Englischuntericht unter Ulbricht verboten?

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05.02.2014 16:13
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#106
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1965 auf der Fachschule hatten wir 5 Mann, die sind von der damaligen Sorbischen Oberschule Cottbus gekommen. Wenn wir die nach etwas gefragt haben, daß sie uns übersetzen sollten, da hub ein mächtiger Disput der 5 an, was denn nun die richtigen Vokabeln und die richtige Ausdrucksweisen wären.
Einfach gesagt, sie konnten's nie richtig.
Wie es heute ist, weiss ich nicht.


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05.02.2014 16:58
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#107
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Mal am Rande erwähnt,weil zum Ursprungsthema OT.

Von einem sorbischen Mitarbeiter weis ich ,das die Sprache sehr schwer zu erlernen ist und in einigen Dörfern im Raum Spreewald/ Cottbus gar nicht mehr gesprochen wird.

Einen sehr guten Einblick in das Leben der Sorben bekommt man in Bautzen auf der Ortenburg.
http://www.museum.sorben.com/

Gruß bendix


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05.02.2014 17:03
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#108
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Zitat von bendix im Beitrag #107
Mal am Rande erwähnt,weil zum Ursprungsthema OT.

Von einem sorbischen Mitarbeiter weis ich ,das die Sprache sehr schwer zu erlernen ist und in einigen Dörfern im Raum Spreewald/ Cottbus gar nicht mehr gesprochen wird.

Einen sehr guten Einblick in das Leben der Sorben bekommt man in Bautzen auf der Ortenburg.
http://www.museum.sorben.com/
Gruß bendix


Wem es nach Bautzen zu weit ist und wer sich trotzdem für die Sorben interessiert, dem seien die Bücher von Juri Brezan empfohlen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jurij_Br%C4%9Bzan


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05.02.2014 17:21
#109
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Zitat von 94 im Beitrag #103
Zitat von der glatte im Beitrag #99
Nur zur Info, die Sprache Sorbisch wurde schon erwähnt. Aber auch Sorbisch ist nicht gleich Sorbisch, da gibt es gewaltige Unterschiede zwischen Bautzen und Cottbus.

Na deswegen schrieb ich ja auch 'fast nicht'. Und für diese Minderheit wurde in der DDR schon eine Menge (mehr wie heute) getan, so gab es auch Schulen, an welchen sorbisch die Unterrichtssprache war, sogenannte A-Schulen. Besonders im Kreis Niesky, aber auch einige in Bautzen. Dort befand sich auch das Institut für Lehrerbildung "Karl Jannack", an dem zu DDR-Zeiten Unterstufenlehrer für die sorbischen Schulen herangebildet wurden. Bei den Niedersorben (im Bezirk Cottbus) dagegen gabs ausschließlich die B-Schulen, an welchen sorbisch als zusätzliche Fremdsprache gelehrt wurde.
Allerdings wurde in der DDR nur die Sprache anerkannt, nicht aber die Nationalität. Keine Ahnung wie's heute ist und wird jetzt auch oT, aber eine Nationalität wird mWn nicht mehr in amtlichen Ausweisdokumenten erwähnt?


Grün: Kenne ich anders oder ist das nur eine unterschiedliche Definitionsfrage. Es wurde immer von der "nationalen Minderheit der Sorben" gesprochen, also demzufolge doch eine Nationalität.


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05.02.2014 18:18
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#110
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Zitat von 94 im Beitrag #96
Na auf die Antwort habsch gewartet, doch nun mal Ernst beiseite. Und Esperanto meinte ich auch nicht, obwohl es 1949 noch in der SBZ verboten wurde. Erst 1965 fand sich dann unter dem Dach des Kulturbundes der 'Zentralen Arbeitskreis Esperanto' zusammen. Nein, ich bin nur bissel erstaunt, das die zweite Amtssprache der DDR, auch im Artikel 40 ihrer Verfassung beschrieben, bislang fast keine Erwähnung in diesem Thread fanden ...



So ist das mit den Minderheiten....@94
da macht man so oft Urlaub im schönen Spreewald und Umgebung und schon fällt einem nicht mehr die sorbische Kultur ein...Schuldigung!

Hoffe Du siehst mir das nach,aber nach dem "Einwurf"vom Seeman..zwecks deutscher Sprache konnte ich ja fast nicht mehr an mich/mir halten.

Schön das das geklaert werden konnte,zu vielen Dank!

Gruss BO


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05.02.2014 18:20
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#111
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Zitat von schulzi im Beitrag #105
Zu den Sorben sie sind eine nationale Minderheit wie die Dänen an der Nordseeküste und deutsche Staatsbürger.Die Srache der Sorben unterscheidet sich dadurch Raum Bautzen sorbich ,Raum Cottbus geht mehr in das Wendische


Hallo Schulzi....

schoen erklaert....applauso
Gruss BO


P.S.wie die Daenen in die ehemaligen "germanischen Nordgebiete" kamen,da guckste noch mal nach....
Gruss nach Daenemark,schoenet Land!

BO


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05.02.2014 18:28
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#112
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94

Na ich hab och erstmal laut losgeprustet, zwar hat ich mit dieser Antwort schon irgendwie gerechnet, aber dann doch nicht vom seaman. Zum 'Esperanto-Jahr' dann brachte die Verflossene sogar eine Briefmarke heraus, so hatten sich die Zeiten zwischen Anfang 60er und Ende 80er geändert.

Zitat von DoreHolm im Beitrag #109
Kenne ich anders oder ist das nur eine unterschiedliche Definitionsfrage. Es wurde immer von der "nationalen Minderheit der Sorben" gesprochen, also demzufolge doch eine Nationalität.

Naja, nicht nur per Definition. Papier ist ja geduldig so sagt man. Die dänische Minderheit hat zumindest eine politische Vertretung in Form des SSW, der sich wohl auch für die Belange der Friesen, einer weiteren anerkannten Minderheit, einsetzt. Haben die Sorben zu DDR-Zeiten (!) auch eine solche Vertretung gehabt? Und damit Frage ich jetzt nicht nach der (gleichgeschalteten) Domowina, sondern eher wieso die Sorbische Volksversammlung in der Nachwendezeit so sang- und klanglos wieder im Nebel der Geschichte verschwand.
Na oder lieber frag ich doch nicht, wir sind ja doch schon ziemlich weg von Thema.


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05.02.2014 18:53
#113
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Vielleicht passt auch das Sorbische zum Thema, das ich so interpretiere: Neben dem befohlenen, aber ungeliebtem Russisch mussten westliche Fremdsprachen klein gehalten werden.

Die für meine Begriffe etwas Überbetonung der sorbischen Nationalität in der DDR hatte auch etwas mit Anbiederung an den großen Bruder zu tun. Sieh her, auch die DDR hat ihre slawischen Wurzeln, wir sind also fast Blutsbrüder.

Heute ist das Sorbische praktisch dabei, sich auf Folklore zu reduzieren, auch wenn das einige hier nicht gerne hören mögen. Von den Teilnehmern an Brauchtumsveranstaltungen mit Trachten usw. beherrscht von der jüngeren und mittleren Generation kaum noch einer die Sprache. Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Identität ohne Sprache erhalten bleiben soll.

Insofern ist das mit der dänishen Minderheit nicht vergleichbar, weil die dänishe Sprache ja in jedem Fall in Dänemark weiterlebt.

Gruss Wolfgang


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05.02.2014 19:03
avatar  seaman
#114
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #113

Die für meine Begriffe etwas Überbetonung der sorbischen Nationalität in der DDR hatte auch etwas mit Anbiederung an den großen Bruder zu tun. Sieh her, auch die DDR hat ihre slawischen Wurzeln, wir sind also fast Blutsbrüder.


Gruss Wolfgang




Ich sehe eher eine Reaktion auf die Behandlung und den Umgang mit den Sorben im NS-Deutschland.

Siehe hier:

http://mybrandenburg.net/node/284

seaman


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05.02.2014 19:34
#115
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Zitat von seaman im Beitrag #114


Ich sehe eher eine Reaktion auf die Behandlung und den Umgang mit den Sorben im NS-Deutschland.

seaman


Kann ich nicht völlig von der Hand weisen,
andererseits wurden in der NS-Zeit auch andere Gruppierungen verfolgt, die in der DDR ebenfalls nicht sehr beliebt waren, z.B. die KZ-Farben lila und violett.

Gruss Wolfgang


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05.02.2014 19:45
#116
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Zitat von seaman im Beitrag #114
Zitat von diefenbaker im Beitrag #113

Die für meine Begriffe etwas Überbetonung der sorbischen Nationalität in der DDR hatte auch etwas mit Anbiederung an den großen Bruder zu tun. Sieh her, auch die DDR hat ihre slawischen Wurzeln, wir sind also fast Blutsbrüder.


Gruss Wolfgang




Ich sehe eher eine Reaktion auf die Behandlung und den Umgang mit den Sorben im NS-Deutschland.

Siehe hier:

http://mybrandenburg.net/node/284

seaman


Ganz bestimmt. Man wollte der ganzen Welt zeigen, dass die Verfolgung von Minderheiten in Deutschland nunmehr vorbei ist. In der Schweiz hat man im Jahre 1938 als Antwort auf die Nazipolitik der Minderheitenverfolgung das Rätoromanische zur vierten Landessprache erklärt.
http://www.admin.ch/ch/d/pore/va/19380220/det124.html
Theo


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05.02.2014 19:53
avatar  Lutze
#117
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englisch oder sonstige Fremdsprachen verstehe ich nicht,
aber mit Plattdütsch kann ich was anfangen,
diese schöne norddeutsche Sprache liebe ich
Lutze


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05.02.2014 20:03
#118
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Zitat von diefenbaker im Beitrag #113
Vielleicht passt auch das Sorbische zum Thema, das ich so interpretiere: Neben dem befohlenen, aber ungeliebtem Russisch mussten westliche Fremdsprachen klein gehalten werden.

Die für meine Begriffe etwas Überbetonung der sorbischen Nationalität in der DDR hatte auch etwas mit Anbiederung an den großen Bruder zu tun. Sieh her, auch die DDR hat ihre slawischen Wurzeln, wir sind also fast Blutsbrüder.

Heute ist das Sorbische praktisch dabei, sich auf Folklore zu reduzieren, auch wenn das einige hier nicht gerne hören mögen. Von den Teilnehmern an Brauchtumsveranstaltungen mit Trachten usw. beherrscht von der jüngeren und mittleren Generation kaum noch einer die Sprache. Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine Identität ohne Sprache erhalten bleiben soll.

Insofern ist das mit der dänishen Minderheit nicht vergleichbar, weil die dänishe Sprache ja in jedem Fall in Dänemark weiterlebt.
Gruss Wolfgang


Rot: Ungeliebte Fremsprache, ja, für die meisten der Schüler. Einmal haben die Wenigsten so weit gedacht, daß sie das mal privat (touristisch) oder beruflich gebrauchenn können (westliche (Unternehmen mit Ost-Expansion ihrer Geschäftsbeziehungen haben sich gefreut, wenn da nach der Wende ein Bewerber kam, der das halbwegs beherrscht. Kenne das aus eigener Erfahrung in meiner Firma). Weiterhin war es wieder ein Fach, das nur Arbeit, aber keinen Spaß machte und drittens auch, weil die Freundschaft zur UdSSR und das Hochjubeln von allem, was von dort kam, manchem zu übertrieben war. Aber als "befohlene" Fremdsprache ? Da wäre das Englisch in der BRD auch eine "befohlene" Fremdsprache, in die sich wohl auch nur der kleinere Teil richtig reingekniet hat. Anders kann ich mir auch nicht erklären, daß von den Mitarbeitern im Verwaltungsbereich meiner Fa. in PS nur ein kleiner Bruchteil diese Sprache halbwegs sicher beherrschte.
Widersprechen muß ich Dir, das westliche Fremdsprachen klein gehalten werden mußten. Nur weil es weniger Fachlehrer dafür gab als für Russisch und das für die POS keine Pflichtfächer waren, kann man nicht von absichtlichem Kleinhalten reden. Ab 7.Klasse freiwillig Englisch oder Französisch, an der VHS für kleines Geld, einer unsere Betreuer im Lehrlingswohnheim führte für Interessenten Englischkurse durch, für bestimmte Berufe war es Pflicht und wurde im Rahmen der Berufsausbildung gelehrt und ab EOS und im Studium war eine zweite oder dritte Fremdsprache sowieso Pflicht.


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05.02.2014 20:09
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#119
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Ich finde es auch sehr schade ,daß ein deutscher Dialekt gerade ausstirbt .


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05.02.2014 20:25
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@DoreHolm, in diesen Punkt , was Du schreibst, hast Du recht! Ich gehe von meinen erlebten aus, Russisch war für mich ein Groll, war froh das ich so mit hängen und würgen die Prüfung in Russisch geschafft hatte! Bevor die Prüfung in der 10ten war, hieß es kannst auch Englisch mit machen. Was war meine ;Meinung, habe mit Russisch zu tun und nun auch noch Englisch, das fehlte mir gerade noch. Also habe ich es gelassen( leider)!Mein Vater( Staatsbürger-und Englischlehrer) sagte Junge du wirst es noch mal bereuen, wenn du das nicht machst. Was soll ich sagen er hatte verdammt recht! Aber zu dieser Zeit hatte ich halt andere Interessen, als mich noch länger als gemusst, auf die Schulbank zu setzen. Sind viele Dinge, wo man mal auf die Alten hören hätte sollen! Aber es ist ja Heute nicht anders, meine Kinder hören auch nicht auf die Ratschläge die ich ihnen gebe! Was soll es, da müssen sie halt selber durch, ist nun mal so im Leben zwischen Jung und Alt !
Grüsse Steffen52


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