Intersssante Begebenheiten der Abteilung VI PKE - I

23.10.2013 15:32 (zuletzt bearbeitet: 23.10.2013 15:34)
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#1
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Da hier grade das Thema Aliierte im Forum umgeht , fällt mir die Geschichte ein ,welche sich jedes Jahr im Sommer
wiederholte und in Potsdam viel Personal verschlang.
Es war die Geburtstagsfeier der Königin, welche im Sommer in der Seestrasse am Heiligen See, der MVM Vertrettung von
Großbritanien stattfand.
Zu dieser Festivität waren natürlich alle MVM Vertrettungen eingeladen und die Anreise erfolgte über die Glienicker Brücke.
Deshalb wurde bei der PKE ein Genosse eingesetzt ,der nur die PKW und deren Insassen zu zählen hatte. Immer nach dem Motto ,
was reinkommt muß auch wieder raus. Kontrolle erfolgte durch die sowjetischen Kontrollkräfte und wir zählten und fotografierten nur aus einem Blumenkübel.
In der Seestrasse traten sich dann die Leute auf die Füße ,Objektsicherung und Beobachter Es mußten die privaten Gaffer weg , welche dieses Schauspiel der auftrettenden Akteure
in Smoking und Ballkleid miterleben wollten. Ich muß gestehen das diese luxuriöse Feier in der DDR einzigartig war. man konnte diese Festivität auch vom gegenüberliegenden Ufer des heiligen Sees aus dem Neuen Garten beobachten, was einigee sich nicht entgehen ließen.
mfg Jan


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24.10.2013 21:52
#2
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Vergleichbare Veranstaltungen gab es bei den Amerikanern und Franzosen auch (Social Events).
Wichtig dabei auch immer die Einladungen an die sowjetische Seite, die i.d.R. angenommen wurden.


Foto Nikulla


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25.10.2013 17:53
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#3
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ABV

Solche Feierlichkeiten habe ich als Angehöriger des "Wachkommando Missionsschutz", in Berlin, ebenfalls erlebt. Ich erinnere mich noch gut an den 04. Juli 1986. Bekanntlich ist ja der 04. Juli der Nationalfeiertag der USA. 1986 war das Jahr von " La Belle" und den Bombenangriffen der USA auf Tripolis und Bengasi. Seit dem Frühjahr standen die diplomatischen Einrichtungen der USA und Großbritannien unter verstärktem Schutz. Die Feierlichkeiten zum 04. Juli, mit zahlreichen hochrangigen Gratulanten, unter anderem Egon Krenz, fanden in der Residenz des USA-Botschafters in Berlin-Pankow statt. Bereits mehrere Stunden zuvor, wurden sämtliche Zufahrten von unauffälligen Zivilisten, bei denen es sich nicht nur um MfS-Mitarbeiter sondern auch um Kräfte der " Beobachtergruppe" des "WKM" handelte, observiert. Später zogen MfS-Mitarbeiter, teils in Zivil teils in Uniform der VP, einen regelrechten Sicherungsring um die Residenz. Mir wurde die Ehre zu teil, den Nebeneingang der Residenz zu bewachen. Sechs Stunden als Standposten! Und das bei einer regelrechten Affenhitze!! Geleitet wurde der Einsatz von Oberstleutnant der VP Kießling. Einem leitenden Offizier des WKM. Von dem es interessanterweise intern hieß, dass er " ein zweites Dienstbuch besitzt". Den Begriff " OiBE" kannten damals nur absolute Insider!
Von Anfang an herrschte bei dem Einsatz große Anspannung. Nichts aber auch gar nichts durfte passieren. Offenbar traute man den in der DDR akkreditierten Diplomaten aus gewissen arabischen Ländern nicht über den Weg. Nicht zu Unrecht, wie sich später herausstellen sollte. Saßen doch die La Belle-Attentäter in der lybischen Botschaft in Berlin-Karlshorst.

Gruß an alle
Uwe

25.10.2013 18:19
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#4
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ABV,

man sollte aber nicht vergessen, dass einige Sicherungsmaßnahmen auf Wunsch der USA geschahen.

So bat der Botschafter der USA im Jahr 1986 die "zuständigen Stellen der DDR " für die Sicherheit ihrer Armeeangehörigen bei Reisen in Berlin zu sorgen. Es lagen der USA Hinweise vor, das es Anschläge auf die Busse ihrer Soldaten geben könnte.


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25.10.2013 18:43
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#5
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Ist ja witzig, der Weltpolizist musste von der DDR- VP beschützt werden.


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25.10.2013 18:45 (zuletzt bearbeitet: 25.10.2013 18:46)
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#6
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Zum Geburtstag der Königin gab es in West-Berlin immer auf dem Maifeld am Olympiastadion, also auch direkt neben dem britischen Hauptquartier, eine Riesenzeremonie, "trooping the colour". Dabei wurde die britische Fahne an den parademäßig aufmarschierten und rausgeputzten Soldaten entlang getragen. Fast immer war ein Royal dabei, Lady Di, Prince Charles oder sogar die Queen selbst. Das war noch richtig der Glanz des alten Empire.

Groß bewacht im Sinne von "beschützt", wurde es nicht erkennbar. Waren ja auch genug Soldaten und Militärpolizei dort.


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25.10.2013 18:50
avatar  Alfred
#7
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #5
Ist ja witzig, der Weltpolizist musste von der DDR- VP beschützt werden.



Nicht nur von der VP .....


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25.10.2013 19:03 (zuletzt bearbeitet: 25.10.2013 19:13)
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#8
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Die LaBelle-Leute kamen seinerzeit aus Ost-Berlin und zogen sich dorthin zurück, die halbe RAF ebenso und diverse arabische Geheimdienstler und Terroristen, die in West-Berlin Anschläge verübten. (Maison de France und das explodierte Hotelzimmer an der Uhlandstr z.B. es gab noch mehr)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/terror...ls/1308996.html

Der DDR so einen Schutz-Tipp zu geben, bedeutet auch, dass man sie verantwortlich macht, wenn den Amis im Osten was passiert wäre. Man wusste, die DDR kennt diese Pappenheimer und ihre Pläne genau und ließ die ja sogar mit Waffen und Sprengstoff über ihre, sonst strengstens kontrollierte, Grenze hin- und herreisen.


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25.10.2013 19:10
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#9
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ABV

Zitat von Alfred im Beitrag #7
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #5
Ist ja witzig, der Weltpolizist musste von der DDR- VP beschützt werden.



Nicht nur von der VP .....


Habe ich doch auch geschrieben

Gruß Uwe

25.10.2013 19:37
#10
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #5
Ist ja witzig, der Weltpolizist musste von der DDR- VP beschützt werden.


Noch witziger find ich ja, wie die Zusammenarbeit mit dem "Feind" geklappt hat, wenn es um den Allerwertesten ging. Herrlich, "Feind, beschütz nich mal vor dem anderen Feind", einfach köstlich !


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25.10.2013 20:51 (zuletzt bearbeitet: 25.10.2013 20:52)
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#11
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Herrlich und köstlich? Es gab echte Anschläge in Berlin. Und echte Opfer.
Das war kein Spiel. Und daran war die DDR-Regierung nicht ganz unbeteiligt.


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25.10.2013 20:56
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#12
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Zitat von Unner Gräzer im Beitrag #10
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #5
Ist ja witzig, der Weltpolizist musste von der DDR- VP beschützt werden.


Noch witziger find ich ja, wie die Zusammenarbeit mit dem "Feind" geklappt hat, wenn es um den Allerwertesten ging. Herrlich, "Feind, beschütz nich mal vor dem anderen Feind", einfach köstlich !


Ist wie heute, Ami, wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass, lass mein Bundeskanzlerinnen- Handy ungeschoren, und bitte erhalte mir meine diplomatische Immunität in meinen Land.


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25.10.2013 20:56
#13
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Zitat von Unner Gräzer im Beitrag #10
Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #5
Ist ja witzig, der Weltpolizist musste von der DDR- VP beschützt werden.


Noch witziger find ich ja, wie die Zusammenarbeit mit dem "Feind" geklappt hat, wenn es um den Allerwertesten ging. Herrlich, "Feind, beschütz nich mal vor dem anderen Feind", einfach köstlich !


Für meinen Geschmack wird hier der Begriff "beschützen" etwas überstrapaziert.
Genauer wäre es wahrscheinlich, wenn von "aufmerksam machen auf Verantwortung" gesprochen wird, wie es in dem Thread ja auch schon erwähnt wurde.

Wolfgang


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26.10.2013 10:49 (zuletzt bearbeitet: 26.10.2013 10:56)
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#14
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ABV

Ich hatte es ja vor ein paar Jahren schon mal erzählt:
Die Sicherheitsmaßnahmen des " Wachkommando Missionsschutz" vor der Botschaft der USA, begannen bereits mehrere Tage vor dem " La-Belle-Attentat". In einer Einweisung wurde uns gesagt, dass "Ernstzunehmende Hinweise auf einen Terroranschlag gegen Einrichtungen der USA in Berlin vorliegen". Es konnte nur nicht gesagt werden, ob damit " Berlin, Hauptstadt der DDR", oder Westberlin gemeint war. Angeblich, ich kann es natürlich nicht überprüfen, wurde die Warnmeldung an die Amerikaner weitergeleitet. Und selbst wenn nicht: dem Botschafter der USA dürften die verstärkten Posten vor dem Gebäude und die in Nebenstraßen bereitstehenden W50-Mannschaftstransporter mit aufgesessenen Volkspolizisten, nicht entgangen sein.
Erinnern kann ich mich auch an einen Funkspruch vom Diensthabenden: Demnach sollte unbedingt auf einen dunklen PKW mit (West)Berliner Kennzeichen und arabisch aussehenden Insassen geachtet werden. Sobald dieser PKW vor einer diplomatischen Einrichtung auftauchte, sollte unverzüglich der Diensthabende der WKM-Wache "Mitte" verständigt werden.

Siehe auch hier: Terrorangst in Ostberlin/ der heisse April des Jahres 1986

Gruß Uwe

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