Bild meint: "So würde die DDR heute aussehen"

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19.11.2013 14:51
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#16
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"Hatte damals die Marktwirtschaft schon praktiziert, indem ich Waren angeboten habe, die praktisch nicht zu kaufen waren und nach denen nach meiner Erfahrung eine rege Nachfrage herrschte.

@DoreHolm das hast du fein gemacht.Erst haben deine Genossen am Anfang der DDR mit Brachialgewalt und ihren Zuchthäusern deine möglichen Konkurrenten aus dem Weg geschafft. Einige Jahre danach habe sie Kreide gefressen, nachdem sie erkannten, wie blöde ihre Massnahmen waren doch da waren die Firmen platt oder ausgewandert und so war ein kapitalistisches Vakuum entstanden. Nun kam der Höhepunkt: Kleine Dore erkannte dieses Vakuum und warf das Produktionsvolumen seines "Kellerproduktes" auf den ausgehungerte und ausgedörrten Markt. Der saugte es förmlich auf wie ein trockener Schwamm. Dore war der große Gewinner und Erfinder der Marktwirtschaft in der DDR, während seine Genossen träge am Fernseher abhingen. Leider ging das den Bach runter, als die wirkliche Marktwirtschaft plötzlich da war.


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19.11.2013 15:00
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#17
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Zitat



Das Andreasviertel in Erfurt wäre bis auf einige erhaltenswerte und erhaltensfähige Häuserzeilen platt gemacht worden. Der "Ring" würde jetzt da durchführen, durch den Brühler Garten durch an am K.-M-Platz wieder in den Gagarinring eingebunden, also geschlossener Innenring dann. Unser Mietshaus hätte dem im Wege gestanden, wir hätten den Einheitswert vergütet bekommen und als Ausgleich eine Plattenbauwohnung. Für damalige Verhältnisse also hätte uns nichts besseres passieren können. Unser Kleingarten wäre top in Ordnung, im Sommer draußen gewohnt. Ich würde Kakteen und Steine über die Kulturbundveranstaltungen verkaufen und hätte mich gefreut, wegen verwandtschaftlichen Jubiläen mal in das Allgäu zu fahren. Als Rentner würde ich jetzt wegen 25-jähriger Mitgliedschaft in den KG 100,-M mehr bekommen. Ansonsten wäre alles "seinen sozialistischen Gang" gegangen. Nein, so wie eben geschildert, wäre es bestimmt nicht reibungarm abgelaufen. Das hieße, die wirtschaftliche und inenpolitische Entwicklung ausblenden zu wollen. [/quote]


Das wäre der Höhepunkt des Unfähigkeitsbeweises der Einheitsozialisten ( ist diese Bezeichnung gefällig ?) in Sachen Städtplanung und Wohnungsbau gewesen. Als ehemaliger Erfurter erfreue ich mich an der schönen jahrhunderte alten Altstadt, die nach der Wende mit viel Liebe und noch mehr Geld restauriert wurde. Ein Schmuckstück für die Stadt. Und jedesmal wenn ich dort bin, sage ich mir im stillen auf, Müller(Ex SED Chef von Erfurt) du hast es doch nicht geschafft. ( das Plattmachen)


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19.11.2013 15:15
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#18
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Zitat von Gert im Beitrag #17
...in Sachen Städtplanung und Wohnungsbau ...


Ist schon interessant: Weiland wurde über das Wohnungsbauprogramm versucht, das Wohnungsproblem in den Griff zu bekommen, und viele Innenstädte hatten das Nachsehen. Ich sehe mir öfter alte Bilder meiner Heimatstadt an und erschrecke doch hin und wieder, wie das ausgesehen hat.

Heute macht man die Innenstädte schmuck und reißt reihenweise Wohnblöcke ab oder dezimiert die Wohnungszahl drastisch (aus Kostengründen natürlich). Dann wird in der Koalition über Mietpreisbremsen gesprochen... Ich weiß, stark vereinfacht.

friedliche Grüße Andreas


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19.11.2013 15:49
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#19
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Meiner Meinung nach ist das Bild was diese "Zeitung" da ausbreitet unvollständig und viel zu optimistisch.
Die DDR hätte weiter ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren , zu teuer, keine Inovationen usw.
Die Globalisierung hätte der DDR Volkswirtschaft den Rest gegeben und das Leben auf Pump der vergangenen Jahre wäre vorbei.
Von wegen Wohnungsbauprogramm im großen Stil. Das hätte auch zur Disposition gestanden.
Niemand kann wie in der DDR , auf Dauer mehr verfressen als erwirtschaftet wird.
Der Lebensstandard in der DDR wäre um Jahre zurückgegangen.


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19.11.2013 15:53
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#20
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In den 90er Jahren wäre der Wohnungsbau vom Massen-Neubau vermehrt auf Sanierung, Lückenbau und eigenheimbau umgestellt worden. In Berlin waren ab ca. 1985 schon die Ansätze einer solchen Strategie erkennbar, indem z.B. Altstadt-passende WBS 70-Blöcke mit Spitzdach zur Schließung von Baulücken entstanden. Es gab auch Sanierungprojekte, sowohl in Berlin, als auch in Potsdam. Aber eine eigene Wohnung (mit Zentralheizung und warm Wasser "aus der Wand") war nunmal das Ziel derjenigen, für die nicht die Chance bestand, ein eigenes Haus zu bauen.
Verwinkelte Altstadtbuchte in schmaler Gasse, zwar hübsch saniert, aber "museumsgerecht" ohne Parkplatz, sowas war damals nicht Mode.


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19.11.2013 15:54
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#21
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Ich bin Froh das Ich es nicht Sehen muss,wie sie ausgesehen hätte


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19.11.2013 16:03
#22
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Ein sehr eindimensionales Szenario, das BILD da aufgezeichnet hat, aber gut, irgendwo muß man die Beschreibung ja anfangen.
Allein kleinste Präzisierungen, z. B. geringfügige Reformen von E. Krenz könnten alles übrige (an Elend) zum Einsturz bringen, wenn zu diesen Reformen beispielsweise die Entwicklung einer Legionärskultur gehören würde.
Sollte darin für Werktätige des Landes eine gewisse Freizügigkeit zur Arbeitssuche im westlichen Ausland vorgesehen sein, so wäre auch ein 1:50 Umtauschkurs der Währungen unrealistisch hoch, da ein Zwanzigmarkschein West schon ein Monat private Unterhaltskosten DDR bedeuten würde, sofern die Familien (der pendelnden Fremdarbeiter) tatsächlich weiter bestehen würden.
Weiter geht es mit der Joint Venture Strategie produzierender Unternehmen der DDR die ihre Technologierückstände mit einen qualifizierten und motivierten Stamm an Produktivkräften ausgleichen könnten ohne zunächst Devisen zu benötigen, auch darüber schreibt BILD nicht.
Die Möglichkeit, daß meine Züge, von mir aus mit Trapo- Begleitung, vom Zementwerk Deuna zu einem westdeutschen Baustoffproduzenten mit volkseigenem Fuhrpark und Personal verkehren würden, hätte der Reichsbahn enorme Deviseneinnahmen ermöglicht, ganz zu schweigen davon, was alles an Transitwaren auf internationalen Laufwegen hätte bewegt werden können.
Natürlich hat es das früher schon gegeben, aber die Hypothese geht ja nicht vom Stillstand BRD aus, die hätten im Jahre 2013 inzwischen eine von Mehdorn kaputt geschrumpfte Eisenbahn, die nur auf die Billiganbieter aus dem Osten gewartet hat, mithin alles eher Chancen als Risiken.
Was, wenn man Sonderwirtschaftszonen, z. B. Carl Zeiss Jena, Stahlbau Eisenhüttenstadt oder Robotron Sömmerda geschaffen hätte, in der internationales Kapital gegen maximal 49%- Anteile der Investoren eingebracht worden wäre mit der 51%- Klausel zur Sicherung des Staatsbesitzes, was wenn Regionalbörsen hierzulande installiert worden wären ?
Und was ist mit den Menschen ?
Erich Hanke schreibt in seinem Buch "Ins nächste Jahrhundert" (URANIA- Verlag 1987), daß sich der Mensch der kapitalistischen Welt ausschließlich am Wert seiner Arbeitskraft und nicht seiner Arbeit definiert (angelehnt an Marx) und daß er durch Arbeitshetze, Rationalisierung und Monotonie verschlissen wird, daß sich Bildungseinrichtungen ausschließlich auf die Vermittlung von Fachkenntnissen beschränken, billige Massenkultur (siehe Hartz TV und Wies'n) die Entfaltung der realen Interessen behindert und soziale Sicherheit, sichere Arbeitsplätze und stabile Preise das wirkliche Glück ausmachen und sogar Relevanz für die eigene Gesundheit haben.
Die Umsätze der Pharmaindustrie im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und der Spitzenreiterplatz bei den krankheitsbedingten Fehltagen sprechen da eine Sprache, die dem Autor aus dem letzten Jahrhundert Recht gegeben haben.
Das alles hätten die DDR- Bürger per Internet oder auf ihren Privatreisen mitbekommen und eine andere Perspektive auf ihr eigenes Leben erhalten als die, die sie vor ihrer Teilnahme an den Montagsdemos hatten.
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, daß in einer weiter bestehenden DDR das Unglück über uns hereingebrochen wäre.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

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19.11.2013 18:37
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#23
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Ich habe nicht verstanden, was diese von der BILD höchstspekulativ und tendenziös inszenierte Posse einer weiterexistierenden DDR soll.

Es bleibt historisch dabei: Die DDR, so wie sie war, ist ganz von allein, ohne feindliche, metereologische oder sonst welche Übergewalten untergegangen. Sondern nur am Willen der Mehrheit ihrer Bewohner!
Alles andere wäre Spekulation oder auch Traumtänzerei.

VG Klaus


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19.11.2013 18:48
avatar  PF75
#24
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Zitat aus dem Artikel :"Ohne die Wiedervereinigung stürzte die Bundesrepublik in eine tiefe Rezession, viele Betriebe mussten dicht machen."
Schlußfolgerung : Der Osten hat den Westen vor dem Ruin bewahrt Oder ?


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19.11.2013 18:49
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#25
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Ja wie hätte das ausgesehen? Das Land war bereits zu Anfang der 80er Jahre Zahlungsunfähig. Nur ein Milliardenkredit vom verhassten Klassenfeind aus Westdeutschland konnte damals noch das Schlimmste verhindern.

Das wäre mit der Zeit sicher nicht besser von viel schlimmer geworden. Hinzu wären noch immense Investitionen gekommen, die man seitens der Regierung unbedingt hätte tätigen müssen, um der fortschreitenden Cyber-Welt und den damit verbundenen "Sicherheitsrisiken" entgegen treten zu können. Man stelle sich das einmal vor: Die ach so schön gehüteten Geheimnisse der DDR Oberen, wie etwa das Grenzregime, der korrekte Grenzverlauf und was weis ich nicht alles wäre auf einmal mit google-earth für jeden verfügbar gewesen. Streng geheimes Territorium des MfS in Hohenschönhausen? Zack, ein Blick in google earth und man hätte das Weiße in den Augen der armen Gefangenen in den Tiegerkäfigen sehen können.

Dass es die DDR dahingerafft hätte, dürfte kaum zu bestreiten sein; lediglich über den Zeitpunkt hätte man spekulieren können (also wenn man sich die friedliche Revolution von 1989 mal weg denkt).


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19.11.2013 18:51
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#26
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Die DDR war zu keinemZeitpunkt zahlungsunfähig. Typische Bildpropaganda.


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19.11.2013 19:00
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#27
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #10
Dore pack mal die Keule wieder ein.
Bei mir gibt es keine Bretter am Kopf, wie es damals in der DDR üblich war.Und es auch heute offensichtlich noch genügend gibt!
Ich bin ja ein paar Takte jünger als du.Viele meiner Erfahrungen mit der DDR sind vielleicht nicht der Schnitt . Aber trotzdem gab es sie.
Ich habe nur eine DDR erlebt in der es permanent abwärts ging und keiner der weitsichtigen Genossen hat etwas dagegen getan.
Eine völlig unfähige Regierung mit Untertanen die gehorsam waren bis zum Ende.


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19.11.2013 19:01 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2013 19:22)
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#28
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Zitat von damals wars im Beitrag #26
Die DDR war zu keinemZeitpunkt zahlungsunfähig. Typische Bildpropaganda.


Allerdings nur weil glücklicherweise rechtzeitig der Ofen aus war, die Parteischule war wohl auch eher bildähnlich.
Und auf der Zunge zergehen lassen, der großfressige Zwerg wurde nur durch Transfusionen seiner Feinde am Leben erhalten.

"Die Verschuldung im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet ist seit dem VIII. Parteitag gegenwärtig auf eine Höhe gestiegen, die die Zahlungsfähigkeit der DDR in Frage stellt."

Auch höchst interessant und bedenklich die Nahrungsmittelimporte aus dem NSW, im Osten hat wohl einer die Schienen hochgeklappt?
Obwohl, die Sowjetunion war selbst auf Weizen-Importe aus den USA angewiesen.
Wir aßen das Brot des "Klassenfeindes".

Quelle:

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Ana...u%DFfolgerungen


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19.11.2013 19:03
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#29
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Zitat von damals wars im Beitrag #26
Die DDR war zu keinemZeitpunkt zahlungsunfähig. Typische Bildpropaganda.


Nein, natürlich nicht, die brauchten die 3 Mrd. DM, damit das Politbüro auch weiterhin feudal in die Sommerfrische auf die Krim fliegen konnte.... aber psssst....alles konspirativ.


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19.11.2013 19:20
#30
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Ganz so einfach ist es wohl nicht mit den Untergangsszenarien einer fiktiv weiter existierenden DDR, ist mir auch egal, mit meinen Mutmaßungen allein dazustehen.
Keiner hätte in den 1970er Jahren auch nur einen Pfifferling auf China gegeben, dieser Agrarstaat, dessen einziges Kapital seine Einwohnerzahl war stand wirtschaftlich im Großen betrachtet auch nur am Abgrund, da gibt's kaum Unterschiede zur DDR, eben alles nur eine Nummer größer.
Unter den Bedingungen der Globalisierung und ohne militärische Angriffe der westlichen Welt hätte unsere Staatswirtschaft durchaus Chancen gehabt, da sie streng genommen gar keinen Unterschied zur westlichen Kartellwirtschaft aufbietet, nur daß jeweils andere profitieren, allein entscheidend ist, daß Preise manipuliert werden, das wird in der Diskussion viel zu sehr unterschätzt.
Allein wie China die einst bärenstarke Solarmodulproduktion Deutschlands in die Knie gezwungen hat mit dem Effekt, daß der Boom mangels Vertrauen (fiktiver) Investoren für einen neuen Aufschwung nicht mehr wiederholbar ist, ist einfach nur beeindruckend und zeigt, wie stark eine nationalstaatlich organisierte Wirtschaft im Konkurrenzkampf sein kann, wenn sie ihre Kräfte konzentriert und nicht klassenkampfindiziert einsetzt..
Dreh- und Angelpunkt aller Spekulationen um die Überlebensfähigkeit ist aber die Stärke des Volkes und da beginnen leider meine persönlichen Zweifel, da die Schaufenster des Westens und die Wellnessmentalität der Ostdeutschen derartige patriotische Kraftakte vollkommen illusorisch erscheinen lassen.
Die globale Finanzwirtschaft ist eine Hure und hätte bei verlockenden Perspektiven auch die DDR keinesfalls verschmäht, die Frage ist nur wie man die breitestmögliche Einbeziehung der eigenen Eliten organisiert hätte und wie man mit den Verlierern dieser neu organisierten sozialistischen Staatswirtschaft ohne doppelten Boden umgegangen wäre und wie weit das Politbüro überhaupt mit dieser Finanzwirtschaft kooperiert hätte.
Die Not jedenfalls wäre groß genug gewesen, es nicht von vorn herein auszuschließen.
Wir hätten ohne die Vereinigung statt blühender zerklüftete Landschaften bekommen, ob solche Wohlstandsgefälle aber nun besser wären, vermag ich nicht zu sagen.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.

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