Westpaket / Ostpaket

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03.12.2013 15:12 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2013 15:14)
#61
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Klar hatten wir uns über dieses und jenes gefreut...aber es war auch sinnloses dabei wie Backpulver oder Kochzutaten was es damals in Hülle und Fülle bei uns gab.
Mein Stiefvater freute sich über alles was mit der HO-Eisenbahn zutun hatte, Mutter über Kosmetika und ich über Klamotten.
Schwester freute sich über Mode die nicht mehr aktuell war.

Nach der Wende staunte ich wie Billig einfache Dinge waren.

PS: Die Matchboxautos dienten für mich nur zum angeben in der Schule...ansonsten langweilten sich mich.

Kein Zeuge ist besser als die eigenen Augen.

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03.12.2013 15:35
#62
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Mein größter Wunsch an unsere Bekannten war mal ein wissenschaftlicher Taschenrechner. Den habe ich heute noch. Von Texas Instruments. Mit 9 V Batterie. Der ist so "schnell", daß man noch zuschauen kann, wie er rechnet, wenn es um´s Wurzelziehen geht.


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03.12.2013 16:08 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2013 16:09)
#63
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Nach der Wende erfuhr ich, das meine ehemalige (die komplette ) Brigade verhaftet wurde weil sie sich zu Hochzeiten an Westpakete vergriffen hatte.
Postbahnhof Berlin-Ostbahnhof!

Kein Zeuge ist besser als die eigenen Augen.

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03.12.2013 16:11 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2013 16:11)
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#64
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Zitat von Speedbus im Beitrag #63
Nach der Wende erfuhr ich, das meine ehemalige (die komplette ) Brigade verhaftet wurde weil sie sich zu Hochzeiten an Westpakete vergriffen hatte.


Oh Mann, irritiere mich doch nicht so? Hochzeiten? Wessen Hochzeiten, wer hat da wann wen geheiratet?

Bis ich endlich drauf kam, dass es wie "Hoch-Zeiten" zu betonen ist - und dann bekam das ganze auf einmal Sinn....


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03.12.2013 16:13 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2013 16:13)
#65
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Zitat von Dandelion im Beitrag #64
Zitat von Speedbus im Beitrag #63
Nach der Wende erfuhr ich, das meine ehemalige (die komplette ) Brigade verhaftet wurde weil sie sich zu Hochzeiten an Westpakete vergriffen hatte.


Oh Mann, irritiere mich doch nicht so? Hochzeiten? Wessen Hochzeiten, wer hat da wann wen geheiratet?

Bis ich endlich drauf kam, dass es wie "Hoch-Zeiten" zu betonen ist - und dann bekam das ganze auf einmal Sinn....



Okay!

Weihnachten, Pfingsten, Ostern etc.

Kein Zeuge ist besser als die eigenen Augen.

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03.12.2013 16:43
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#66
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Wir hatten nur eine Tante, mit der wir näheren Kontakt hatten, die Schwester meiner Mutter, die 1960 einen Westberliner geheiratet hatte.
Pakete gabs selten, dafür gelegentliche Besuche. Was schwierig war,wir wohnten ja im Grenzgebiet. Geschenke gabs wenig, vielleicht mal eine Strumpfhose für Muttern, ein paar Zigaretten, Kaffee, die übliche Tüte mit Orangen und Bananen. Für uns Kinder eher wenig, wir waren ja auch sechs, wenn die Tante da für jeden was mitgebracht hätte.. So wohlhabend war sie auch nicht. Vielleicht mal einen Schokoladenweihnachtsmann vom Aldi.
Kaugummi und Jeans waren verpönt, das war Amischeisse. Meine Verwandten hielten nichts von Amis.

Was hat man mitgegeben? Ein frisch geschlachtetes Kaninchen vielleicht. Ein paar Eier. Halberstädter Bockwurst im Glas, wenn man sie bekam.
Später, in den siebzigern, als meine Grosseltern in den Westen gingen gabs manchmal ein paar Kassetten. Eine Kaffeemaschine, die irgendwo rumstand und die keiner mehr brauchte.Heimlich, wenn mein Opa nicht mitkam, doch ein paar Kaugummis. Weil sie meist über Friedrichstrasse einreisten kauften sie im Intershop noch ein paar Kleinigkeiten. Nie Zeitungen, nie Schallplatten.

Die Freundin meiner Mutter hatte auch Kontakte in den Westen, weil sie aber nur zwei Jungs hatte und die Verwandten nur Mädchen, fielen manchmal ein paar getragene Klamotten für mich ab. Einiges war brauchbar, Ich erinnere mich an zwei Paar Jeans und zwei bestickte Blusen, die ich bis zum Erbrechen geschleppt habe. Sandaletten mit Plateausohle. Das meiste war aber Schund, Mäntel mit abgetrennten Knöpfen, verfilzte Pullover, die eigentlich in den Kleidersack sollten. Meist auch völlig aus der Mode und für mich, einen Teenager mit noch nicht mal Grösse 36 meilenweit zu gross.

Man, was war ich neidisch, eine Klassenkameradin kriegte von ihrer Oma jede Woche die Bravo, immer die neusten Schallplatten, einen Kassettenrecorder und zur Jugendweihe ein Moped aus dem Genexladen. Da konnten wir nur von träumen.

Dann gabs noch Verwandte meines Vaters. Mit denen hatten wir nur sporadisch Kontakt. Heute weiss ich auch warum. Es gab Unstimmigkeiten mit dem Erbe meines Vaters in Westpreussen. Main Vater ist mehrmals massiv bedrängt worden eine Verzichtserklärung zu unterschreiben. Das wollte er aber nicht. Es hätte ihm nichts genutzt, er hatte als Ossi ja keinen Anspruch mehr auf irgendwas. Aber es ging ihm ums Prinzip. Und einige immer noch ungeklärte dunkle Geheimnisse um die Umstände, unter denen sein Vater ums Leben kam.


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03.12.2013 17:02
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#67
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Zitat von evelyn im Beitrag #66
Wir hatten nur eine Tante, mit der wir näheren Kontakt hatten, die Schwester meiner Mutter, die 1960 einen Westberliner geheiratet hatte.
Pakete gabs selten, dafür gelegentliche Besuche. Was schwierig war,wir wohnten ja im Grenzgebiet. Geschenke gabs wenig, vielleicht mal eine Strumpfhose für Muttern, ein paar Zigaretten, Kaffee, die übliche Tüte mit Orangen und Bananen. Für uns Kinder eher wenig, wir waren ja auch sechs, wenn die Tante da für jeden was mitgebracht hätte.. So wohlhabend war sie auch nicht. Vielleicht mal einen Schokoladenweihnachtsmann vom Aldi.
Kaugummi und Jeans waren verpönt, das war Amischeisse. Meine Verwandten hielten nichts von Amis.

Was hat man mitgegeben? Ein frisch geschlachtetes Kaninchen vielleicht. Ein paar Eier. Halberstädter Bockwurst im Glas, wenn man sie bekam.
Später, in den siebzigern, als meine Grosseltern in den Westen gingen gabs manchmal ein paar Kassetten. Eine Kaffeemaschine, die irgendwo rumstand und die keiner mehr brauchte.Heimlich, wenn mein Opa nicht mitkam, doch ein paar Kaugummis. Weil sie meist über Friedrichstrasse einreisten kauften sie im Intershop noch ein paar Kleinigkeiten. Nie Zeitungen, nie Schallplatten.

Die Freundin meiner Mutter hatte auch Kontakte in den Westen, weil sie aber nur zwei Jungs hatte und die Verwandten nur Mädchen, fielen manchmal ein paar getragene Klamotten für mich ab. Einiges war brauchbar, Ich erinnere mich an zwei Paar Jeans und zwei bestickte Blusen, die ich bis zum Erbrechen geschleppt habe. Sandaletten mit Plateausohle. Das meiste war aber Schund, Mäntel mit abgetrennten Knöpfen, verfilzte Pullover, die eigentlich in den Kleidersack sollten. Meist auch völlig aus der Mode und für mich, einen Teenager mit noch nicht mal Grösse 36 meilenweit zu gross.

Man, was war ich neidisch, eine Klassenkameradin kriegte von ihrer Oma jede Woche die Bravo, immer die neusten Schallplatten, einen Kassettenrecorder und zur Jugendweihe ein Moped aus dem Genexladen. Da konnten wir nur von träumen.

Dann gabs noch Verwandte meines Vaters. Mit denen hatten wir nur sporadisch Kontakt. Heute weiss ich auch warum. Es gab Unstimmigkeiten mit dem Erbe meines Vaters in Westpreussen. Main Vater ist mehrmals massiv bedrängt worden eine Verzichtserklärung zu unterschreiben. Das wollte er aber nicht. Es hätte ihm nichts genutzt, er hatte als Ossi ja keinen Anspruch mehr auf irgendwas. Aber es ging ihm ums Prinzip. Und einige immer noch ungeklärte dunkle Geheimnisse um die Umstände, unter denen sein Vater ums Leben kam.


ich möchte deine abwertende Arie über Westgeschenke hier nicht näher kommentieren. Es wird sicher so gewesen sein. Es gab auch hier im Westen Dumpfbacken, die der Meinung waren, ihren Müll noch als Geschenkpaket nach dem Osten zu senden.
Aber eine Anmerkung möchte ich machen zu den "grandiosen Sendungen", die deine Freunde erhielten :

1. Schallplatten und Zeitschriften als Paket kamen nie an. Die hat der DDR Staat unterwegs gestohlen.
2. Wenn man Schallplatten und Zeitschriften in die DDR über Grenzübergangsstellen schmuggelte, musste man mit ziemlichen Problemen rechnen, wenn man erwischt wurde,. Daher glaube ich nicht, dass eine Westoma sich solchen Stress angetan hat. Das klingt unglaubwürdig. Ich spreche aus vielfacher Erfahrung bei der Abfertigung am Autobahnkontrollpunkt Wartha.


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03.12.2013 17:16
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Zitat von Gert im Beitrag #67
[quote=evelyn|p311189]

1. Schallplatten und Zeitschriften als Paket kamen nie an. Die hat der DDR Staat unterwegs gestohlen.
2. Wenn man Schallplatten und Zeitschriften in die DDR über Grenzübergangsstellen schmuggelte, musste man mit ziemlichen Problemen rechnen, wenn man erwischt wurde,. Daher glaube ich nicht, dass eine Westoma sich solchen Stress angetan hat. Das klingt unglaubwürdig. Ich spreche aus vielfacher Erfahrung bei der Abfertigung am Autobahnkontrollpunkt Wartha.




Keine Ahnung, wie das bei euch lief. Wie gesagt, hier in Berlin funktionierte das. Man konnte z. B. auch Schallplatten im Intershop kaufen. Und mit gelesenen Bravoheften, Burda-Modezeitschriften, Romanheften, MickiMaus und anderen Illustrierten wurde ein schwunghafter Handel betrieben. Irgendwoher mussten die ja kommen.
Nee und ich will auch nicht auf Tantchen und Oma rumhacken. Oma hatte ne kleine Rente, Tantchen war nicht berufstätig, mein Onkel Taxifahrer. Die waren kein Krösus. Ich habe selbst fünf Geschwister, drei Kinder, fünfzehn Nichten und Neffen. Wenn ich denen jedes Jahr zu Weihnachten, Ostern und zum Geburtstag und noch zwischendurch Geschenke kaufen würde bräuchte ich noch ein Zweit- und Drittgehalt.


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03.12.2013 18:51 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2013 18:54)
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94

Zitat von Gert im Beitrag #67
Aber eine Anmerkung möchte ich machen zu den "grandiosen Sendungen", die deine Freunde erhielten :

1. Schallplatten und Zeitschriften als Paket kamen nie an. Die hat der DDR Staat unterwegs gestohlen.
2. Wenn man Schallplatten und Zeitschriften in die DDR über Grenzübergangsstellen schmuggelte, musste man mit ziemlichen Problemen rechnen, wenn man erwischt wurde,. Daher glaube ich nicht, ...

Die Zollbestimmungen haste aber schon VOR dem Absenden der steuerlich absetzbaren Geschenksware erlesen? Und man kann jetzt über die Daseinsberechtigung einer solchen Truppe im Allgemeinen sinieren. Nun aber war(/ist) es keine Eigenart des DDR-Zolls, das bei Verstößen gegen Einfuhrbestimmungen von einer solchen Truppe Sachen ersatzlos eingezogen werden. Also ich denkemal, Du warst Dir über die Unrechtmäßigkeit Deines Handelns wohl bewußt, denn sonst würdest beispielsweise nicht noch heute Dein Tun als 'Schmuggel' bezeichnen?
Na egal, die weitere Betonung liegt ja wieder mal auf Glaube ...

Doch nun mal zum Thema, Frage an die damaligen Westpaketsempfänger:
Falls mal einer von Euch den Westpaketsduft (aufguss24.de/Produkt/westpaket) probierte, ist's authentisch?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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03.12.2013 18:56 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2013 18:58)
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#70
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Zitat von 94 im Beitrag #69
[quote=Gert|p311192]
Doch nun mal zum Thema, Frage an die damaligen Westpaketsempfänger:
Falls mal einer von Euch den Westpaketsduft (aufguss24.de/Produkt/westpaket) probierte, ist's authentisch?


*gröööööööööööööööl* wonach soll das riechen? Nach Kaffee, Orangen und Lux-Seife?
Oder eher nach Rot-Kreuz-Kleidersack?
Ausserdem ist mir das zu teuer. Geh ich lieber in den Ostpaketshop und kauf mir Badusan.


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03.12.2013 19:10 (zuletzt bearbeitet: 03.12.2013 19:12)
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#71
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Kakao schwach entölt, Knorr-Suppenwürfel, Chewing Gum, Seife, Jeans, Backoblaten, Palmin-Kokosfett, Schokolade, Matchbox, Pelikan-Kugelschreiber,Füller, Navara-Orangen, Kokosflocken, Haribo-Gummibären, Zündblätchenpistole usw. waren in unserem Westpaket. Das war schon immer ein schönes Erlebnis, wenn das Paket gemeinschaftlich geöffnet wurde. An den Westpaketduft und den Intershopduft kann ich mich auch noch gut erinnern. Westpaket war schon eine schöne Einrichtung. Gefehlt hat eigentlich nie etwas. Es lag immer eine Inhaltsliste dabei für den Zoll und auch für den Empfänger.


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03.12.2013 19:52
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Die Westpakete wurden grundsätzlich über meine Großmutter abgewickelt. Neben der obligatorischen "Sarotti"- Schokolade und andere Süßigkeiten fehlten auch nie die wichtigen Backzutaten für Omas selbstgebackenen Stollen (mmh lecker). Die Westschokolade und auch das Niedereggermarzpan hat sich bei mir nie lange gehalten und auch die Westzigaretten haben sich schnell in Qualm und Asche verwandelt. Spielzeug und auch Klamotten (Ausnahme Dederonstrumpfhosen) waren nie im Paket. Meine Großmutter hatte sich sogar offiziell bei ihrer Westschwester beschwert über die Scheiß- Klamotten, die gerade gut genug waren um den Waschkessel damit anzufeuern.
Aber es waren nicht nur oder auschließlich die Westpakete die Weihnachten ausgemacht haben. Ich habe viel gelesen und auch über eine LP meiner Lieblingsband "City" konnte ich mich freuen.

Gruß Hartmut!


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03.12.2013 20:47
avatar  Lutze
#73
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bei uns durfte die Tobler-Schokolade
aus der Schweiz nicht fehlen
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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03.12.2013 20:50
avatar  Pit 59
#74
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Zitat von Lutze im Beitrag #73
bei uns durfte die Tobler-Schokolade
aus der Schweiz nicht fehlen
Lutze


Ich hatte Leider keine Verwandten in der Schweiz Lutze, Du Glückspilz. Wir haben nur Pakete aus der BRD bekommen.


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03.12.2013 21:17
avatar  Lutze
#75
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #74
Zitat von Lutze im Beitrag #73
bei uns durfte die Tobler-Schokolade
aus der Schweiz nicht fehlen
Lutze


Ich hatte Leider keine Verwandten in der Schweiz Lutze, Du Glückspilz. Wir haben nur Pakete aus der BRD bekommen.


wir auch nicht,
in einigen Ecken von B/W konnte man sie kaufen,
so unsere Verwandschaft
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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