Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

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16.07.2015 18:23
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#61
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Hallo
Für mich ist eine mögliche Erklärung das es zumindest für einige höere Dienstgrade klar war das es nicht in Ordnung war was an der Grenze gemacht wurde auch war ihnen klar das alle Vorfälle im Westen genau dokumentiert wurden. Da war es einfach besser sich im Hintergrund zu halten und nur die Befehle zu geben und die unangenehme Arbeit den Soldaten zu übertragen. Wie in jeder Armee. Wie recht sie hatten haben ja dann die Verurteilung der Soldaten gezeigt. Ganz nebenbei wären 25 Jahre G.D. mit allen Arbeiten die angefallen sind nicht gerade ein erfülles Berufsleben aber darüber darf man geteilter Meinung sein.


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16.07.2015 18:37
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#62
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Zitat von Icke im Beitrag #61
Hallo
Für mich ist eine mögliche Erklärung das es zumindest für einige höere Dienstgrade klar war das es nicht in Ordnung war was an der Grenze gemacht wurde auch war ihnen klar das alle Vorfälle im Westen genau dokumentiert wurden. Da war es einfach besser sich im Hintergrund zu halten und nur die Befehle zu geben und die unangenehme Arbeit den Soldaten zu übertragen. Wie in jeder Armee. Wie recht sie hatten haben ja dann die Verurteilung der Soldaten gezeigt. Ganz nebenbei wären 25 Jahre G.D. mit allen Arbeiten die angefallen sind nicht gerade ein erfülles Berufsleben aber darüber darf man geteilter Meinung sein.


@Icke, man ist geteilter Meinung.
Micha


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16.07.2015 19:44
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#63
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Zitat von Marder im Beitrag #49
Also wer glaubt, das eine Drahtsperre ein ernstzunehmendes Hindernis darstellt, hat gelinde gesagt von militärischen Dingen Null Ahnung.
Will mir einer ernsthaft erzählen, das diese Pappgrenze Richtung Westen ein Hindernis für eine Panzerdivision darstellt. Die wäre einfach so überrollt worden. Diese Scheinhindernisse wären schlichtweg weggesprengt worden, auch mit Hilfe der Luftwaffe und Pionieren.
Zumal die Fahrzeugsperren Richtung Osten aufgebaut waren und damit einfach zu überfahren gewesen wären.
Mit freundlichen Grüßen Marder
Ps. Da lügt ihr euch einen in die Tasche


Glaube heute und auch zur damaligen Zeit würde man einen Krieg als Luftkrieg beginnen und nicht mit Panzern, die den Antifaschutzwall durchbrechen.


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16.07.2015 20:37 (zuletzt bearbeitet: 16.07.2015 20:38)
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#64
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Ich möchte hier keine Vorlesung über militärische Taktik halten, obwohl ich es sicher könnte. Panzertruppen kannst du nur einsetzen, wenn du zumindest annähernd auch in der Luft die Hoheit hast. Andersrum nützt dir eine Luftüberlegenheit gar nichts, wenn du keine funktionierende Bodentruppe hast.
. Nur die Ergänzung aus beiden funktioniert.
Mit freundlichen Grüßen Marder

Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.


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16.07.2015 21:41 (zuletzt bearbeitet: 16.07.2015 21:46)
avatar  Mike59
#65
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Zitat von Icke im Beitrag #61
Hallo
Für mich ist eine mögliche Erklärung das es zumindest für einige höere Dienstgrade klar war das es nicht in Ordnung war was an der Grenze gemacht wurde auch war ihnen klar das alle Vorfälle im Westen genau dokumentiert wurden. Da war es einfach besser sich im Hintergrund zu halten und nur die Befehle zu geben und die unangenehme Arbeit den Soldaten zu übertragen. Wie in jeder Armee. Wie recht sie hatten haben ja dann die Verurteilung der Soldaten gezeigt. Ganz nebenbei wären 25 Jahre G.D. mit allen Arbeiten die angefallen sind nicht gerade ein erfülles Berufsleben aber darüber darf man geteilter Meinung sein.

Der ist nicht schlecht.

Kann es sein das es im hierarchischem System einer Armee (darauf basierten ja leider die Grenztruppen der DDR) eher mehr einfache Soldaten wie Berufssoldaten gibt.
Anders wäre es mit einer Berufsarmee, wo man eben laut Vertrag nach 12 Jahren ausscheiden kann mit einem Soldatendienstgrad. Aber war eben nicht so.
Ganz abgesehen davon, das die unteren Dienstgrade immer das erledigen müssen was sich die oberen Dienstgrade ausdenken um die Vorgaben der Politiker zu erfüllen/umzusetzen.


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17.07.2015 08:40 (zuletzt bearbeitet: 17.07.2015 08:40)
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#66
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Zitat von Schakal im Beitrag #63
Glaube heute und auch zur damaligen Zeit würde man einen
Krieg als Luftkrieg beginnen und nicht mit Panzern, die den Antifaschutzwall durchbrechen.


Das mag ja so sein, von den SED-Funktionären wurde aber stets behauptet, dass die Grenzsicherungsanlagen einzig und
allein zum Schutz der DDR-Bevölkerung vor einem Angriff aus dem Westen errichtet wurden ("Antifaschistischer Schutzwall").

Das der gesamte Aufbau der Grenze, mit den Sperrgebieten auf dem Gebiet der DDR, dazu im Widerspruch
stand, wurde beharrlich ignoriert.

Wenn die Gefahr tatsächlich nur von westlicher Seite bestanden hätte, dann wäre es doch überhaupt
nicht notwendig gewesen, die DDR-Bevölkerung von der Grenze fernzuhalten.


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17.07.2015 08:58
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#67
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Ich hätte das Grenzgebiet zumindest für Schmetterlingsjäger freigegeben. Die hätten keine Irrtümer - so zwischen den stärksten Kämpfverbändern der NATO und des Warschauer Vertrages im Kalten Krieg - mit ihren Netzen und Hütchen hervorgerufen.


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17.07.2015 11:01
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#68
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Wahrscheinlich hätten dann alle Berufsoldaten an der Grenze Dienst schieben müssen.
Sicher rechnet jemand mal aus, ob das gereicht hätte.


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17.07.2015 12:29 (zuletzt bearbeitet: 17.07.2015 12:32)
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#69
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #66
Zitat von Schakal im Beitrag #63
Glaube heute und auch zur damaligen Zeit würde man einen
Krieg als Luftkrieg beginnen und nicht mit Panzern, die den Antifaschutzwall durchbrechen.


Das mag ja so sein, von den SED-Funktionären wurde aber stets behauptet, dass die Grenzsicherungsanlagen einzig und
allein zum Schutz der DDR-Bevölkerung vor einem Angriff aus dem Westen errichtet wurden ("Antifaschistischer Schutzwall").

Das der gesamte Aufbau der Grenze, mit den Sperrgebieten auf dem Gebiet der DDR, dazu im Widerspruch
stand, wurde beharrlich ignoriert.

Wenn die Gefahr tatsächlich nur von westlicher Seite bestanden hätte, dann wäre es doch überhaupt
nicht notwendig gewesen, die DDR-Bevölkerung von der Grenze fernzuhalten.




rot: Um Gottes Willen !!!!
Natürlich mussten wir unser werktätiges Volk von der Grenze fernhalten, um es vor dem imperialistischen Feind zu beschützen !
Schliesslich hatten unsere Werktätigen die Aufgabe, den Sozialismus in Ruhe aufzubauen und den Übergang zum Kommunismus vorzubereiten.
Den imperialistischen Feind hätten wir Grenzer schon im Falle eines Angriffs mit Hilfe unserer verbündeten NVA und der Sowjetarmee auf seinem eigenen Territorium vernichtend geschlagen !!!

Zur eigentlichen Frage, "warum nicht... ausschliesslich Berufssoldaten...."

Ich rechne mal ein bisschen.... hier meine Ausgangsdaten:

Länge innerdeutsche Grenze ohne Berlin 1400 km - 1949..1990 41 Jahre
Grenze Bln West :
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und Berlin(Ost): 43,1 km
Länge der Grenze zwischen Berlin(West) und dem Umland: 111,9 km
Summe: 155 km - 1961 - 1990 29 Jahre

Länge des Abschnitts einer Grenzkompanie: 15..20 km
Sollstärke GK: ca. 100 Mann

Quelle: https://books.google.de/books?id=kR_bBQA...ompanie&f=false
(deckt sich mit meinen persönlichen Erinnerungen an Grenzdienst in der Rhön 1979/80 , Battalionssicherung)
Nach meinen Erinnerungen bestand die GK zu etwa 2/3 aus Wehrpflichtigen (dazu rechne ich Soldaten, Gefreite - 18 Monate und Uffz- 3 Jahre) und
zu 1/3 aus Berufssoldaten (dazu rechne ich BUffz - 10 Jahre, Fähnriche und Offiziere)

Die Grenze war an 365 Tagen des Jahres rund um die Uhr zu sichern, 1/4 der Kompanie waren "draussen".

Nun, machen wir mal die Rechnung - aus Durchschnittswerten:
(Berlin hatte eine höhere Postendichte, ich weiss... die praktischen Ergebnisse waren noch viel dramatischer als die Ergebnisse meiner Rechnung )

Wenn ich 15..20 km Grenze mit 100 Mann rund um die Uhr sichern kann, brauche ich ca. 6 Mann pro Km.
Für 1400 km also 8400 Mann - 41 Jahre lang.

Für die 155 Km Grenze zu West-Berlin komme ich bei der gleichen Rechnung auf 155 x 6 = 930 Mann - 29 Jahre lang.

Zusammenfassung:
innerdeutsche Grenze 41 Jahre x 8400 Mann = 344 400 Mann-Jahre
Westberlin-Grenze 29 Jahre x 930 Mann = 26 970 Mann-Jahre

Ergibt in Summe: 371 370 Mann-Jahre eines Schichtarbeiters, "rollende Woche".

Wenn ich mehr als die Hälfte davon mit ca. 150 Mark Sold und 18 Tagen Urlaub pro Jahr abspeisen kann, hab ich schon bisschen gespart - natürlich auf Kosten der übrigen Volkswirtschaft.

Ich stell jetzt mal die kühne These auf:
Bei gleichem Personalbestand und 100 % Berufssoldaten wären die direkten Personalkosten deutlich höher gewesen (Berufssoldaten für 150 Mark pro Monat waren nicht zu bekommen !!) und die Pleite des Staates DDR wäre etwas früher gekommen.

Klar - Geld kann man einfach drucken, kein Problem. Und Preise für stabil erklären.
Kurzzeitig funktioniert das schon - auf lange Zeit hingegen nicht....

Ausserdem: wäre ja irgendwie schade, wenn in diesem Forum nur ehemalige Berufssoldaten schreiben würden...wäre doch langweilig.
Ich hätte mich da bestimmt nicht angemeldet.

Gruss Hartmut


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18.07.2015 10:31
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#70
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Interessante Rechnung Hartmut !

Bei Einsatz von nur hauptberuflichen Kräften hätte man sich allerdings einen wesentlichen Anteil an Unterkunftsgebäuden sparen können !

Der Verwaltungs -und Logistikaufwand wäre auch geringer gewesen und Fahrzeuge wären weniger gebraucht worden !

Nicht zu vergessen ,daß im Abschnitt Kräfte agiert hätten ,welche den Abschnitt kennen .

MfG Fritze

Aber es ist lange vorbei !


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18.07.2015 11:01
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#71
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Zitat von Fritze im Beitrag #70
Interessante Rechnung Hartmut !

Bei Einsatz von nur hauptberuflichen Kräften hätte man sich allerdings einen wesentlichen Anteil an Unterkunftsgebäuden sparen können !

Der Verwaltungs -und Logistikaufwand wäre auch geringer gewesen und Fahrzeuge wären weniger gebraucht worden !

Nicht zu vergessen ,daß im Abschnitt Kräfte agiert hätten ,welche den Abschnitt kennen .

MfG Fritze

Aber es ist lange vorbei !

@Fritze
wie meinst du denn das ? Etwa so :Hätten die Grenzer sich nach der Schicht in ihren VW gesetzt und wären nach Hause zu Mutti gefahren?


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18.07.2015 11:39 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2015 11:39)
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#72
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Der volkswitschaftliche Schaden durch den Entzug der Arbeitskräfte/GWD-leistende war schon imens, gerade wir an der Grenze hatten ja viele Spezialisten, habe ich jedenfalls so in Erinnerung.


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18.07.2015 12:00 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2015 12:00)
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Zitat von damals wars im Beitrag #72
Der volkswitschaftliche Schaden durch den Entzug der Arbeitskräfte/GWD-leistende war schon imens, gerade wir an der Grenze hatten ja viele Spezialisten, habe ich jedenfalls so in Erinnerung.


Hier wäre mal interessant zu erfahren, wie die Verteilung der Grundwehrdienstleistenden auf die Altersklassen von 18 bis 26 (?) Jahren war.
Die meisten dieser "Spezialisten" werden wohl gerade die Berufsausbildung oder das Abitur hinter sich gebracht haben.
Ich weiß, es gab auch Ausnahmen, wie unseren Mitstreiter @Jobnomade .

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)


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18.07.2015 12:06
#74
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Zitat von Gert im Beitrag #71
Zitat von Fritze im Beitrag #70
Interessante Rechnung Hartmut !

Bei Einsatz von nur hauptberuflichen Kräften hätte man sich allerdings einen wesentlichen Anteil an Unterkunftsgebäude sparen können !

Der Verwaltungs -und Logistikaufwand wäre auch geringer gewesen und Fahrzeuge wären weniger gebraucht worden !

Nicht zu vergessen ,daß im Abschnitt Kräfte agiert hätten ,welche den Abschnitt kennen .

MfG Fritze

Aber es ist lange vorbei !

@Fritze
wie meinst du denn das ? Etwa so :Hätten die Grenzer sich nach der Schicht in ihren VW gesetzt und wären nach Hause zu Mutti gefahren?

Wegen der langen Dienstzeit von Berufssoldaten, hätte es weniger Kapazität für Ausbildungsdienste gebraucht.
Theo


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18.07.2015 12:10 (zuletzt bearbeitet: 18.07.2015 12:20)
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#75
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Berufssoldaten brauchten auch Unterkünfte, sogar Wohnungen für ihre Familien!

Bei uns hatten die Stellvertretenen Zugführer, so sie BU waren, sowohl Bett als auch Schrank in der Kompanie.
Bei kurzem Schichtwechsel schliefen sie auf der Kompanie.


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