Aktenführung im MfS

  • Seite 1 von 2
08.11.2013 17:58
#1
avatar

Zitat von Alfred im Beitrag RE: ´Wie wurden IM geworben?
Zitat von diefenbaker im Beitrag RE: ´Wie wurden IM geworben?
Zitat von andy im Beitrag RE: ´Wie wurden IM geworben?
Zitat von diefenbaker im Beitrag RE: ´Wie wurden IM geworben?

Die nächste Frage in diesem Zusammenhang ist die, ob die Akte - so es sie mal gab - noch existiert oder erschlossen ist.
Es wurden Akten dauerhaft vernichtet oder schlummern noch als Papierfetzen in den zig-tausend Schnipselsäcken.

Wolfgang


Sofern die Akte archiviert wurde stehen die Chancen wohl gar nicht so schlecht. Ich habe noch nie was darüber gehört, das in der Abt. XII, wo die archivierten Akten lagertern, mit der Vernichtung begonnen wurde.
Meines Wissens nach bezog sich die anfängliche Vernichtung eher auf die Fachabteilungen des MfS aber vielleicht weiss ich es eben ja nur nicht, weil ich nicht dabei war.

andy


Das ist auch eine interessante Aussage und führt zu der Frage: Wann wurde eine Akte eigentlich archiviert?
Erst wenn der Vorgang abgeschlossen war und keine weiteren Aktivitäten vorgesehen / zu erwarten waren?
Andersherum, wenn irgendeine DE den Vorgang noch aktiv weiterbetreiben hat, sind auch relativ alte Akten nicht ins Archiv gewandert?

Hintergrund der Frage ist, wenn Betroffene zu bestimmten Vorkommnissen, die höchstwahrscheinlich aktenkundig geworden sind, heute keine Akte finden, war die Akte höchstwahrscheinlich noch nicht im Archiv gelandet?

Wolfgang


Mach doch einfach mal ein neues Thema auf.
Denn dies passt hier nicht so richtig rein.


Ja, versuchen wir es mal.
Zum Informationsfluss innerhalb des MfS, der sich ja in den Akten irgendwie wiederspiegeln muss, hätte ich noch einige Fragen.

Wolfgang


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 18:08
avatar  94
#2
avatar
94

Zitat von diefenbaker im Beitrag #1
[...], hätte ich noch einige Fragen.
Und die lauten ...

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 18:13
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

Angesichts der Rechentechnik stellt sich die Frage, gab es beim MfS schon das papierlose Büro?


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 18:52
#4
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #2
Zitat von diefenbaker im Beitrag #1
[...], hätte ich noch einige Fragen.
Und die lauten ...


Die erste steht ja schon oben,
es get darum, dass es im Archiv wahrscheinlich keine Aktenvernichtung gegeben hat und wann eine Akte archiviert wurde.

Wolfgang


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 19:00 (zuletzt bearbeitet: 08.11.2013 19:00)
avatar  Alfred
#5
avatar

Zitat von diefenbaker im Beitrag #4
Zitat von 94 im Beitrag #2
Zitat von diefenbaker im Beitrag #1
[...], hätte ich noch einige Fragen.
Und die lauten ...


Die erste steht ja schon oben,
es get darum, dass es im Archiv wahrscheinlich keine Aktenvernichtung gegeben hat und wann eine Akte archiviert wurde.

Wolfgang



Das alles im Detail aufzuzeigen sprengt wohl den Rahmen.

Wurde z.B. die Zusammenarbeit mit einen IM eingestellt, wurden die Unterlagen in Archiv ( Abt. XII ) archiviert. Die konnte normal ,oder als "gesperrte Ablage " geschehen.
Wurde dann Herr XY nach der Archivierung von einer anderen Diensteinheit des MfS in der Abt. XII überprüft, so erhielt diese Diensteinheit - der Mitarbeiter - die Info, dass es zu Herrn XY entsprechendes Material gab. Dies konnte dann - wenn es normal abgelegt war - von der überprüfenden Diensteinheit in der Abt. XII angefordert werden. War es aber eine gesperrte Ablage , konnte die ablegende Diensteinheit entscheiden, ob das Material an die überprüfende Diensteinheit ging.

Mal ein Beispiel.


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 19:37
#6
avatar

Wir sind ja zu diesem Thema aus der Ecke gekommen, wie IM angeworben werden.

Wenn wir bei dem Beispiel bleiben wollen wäre hier die Frage so zu stellen:
Solange der IM aktiv ist bleibt die Akte bei der IM-führendenStelle, auch über Jahrzehnte?
Wenn der IM inaktiv geworden ist, aus welchen Gründen auch immer, sind die Akten mehr oder weniger zeitnah ins Archiv gewandert?

Einen IM zu führen ist ja nicht Selbstzweck, im Normalfall liefert er Informationen (Berichte). Wenn ein Bericht einen anderen Vorgang betraf, wurde der Bericht dann für die andere Akte kopiert oder durch den zuständigen Sachbearbeiter inhaltlich neu abgefasst. Wie wurde der Zusammenhang gewahrt zw. der IM-Akte (was hat er geliefert) und ggf. den anderen Akten (wo kamen Einzelinformationen her)?

Wolfgang


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 20:04 (zuletzt bearbeitet: 08.11.2013 20:04)
avatar  ( gelöscht )
#7
avatar
( gelöscht )

Ob die Darstellung der Aktenführung den Rahmen sprengt, ich weiß es nicht. Komplex scheint es jedenfalls zu sein. Vielleicht hilft das für einen Überblick:

Dienstanweisung Nr. 2/81 zur einheitlichen Gestaltung der Erfassung und Überprüfung von Personen und Objekten, der Registrierung von Vorgängen und Akten sowie der Archivierung politisch-operativen Schriftgutes in den Abteilungen XII

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Do...publicationFile

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Do...gestaltung.html

LG von der grenzgaengerin


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 20:19 (zuletzt bearbeitet: 08.11.2013 20:19)
avatar  ( gelöscht )
#8
avatar
( gelöscht )

Und zur "Aktenvernichtung" gibt es z.B. eine Studie der BStU über die Entwicklung und Ereignisse im Herbst 1989 am Beispiel der Bezirksverwaltung des MfS in Rostock:

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...publicationFile

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...fer_gegner.html

In diesem Zusammenhang eine Frage: Was war die Besonderheit der Seemannskartei?

LG von der grenzgaengerin


 Antworten

 Beitrag melden
08.11.2013 20:53
#9
avatar

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #7
Ob die Darstellung der Aktenführung den Rahmen sprengt, ich weiß es nicht. Komplex scheint es jedenfalls zu sein. Vielleicht hilft das für einen Überblick:

Dienstanweisung Nr. 2/81 zur einheitlichen Gestaltung der Erfassung und Überprüfung von Personen und Objekten, der Registrierung von Vorgängen und Akten sowie der Archivierung politisch-operativen Schriftgutes in den Abteilungen XII

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Do...publicationFile

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Do...gestaltung.html

LG von der grenzgaengerin


ist ja etwas OT, aber diesen bombastischen und so typischen Einleitungssatz der 2/81 muss man einfach herausstellen:

Die Erfüllung der dem Ministerium für Staatssicherheit übertragenen politisch­
operativen Aufgaben zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit der DDR und zum
zuverlässigen Schutz ihrer gesellschaftlichen Entwicklung sowie in der internationalen
Klassenauseinandersetzung mit dem Imperialismus
erfordert eine gewissenhafte
Koor­dinierung aller politisch-operativen Maßnahmen zur Aufklärung und operativen
Bear­beitung bzw. Sicherung von Personen und Objekten sowie der inoffiziellen
Zusam­menarbeit mit Personen bei Gewährleistung der Konspiration und Geheimhaltung.

Wolfgang


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2013 02:17
avatar  ( gelöscht )
#10
avatar
( gelöscht )

Zitat von diefenbaker im Beitrag #9
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #7
Ob die Darstellung der Aktenführung den Rahmen sprengt, ich weiß es nicht. Komplex scheint es jedenfalls zu sein. Vielleicht hilft das für einen Überblick:

Dienstanweisung Nr. 2/81 zur einheitlichen Gestaltung der Erfassung und Überprüfung von Personen und Objekten, der Registrierung von Vorgängen und Akten sowie der Archivierung politisch-operativen Schriftgutes in den Abteilungen XII

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Do...publicationFile

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/MfS-Do...gestaltung.html

LG von der grenzgaengerin


ist ja etwas OT, aber diesen bombastischen und so typischen Einleitungssatz der 2/81 muss man einfach herausstellen:

Die Erfüllung der dem Ministerium für Staatssicherheit übertragenen politisch­
operativen Aufgaben zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit der DDR und zum
zuverlässigen Schutz ihrer gesellschaftlichen Entwicklung sowie in der internationalen
Klassenauseinandersetzung mit dem Imperialismus
erfordert eine gewissenhafte
Koor­dinierung aller politisch-operativen Maßnahmen zur Aufklärung und operativen
Bear­beitung bzw. Sicherung von Personen und Objekten sowie der inoffiziellen
Zusam­menarbeit mit Personen bei Gewährleistung der Konspiration und Geheimhaltung.

Wolfgang



Dieser einleitungssatz ist sehr wohl auch denkbar !!

Die Erfüllung der dem NSA übertragenen politisch­
operativen Aufgaben zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit der USA und zum
zuverlässigen Schutz ihrer gesellschaftlichen Entwicklung sowie in der internationalen
Klassenauseinandersetzung mit dem Kommunismus
erfordert eine gewissenhafte
Koor­dinierung aller politisch-operativen Maßnahmen zur Aufklärung und operativen
Bear­beitung bzw. Sicherung von Personen und Objekten sowie der inoffiziellen
Zusam­menarbeit mit Personen bei Gewährleistung der Konspiration und Geheimhaltung.
was mich mal interressieren würde :
wie kommt man auf ein 'hobby' , das da 'aktenführung' des Mfs lautet ?
möchtest du einen geheimdienst gründen und dafür verständlicher weise den 'rat' der profi's erfragen ??
nun ja , egal , so richtig kann ich es nun mal nicht nachvollziehen !
sei's drumm !!!


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2013 05:36
#11
avatar

Zitat von frank im Beitrag #10


Dieser einleitungssatz ist sehr wohl auch denkbar !!

Die Erfüllung der dem NSA übertragenen politisch­
operativen Aufgaben zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit der USA und zum
zuverlässigen Schutz ihrer gesellschaftlichen Entwicklung sowie in der internationalen
Klassenauseinandersetzung mit dem Kommunismus
erfordert eine gewissenhafte
Koor­dinierung aller politisch-operativen Maßnahmen zur Aufklärung und operativen
Bear­beitung bzw. Sicherung von Personen und Objekten sowie der inoffiziellen
Zusam­menarbeit mit Personen bei Gewährleistung der Konspiration und Geheimhaltung.

was mich mal interressieren würde :
wie kommt man auf ein 'hobby' , das da 'aktenführung' des Mfs lautet ?
möchtest du einen geheimdienst gründen und dafür verständlicher weise den 'rat' der profi's erfragen ??
nun ja , egal , so richtig kann ich es nun mal nicht nachvollziehen !
sei's drumm !!!




Natürlich ist Dein Einleitungssatz auch denkbar, nur die DDR hatte so eine herrliche Sammlung von Worthülsen, in die mitunter auch Banalitäten verpackt wurden, da kann man vor Ehrfurcht nur Haltung annehmen.

Was mein Hobby betrifft, so ist das nicht die Aktenführung des MfS an sich. Kenntnisse darin sind nur Mittel zum Zweck.
Wie ich bei meiner Vorstellung erwähnte, gilt mein Interesse den MVM und in diesem Zusammenhang hatte ich auch schon Akten in der Hand.

Wolfgang


 Antworten

 Beitrag melden
09.11.2013 22:42
avatar  ( gelöscht )
#12
avatar
( gelöscht )

Zitat von diefenbaker im Beitrag #11
Zitat von frank im Beitrag #10


Dieser einleitungssatz ist sehr wohl auch denkbar !!

Die Erfüllung der dem NSA übertragenen politisch­
operativen Aufgaben zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit der USA und zum
zuverlässigen Schutz ihrer gesellschaftlichen Entwicklung sowie in der internationalen
Klassenauseinandersetzung mit dem Kommunismus
erfordert eine gewissenhafte
Koor­dinierung aller politisch-operativen Maßnahmen zur Aufklärung und operativen
Bear­beitung bzw. Sicherung von Personen und Objekten sowie der inoffiziellen
Zusam­menarbeit mit Personen bei Gewährleistung der Konspiration und Geheimhaltung.

was mich mal interressieren würde :
wie kommt man auf ein 'hobby' , das da 'aktenführung' des Mfs lautet ?
möchtest du einen geheimdienst gründen und dafür verständlicher weise den 'rat' der profi's erfragen ??
nun ja , egal , so richtig kann ich es nun mal nicht nachvollziehen !
sei's drumm !!!




Natürlich ist Dein Einleitungssatz auch denkbar, nur die DDR hatte so eine herrliche Sammlung von Worthülsen, in die mitunter auch Banalitäten verpackt wurden, da kann man vor Ehrfurcht nur Haltung annehmen.

Was mein Hobby betrifft, so ist das nicht die Aktenführung des MfS an sich. Kenntnisse darin sind nur Mittel zum Zweck.
Wie ich bei meiner Vorstellung erwähnte, gilt mein Interesse den MVM und in diesem Zusammenhang hatte ich auch schon Akten in der Hand.

Wolfgang



militärische verbindungsmission ? mußten damals ja im osten einige 'federn' lassen !!
schade um diese menschen , aber spionage hatte damals in diesem bereich ,glaube ich , wenig lebenserwartung !


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2013 00:14
#13
avatar

Zitat von frank im Beitrag #12


militärische verbindungsmission ? mußten damals ja im osten einige 'federn' lassen !!
schade um diese menschen , aber spionage hatte damals in diesem bereich ,glaube ich , wenig lebenserwartung !


Das ist jetzt nicht zynisch gemeint, aber zwei Tote durch direkte "Feindeinwirkung" in 45 Jahren ist weniger als in manch einem Manöver zu verzeichnen gewesen war.
Zur Spionage könnte ich noch mehr sagen, dann müssten wir aber wohl den Thread wechseln weil OT.

Wolfgang


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2013 00:31
avatar  ( gelöscht )
#14
avatar
( gelöscht )

Zitat von diefenbaker im Beitrag #13
Zitat von frank im Beitrag #12


militärische verbindungsmission ? mußten damals ja im osten einige 'federn' lassen !!
schade um diese menschen , aber spionage hatte damals in diesem bereich ,glaube ich , wenig lebenserwartung !


Das ist jetzt nicht zynisch gemeint, aber zwei Tote durch direkte "Feindeinwirkung" in 45 Jahren ist weniger als in manch einem Manöver zu verzeichnen gewesen war.
Zur Spionage könnte ich noch mehr sagen, dann müssten wir aber wohl den Thread wechseln weil OT.

Wolfgang


na dann lass mal raus ! was weist du über tote durch feindeinwirkung ???
ich glaube , es gab mehr tote in sachen MVM , als man selbst im nachhinein zugeben möchte !!!


 Antworten

 Beitrag melden
10.11.2013 01:50
#15
avatar

Zitat von frank im Beitrag #14
Zitat von diefenbaker im Beitrag #13
Zitat von frank im Beitrag #12


militärische verbindungsmission ? mußten damals ja im osten einige 'federn' lassen !!
schade um diese menschen , aber spionage hatte damals in diesem bereich ,glaube ich , wenig lebenserwartung !


Das ist jetzt nicht zynisch gemeint, aber zwei Tote durch direkte "Feindeinwirkung" in 45 Jahren ist weniger als in manch einem Manöver zu verzeichnen gewesen war.
Zur Spionage könnte ich noch mehr sagen, dann müssten wir aber wohl den Thread wechseln weil OT.

Wolfgang


na dann lass mal raus ! was weist du über tote durch feindeinwirkung ???
ich glaube , es gab mehr tote in sachen MVM , als man selbst im nachhinein zugeben möchte !!!


Ich habe mal versucht, die Fortsetzung zu MVM nach hier

Die Militärverbindungsmissionen in der DDR (8)

zu verlagern.
Ob ich das richtig gemacht habe, muss sich zeigen.

Wolfgang


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!