Reisekader der DDR

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29.10.2013 08:34
#211
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Zitat von seaman im Beitrag #208
Ab Anfang der siebziger Jahre,nach der Anerkennungswelle,befanden sich über 100.000 DDR-Bürger (Reisekader) ständig im Ausland.
Darunter ca.1000 Kinder.
Ab Ende der sechsiger Jahre waren es bereits 13.000 DDR-Bürger die ständig im Ausland tätig waren.Dazu kommen noch die vielen kurzfristigen Reisekader.

seaman


Jetzt warte ich auf die Frage von den Hartlinern hier. Damit sind bestimmt die Reisekader in den Bruderstaaten gemeint.


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29.10.2013 08:39
#212
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Fallen Sportler im Ausland eigentlich auch unter den Begriff "Reisekader? (OT: Mir kommt jetzt gerade der nordkoreanische Nationalspieler "Jong Tae-se" in den Sinn, der 2012 in der Bundesliga und seit 2013 in Südkorea spielt, mit NK Pass)
http://de.wikipedia.org/wiki/Jong_Tae-se

Theo


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29.10.2013 08:41
#213
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Zitat von SET800 im Beitrag #197
@ Gert


Hallo,
warum das nicht ging mit Pass und GÜST Wartha wir doch wohl bekannt sein. Ja , es war für viele unschön, frustrierend und nervend adminitrativ verordnet nicht beleibig reisen zu dürfen.
Aber das ist nun mal der Lauf der Welt, seinen Platz auf der Erde kann man sich nicht aussuchen. In Apulien, der Extremadura, Chilenishcen bergbausiedlungen, Vorstädten von Johannesburg, den Slums von Kairo oder Bombay sieht das sehr mies aus. 16 Mio hatten mehr Glück und lebten im wohl reichsten Staat des RGW.
Ein Staat der nie einen Krieg führte, seinen Bürgern nicht konkret abverlangte für den Staat das Leben einzusetzen. Verlangt wurde nur nach staatlichem Bemessen in dem Staatsgebiet zu arbeiten.

Krieg führen zum Wohle des Staates mit WEHRPFLICHTIGEN:
USA, das Land der Deklaration der Menschenrechte, bis 1974.
Frankreich in Vietnam und Algerien, das Land von Liberté, Égalité, Fraternité.
Niederlande in Indonesien, gleich nach der Befreiung von der Wehrmacht.....
Und England als Mutterland der Demokratie, 1956 Suez............


PS.
In der Geburtslotterie könnten Norwegen, Schweden und Neuseeland als Hauptgewinne gelten....


Manchmal wird eben auch auf hohem Niveau gemeckert, was nicht heißen soll, daß ich mit dem nicht - reisen - können einverstanden war, insbesondere nachdem ich monatlich eine westdeutsche Mineralienzeitschrift privat erhielt, mit farbigen Schilderungen ferner Länder. Es ist so, daß sich immer nach dem orientiert wird, was scheinbar oder auch tatsächlich besser für einen ist, wobei man allerdings nie die Verhältnismäßigkeit aus den Augen verlieren darf.


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29.10.2013 08:44 (zuletzt bearbeitet: 29.10.2013 08:52)
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#214
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Etliche DDR-Reisekader befanden sich in Einsatzgebieten die mit erheblichen Risiken verbunden waren.
Deshalb bin ich der Auffassung,viele hätten sich lieber nicht vor Ort befunden und hätten sich in ihrer sicheren Heimat wohler gefühlt.
Mit Risiken meine ich nicht irgendwelche tropischen krankheiten sondern gravierende Erlebnisse,wie Todesangst durch Kriege und Bürgerkriege.
Dinge,die der normale Mensch nur aus dem Fernsehen kennt oder wissentlich ausblendet.
Spreche hier von Ländern,wie dem Libanon,Syrien,Ägypten,Indien,Äthopien,Mocambique,Angola,Nicaragua,Chile und nicht zuletzt Vietnam z.b........

seaman


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29.10.2013 08:48 (zuletzt bearbeitet: 29.10.2013 09:03)
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#215
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Ich muß hier den getroffenen Aussagen im Beitrag #203 widersprechen. Er vermittelt den Eindruck, dass die DDR-Reiskader nur mit Luxus-Limousinen unterwegs waren. Volvos benutzten benutzte nur ein bestimmter Personenkreis. Da gab es ganz klare Richtlinien. Und wenn hier von einer Armada von Volvos gesprochen wird, so bezweifele ich diese Aussage sehr stark - es sei denn, die Koko war vor Ort oder Angehörige des Politbüros - denkbar wäre Günter Mittag.
Ansonsten galt auch bei Westfahrten das Prinzip der Sparsamkeit und man verwendete in der Regel die Bahn. Ich kann mich auch erinnern, nur einmal von Boizenburg mit dem PKW nach Hamburg gefahren zu sein und das mit dem Wolga, der zuvor noch vom Fahrer auf Hochglanz gebracht wurde und deshalb etwas unnatürlich erschien.
Sogar bis auf Ministerialebene - um einmal den westlichen Terminus zu gebrauchen - wurden für Westfahrten Wolgas und später Ladas verwendet. Zum Schluß dann die Peugeot´s. Andere Reiseziele, u.a. Österreich, Frankreich etc. wurden per Flugzeug angereist. Den dortigen Transport übernahmen dann in der Regel die Verhandlungs- und Geschäftspartner. Da kam man dann schon in den Genuss ein anderes Fahrzeug kennen zu lernen.
In Mocambique war der W 50 bzw. der UAS das bestimmende Einsatzfahrzeug - ab und an auch der B 1000. Richtete sich immer nach den Zweck der Fahrt. Nach Nacala ist man immer im Konvoi gefahren, wie auch nach Maputo. D.h. auch in Begleitung von Sicherheitskräften Mocambique´s. Und von einem W 50 bzw. offenen UAS war man auch schneller abgesprungen bei einem Überfall.
Auf Cuba waren auch nur Shiguli und Moskwitsch die Einsatzfahrzeuge. Die Fahrt mit einem US-amerikanischen Oldtimer war auch mehr eine touristische Attraktion, die man mitmachte.
In das SW, d.h. Polen, CSSR und Ungarn ging es nur mit Wolga und Ladas. Manchmal auch mit dem Party-B1000.

Soweit erst einmal.

Vierkrug


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29.10.2013 08:52
#216
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Zitat von Kurt im Beitrag #205
Zitat von CASI im Beitrag #202
Moin,

ich habe eine Bitte: Macht diesen tollen Thread nicht kaputt!
Hier berichten Zeitzeugen und ich habe jeden Input eingesaugt, um auch einmal die andere Seite zu verstehen! - Das hilft ganz gewaltig, das zum Bleistift ein Wessi wie ich, auch mal die absoluten Kuriositäten der DDR versteht!
Dazu gehören auch die Reisekader!
Ich finde es sehr gut, das es bislang hier sehr sachlich zugegangen ist und ich würde mir wünschen, das dieses auch so bleibt!
Wo wir bei den Reisekadern sind, kommt bei mir auch gleich eine Frage an die Spezialisten auf:
Es war im Frühjahr 89 und ich bin mit meinem klapprigen BMW auf der Wahrschauer Chaussee (A2) von der Berufschule nach Hause gefahren. DDR PKW waren recht selten auf dieser "Chaussee" zu sehen, Deutrans LKW öfters. Waren meistens Liaz oder Roman.
Naja, ich hatte ein leichtes Magen/Darm Problem und musste selbst auf der kurzen Strecke von Bi nach GT schlagartig raus. Auf den Parkplatz Sürenheide dann ab in die Büsche und gut!
Erleichtert beim Auto angekommen sah ich einen Wartburg stehen. Ich war damals schon Autonarr und hatte das sofort erkannt!
Haube offen. Als Hobbymaschinist (musste ja den klapprigen BMW mit Azubigehalt am rennen halten) sofort hin und nachgefragt ob Hilfe gebraucht wird.
Unter der Haube fand ich überraschenderweise nicht einen Floddermäßig gekleideten Azubi wie mich, sondern einen gut gekleideten Herren, mitte 40!
Nach etwas Smalltalk war klar: Unterbrecher war eingelaufen, daraufhin Kerze versaut und er war am Kerze putzen, Unterbrecher hatte er schon gemacht.
Ich hab nur gestaunt.
Die Kerze wollte aber nicht mehr, der 2te Zylinder hatte einfach keinen Bock mehr. Kerze in nen anderen Zylinder geschraubt, ging auch nicht.
Das Isolator Teil wieder raus, die Kerze ist fertsch.
Wärmewert nachgeschaut: 175er! - Hab ich dabei, der BMW hatte auch 175er, ab in die Abründe meines Kofferraums.
Dann festgestellt: Langgewinde... Hmm... Wieder in die Abrgründe meines Bastelkofferraums: 5 Unterlegscheiben gefunden.
Kerze reingedreht, Wartburg lief auf allen Zylindern!
Damit ist der bis nach Köln gekommen und auch wieder zurück. (Hat sich hinterher per Brief bedankt)
Der Mann war recht reserviert, wusste erst überhaupt nicht, was passiert, oder was ich wollte..
Aufgrund dieses Erlebnisses daher die Hauptfrage: Was passierte, wenn so ein Reisekader mit seinem Steinalten Skoda Oggi (wie bei der Stäv) mal einfach so beim Klassenfeind liegen blieb. Konnte der den ADAC zur Hilfe bitten?
Das wäre für mich mal interessant zu wissen!

Viele Grüße
Carsten





Hallo Carsten,

Ein NSW Reisekader im Wartburg 353...das klingt für mich ungewöhnlich. Da vermute ich eher einen DDR Bürger, welcher nicht dienstlich unterwegs war. Er war dann aber kein Reisekader. Ja, das ging auch mit Mitte 40, bei meiner Mutter sogar mit 36.
Gesetzt den Fall, wir sprechen von den 80er Jahren und der Mann hatte Verwandte ersten Grades, hatte eine Schwerbehinderung, wie zum Beispiel einen Herzfehler und mußte zu einer dringenden Familienangelegenheit, wie zum Beispiel eine Beerdigung, dann durfte er schon in die BRD reisen, nachdem sein Antrag geprüft und genehmigt worden war. Meistens erfolgten die Reisen zwar mit der Bahn, manchmal aber auch im eigenen Auto.
Dabei achtete man schon auf die Kleidung.

Nun zum Kern Deiner Frage. Da muß man trennen! Bei Kraftfahrern von Deutrans war es nicht erwünscht, sich Hilfe gegen Devisen zu holen. Sie wurden in Potsdam vorher hervorragend ausgebildet, um ihren LKW selbst reparieren zu können, soweit dies möglich war.
(Es gab da im Fernsehen der DDR auch mal eine Reportage, die so eine Situation zeigte. Ein Fernsehteam begleitete einen Deutrans-LKW durch das NSW, der mit seinem Volvo F12 prompt eine Reifenpanne in Österreich hatte... Nicht gestellt. Das war echt.)
Der ADAC hatte sehr gute Beziehungen zur DDR und war ab Mitte der 80er Jahre auch in der DDR vertreten. Die VW Passat Variant der "gelben Engel" waren sogar in der DDR stationiert und mit qualifizierten Kfz.-Schlossern der DDR besetzt.
Wenn jetzt wirklich einmal einer der seltenen Besucher der DDR in der BRD eine Panne hatte, so wurde diesem geholfen. Ich selbst weiß von so einem Fall bei Bad Hersfeld, und diese Hilfe war kostenlos.

Viele Grüße,

Kurt


Rot: Genau das hat mir die Instandhaltungschefin unserer Schwesterfirma in PS gesagt, warum sie nach der Wende bevorzugt DDR-Kraftfahrer für ihren Fuhrpark eingestellt hatten. Die wußten sich zumeist zu helfen und haben nicht wegen einer Kleinigkeit auf den Service gewartet.


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29.10.2013 09:04
#217
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #207
Hier wird berichtet wie normal das alles war, als DDR Bürger in der weiten Welt umherzureisen.Wenn ich hier so lese ,frage ich mich warum es die DDR nicht mehr gibt.@Schnatterinchen

Ich hatte es hier im Forum schon mal geschrieben,nur noch kurz mal. Meine Schwester(BRD) lag im Sterben (Krankenhaus) beglaubigte Schreiben der Ärzte lagen vor. Ihrem Wunsch,unsere Eltern noch einmal zu sehen wurde nicht entsprochen.
nach 4 Wochen kam die Todesnachricht. Meine Mutter durfte zur Trauerfeier fahren. Das werde ich diesem "Staat" DDR Nie Vergessen oder verzeihen.



Dem Staat oder ihrem Arbeitgeber ? Es wird hier schnell die Ursache auf den "Staat" geschoben, der "Staat" waren aber hier ganz konkrete Personen, vielleicht auch nur eine einzige Person. Hatte es vor einiger Zeit schon mal berichtet, da mir eine Cuba-Reise link gemacht wurde, als ehemaliger Grenzer und zumind. BPO-Sekretär. Aus heutiger Sicht hätte ich wohl mein Mitgliedsbuch, zumindnest die Funktion, niedergelegt und so habe ich mich lediglich mächtig geärgert. Die "Schuld" für diese Entscheidung wurde durch den Mitarbeiter der FDGB-Bezirksleitung, über die das lief, dem MfS gegeben. Später, aus erster Hand (Chef der Bezirkverwaltung Erfurt des MfS), daß für Reisen dieser Art bis auf sehr wenige Ausnahmen allein die Stellungnahme des jeweiligen staatlichen Leiters entscheidend war. Versuche mal herauszufinden, ob es da einen neidischen oder überängstlichen Leiter gab.
Unserer Chefsekretärin ging es ähnlich. Auch Ablehnung. Sie eine schriftliche Beschwerde losgelassen. Kurze zeit später erschienen zwei Herren und fragten sie höflich, wann sie denn fahren möchte. Es ging doch, warum nicht gleich so ?


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29.10.2013 09:05
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#218
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Zitat von seaman im Beitrag #214
Etliche DDR-Reisekader befanden sich in Einsatzgebieten die mit erheblichen Risiken verbunden waren.
Deshalb bin ich der Auffassung,viele hätten sich lieber nicht vor Ort befunden und hätten sich in ihrer sicheren Heimat wohler gefühlt.
Mit Risiken meine ich nicht irgendwelche tropischen krankheiten sondern gravierende Erlebnisse,wie Todesangst durch Kriege und Bürgerkriege.
Dinge,die der normale Mensch nur aus dem Fernsehen kennt oder wissentlich ausblendet.

Spreche hier von Ländern,wie dem Libanon,Syrien,Ägypten,Indien,Äthopien,Mocambique,Angola,Nicaragua,Chile und nicht zuletzt Vietnam z.b........

seaman



Ich ging bisher davon aus, dass diese Leute freiwillig in diese Gebiete gefahren sind. Nun habe ich Zweifel, gab es einen Befehl, mussten sie dorthin ?
Ich wüsste gern auch mal, was das Ziel der Reisen in solche gefährlichen Krisengebiete war . Was konkret war die Aufgabe z.B. von dir seaman oder von Vierkrug ? Falls ich da etwas übersehen habe, schreibt mal die PostNr. wo das steht. Ich kann mir da nichts vorstellen, warum man sich in solche Gefahren begibt ohne Motiv, Anreiz materieller Art oder ähnliches.


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29.10.2013 09:06
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#219
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Hallo @diefenbaker,
zu deiner Frage über eine Zusammenarbeit der Sicherungskräfte von DDR und BRD im Mocambique kann ich leider nichts sagen,
aber wir haben hier noch @Vierkrug welcher noch Verbindung hat zu einem ehemaligen Kollegen, welcher bis zum Schluß in Mocambique war.
Vielleicht ist er ja so gut ,uns eine Antwort auf diese Frage zu besorgen.
Aus persönlichem Erleben , wir hatten ende November 1989 einen Kurzbesuch des bundesdeutschen Botschafters in unserer Residenz
abzusichern. Der BRD Botschafter wurde nur von seinem Kraftfahrer ,welcher ein Einheimischer war, begleitet.
Also keine Sicherheitsbeamten dabei.
mfg Jan


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29.10.2013 09:10
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#220
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Zitat von seaman im Beitrag #208
Ab Anfang der siebziger Jahre,nach der Anerkennungswelle,befanden sich über 100.000 DDR-Bürger (Reisekader) ständig im Ausland.
Darunter ca.1000 Kinder.
Ab Ende der sechsiger Jahre waren es bereits 13.000 DDR-Bürger die ständig im Ausland tätig waren.Dazu kommen noch die vielen kurzfristigen Reisekader.

seaman



das mag ja sein, aber meine Eltern waren zu meiner Hochzeit 1970 nicht zu Reisekadern erklärt worden. Abgelehnt ohne Angabe von Gründen.


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29.10.2013 09:10
#221
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #215
Ich muß hier den getroffenen Aussagen im Beitrag #203 widersprechen. Er vermittelt den Eindruck, dass die DDR-Reiskader nur mit Luxus-Limousinen unterwegs waren. Volvos benutzten benutzte nur ein bestimmter Personenkreis. Da gab es ganz klare Richtlinien. Und wenn hier von einer Armada von Volvos gesprochen wird, so bezweifele ich diese Aussage sehr stark - es sei denn, die Koko war vor Ort oder Angehörige des Politbüros - denkbar wäre Günter Mittag.
Ansonsten galt auch bei Westfahrten das Prinzip der Sparsamkeit und man verwendete in der Regel die Bahn. Ich kann mich auch erinnern, nur einmal von Boizenburg mit dem PKW nach Hamburg gefahren zu sein und das mit dem Wolga, der zuvor noch vom Fahrer auf Hochglanz gebracht wurde und deshalb etwas unnatürlich erschien.
Sogar bis auf Ministerialebene - um einmal den westlichen Terminus zu gebrauchen - wurden für Westfahrten Wolgas und später Ladas verwendet. Zum Schluß dann die Peugeot´s. Andere Reiseziele, u.a. Österreich, Frankreich etc. wurden per Flugzeug angereist. Den dortigen Transport übernahmen dann in der Regel die Verhandlungs- und Geschäftspartner. Da kam man dann schon in den Genuss ein anderes Fahrzeug kennen zu lernen.
In Mocambique war der W 50 bzw. der UAS das bestimmende Einsatzfahrzeug - ab und an auch der B 1000. Richtete sich immer nach den Zweck der Fahrt. Nach Nacala ist man immer im Konvoi gefahren, wie auch nach Maputo. D.h. auch in Begleitung von Sicherheitskräften Mocambique´s. Und von einem W 50 bzw. offenen UAS war man auch schneller abgesprungen bei einem Überfall.
Auf Cuba waren auch nur Shiguli und Moskwitsch die Einsatzfahrzeuge. Die Fahrt mit einem US-amerikanischen Oldtimer war auch mehr eine touristische Attraktion, die man mitmachte.
In das SW, d.h. Polen, CSSR und Ungarn ging es nur mit Wolga und Ladas. Manchmal auch mit dem Party-B1000.

Soweit erst einmal.

Vierkrug


Mein alter Herr war, wenn es zu Messen z.B. nach Köln oder Geschäftsbesuchen in die BRD ging, wenn nicht mit dem Zug, dann mit seinem Dienst-Moskwitsch.


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29.10.2013 09:11
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#222
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Zitat von Gert im Beitrag #218
Zitat von seaman im Beitrag #214
Etliche DDR-Reisekader befanden sich in Einsatzgebieten die mit erheblichen Risiken verbunden waren.
Deshalb bin ich der Auffassung,viele hätten sich lieber nicht vor Ort befunden und hätten sich in ihrer sicheren Heimat wohler gefühlt.
Mit Risiken meine ich nicht irgendwelche tropischen krankheiten sondern gravierende Erlebnisse,wie Todesangst durch Kriege und Bürgerkriege.
Dinge,die der normale Mensch nur aus dem Fernsehen kennt oder wissentlich ausblendet.

Spreche hier von Ländern,wie dem Libanon,Syrien,Ägypten,Indien,Äthopien,Mocambique,Angola,Nicaragua,Chile und nicht zuletzt Vietnam z.b........

seaman



Ich ging bisher davon aus, dass diese Leute freiwillig in diese Gebiete gefahren sind. Nun habe ich Zweifel, gab es einen Befehl, mussten sie dorthin ?
Ich wüsste gern auch mal, was das Ziel der Reisen in solche gefährlichen Krisengebiete war . Was konkret war die Aufgabe z.B. von dir seaman oder von Vierkrug ? Falls ich da etwas übersehen habe, schreibt mal die PostNr. wo das steht. Ich kann mir da nichts vorstellen, warum man sich in solche Gefahren begibt ohne Motiv, Anreiz materieller Art oder ähnliches.


Es soll Leute gegeben haben , welche aus Solidarität den ärmsten der Armen helfen wollten und das auch mit ihrem Leben bezahlten
http://www.mdr.de/damals/artikel71820.html

gruß Jan


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29.10.2013 09:18
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#223
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Das schönste war doch, als ich den grünen Reisepass in den Händen hielt mit dem bereits eingedruckten Vermerk " gültig für alle Länder ".
Ich hatte in der ersten Zeit noch kein Geld aber das Gefühl ich kann, wenn ich will und ich brauche niemanden um Erlaubnis fragen, ist unbeschreiblich gut. und als ich dann das erste Mal im Ausland war, kam eine weiteres Glücksgefühl hinzu. Ich hatte nicht nur den richtigen Pass sondern auch noch die "richtige Kohle" in der Tasche.
Ich kann mir gut vorstellen, welch eine Demütigung es für einen erwachsenen Menschen in der DDR gewesen sein muss, erst einmal den Antrag auf Ausreise zu stellen und dann im Endeffekt auch noch eine unbegründete Absage an den Kopf geknallt zu bekommen. Den barschen Ton der DDR Behörden habe ich noch im Kopf. Einfach abartig, wie Menschen miteinander umgehen. Hat der Karl Marx das eigentlich in seinen Programmen auch so festgelegt ?


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29.10.2013 09:29
#224
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Zitat von elster427 im Beitrag #222
Zitat von Gert im Beitrag #218
Zitat von seaman im Beitrag #214
Etliche DDR-Reisekader befanden sich in Einsatzgebieten die mit erheblichen Risiken verbunden waren.
Deshalb bin ich der Auffassung,viele hätten sich lieber nicht vor Ort befunden und hätten sich in ihrer sicheren Heimat wohler gefühlt.
Mit Risiken meine ich nicht irgendwelche tropischen krankheiten sondern gravierende Erlebnisse,wie Todesangst durch Kriege und Bürgerkriege.
Dinge,die der normale Mensch nur aus dem Fernsehen kennt oder wissentlich ausblendet.

Spreche hier von Ländern,wie dem Libanon,Syrien,Ägypten,Indien,Äthopien,Mocambique,Angola,Nicaragua,Chile und nicht zuletzt Vietnam z.b........

seaman



Ich ging bisher davon aus, dass diese Leute freiwillig in diese Gebiete gefahren sind. Nun habe ich Zweifel, gab es einen Befehl, mussten sie dorthin ?
Ich wüsste gern auch mal, was das Ziel der Reisen in solche gefährlichen Krisengebiete war . Was konkret war die Aufgabe z.B. von dir seaman oder von Vierkrug ? Falls ich da etwas übersehen habe, schreibt mal die PostNr. wo das steht. Ich kann mir da nichts vorstellen, warum man sich in solche Gefahren begibt ohne Motiv, Anreiz materieller Art oder ähnliches.


Es soll Leute gegeben haben , welche aus Solidarität den ärmsten der Armen helfen wollten und das auch mit ihrem Leben bezahlten
http://www.mdr.de/damals/artikel71820.html

gruß Jan


Ja,Gert wenn ich einen bestimmten Job habe sollte ich ihn auch ausführen. Wenn man nicht dazu in der Lage ist , sollte man was anderes tun. Das war damals so und ist heute genauso.


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29.10.2013 09:31
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#225
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #215
Ich muß hier den getroffenen Aussagen im Beitrag #203 widersprechen. Er vermittelt den Eindruck, dass die DDR-Reiskader nur mit Luxus-Limousinen unterwegs waren. Volvos benutzten benutzte nur ein bestimmter Personenkreis. Da gab es ganz klare Richtlinien. Und wenn hier von einer Armada von Volvos gesprochen wird, so bezweifele ich diese Aussage sehr stark - es sei denn, die Koko war vor Ort oder Angehörige des Politbüros - denkbar wäre Günter Mittag.


Hallo Vierkrug

Ich habe eigentlich nicht gedacht, dass ich mich in meinem Beitrag so missverständlich oder mehrdeutig ausgedrückt habe, aber sei es drum. Und von einer "Armada" von Volvos war erst recht nicht die Rede. Ich kann nur das wiedergeben, was ich auf der K71, der Kunststoffmesse in Düsseldorf (mit der das neue Messegelände eröffnet wurde) erlebt habe: Ich war damals für die Betreuung der DDR-Aussteller zuständig und so ergaben sich Kontakt und auch Zusammenarbeit im notwendigen Rahmen.

Ich habe auch keine Ahnung, wie "prominent" die Delegation war, die dort die Leitung des Messestandes inne hatte. Ich weiß nur, dass zur Klärung eines bestimmten Sachverhalts ein gemeinsamer Termin beim HZA in Düsseldorf erforderlich war. Ich kam damals frisch von der Bundeswehr, war ziemlich pleite und hatte natürlich noch kein Auto und entweder noch keinen Führerschein oder einen ganz frischen, quasi jungfräulichen. Somit haben wir, ein leitender Mitarbieter des Ausstellerteams und ich, einen Volvo genutzt. Auf dem für die Aussteller reservierten Parkplatz standen mehrere rum, wobei ich nicht darauf geachtet habe, ob alle ein DDR-Kennzeichen trugen oder nicht: Dieser Parkplatz stand jedem Aussteller offen, eine Abgrenzung in welcher Form auch immer gab es nicht.

Es steht Dir frei diese Aussage anzuzweifeln - ich weiß nur, dass es sich so zugetragen hat.


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