Meine erste Wohnung - Wohnraumsuche in der DDR

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06.11.2013 21:18 (zuletzt bearbeitet: 06.11.2013 21:19)
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#61
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Und Pfarrer Eppelmann (Samariterkirche) hatte man auch noch in der Nachbarschaft.


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06.11.2013 21:18
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#62
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Das ist Deine berechtigte Ansicht, ich wollte aber nicht wieder in einen noch so schön sanierten Altbau, in dem ich wieder Kohlen schleppen müsste.


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06.11.2013 21:19
avatar  Lutze
#63
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meine erste Wohnung war sehr praktisch,
Plattenbau,Einraum-Wohnung,5 Stock,
das Sofa wurde abends zum Bett hergerichtet,
der Fernseher stand so,man konnte aus allen Ecken
auf den Fernseher schauen,selbst aus der Badewanne heraus,
und äußerst billig,etwas über 40 DDR-Mark an Miete bezahlt,
den Mietvertrag habe ich heute noch,falls es keiner glauben sollte
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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06.11.2013 21:19
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#64
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Du willst es nicht begreifen, es ist müßíg. Eine Sanierung ohne Reparaturstau ist immer billiger und geht schneller als ein Neubau. Es sei denn, man muss entkernen. Dann nicht mehr.

Nur: Wenn kein Reparaturstau entsteht braucht man nicht zu sanieren, höchstens modernisieren oder reparieren.

Und solange wurde meist gewartet, dann wurde abgerissen und neu gebaut.


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06.11.2013 21:21
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#65
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Glaubst Du, das hat man aus purer Blödheit gemacht? Wenn die Kapazitäten da gewesen wären, hätte man sicher anders gehandelt.


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06.11.2013 21:26 (zuletzt bearbeitet: 06.11.2013 21:26)
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#66
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Ich sag´ da nichts mehr dazu, ich klinke mich hier aus.

Weißt Du, warum der Teufel seine Großmutter erschlug? Weil er keine Ausreden mehr hatte. So kommt mir das hier vor.

Der Sozialismus war so toll.

Aber der Kapitalismus war so Sch...... nur hatte der Kapitalismus Material und Kapazitäten. Komisch, nicht? Ich würde das fehlen von Kapazitäten und Material als Fehler im System bezeichnen.


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06.11.2013 21:26 (zuletzt bearbeitet: 06.11.2013 21:31)
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#67
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Zitat von GZB1 im Beitrag #61
Und Pfarrer Eppelmann (Samariterkirche) hatte man auch noch in der Nachbarschaft.


Und das echte Denkmal für den "Unbekannten Deserteur" in seinem Vorgarten.
Bis zum Aushang der gefälschten Wahlergebnisse in der Rigaer waren es auch nur 10min Fußweg.


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06.11.2013 21:34 (zuletzt bearbeitet: 06.11.2013 21:48)
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Zitat von berlin3321 im Beitrag #66
Ich sag´ da nichts mehr dazu, ich klinke mich hier aus.

Weißt Du, warum der Teufel seine Großmutter erschlug? Weil er keine Ausreden mehr hatte. So kommt mir das hier vor.

Der Sozialismus war so toll.

Aber der Kapitalismus war so Sch...... nur hatte der Kapitalismus Material und Kapazitäten. Komisch, nicht? Ich würde das fehlen von Kapazitäten und Material als Fehler im System bezeichnen.


Gut, die Platten aufeinander stapeln war in Serienproduktion sicherlich günstig, aber Geld hat das trotzdem auch gekostet.
Ich frage mich im Nachhinein wer die zu befriedigenden "Ansprüche" festgelegt hat, warmes Wasser aus Wand in einem fensterlosen Bad- und Küchenloch und Fernheizung kann es doch letztendlich nicht gewesen sein und ich wundere mich immer noch das auch heute damit noch jemand zufrieden ist.
Aber soviel scheinen es auch nicht mehr zu sein, die sanierten ehemaligen Satelitenviertel stehen zumal in Chemnitz recht leer, die rückgebauten Häuser weniger aber die noch vorhandenen alten 11-Geschoss-Silos schon.


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06.11.2013 21:41
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#69
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Andreas, im Gegensatz Trockentoilette halbe Treppe tiefer, Eisblumen am Schlafzimmerfenster, mit der WM-66 Badewasser für vier Köpfe Bad in der Zinkbadewanne in der Küche. Da habe ich das fensterlose Bad und den Einheitsbau gern in kauf genommen.


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06.11.2013 21:44 (zuletzt bearbeitet: 06.11.2013 21:49)
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#70
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #69
Andreas, im Gegensatz Trockentoilette halbe Treppe tiefer, Eisblumen am Schlafzimmerfenster, mit der WM-66 Badewasser für vier Köpfe Bad in der Zinkbadewanne in der Küche. Da habe ich das fensterlose Bad und den Einheitsbau gern in kauf genommen.


Wir meinen ja hier auch nicht die maroden Altbauten damals sondern diese als eventuelle sanierte Alternative zu den Arbeiterschließfächern.


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06.11.2013 21:48
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#71
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Die hatte dann aber immer noch keine moderne Heizung, Kohlen schleppen war weiter angesagt, Fernheizung oder dezentrale Blockheizung gab es leider nicht. Erst Recht nicht zentrale Hausheizung über Gas oder Öl.


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06.11.2013 21:58 (zuletzt bearbeitet: 06.11.2013 21:59)
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#72
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #71
Die hatte dann aber immer noch keine moderne Heizung, Kohlen schleppen war weiter angesagt, Fernheizung oder dezentrale Blockheizung gab es leider nicht. Erst Recht nicht zentrale Hausheizung über Gas oder Öl.


Es tut mir fast leid, aber schon wieder Einspruch, in Mehrzahl hatten die alten Häuser einen Gasanschluss und mit ein wenig ostdeutscher Ingenieurskunst und dem entsprechendem Kombinat für die Fertigung, wäre eine zentrale Beheizung durchaus möglich gewesen.
Es gab für Vitamin-B-Inhaber damals sogar schon die Forster Etagenheiztung, ein feines Teil übrigens für damalige Verhältnisse.


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06.11.2013 22:00 (zuletzt bearbeitet: 06.11.2013 22:02)
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#73
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #68


Gut, die Platten aufeinander stapeln war in Serienproduktion sicherlich günstig, aber Geld hat das trotzdem auch gekostet.
Ich frage mich im Nachhinein wer die zu befriedigenden "Ansprüche" festgelegt hat, Wasser aus Wand in einem fensterlosen Badloch und Fernheizung kann es doch letztendlich nicht gewesen sein und ich wundere mich immer noch das auch heute damit noch jemand zufrieden ist.



Grenzwolf, der Mensch ist eigenartiger Weise so gebaut, dass er sich immer danach sehnt, was er gerade nicht hat. Das beste Beispiel ist meine Freundin. 1986 bekam sie über ihren Betrieb eine Zuweisung für eine Neubauwohnung in Marzahn. In Mühlenbeck aufgewachsen, in Niederschönhausen im Grünen gelebt waren ihre Argumente:

-Keine Kohleheizung - kein Dreck
-Warmwasser aus der Wand
-Schule, Kindergarten und Krippe vor der Tür
-Kaufhalle in Sichtweite
-Weg zur Arbeit genauso schnell wie aus Pankow
-...

Ich fand es damals schade und sagte ihr, so eine Neubauwohnung hat auch ihre Tücken (Mängel) - da zieht es hier und zieht es dort und im Sommer kann es im Beton auch unerträglich werden. Sie ist dann weg gezogen. Glücklich ist sie nicht geworden, mein Landei.

Sie hat es gerade mal 3 Jahre in Marzahn ausgehalten und ist 1989 in ihr Kiez zurück gekehrt. Die Gründe waren vielschichtig. Der wictigste war aber - aus der Tür rausgehen und im Grünen sein (stark verkürzt) . Sie sagte, sie hat es ausprobiert und nur der Vergleich hat sie erfahren lassen, was ihr wirklich wichtig ist.

Sie hatte damals die Alternative. Viele, die in Marzahn wohnten und wohnen hatten und haben diese nicht. Und heute, bei den Mieten in Pankow schon garnicht mehr. Und so haben viele sich mit der Platte arrangiert. Und so bleibt es für sie das beste was ihnen passieren konnte. Und das sollte man ihnen auch nicht madig machen.

Im übrigen habe ich seit der Wende den unmittelbaren Vergleich zur Platte im Westen - das Märkische Viertel. Da muss ich sagen, wenn ich wählen müsste zwischen Marzahn und Märkischen Viertel würde ich mich nach Kenntnis der bausubstanz entscheiden für ?

LG von der grenzgaengerin


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06.11.2013 23:06
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#74
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Als ich 1983 nach Potsdam kam war ich 22 Jahre und meine Eltern hatten in der Nähe von Königs Wusterhausen eine Wohnung mit ausreichendem Platz für mich. Also pendelte ich jeden Tag im Jahr von Potsdam in die Wohnung meiner Eltern. 1984 lernte ich meine Frau kennen, sie zog mangels Alternativen auch bei meinen Eltern ein und wir pendelten beide, sie nach Berlin, ich nach Potsdam. 1985 haben wir geheiratet und zwei Monate später hatten wir eine Einraumwohnung (Stasi-Block) zwei Minuten von meiner Dienststelle entfernt und meine Frau hatte einen Job in Potsdam. Als das erste Kind unterwegs war, sollten wir eine Zweiraumwohnung mit Ofenheizung in Gross Glienicke bekommen (Grenzer-Block), die Häuser wurden gerade gebaut - Kita vor der Tür aber weit ab vom Schuss. Wollten wir trotzdem haben.
Als ich den Mietvertrag unterschreiben wollte, sagte der Wohnungsmensch des GR-44, dass da gerade eine 80qm - Altbauwohnung in Potsdam - Babelsberg frei geworden wäre. Ich unterschrieb nicht, fuhr nach Klein Glienicke in Babelsberg, stand auf dem Hof des Hauses, das direkt an der Mauer lag, fuhr zurück in die Dienststelle und unterschrieb den neuen Mietvertrag, ohne die Wohnung je gesehen zu haben. Die 80qm entpuppten sich dann als 95qm-Zweiraum-Wohnung mit Loggia, 500 qm Gartennutzung, Ofenheizung und kräftigem Sanierungsbedarf. Nach knapp 7 Monaten war die mini - Sanierung mit neuen E-Leitungen (immer noch mit Alu), neuer Badewanne, neu gestrichenen Fenstern, wW in der Küche (19qm) und den rauhfaserbekleideten Wänden beendet und wir konnten glücklich einziehen. 2 Monate später wurde unsere erste Tochter geboren und bezog ein 25 qm grosses Kinderzimmer. Die Kachelöfen wurden durch eine Luftheizung ersetzt, das Kinderzimmer musste 2 Jahre später mit der kleinen Schwester geteilt werden und im Garten hoppelten die Kaninchen zur Freude der Kinder umher. Nach der Wende wurde auf eigene Kosten weitersaniert und später auf Kosten des neuen Eigentümers das Bad von Badeofen auf neuen Standart mit gefliesten Wänden gebracht. Die Ofenheizung für Wohn- und Kinderzimmer haben wir bewusst bis zum Auszug behalten und haben fast ausschlieslich Holz aus dem Babelsberger Park verfeuert. Bad und Küche wurden elektrisch beheizt.
2010 waren die Kinder groß und wir wurden durch die neuen Eigentümer rausgeekelt. Wir zogen dann von der Potsdamer Seen-Landschaft an den Zeuthener See im Südosten Berlins mit direktem Seezugang, Bootssteg und ohne Mieterhöhung im Objekt seit 1997.
Wohnungstechnisch kann ich mich über die letzten 28 Jahre also nicht beschweren - ich war wohl zwei mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
War einfach Glück.



andy


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06.11.2013 23:12
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#75
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Leute, die Geschmäcker sind verschieden, wenigstens das sollten wir doch akzeptieren und jeder hatte eine andere, also seine Vorausetzung.
Ich persönlich hätte ja auch noch einige Jahre bei Schwiegereltern bleiben können, zog allerdings den Sechsgeschosser ohne Fahrstuhl und Balkon vor. Schön blöd, wird der eine sagen und nix wie weg der andere. Als ich 1984 von Meißen nach Berlin ging, hatte ich schon einige Jahre meiner Kindheit und Jugend in einer Wohnung mit Außenklo, Ofenheizung und ohne Badezimmer verbracht. Für mich war die Neubauwohnung wirklich ein Gewinn. Ich lasse mir meine Jahre dort in der Platte auch nicht kaputtreden, denn ich habe mir das Leben so eingerichtet, fertig.

Trotzdem ist die hier schon ausgiebig beschriebene Wohnraumsituation in der DDR, ein Stück Geschichte, auf das ich gerne verzichtet hätte.

Gruß Reiner


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