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#21

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 02.12.2013 18:19
von eisenringtheo | 10.134 Beiträge | 3506 Punkte
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Zitat von West_Tourist im Beitrag #19
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Selber mal infomieren du Schlaumayer. Grenztruppen galten im Ernstfall als teils unzuverlässig. Sie hätten überlaufen können. Ihnen wurde daher misstraut ? Verstoscht ?

Das kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass bei einem Durchbruch des Feindes die Reaktionzeit an der Durchbruchsstelle gleich null war (also Kanonenfutter) und in den übrigen Bereichen war man bald von der Hauptarmee abgeschnitten, da blieb nur der kampflose Gang in die Kriegsgefangenschaft.
Theo


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#22

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 02.12.2013 18:28
von schnatterinchen (gelöscht)
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Möglicherweise hatten die damaligen Enscheider in der DDR Bedenken bei Berufssoldaten könnte sich mit der Zeit zu viel Routine breitmachen und der Klassenstandpunkt könnte abhanden kommen, wenn immer die gleichen Genossen aufziehen.Es könnte zu unliebsamen Vertrautheiten zwischen Angehörigen der GT und dem Feind auf der anderen Seite kommen.
Die Grenze könnte dadurch auch ihre abschreckende Wirkung nach innen verlieren.
Da war es doch viel wirksamer junge GWDler zu verängstigen und mit diffusen Befehlen "verhindern" oder "vernichten" nach vorne zu schicken.
Fehlentscheidungen mit Todesfolge hat man dann eben in Kauf genommen.


zuletzt bearbeitet 02.12.2013 18:31 | nach oben springen

#23

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 02.12.2013 18:37
von Mike59 | 8.756 Beiträge | 2808 Punkte
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Zitat von West_Tourist im Beitrag #19
Zitat von damals wars im Beitrag #18
Die Grenztruppen hatten im Kriegsfall besseres zu tun als als Kanonenfutter herzuhalten, sprich sie hatten eine andere Aufgabe.
Die betraf eher das Hinterland. Einfach mal informieren.




Selber mal infomieren du Schlaumayer. Grenztruppen galten im Ernstfall als teils unzuverlässig. Sie hätten überlaufen können. Ihnen wurde daher misstraut ? Verstoscht ?


Echt? Das mit dem Überlaufen hätte ich jetzt im Kriegsfall nicht gedacht -nun ja man lernt ja nicht aus. Ein Kriegsfall entsteht ja nicht über Nacht - da ist wohl vorher schon das (der) eine oder andere (über)gelaufen. Da ist die ideologische Vorbereitung der Truppe auf beiden Seiten so - das die Masse in den Kampf zieht. Bis gestern war das jedenfalls noch so.
Das ein AGT eher nicht für den Krieg taugt mag etwas anderes sein - eventuell weil er als "autonomes Postenpaar" (die Berliner mögen mir verzeihen) eigene Entschlüsse fassen mußte und die Regel lautete erst handeln dann melden. Eigenschaften die für eine Kampftruppe nachteilig sind.

Weswegen eigentlich nicht ausschließlich Berufssoldaten an der Grenze - da ist das Wort Soldat wieder enthalten, etwas was an einer Grenze eben nichts zu suchen hat, es sei denn es ist Krieg. Nun war aber Krieg, wenn auch kein heißer - ich glaube bei den Österreichern war während der Balkan Krise auch Militär an der Grenze im Einsatz, nachdem die Lage ruhiger wurde, wurden die eben wieder abgezogen. Für die Verantwortlichen in der DDR hat sich die Lage eben nie beruhig - dumm gelaufen.



andyman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 02.12.2013 18:39
von Mike59 | 8.756 Beiträge | 2808 Punkte
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #21
Zitat von West_Tourist im Beitrag #19
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Selber mal infomieren du Schlaumayer. Grenztruppen galten im Ernstfall als teils unzuverlässig. Sie hätten überlaufen können. Ihnen wurde daher misstraut ? Verstoscht ?

Das kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass bei einem Durchbruch des Feindes die Reaktionzeit an der Durchbruchsstelle gleich null war (also Kanonenfutter) und in den übrigen Bereichen war man bald von der Hauptarmee abgeschnitten, da blieb nur der kampflose Gang in die Kriegsgefangenschaft.
Theo



Grandios



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#25

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 02.12.2013 19:33
von DoreHolm | 8.079 Beiträge | 1388 Punkte
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #21
Zitat von West_Tourist im Beitrag #19
(..)


Selber mal infomieren du Schlaumayer. Grenztruppen galten im Ernstfall als teils unzuverlässig. Sie hätten überlaufen können. Ihnen wurde daher misstraut ? Verstoscht ?

Das kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass bei einem Durchbruch des Feindes die Reaktionzeit an der Durchbruchsstelle gleich null war (also Kanonenfutter) und in den übrigen Bereichen war man bald von der Hauptarmee abgeschnitten, da blieb nur der kampflose Gang in die Kriegsgefangenschaft.
Theo



Grün: Hier gehst Du von dem sehr hypothetischen und damit unwahrscheinlichen Fall aus, daß die BW-Führung aus heiterem Himmel plötzlich auf die Idee käme, mal schnell den Osten zu überfallen. Ganz ohne vorher im Inneren die Voraussetzungen zu schaffen. Ich glaube, diese Planspielchen hatten wir hier im Forum in einem anderen Thread schon mal durch. Sobald deutliche Anzeichen für eine Aktion bemerkt würden, kämen die GK nicht aus ihren Klamotten raus, die Kampfsätze ständen bereit, die Schweren Kompanien in Alarmbereitschaft und die Grenzer draußen würden alles Andere als eine Routinejob machen und jede Regung auf der anderen Seite registrieren. In einer solchen Situation wäre die Grenzsicherung zur Verhinderung von Fluchten zur Nebensache geworden.



02_24 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 02.12.2013 19:48
von uwewaren59 | 72 Beiträge | 4 Punkte
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Wieviele Berufssoldaten währen nötig gewesen, um alle Posten besetzen zu können? Ich glaube nicht das es in der DDR so viele Berufssoldaten gegeben hat.


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#27

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 03.12.2013 10:07
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Ich glaube zwei mal im Jahr wurde ja auf der GK auch "Normal-Soldat" geübt, also mit Stahlhelm Muni aufladen, in den Wald fahren, kurz abducken im Gelände und schnell wieder "Heim".
Meist hat sich ja auch einer vom Stab kopfschüttelnd das "Elend" angeschaut.
Da hieß es immer für den Fall der Fälle, überollen lassen und dann die Nachhut attakieren.


zuletzt bearbeitet 03.12.2013 10:18 | nach oben springen

#28

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 03.12.2013 11:36
von Hansteiner | 1.645 Beiträge | 1030 Punkte
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Zitat von uwewaren59 im Beitrag #26
Wieviele Berufssoldaten währen nötig gewesen, um alle Posten besetzen zu können? Ich glaube nicht das es in der DDR so viele Berufssoldaten gegeben hat.



Genau so sehe ich das auch.
Es gab auch in meiner DZ auf unserer GK so viele "Stellen" die eigendlich von BU's besetzt hätten werden müssen, aber die waren eben nicht da.
Also mussten wir als UaZ diese Plätze "einnehmen" und sicherlich war es woanders genau so.

VG H.



DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 13.07.2015 19:07
von Mario87_2 | 135 Beiträge | 143 Punkte
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Ich denke auch, dass es personell nicht anders zu machen war. Außerdem was hätte die Grenzsicherung mit ausschließlich Berufssoldaten gekostet. Eine GK mit ca. 50 Soldaten. 220 Mark ? als Gefreiter plus GD- Zuschlag je Monat. Wo lag ein BUffz oder Fähnrich?
Sicher war die Einstellung der eingezogenen Soldaten zunächst ablehnend zum Dienst an der Grenze. Für viele war es vermutlich das erste Mal das sie in gewisser Weise Verantwortung übernehmen mussten. Sicher auch ein Grund warum das Ganze funktioniert hat.
Übrigens: Während der Dienstzeit und kurz danach wurde man für alles Mögliche angeworben – MfS, Zoll, Trapo, bei GT bleiben etc. Von den Werbern (in `87) wurde ausschließlich die finanzielle Schiene gefahren und Sprüche in der Form „ … willste echt noch richtig arbeiten und dir die Hände dreckig machen“ gesetzt. Soviel dazu.


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#30

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 13.07.2015 22:15
von der 39. | 787 Beiträge | 1760 Punkte
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Leider ist schon der Titel dieses Themas unkorrekt. Von 1946 bis Anfang der 60er Jahre setzten sich die Grenztruppen ausschließlich aus Freiwilligen zusammen von den längerdienenden Unteroffiziern und Offizieren abgesehen. Wie bekannt, war damals die Zuverlässigkeit der Truppe beträchtlich höher, als nach der Einführung der Wehrpflicht.
Der 39.



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#31

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 13.07.2015 22:41
von eisenringtheo | 10.134 Beiträge | 3506 Punkte
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Zitat von der 39. im Beitrag #30
Leider ist schon der Titel dieses Themas unkorrekt. Von 1946 bis Anfang der 60er Jahre setzten sich die Grenztruppen ausschließlich aus Freiwilligen zusammen von den längerdienenden Unteroffiziern und Offizieren abgesehen. Wie bekannt, war damals die Zuverlässigkeit der Truppe beträchtlich höher, als nach der Einführung der Wehrpflicht.
Der 39.

Allerdings war die Personalstärke der Grenzpolizei (sowie des AZKW usw) vor dem Mauerbau weitaus geringer als nach 1961.
Theo


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#32

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 07:24
von Harsberg | 3.668 Beiträge | 1688 Punkte
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Zitat
Allerdings war die Personalstärke der Grenzpolizei (sowie des AZKW usw) vor dem Mauerbau weitaus geringer als nach 1961.



Allerdings. Mehr Personal ließ schon die Größe der Objekte, meistens 2 einstöckige Holzbaracken, nicht zu.
Wir waren 2 Züge á 30 Mann + 3 Uffz. , 2 Offiziere und der Hfw. mit seinen 3-4 Hanseln.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#33

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 12:11
von Sperrbrecher | 2.218 Beiträge | 2864 Punkte
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Zitat von ABV im Beitrag #1
War das nicht allein schon ein Indiz dafür, dass sich die Grenzsicherung mehr nach innen als nach außen richtete?

Zumal die Grenzanlagen keinen Angreifer ernsthaft aufgehalten hätten.

Daran konnte es doch überhaupt keine Zweifel geben. Am Aufbau der Grenzsicherungsanlagen war doch erkennbar, dass es nur darum ging, die Bewohner am Verlassen des Gebietes der DDR zu hindern. Einem massiven Angriff aus dem Westen hätten diese Anlagen sicher kaum standgehalten.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#34

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 12:17
von linamax | 2.332 Beiträge | 1238 Punkte
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #33
Zitat von ABV im Beitrag #1
War das nicht allein schon ein Indiz dafür, dass sich die Grenzsicherung mehr nach innen als nach außen richtete?

Zumal die Grenzanlagen keinen Angreifer ernsthaft aufgehalten hätten.

Daran konnte es doch überhaupt keine Zweifel geben. Am Aufbau der Grenzsicherungsanlagen war doch erkennbar, dass es nur darum ging, die Bewohner am Verlassen des Gebietes der DDR zu hindern. Einem massiven Angriff aus dem Westen hätten diese Anlagen sicher kaum standgehalten.



Hätte der Westen wirklich an gegriffen , da hätten denen ihre Panzer vor dieser Draht Grenze einen Lachkrampf bekommen .


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 12:26
von Alfred | 7.392 Beiträge | 1626 Punkte
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Linamax,

im Falle eines Falles - den es zum Glück nie gab - hätte es noch ganz andere Sperren gegeben. Die hätte man sehr kurzfristig herstellen können.



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#36

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 14:28
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Zitat von Alfred im Beitrag #35
Linamax,
im Falle eines Falles - den es zum Glück nie gab - hätte es noch ganz andere Sperren gegeben. Die hätte man sehr kurzfristig herstellen können.

Aber auch den Militärstrategen im Osten dürfte klar gewesen sein, dass ihnen zumindest von der Bundeswehr keine Gefahr drohte.

Die Behauptung der SED-Agitatoren, dass der "antifaschistische Schutzwall" der Abwehr einer westdeutschen Aggressionsabsicht dienen würde, war einfach lachhaft und wurde von keinem halbwegs denkenden DDR-Bürger ernst genommen, dass diese Grenzsicherungen einzig und allein nur dazu geschaffen waren Republikflucht zu verhindern, war doch allen klar.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Gert, Pit 59, TOMMI und linamax haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.07.2015 14:31 | nach oben springen

#37

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 14:45
von josy95 | 5.106 Beiträge | 1600 Punkte
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Zitat von der 39. im Beitrag #30
Leider ist schon der Titel dieses Themas unkorrekt. Von 1946 bis Anfang der 60er Jahre setzten sich die Grenztruppen ausschließlich aus Freiwilligen zusammen von den längerdienenden Unteroffiziern und Offizieren abgesehen. Wie bekannt, war damals die Zuverlässigkeit der Truppe beträchtlich höher, als nach der Einführung der Wehrpflicht.
Der 39.



Das möchte ich aus meiner Sicht des Selbsterlebten so bestätigen. Zumindest was mein aktives Erleben ab etwa 1966 betrifft, auch wenn die Wehrpflicht damals schon eingführt war und zu den GT, die damals noch Bestandteil der NVA waren, GwD-ler gezogen wurden. Die Überzeugung für die Sache war spürbar eine ganz andere. Anders und wesentlich herzlicher, offener war auch das Verhältnis zu uns Kindern. Ab 1972 wandelte sich das radikal. Da wurden wir plötzlich schon als 10-, 11-, 12 jährige als Grenzverletzer angesehen, wenn wir es wagten, mal ein paar Meter in unseren gewohnten Spielplatz reinzuschauen, der durch die Grenzzgebietsreform nun plötzlich zum Tabugebiet geworden war und es für 17 lange Jahre bleiben sollte...

Um die Grundfrage zu beantworten:

Ich denke mal, das auch unter den sich freiwillig für eine verlängerte Dienstzeit bei den s. g. "bewaffnetn Organen der DDR" gemeldeten Wehrpflichtigen nicht genügend geeignete und damit für den Grenzdienst verlässliche Kader waren. Denn es reichte doch schon die bloße Westverwandt- oder Bekanntschaft und manch andere heute fast nach abenteuerlichen Verfolgungswahn riechende Unpässlichkeit bei der Eignungsüberprüfung für den Grenzdienst durch das MfS.

Und mancher MfS-ler, mancher eingespannte IM wird da in vorauseilendem Gehorsam, Übereifrigkeit oder was auch immer, die entsprechenden Berichte abgeliefert haben die dann zur Nichteignung führten.

@Alfred , Du als Insider müsstest doch vielleicht die Frage beantworten können, ob es überhaupt mal angedacht oder vorgesehen war, die GT nur mit Zeit- und Berufssoldaten zu besetzen?

josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
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#38

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 15:16
von josy95 | 5.106 Beiträge | 1600 Punkte
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Zitat von linamax im Beitrag #34
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #33
Zitat von ABV im Beitrag #1
War das nicht allein schon ein Indiz dafür, dass sich die Grenzsicherung mehr nach innen als nach außen richtete?

Zumal die Grenzanlagen keinen Angreifer ernsthaft aufgehalten hätten.

Daran konnte es doch überhaupt keine Zweifel geben. Am Aufbau der Grenzsicherungsanlagen war doch erkennbar, dass es nur darum ging, die Bewohner am Verlassen des Gebietes der DDR zu hindern. Einem massiven Angriff aus dem Westen hätten diese Anlagen sicher kaum standgehalten.



Hätte der Westen wirklich an gegriffen , da hätten denen ihre Panzer vor dieser Draht Grenze einen Lachkrampf bekommen .



Das glaub ich eher nicht, zumindest nicht 1 zu 1 Deiner Darstellung!

Ich bin zwar kein Militärstratege, aber 3 Grenzzäune plattwalzen, für einen Panzer nicht unmöglich aber auch kein Kinderspiel, dazu noch Panzersperren und andere Hindernisse überwinden. Und Gegenwehr hätte es mal abgesehen von Atomwaffen, mit rein konventionellen Waffen auch gegeben. Und ich denke mal, besonders von den Russen ganz massiv....


Und am üblichen 1. dienstfreien Wochenende der Bundeswehr hätte eher die NVA mit den Russen zusammen in der Göttinger , Hanoveraner, Braunschweiger, Hamburger... oder was für einer Innenstadt auch immer russischen Bortsch aus der Gulaschkanone an die etwas überrascht dreinschauenden Bundesrepublikaner verteilt....,selbsterständlich mit Spreewälder Gurken als Beilage und Moskauer Sahneeis als Nachtisch!

josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
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#39

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 15:21
von TOMMI | 2.305 Beiträge | 1507 Punkte
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #36
Zitat von Alfred im Beitrag #35
Linamax,
im Falle eines Falles - den es zum Glück nie gab - hätte es noch ganz andere Sperren gegeben. Die hätte man sehr kurzfristig herstellen können.

.......

Die Behauptung der SED-Agitatoren, dass der "antifaschistische Schutzwall" der Abwehr einer westdeutschen Aggressionsabsicht dienen würde, war einfach lachhaft und wurde von keinem halbwegs denkenden DDR-Bürger ernst genommen, dass diese Grenzsicherungen einzig und allein nur dazu geschaffen waren Republikflucht zu verhindern, war doch allen klar.





Das sieht man doch schon, wenn man den Aufbau der Sperranlagen ansieht.
Abgesehen davon, dass ein Panzer sich darüber "kaputtgelacht" hätte, waren die Anlagen aus Richtung Westen sogar relativ leicht zu überwinden.
Unfassbar, dass heute noch immer einige diese Märchen glauben bzw. uns glauben lassen möchten.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Warum kamen an den Westgrenzen nicht ausschließlich Berufssoldaten zum Einsatz?

in Grenztruppen der DDR 14.07.2015 15:36
von StabsfeldKoenig | 3.015 Beiträge | 441 Punkte
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #36
Zitat von Alfred im Beitrag #35
Linamax,
im Falle eines Falles - den es zum Glück nie gab - hätte es noch ganz andere Sperren gegeben. Die hätte man sehr kurzfristig herstellen können.

Aber auch den Militärstrategen im Osten dürfte klar gewesen sein, dass ihnen zumindest von der Bundeswehr keine Gefahr drohte.

Die Behauptung der SED-Agitatoren, dass der "antifaschistische Schutzwall" der Abwehr einer westdeutschen Aggressionsabsicht dienen würde, war einfach lachhaft und wurde von keinem halbwegs denkenden DDR-Bürger ernst genommen, dass diese Grenzsicherungen einzig und allein nur dazu geschaffen waren Republikflucht zu verhindern, war doch allen klar.






Aber vor westlichen Agenten bot die Grenze Schutz. Die konnten nicht so wie unsere eigenen Leute geschleust werden. An den Güst konnte dagegen der Zoll Spionagematerial finden und den enttarnten Agenten den zuständigen Organen übergeben.


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