.
und
Ich mach mal den Erbsenzähler "begann" ist wohl korrekt...

Gruss Hartmut


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06.01.2022 14:36
#87
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Diese Frage kann man nicht von einer grundsätzlicheren trennen. Die Diskussion darüber fand noch in den 60ern unter Offizieren statt. Natürlich wäre der Ausbau der Grenzpolizei für die Grenzsicherung effektiver gewesen. Jeder, der länger direkt an der Grenze war, konnte sich täglich davon überzeugen. Erst zum Abschluß des Grundwehrdienstes an der Grenze waren Fertigkeiten und Fähigkeiten bei den Soldaten wahrzunehmen, die bei einem Altgedienten in Fleisch und Blut übergegangen waren, den 7. Sinn aktiviert, vor allem nachts. Aber dieses Problem wurde zwangsläufig hintenan gestellt, da die Grenzsicherung nach sowjetischen Muster militärisch zu organisieren war und damit kam der Grundwehrdienst in Betracht. Die Verhinderung von Grenzdurchbrüchen wurde (fast) zweitrangig. Man darf nicht vergessen, daß die Westgrenze auch die zwischen WV und Nato war.


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08.01.2022 20:11
avatar  klausen
#88
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Weil auch sehr viele nicht systemkonform waren.

Überheblichkeit und Dummheit sind sonderbare Krankheiten, der Kranke leidet niemals unter ihnen, seine Mitmenschen umso mehr.

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