Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

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19.11.2013 19:27 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2013 19:34)
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#31
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #30
Ganz so einfach ist es wohl nicht mit den Untergangsszenarien einer fiktiv weiter existierenden DDR, ist mir auch egal, mit meinen Mutmaßungen allein dazustehen.
Keiner hätte in den 1970er Jahren auch nur einen Pfifferling auf China gegeben, dieser Agrarstaat, dessen einziges Kapital seine Einwohnerzahl war stand wirtschaftlich im Großen betrachtet auch nur am Abgrund, da gibt's kaum Unterschiede zur DDR, eben alles nur eine Nummer größer.
Unter den Bedingungen der Globalisierung und ohne militärische Angriffe der westlichen Welt hätte unsere Staatswirtschaft durchaus Chancen gehabt, da sie streng genommen gar keinen Unterschied zur westlichen Kartellwirtschaft aufbietet, nur daß jeweils andere profitieren, allein entscheidend ist, daß Preise manipuliert werden, das wird in der Diskussion viel zu sehr unterschätzt.
Allein wie China die einst bärenstarke Solarmodulproduktion Deutschlands in die Knie gezwungen hat mit dem Effekt, daß der Boom mangels Vertrauen (fiktiver) Investoren für einen neuen Aufschwung nicht mehr wiederholbar ist, ist einfach nur beeindruckend und zeigt, wie stark eine nationalstaatlich organisierte Wirtschaft im Konkurrenzkampf sein kann, wenn sie ihre Kräfte konzentriert und nicht klassenkampfindiziert einsetzt..
Dreh- und Angelpunkt aller Spekulationen um die Überlebensfähigkeit ist aber die Stärke des Volkes und da beginnen leider meine persönlichen Zweifel, da die Schaufenster des Westens und die Wellnessmentalität der Ostdeutschen derartige patriotische Kraftakte vollkommen illusorisch erscheinen lassen.
Die globale Finanzwirtschaft ist eine Hure und hätte bei verlockenden Perspektiven auch die DDR keinesfalls verschmäht, die Frage ist nur wie man die breitestmögliche Einbeziehung der eigenen Eliten organisiert hätte und wie man mit den Verlierern dieser neu organisierten sozialistischen Staatswirtschaft ohne doppelten Boden umgegangen wäre und wie weit das Politbüro überhaupt mit dieser Finanzwirtschaft kooperiert hätte.
Die Not jedenfalls wäre groß genug gewesen, es nicht von vorn herein auszuschließen.
Wir hätten ohne die Vereinigung statt blühender zerklüftete Landschaften bekommen, ob solche Wohlstandsgefälle aber nun besser wären, vermag ich nicht zu sagen.


Haben sie doch schon kräftig, FJS z.B. ist ja keine Bank und der im Schürer-Bericht analysierte NSW-Verschuldungszeitraum begann 1971.


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19.11.2013 19:34 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2013 19:38)
#32
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Zitat von Gert im Beitrag #16
"Hatte damals die Marktwirtschaft schon praktiziert, indem ich Waren angeboten habe, die praktisch nicht zu kaufen waren und nach denen nach meiner Erfahrung eine rege Nachfrage herrschte.

@DoreHolm das hast du fein gemacht.Erst haben deine Genossen am Anfang der DDR mit Brachialgewalt und ihren Zuchthäusern deine möglichen Konkurrenten aus dem Weg geschafft. Einige Jahre danach habe sie Kreide gefressen, nachdem sie erkannten, wie blöde ihre Massnahmen waren doch da waren die Firmen platt oder ausgewandert und so war ein kapitalistisches Vakuum entstanden. Nun kam der Höhepunkt: Kleine Dore erkannte dieses Vakuum und warf das Produktionsvolumen seines "Kellerproduktes" auf den ausgehungerte und ausgedörrten Markt. Der saugte es förmlich auf wie ein trockener Schwamm. Dore war der große Gewinner und Erfinder der Marktwirtschaft in der DDR, während seine Genossen träge am Fernseher abhingen. Leider ging das den Bach runter, als die wirkliche Marktwirtschaft plötzlich da war.



Mein liebes Gertchen. Ich wußte, daß da sowas Ähnliches von Dir kommt und habe richtig darauf gewartet. Schön von Dir. Wirklich ! Ehrlich !.
Aber mal der Reihe nach. Meine angeblichen "Konkurrenten" hätten das ebenso gekonnt. Waren wohl zu einfallslos. Ja, stimmt, auf den "ausgehungerten und ausgedörrten Markt geworfen". Das was ich anbot, boten keine Juweliere an. Warum wohl ? Weil sie in den Zuchthäusern saßen ? Ich kenne nur einen, der sich zusätzlich mit sowas beschäftigt hat. Es war ein Juwelier aus Werdau/Sa. , der hobbymäßig Edelsteine schliff und ihnen eine Fecettenschliff verpasste. Und der gehörte dazu noch, nach eigenen Angaben, zu den wenigen Juwelieren, die den Höchstsatz an Feingold zur eigenen Verfügung für ihre Werkstatt erhielten und das waren 100,-g. (Dann war er bestimmt von der Stasi ). Also es ging doch ! "Dore war der große Gewinner". Na klar doch, warum auch nicht ? Sollen Linke immer nur zu den Verlierern gehören, völlig uneigennützig für das Wohl Anderer wirken ? Heute noch in Sack und Asche gehen ? Das wäre so richtig nach Deinem Geschmack. Du warst nun schon in frühen Jugendzeiten rübergemacht, müstest eigentlich schon etwas abgeklärt sein, aber irgendwas macht deine antikommunistische Gesinnung nach meinem Empfinden nicht mehr nachvollziehbar. Sei es wie es sei, ist mir auch wurscht.
Ach ja, nicht nur viele meiner Genossen hingen träge am Fernseher. Manche hatte auch zu tun, als Leiter in ihren Firmen. Ohne Extrabezahlung. Auch viele Andere wußten aus Einfallslosigkeit oder Bequemlichkeit die Möglichkeiten nicht zu nutzen. Und was das ausgenutzte Vakuum betrifft, welches ich kommerziell genutzt habe, an sowas haben sich auch clevere Nicht-Genossen eine goldene Nase verdient. Aber das kannst Du natürlich nicht wissen, weil nicht hier gewohnt. Dir sei deshalb verziehen.
Ich will Dir hier mal noch etwas Wasser auf deine antikommunistische Mühle geben, indem ich Dir verrate, wie ich das alles finanziert habe. Die Diamantwerkzeuge besorgte mir eine private Metallwerkstatt, die mir die Bearbeitungsmaschinen gebaut hatte, sozusagen als Ersatzteillieferung. Privat hätte ich diese Werkzeuge nicht bekommen. Rohmaterial über unsere Kasseler Bekannten, über die ich bei einem Münchener Händler Rohmaterial und Furnituren bestellte, diese dann bei unseren Bekannten in DM bezahlte. Die Sendung ging über den Umweg Kassel. Bei direktem Weg hätte es vom DDR-Zoll sicher dumme Fragen gegeben, wie ich diese Ware denn bezahle. Die DM habe ich entweder schwarz eingetauscht oder von den Mineralienbörsen in CZ mitgebracht, wo ich einiges einheimisches Material (Mineralien) sehr vorteilhaft an Sammler aus Westeuropa verkaufte, wenn ich nicht wieder Mineralien von denen eingetauscht hatte. Die haben Preise gezahlt, die sehr weit über denen in der DDR auf Börsen lag, weil das Material hier ja jeder Sammler schon hatte. Für die westeuropäischen Sammler waren es dann eben Raritäten. Die DM oder Schillinge in die DDR geschmuggelt und dann eben oben genanntes bezahlt.
Und um das Maß voll zu machen, Gert, noch was zur Gewinnspanne. Die war unterschiedlich. Wenn ich sog. Trommelware (Halbedelsteinsplitter, in einer Trommel rundgeschliffen und poliert), also Massenware, in verschiedenen Größen (Kilogramm damals ca, 16,-DM) hier als Einzelstücke anbot, hatte ich bei Berücksichtigung des Umtauschkurses einen Gewinn von ca. 1000 (!) %.
So, nun habe ich Dir hoffentlich genug Munition geliefert, um so richtig loszulegen. Hau in die Tasten, mach mich fertig, trete den Kommunismus und seine Verfechter wegen solch verwerflichen Handelns richtig in die Tonne. Ich freu mich schon drauf und wäre richtig entäuscht von Dir, wenn Du nichts sagst.


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19.11.2013 19:44
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Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #20
In den 90er Jahren wäre der Wohnungsbau vom Massen-Neubau vermehrt auf Sanierung, Lückenbau und eigenheimbau umgestellt worden. In Berlin waren ab ca. 1985 schon die Ansätze einer solchen Strategie erkennbar, indem z.B. Altstadt-passende WBS 70-Blöcke mit Spitzdach zur Schließung von Baulücken entstanden. Es gab auch Sanierungprojekte, sowohl in Berlin, als auch in Potsdam. Aber eine eigene Wohnung (mit Zentralheizung und warm Wasser "aus der Wand") war nunmal das Ziel derjenigen, für die nicht die Chance bestand, ein eigenes Haus zu bauen.
Verwinkelte Altstadtbuchte in schmaler Gasse, zwar hübsch saniert, aber "museumsgerecht" ohne Parkplatz, sowas war damals nicht Mode.


In Erfurt gab es auch eine Baufirma, die Straßenzugweise (z.B. Albrechtstraße) die Altbauten (Bj. um Jahrhundertwende und später) sanierte, Bad und innen-WC einbaute und meist auch Balkons anbrachte. Diese Wohnungen waren begehrt. Aus den alten Blei-Leitungen machten sich die Handwerker ein kleines Zubrot. Einer meiner Hobby-Kumpel arbeitet dort.


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19.11.2013 19:45
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Zitat von PF75 im Beitrag #24
Zitat aus dem Artikel :"Ohne die Wiedervereinigung stürzte die Bundesrepublik in eine tiefe Rezession, viele Betriebe mussten dicht machen."
Schlußfolgerung : Der Osten hat den Westen vor dem Ruin bewahrt Oder ?


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19.11.2013 19:45 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2013 20:02)
#35
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Zitat von studfri im Beitrag #25
Ja wie hätte das ausgesehen? Das Land war bereits zu Anfang der 80er Jahre Zahlungsunfähig. Nur ein Milliardenkredit vom verhassten Klassenfeind aus Westdeutschland konnte damals noch das Schlimmste verhindern.

Das wäre mit der Zeit sicher nicht besser von viel schlimmer geworden. Hinzu wären noch immense Investitionen gekommen, die man seitens der Regierung unbedingt hätte tätigen müssen, um der fortschreitenden Cyber-Welt und den damit verbundenen "Sicherheitsrisiken" entgegen treten zu können. Man stelle sich das einmal vor: Die ach so schön gehüteten Geheimnisse der DDR Oberen, wie etwa das Grenzregime, der korrekte Grenzverlauf und was weis ich nicht alles wäre auf einmal mit google-earth für jeden verfügbar gewesen. Streng geheimes Territorium des MfS in Hohenschönhausen? Zack, ein Blick in google earth und man hätte das Weiße in den Augen der armen Gefangenen in den Tiegerkäfigen sehen können.

Dass es die DDR dahingerafft hätte, dürfte kaum zu bestreiten sein; lediglich über den Zeitpunkt hätte man spekulieren können (also wenn man sich die friedliche Revolution von 1989 mal weg denkt).




gelöscht, da doppelt

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

Der Hahn mag krähen, aber die Hennen legen die Eier.

(Margaret Thatcher)

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19.11.2013 19:46
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Zitat von studfri im Beitrag #25
Ja wie hätte das ausgesehen? Das Land war bereits zu Anfang der 80er Jahre Zahlungsunfähig. Nur ein Milliardenkredit vom verhassten Klassenfeind aus Westdeutschland konnte damals noch das Schlimmste verhindern.

Das wäre mit der Zeit sicher nicht besser von viel schlimmer geworden. Hinzu wären noch immense Investitionen gekommen, die man seitens der Regierung unbedingt hätte tätigen müssen, um der fortschreitenden Cyber-Welt und den damit verbundenen "Sicherheitsrisiken" entgegen treten zu können. Man stelle sich das einmal vor: Die ach so schön gehüteten Geheimnisse der DDR Oberen, wie etwa das Grenzregime, der korrekte Grenzverlauf und was weis ich nicht alles wäre auf einmal mit google-earth für jeden verfügbar gewesen. Streng geheimes Territorium des MfS in Hohenschönhausen? Zack, ein Blick in google earth und man hätte das Weiße in den Augen der armen Gefangenen in den Tiegerkäfigen sehen können.

Dass es die DDR dahingerafft hätte, dürfte kaum zu bestreiten sein; lediglich über den Zeitpunkt hätte man spekulieren können (also wenn man sich die friedliche Revolution von 1989 mal weg denkt).




Problematische Kreditrückzahlungen sind Alltag in der Wirtschaftswelt, siehe Argentinien, Ukraine, Mexiko... deren Anleihen bekamen einen Bonitätsabschlag und nach dem Schudenschnitt ging's trotzdem weiter, ohne daß diese Staaten von der Landkarte verschwunden wären.
Die Zinsen wurden etwas höher und es gab Hausaufgaben vom IWF, die der brave Ostdeutsche auch gemacht hätte.
Erinnert sei nur daran, wie selbst deutsche Kleinanleger irische Schuldverschreibungen für 2% über vergleichbaren deutschen Zinspapieren in vollkommen undurchsichtige Finanzkonstrukte im Millionenvolumen gesteckt haben, obwohl die Debakel des Neuen Marktes, der Telekom oder eben die Bonds ausländischer CCC- Bonitätsstaaten noch in guter Erinnerung waren.
Die Vergeßlichkeit der Finanzwirtschaft wäre ein Stützpfeiler der (fiktiv) fortgesetzten DDR- Wirtschaft gewesen.
Wie fragil und angreifbar die angeblich überlegene Kartellwirtschaft ist, erlebten wir vor kurzen erst als ein russischer Anbieter die Weltmarktpreise um 30 % unterbieten wollte und dabei trotzdem noch kostendeckend arbeitete.
http://www.neues-deutschland.de/artikel/...der-klemme.html
Zum Glück für K & S ist die geografische Entfernung erst mal für den deutschen Markt keine Bedrohung, aber was wäre wenn Bischofferode noch da wäre ?
Warum hatte man es wohl so eilig mit der Zerschlagung der DDR- Grundstoffindustrie ?
Viele dieser Unternehmen wären heute stärker als je zuvor, wenn man die notwendige Infrastruktur nicht zerschlagen hätte.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

Der Hahn mag krähen, aber die Hennen legen die Eier.

(Margaret Thatcher)

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19.11.2013 19:50 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2013 19:51)
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19.11.2013 19:53
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Zitat von Gert im Beitrag #34
Zitat von PF75 im Beitrag #24
Zitat aus dem Artikel :"Ohne die Wiedervereinigung stürzte die Bundesrepublik in eine tiefe Rezession, viele Betriebe mussten dicht machen."
Schlußfolgerung : Der Osten hat den Westen vor dem Ruin bewahrt Oder ?




Dein Smily verdeutlicht eigentlich Dein Unvermögen, ökonomische Zusammenhänge zu erkennen (oder erkennen zu wollen)

Salamander stand auch schon mal kurz vor der Pleite. Die Verträge zu Gestattungsproduktion haben das verhindert. Wirst du nicht glauben, oder ? War aber so. Was hätten denn die Gebrauchtwarenhändler mit ihren Halden aus Schrottautos gemacht ? Für jedes verkaufte Gebrauchte wurde ein neues gekauft. War etwas vergleichbar mit der Abwrackprämie.


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19.11.2013 19:56
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #32
Zitat von Gert im Beitrag #16
"Hatte damals die Marktwirtschaft schon praktiziert, indem ich Waren angeboten habe, die praktisch nicht zu kaufen waren und nach denen nach meiner Erfahrung eine rege Nachfrage herrschte.

@DoreHolm das hast du fein gemacht.Erst haben deine Genossen am Anfang der DDR mit Brachialgewalt und ihren Zuchthäusern deine möglichen Konkurrenten aus dem Weg geschafft. Einige Jahre danach habe sie Kreide gefressen, nachdem sie erkannten, wie blöde ihre Massnahmen waren doch da waren die Firmen platt oder ausgewandert und so war ein kapitalistisches Vakuum entstanden. Nun kam der Höhepunkt: Kleine Dore erkannte dieses Vakuum und warf das Produktionsvolumen seines "Kellerproduktes" auf den ausgehungerte und ausgedörrten Markt. Der saugte es förmlich auf wie ein trockener Schwamm. Dore war der große Gewinner und Erfinder der Marktwirtschaft in der DDR, während seine Genossen träge am Fernseher abhingen. Leider ging das den Bach runter, als die wirkliche Marktwirtschaft plötzlich da war.



sagst.




ich war nicht unwissend was in der DDR abging.Du weisst dass ich seit '72 wieder fahren durfte und ich habe das reichlich genutzt und viele Gespräche in Erfurt geführt, nicht nur mit Verwandten. Aber wenn du meinst, bitte schön. Ach Übrigens, von dem was du da schreibst kenne ich auch ein bischen. Mein Vater war selbstständiger Goldschmiedemeister in Erfurt.
Dein Profit stört mich überhaupt, im Gegenteil ich hätte es genauso gemacht. Was mich stört, ist, dass du unter falscher Flagge segelst, wenn du verstehst was ich meine.


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19.11.2013 20:05
#40
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #31
Zitat von Hackel39 im Beitrag #30
Ganz so einfach ist es wohl nicht mit den Untergangsszenarien einer fiktiv weiter existierenden DDR, ist mir auch egal, mit meinen Mutmaßungen allein dazustehen.
Keiner hätte in den 1970er Jahren auch nur einen Pfifferling auf China gegeben, dieser Agrarstaat, dessen einziges Kapital seine Einwohnerzahl war stand wirtschaftlich im Großen betrachtet auch nur am Abgrund, da gibt's kaum Unterschiede zur DDR, eben alles nur eine Nummer größer.
Unter den Bedingungen der Globalisierung und ohne militärische Angriffe der westlichen Welt hätte unsere Staatswirtschaft durchaus Chancen gehabt, da sie streng genommen gar keinen Unterschied zur westlichen Kartellwirtschaft aufbietet, nur daß jeweils andere profitieren, allein entscheidend ist, daß Preise manipuliert werden, das wird in der Diskussion viel zu sehr unterschätzt.
Allein wie China die einst bärenstarke Solarmodulproduktion Deutschlands in die Knie gezwungen hat mit dem Effekt, daß der Boom mangels Vertrauen (fiktiver) Investoren für einen neuen Aufschwung nicht mehr wiederholbar ist, ist einfach nur beeindruckend und zeigt, wie stark eine nationalstaatlich organisierte Wirtschaft im Konkurrenzkampf sein kann, wenn sie ihre Kräfte konzentriert und nicht klassenkampfindiziert einsetzt..
Dreh- und Angelpunkt aller Spekulationen um die Überlebensfähigkeit ist aber die Stärke des Volkes und da beginnen leider meine persönlichen Zweifel, da die Schaufenster des Westens und die Wellnessmentalität der Ostdeutschen derartige patriotische Kraftakte vollkommen illusorisch erscheinen lassen.
Die globale Finanzwirtschaft ist eine Hure und hätte bei verlockenden Perspektiven auch die DDR keinesfalls verschmäht, die Frage ist nur wie man die breitestmögliche Einbeziehung der eigenen Eliten organisiert hätte und wie man mit den Verlierern dieser neu organisierten sozialistischen Staatswirtschaft ohne doppelten Boden umgegangen wäre und wie weit das Politbüro überhaupt mit dieser Finanzwirtschaft kooperiert hätte.
Die Not jedenfalls wäre groß genug gewesen, es nicht von vorn herein auszuschließen.
Wir hätten ohne die Vereinigung statt blühender zerklüftete Landschaften bekommen, ob solche Wohlstandsgefälle aber nun besser wären, vermag ich nicht zu sagen.


Haben sie doch schon kräftig, FJS z.B. ist ja keine Bank und der im Schürer-Bericht analysierte NSW-Verschuldungszeitraum begann 1971.


Ja mag sein, es geht aber um das Politbüro der Jahres 2013 und um die Frage, ob man dann auch auf Leute wie Gerhard Schürer gehört hätte

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

Der Hahn mag krähen, aber die Hennen legen die Eier.

(Margaret Thatcher)

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19.11.2013 20:16
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Schulden gleich Zahlungsunfähigkeit. Arme BRD,


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19.11.2013 20:21 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2013 20:22)
#42
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Zitat von Gert im Beitrag #39
Zitat von DoreHolm im Beitrag #32
Zitat von Gert im Beitrag #16
"Hatte damals die Marktwirtschaft schon praktiziert, indem ich Waren angeboten habe, die praktisch nicht zu kaufen waren und nach denen nach meiner Erfahrung eine rege Nachfrage herrschte.

@DoreHolm das hast du fein gemacht.Erst haben deine Genossen am Anfang der DDR mit Brachialgewalt und ihren Zuchthäusern deine möglichen Konkurrenten aus dem Weg geschafft. Einige Jahre danach habe sie Kreide gefressen, nachdem sie erkannten, wie blöde ihre Massnahmen waren doch da waren die Firmen platt oder ausgewandert und so war ein kapitalistisches Vakuum entstanden. Nun kam der Höhepunkt: Kleine Dore erkannte dieses Vakuum und warf das Produktionsvolumen seines "Kellerproduktes" auf den ausgehungerte und ausgedörrten Markt. Der saugte es förmlich auf wie ein trockener Schwamm. Dore war der große Gewinner und Erfinder der Marktwirtschaft in der DDR, während seine Genossen träge am Fernseher abhingen. Leider ging das den Bach runter, als die wirkliche Marktwirtschaft plötzlich da war.



sagst.




ich war nicht unwissend was in der DDR abging.Du weisst dass ich seit '72 wieder fahren durfte und ich habe das reichlich genutzt und viele Gespräche in Erfurt geführt, nicht nur mit Verwandten. Aber wenn du meinst, bitte schön. Ach Übrigens, von dem was du da schreibst kenne ich auch ein bischen. Mein Vater war selbstständiger Goldschmiedemeister in Erfurt.
Dein Profit stört mich überhaupt, im Gegenteil ich hätte es genauso gemacht. Was mich stört, ist, dass du unter falscher Flagge segelst, wenn du verstehst was ich meine.



Na klar veiß ich, was Du meinst oder glaube es zumindest zu wissen. Klar, Linke haben in Sack und Asche zu gehen und gefälligst nicht an ihr eigenes materielles Wohl zu denken. Wenn Du über die ganze Zeit, die ich hier im Forum bin, meine Beiträge richtig gelesen hast, wirst du vielleicht erkennen, daß ich prinzipiell nichts gegen Privateigentum an PM und Gewinnstreben habe, aber sehr wohl etwas dagegen, wie dieses Privateigentum heutzutage mißbraucht wird, zum Schaden der Abhängigen, zum Schaden der Umwelt und Nachhaltigkeit und zum Schaden des Friedens zwischen den Völkern. Gegen Privateigentum an PM in Maßen hat nicht mal Sahra Wagenknecht was.


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19.11.2013 20:43
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Für mich ist nicht nachvollziehbar, dass die Bild-Zeitung für Westdeutschland so schwarz sieht. Außerdem frage ich mich, was eine sozialistische DDR so alleine gemacht hätte? Vielleicht ein Weissrussland 2.0 bilden oder so? Auf jeden Fall stünden die Freunde weiter im Lande.

Man darf nicht vergessen: Die DDR war pleite, als die Mauer fiel. Aus der finanziellen Lage irgendwie rauszukommen, erscheint unmöglich. Ohne Marktwirtschaft hätte auch keine EU-Aufnahme geklappt, von Westmark oder Euro ganz zu schweigen. Mit so einer harten Währung, aber immer noch Planwirtschaft, wäre es aber auch nicht weitergegangen.


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19.11.2013 20:44
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Eigentlich wollte ich darauf nicht Antworten. aber Du hast nicht recht, die DDR war nun mal pleite und das ist Fakt! Hätte die DDr nicht vom verhaßten Strauß die Kredite bekommen, wäre schon lange vorher Schluss gewesen! Auch hat die DDR für einen Apfel und einen Ei, Sachen wegen ein paar DM verschleudert die das Volk der DDR nötiger gebraucht hätte! Aber es ging nicht anders, weil man ja Millionen brauchte um die Grenze zubauen b.z.w. zu erhalten, das das eigene Volk von dem Sozialismus nicht davon läuft! Frage: Nach welcher Richtung war der Grenzzaun ausgerichtet? Wenn Du bei den Grenztruppen warst und Du mal am Strich warst, müsste es Dir auch aufgefallen sein! Ich war zwar viel früher dabei, aber mir ist das schon damals als junger Mensch aufgefallen!Habe aber auch an das Gute in der Sache geglaubt! Wurde aber im Laufe meines Leben, eines besseren belehrt! Will ja nicht meckern. Aber man soll halt der Realität ins Auge sehen. Es war nun mal so! Will noch eins schreiben, wäre es nicht so gewesen, würde es Deine DDR noch geben! Erst mal recherchieren und dann etwas schreiben

Zitat von damals wars im Beitrag #26
Die DDR war zu keinemZeitpunkt zahlungsunfähig. Typische Bildpropaganda.


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19.11.2013 20:52
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Es wäre alles gut geworden, wir hätten die pleite BRD als Kolonie übernommen und ausgebeutet....

Oh, hab ich da was falsch gesagt?


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