Interessante Begebenheiten an der Güst - Teil IV

11.10.2013 18:33
#1
avatar

Kurze Bemerkung zu dieser Geschichte
Der Fall über den ich heute schreibe ist ungewöhnlich. Es geht um eine Ausschleusungsaktion einer DDR-Bürgerin unter Mithilfe eines Ausländers mit LKW. Die DDR und ihr Rechtssystem betrachteten jede Schleusungsfall als staatsfeindlich und kriminell. Es wurde aber schon vor Gericht unterschieden ob es sich um eine private Schleusung oder durch eine KMHB organisierte Flucht handelte. Dementsprechend fiel die Höhe der Strafe bei Gericht aus. Dieses Thema wurde hier im Forum schon mehrfach in Threads behandelt und ich will das hier auch nicht weiter vertiefen sondern nur mein Geschichte schreiben.

Die Abt. VIII/4 meldete über das OLZ der Abt.VI unter dem Kennwort "Lenker direkt" eine Schleusung Richtung Güst Marienborn/A. vor. Die Festnahmeggruppe unter Leitung des Zgf. wurde gebildet und nahm die festgelegten Positionen ein. Normalerweise nutzten die Schleuser den vertragsgebundenen Transit für ihre Aktionen weil dort keine Zollkontrollen stattfanden. Hier lag der Fall aber anders. Das Schleusungsfahrzeug war ein belgischer Viehtransporter Ausreise DDR voll geladen mit ca. 500-600 Schafen. Der LKW wurde auf einen vorbereiteten Stellplatz ausserhalb der Einsichtnahme von anderen Reisenden gefahren. Der Fahrer wurde aufgefordert auszusteigen und es wurde ihm der Grund dieser Aktion (§213) vom Zgf. dargelegt. Der Fahrer verneinte eine Schleusung. Darauf wurde der LKW kontrolliert und durchsucht. Ergebniss-keine Feststellung von einer zugestiegenen Person. Informationsaustausch Zgf.-OLZ-Abt.VIII/4. Die Beobachtungsgruppe besteht aber darauf das eine weibliche Person zugestiegen und nicht wieder ausgestiegen ist.
Nächste Aktion. Der Viehtransporter wird auf ein Feld bei Wefensleben gefahren und entladen. 2 MA, gelernte Schäfer, hüteten die Herde. Der LKW wurde wieder durchsucht und kontrolliert. Ergebniss wie gehabt, kein Auffinden einer weiblichen Person. Langsam treten bei den Handelnen Zweifel auf. Erneute Nachfrage bei der AbtVIII/4 und wiederum Bestätigung-Zustieg einer weiblichen Person.
Dann kam die nächste Aktion. Es wurde ein artgleicher LKW der selben Spedition neben den Schleuser-LKW gestellt. Stück für Stück,Teil für Teil wurden untersucht und verglichen. Dann stellte man fest das der Schleuser-LKW 3 Luftdruckbehälter anstatt 2 Luftdruckbehälter wie das Duplikat besaß.. Ja, und dort hatte sich die Freundin des LKW-Fahrers versteckt gehalten.
Wie man sieht, die Phantasie kannte keine Grenzen und man war sehr erfindungsreich.

ähnliches Foto




passport


 Antworten

 Beitrag melden
11.10.2013 18:44
#2
avatar

Im Luftkessel? Kaum zu glauben.......

War das ´ne Gummifrau, 1,46 m groß?

Wie auch immer, danke Rainer für die tollen Geschichten.

Mfg Berlin


 Antworten

 Beitrag melden
11.10.2013 19:02
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

Hier noch so ein Beispiel, welche Ideen entwickelt wurden DDR Bürger auszuschleusen. Man nahm zwei PKW Ford Granada, einer schwarz mit braunem Dach und einer braun mit schwarzem Dach. Beide mit dem selben Kfz Kennzeichen.Der erste fuhr als erstes Drewitz - Marienborn. Am nächsten Tag reiste der zweite PKW über die Güst Drewitz in die DDR ein als Tagestouristen. Durch diesen wurden die Personen in der DDR aufgenommen und im Kofferraum versteckt. Der zweite PKW reiste dann wieder im Transt nach Drewitz in Marienborn ein. An der Raststätte Michendorf wurde dann von beiden eine Pause eingelegt. nach der Pause wurden die PKW getauscht und das Fahrzeug der in die DDR eingereisten fuhr im Transit mit den Schleusungskandidaten nach Drewitz weiter. Der leere Transit PKW fuhr dann Ausreise DDR .Beide PKW Besatzungen wurden in Drewitz schon erwartet und festgenommen.
MfG Jan


 Antworten

 Beitrag melden
11.10.2013 19:13
#4
avatar

Zitat von passport im Beitrag #1
Kurze Bemerkung zu dieser Geschichte
Der Fall über den ich heute schreibe ist weder lustig und auch nicht lächerlich. Es geht um eine Ausschleusungsaktion einer DDR-Bürgerin unter Mithilfe eines Ausländers mit LKW. Die DDR und ihr Rechtssystem betrachteten jede Schleusungsfall als staatsfeindlich und kriminell. Es wurde aber schon vor Gericht unterschieden ob es sich um eine private Schleusung oder durch eine KMHB organisierte Flucht handelte. Dementsprechend fiel die Höhe der Strafe bei Gericht aus. Dieses Thema wurde hier im Forum schon mehrfach in Threads behandelt und ich will das hier auch nicht weiter vertiefen sondern nur mein Geschichte schreiben.

Die Abt. VIII/4 meldete über das OLZ der Abt.VI unter dem Kennwort "Lenker direkt" eine Schleusung Richtung Güst Marienborn/A. vor. Die Festnahmeggruppe unter Leitung des Zgf. wurde gebildet und nahm die festgelegten Positionen ein. Normalerweise nutzten die Schleuser den vertragsgebundenen Transit für ihre Aktionen weil dort keine Zollkontrollen stattfanden. Hier lag der Fall aber anders. Das Schleusungsfahrzeug war ein belgischer Viehtransporter Ausreise DDR voll geladen mit ca. 500-600 Schafen. Der LKW wurde auf einen vorbereiteten Stellplatz ausserhalb der Einsichtnahme von anderen Reisenden gefahren. Der Fahrer wurde aufgefordert auszusteigen und es wurde ihm der Grund dieser Aktion (§213) vom Zgf. dargelegt. Der Fahrer verneinte eine Schleusung. Darauf wurde der LKW kontrolliert und durchsucht. Ergebniss-keine Feststellung von einer zugestiegenen Person. Informationsaustausch Zgf.-OLZ-Abt.VIII/4. Die Beobachtungsgruppe besteht aber darauf das eine weibliche Person zugestiegen und nicht wieder ausgestiegen ist.
Nächste Aktion. Der Viehtransporter wird auf ein Feld bei Wefensleben gefahren und entladen. 2 MA, gelernte Schäfer, hüteten die Herde. Der LKW wurde wieder durchsucht und kontrolliert. Ergebniss wie gehabt, kein Auffinden einer weiblichen Person. Langsam treten bei den Handelnen Zweifel auf. Erneute Nachfrage bei der AbtVIII/4 und wiederum Bestätigung-Zustieg einer weiblichen Person.
Dann kam die nächste Aktion. Es wurde ein artgleicher LKW der selben Spedition neben den Schleuser-LKW gestellt. Stück für Stück,Teil für Teil wurden untersucht und verglichen. Dann stellte man fest das der Schleuser-LKW 3 Luftdruckbehälter anstatt 2 Luftdruckbehälter wie das Duplikat besaß.. Ja, und dort hatte sich die Freundin des LKW-Fahrers versteckt gehalten.
Wie man sieht, die Phantasie kannte keine Grenzen und man war sehr erfindungsreich.

ähnliches Foto



passport




Mmmhhmm, eine schöne Geschichte.
Aber nur mal so und ohne die Geschichte ernsthaft in Zweifel ziehen zu wollen...
Wäre da nicht der Einsatz eines Spürhundes das naheliegendste gewesen?


 Antworten

 Beitrag melden
11.10.2013 19:55
#5
avatar

Natürlich kam der Zollhund zum Einsatz. Aber der Hund hat nicht angeschlagen. So ein LKW hat halt ein paar Gerüche mehr wie ein PKW. Und man darf den Geruch der Schafausscheidungen auf dem Auflieger nicht vergessen !


 Antworten

 Beitrag melden
12.10.2013 05:57
#6
avatar

Zitat
Beide PKW Besatzungen wurden in Drewitz schon erwartet und festgenommen.



Hmm.........dann wurden die überwacht oder war das Zufall? Denn die Idee war ja gut, Computer gab es wohl zu der Zeit noch nicht? So nach dem Motto, Kennzeichen bereits vorhanden.

Mfg Berlin


 Antworten

 Beitrag melden
12.10.2013 08:43
avatar  ( gelöscht )
#7
avatar
( gelöscht )

Hallo @berlin3321,
in dem Fall lagen schon Informationen vor über die Fahrzeuge. Deshalb wurde eine Sachfahndung nach den PKW erstellt. Diese wurden in Drewitz erkannt und unter Beobachtung gestellt.
mfg Jan


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!