Zuzugsbescheinigungen ??? Wie war das genau ???

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23.09.2013 16:46
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#1
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Ihr Lieben,

meine Mutter hat anfang der 70-er Jahre ca von 71 bis 78 in Weichensdorf bei der NVA gearbeitet. Ich weiß das sie an der Pforte zum Sperrgebiet eingesetzt war, allerdings weiß ich auch das sie keine Ausbildung gemacht hat dafür, sie war gelernter Rinderzüchter. 1978 zogen wir in einer Nacht-und Nebel-Aktion nach Berlin. Ich kann mich an diese Nacht noch sehr genau erinnern, der Laster wurde vollgepackt und wir Kinder mussten auf die Schlafbank.........am Ende der Siedlung hielt das Fahrzeug nochmal an und es wurde getuschelt. Später waren wir in Berlin, grosse Stadt die mir viel Angst gemacht hat, und schwupp di wupp, es gab ne Wohnung für uns, obwohl meine Mutter vorher noch niemals in Berlin war......................brauchte man dafür nicht ne extra Genehmigung wenn man vom Dorf in die Stadt ziehen wollte ????


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23.09.2013 16:52
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#2
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Es gab keine "Zuzugsgenehmigung". Wenn man eine Wohnung irgendwo bekommen hat, dann ist man einfach dahin gezogen.


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23.09.2013 17:03
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#3
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Wenn der Dienst es erforderte wurde eben umgezogen, wenn es sein musste auch über Nacht, und dann kannst Du davon ausgehen dass die entsprechenden Organe alles geregelt hatten. Frag mal deinen Vater, "uneingeschränkt umzugsbereit" das hat er unterschrieben.


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23.09.2013 17:08
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#4
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einen Vater gab es damals nicht, meine Mutter war zu dem Zeitpunkt schon 2 Jahre geschieden, und genau da ist der Punkt den ich nicht verstehe, in Berlin hat sie auch gleich in Rummelsburg im Knast ne Stelle gehabt. Das hatte ja dann nicht mehr viel mit der NVA zu tun denk ich, meinen Stiefvater hat sie erst einige Jahre später kennengelernt, ich glaub mich zu erinnern im Cafe Moskau in Berlin


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23.09.2013 17:18
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#5
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #2
.....Wenn man eine Wohnung irgendwo bekommen hat, dann ist man einfach dahin gezogen.


..das glaubts du jetzt aber selbst nicht, oder ?

Wie "hat man denn eine Wohnung bekommen" ?
(ich meine jetzt nicht die variante Wohnungstausch per Zeitungsannonce)
Eine Wohnung gabs über die Wohnraumlenkung des örtlichen Rates (Stadt, Gemeinde usw..).. und das war schwierig genug- für die meisten jedenfalls.
Sicher haben auch (wichtige) Betriebe oder Institutionen Werkswohnungskontingente gehabt, mit denen Mitarbeiter "geködert" worden sind.. dann war es einfacher.

Lorelei,
zwischenzeitlich habe ich Felix`Beitrag gelesen... wird in dem Fall sicher so gewesen sein, dass "alles vorbereitet" war..

Siggi


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23.09.2013 17:31
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#6
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Hallo @Lorelei
Ob deine Eltern eine Zuzugsbescheinigung gebraucht haben kann ich nicht sagen,im Zusammenhang mit der NVA war das sicher im Vorfeld geregelt worden.Mit Sicherheit kann ich aber sagen das ein Zuzug nach Berlin im zivilen Sektor kontrolliert und gesteuert wurde, zumindestens in der mitte 80ziger Jahre wo ich selbst aus der norddeutschen Provinz nach Berlin ziehen wollte.Einen Wohnungsantrag konnte ich nicht stellen weil ich bereits eine Wohnung in einer kleinen Stadt gemietet hatte.es blieb mir nur die Möglichkeit einen Tauschpartner für meine Wohnung zu suchen der seine in Berlin dafür aufgab.Nach 2 Jahren hatte ich dann Glück aber der Wohnungstausch musste auch vom"Rat der Stadt" und in Berlin vom "Rat des Stadtbezirk`s"abgesegnet werden und das war der Knackpunkt.Ohne Genehmigung kein Umzug.LG andyman


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23.09.2013 17:34
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#7
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Zitat von Lorelei im Beitrag #4
und genau da ist der Punkt den ich nicht verstehe, in Berlin hat sie auch gleich in Rummelsburg im Knast ne Stelle gehabt. Das hatte ja dann nicht mehr viel mit der NVA zu tun denk ich


Ja dann ist doch alles geklärt, deine Mutter hat eine Stelle im SV angetreten und dann wird das MdI schon alles in die Wege geleitet haben. Weibliches Personal war ja in diesen Bereichen immer Mangelware, da wird man sich dann schon entsprechend bemüht haben.


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23.09.2013 17:45
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#8
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hmmmmmmmm, und später hat sie dann in der Zentralstelle für Auslandsdienstreisen ( ZADR) gearbeitet, kann ich denn nun davon ausgehen, das sie in irgend einer Form mit dem MfS zu tun hatte ? Sie bekam auch recht schnell ne Neubauwohnung zugewiesen, die erste hat sie abgelehnt (war halt noch Baustelle in Marzahn , und Frau von Welt latscht ja nicht in Modderpampe rum ) und ein paar Wochen später sind wir nach Lichtenberg in eine Neubauwohnung gezogen, nochmal ein paar wochen später gabs den Telefonanschluss.........


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23.09.2013 17:48
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#9
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #7
.....
Ja dann ist doch alles geklärt, deine Mutter hat eine Stelle im SV angetreten....


Ja, Lorelei.. das sind auch so meine Gedanken bei der Geschichte..
Ich kann daran, dass eine alleinstehende Mutter mit ihren Kindern sich eine andere Arbeit in Berlin sucht, nichts verwerfliches erkennen.
Dass sie mal Rinderzüchterin gelernt hat und demnach "an der Pforte" in Weichensdorf "ungelernt" war, erscheint mir letztlich auch erstmal nur positiv.
Bestimmt waren die Bedingungen bei Arbeitszeiten, Schwere der Arbeit, vielleicht auch Verdienst "bei der NVA" einfach besser.
Und sie hat die Chance genutzt- vermutlich auch im Interesse ihrer Kinder, in deinem Interesse.
Und der Status "alleinstehend" war in der DDR absolut kein Makel...

Und die meisten Partner fanden / finden sich bei der Arbeit.. insoweit ist wahrscheinlich der "Berufsstand" deines Stiefvaters auch durchaus erklärlich, sozusagen aus dem "Dunstkreis" des SV...

Aber ich will dir nicht zu sehr "auf die Pelle rücken"...
Sein eigenes Leben und das der Vorfahren zu beleuchten ist jedenfalls aller Mühen wert..

Siggi


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23.09.2013 17:50
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#10
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Möglich ist immer alles! Klarheit kannst Du da nur von ihr erlangen, obwohl Jahn ja dafür wirbt das Kinder Akteneinsicht in die Akten ihrer Eltern beantragen. Dazu musst Du aber warten bis...


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23.09.2013 17:53
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#11
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Meine Mutter musste 1979 ,trotzdem sie von Verwandten eine Wohnung bekam , beim Rat der Stadt Magdeburg den Antrag auf Zuzug stellen .
Sie wollte vom Dorf in die Stadt umziehen , dieses wurde jedoch nach langem hin und her usw., nach ca . 6 Monaten gewährt . Mfg ratata


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23.09.2013 18:01
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#12
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meine Rede, ich weiß von einer ehemaligen Kollegin meiner Mutter , das die auch solch eine Bescheinigung für den Umzug nach Dessau brauchte....


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23.09.2013 18:13
#13
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Zitat von 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 im Beitrag #2
Es gab keine "Zuzugsgenehmigung". Wenn man eine Wohnung irgendwo bekommen hat, dann ist man einfach dahin gezogen.


Sorry, aber da mußt Du in einem anderen Land gelebt haben. Sehr wohl gab es "Zuzugsgenehmigungen" .....
Eigenes Erleben:

Nach dem Studium bekam ich eine auf vier Jahre befristete Arbeitsstelle bzw. Arbeitsvertrag.
Mein 'Arbeitgeber' (mal Neudeutsch für das heutige Verständnis) stellte mir einen Platz im Wohnheim, die allgemeine Wohnungssituation in der DDR war bekannt.
Dort angekommen versuchte ich recht schnell mich bei der KWV anzumelden. Fehlanzeige! Da mein 'Arbeitgeber' eine eigene AWG und auch über ein eigenes Wohnungskontigent in der Stadt verfügte, verwies mich die KWV-Tante süffisant an meinen Arbeitgeber in Fragen Wohnung.
Dort vorgesprochen und mit der "Begründung" aus dem Raum gejagt, ich hätte nur einen 'Vier-Jahres-Vertrag' und wieso ich dann die Dreistigkeit hätte eine Wohnung zu wollen ....
Ich könne doch in vier Jahren wieder vorsprechen wenn ich denn einen unbefristeten Arbeitsvertrag hätte und dann könne man darüber nachdenken ob ich entweder in die AWG eintreten kann oder auf die Warteliste für Wohnraum komme .....

Ich wohnte also vier Jahre im Wohnheim, teilweise mit zwei weiteren Bewohnern in einem! Zimmer ......
Da in der Stadt die Wartezeiten auf eine Wohnung, egal ob KWV oder AWG, im Schnitt 10 bis 12 Jahre betrugen hatte ich keine Lust nach Ablauf der vier Jahre noch diese Wartezeit ranzuhängen und ich ging arbeitsmäßig, was das geringste Problem war, in die Hauptstadt dieser größten Republik .....
Auch gebe ich zu das ich beim Abschluß des Arbeitsvertrages etwas vorgegriffen habe, denn Arbeitsverträge für/in der Hauptstadt gab es nur wenn eigener Wohnraum nachgewiesen wurde.
Es sei denn die Institution oder der Betrieb brauchte dich und dann hat er den Wohnraum für dich besorgt.
Ansonsten: keine Wohnung oder Unterkunft, keine Arbeit in Berlin.

Also zog ich in eine WG oder Kommune oder wie man das damals im Osten nannte .....
5 Erwachsene und 3 Kinder lebten in 4 Zimmern, Küche, Bad ....... Ok, es war 'ne lustige Zeit, trotzdem zog ich irgendwann in eine andere 'Untermiete' und 'besetzte' letztendlich eine Wohnung im Prenzlauer Berg für die ich nach einigen Auseinandersetzungen mit der KWV und Meldestelle einen Mietvertrag bekam ......
Geplant war es anders, bevor ich nach Berlin wechselte besorgte ich dem aktuellen Mädel damals eine Arbeitsstelle in Berlin und das Schöne daran war, es hing eine Wohnung dran..... Fracksausen bekam sie ..... und zog es vor lieber in ihrem Dorf zu versauern ......

Dieses "man ist einfach dahin gezogen" kenn' ich nur nach '89 und ich bin kurz danach "Sicherhaltshalber" in den Westteil von Berlin gezogen, denn man weiß ja nie ......

Wohnungspolitik in der DDR, ein ganz trauriges, finsteres und dunkles Kapitel .....


Einschub: Auf "Weisung" meiner Eltern hatte ich einem Tag nach meinem 18. Geburtstag folgende Aktivitäten durchzuführen:
Ein Auto anzumelden!
Einen Wohnungsantraq zu stellen

Erstere gelang Problemlos, bei der Zweiten wurde ich direkt ausgelacht und mir wurde bedeutet wenn ich mit Frau, Kind und meinen Eltern in der "großen" Wohnung [70 qm] leben würde; ja dann aber auch nur dann würde man dem Gedanken näher treten meinem Wohnungsantrag eventuell entgegenzunehmen, ansonsten sollte ich mich doch am eigenem Zimmer erfreuen ....

Wieso bin ich, auf einen anderen Thread bezogen nicht nur zum 'Andersdenkenden' sondern zum Staatsfeind geworden.......?

Solche Erlebnisse gab es bestimmt tausendfach .....
Warum haben wir (ich) uns das gefallen lassen?

Die letzte Frage kann ich nicht beantworten bzw. es würde ausufern und in die Richtung gehen für jeden Fehler findet man einen "objektiven" Grund und wenn es die Abwendung der Gefährdung des Weltfriedens ist .....

Gruß
Nostalgiker

PS.: Während ich diesen Beitrag schrieb bekam ich die Mitteilung das weiter 7 neue Antworten eingegangen sind, kann sein das sich einiges relativiert in meiner Antwort.....


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23.09.2013 18:21
avatar  Mike59
#14
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #7
Zitat von Lorelei im Beitrag #4
und genau da ist der Punkt den ich nicht verstehe, in Berlin hat sie auch gleich in Rummelsburg im Knast ne Stelle gehabt. Das hatte ja dann nicht mehr viel mit der NVA zu tun denk ich


Ja dann ist doch alles geklärt, deine Mutter hat eine Stelle im SV angetreten und dann wird das MdI schon alles in die Wege geleitet haben. Weibliches Personal war ja in diesen Bereichen immer Mangelware, da wird man sich dann schon entsprechend bemüht haben.


Na mit der Mangelware wird sicher das eine sein, dann kommt noch alleinerziehend und schon hatte die PL und die Kaderleitung ordentlich zu schaffen. Vom Objektschutz in der Pampa zum SV in der Hauptstadt - also meinen Respekt hat die Frau. Wohnung im Neubau abgelehnt wird sicher auch seine Gründe gehabt haben - eventuell die Schule für die Kinder noch nicht fertig, kenne aber die Prioritäten nicht.


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23.09.2013 18:23
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Zitat von Lorelei im Beitrag #8
.....in der Zentralstelle für Auslandsdienstreisen ( ZADR) gearbeitet, kann ich denn nun davon ausgehen, das sie in irgend einer Form mit dem MfS zu tun hatte ? .....


Lorelei, die Stelle kannte ich nicht- hab mal gegurgelt- demnach ist es eine Einrichtung des ehemaligen Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen der DDR, bei welchem auch der Handel mit / Export von "immateriellen Gütern" (Lizenzen, Patente, usw.) angesiedelt war..
Demnach sicher vordergründig keine MfS- Diensstelle, aber ebenso sicher "durchdrungen"..

.....Außenwirtschaftsbeziehungen der DDR, in dem verschiede Ministerien der DDR,Außenhandelsbetriebe (AHB), die Kammer für Außenhandel der DDR (KAH), die Regierungskommission zur einheitlichen Steuerung von Export und Import (RKEI), der Exportstab, das Zentrale Büro für internationalen Lizenzhandel der DDR (ZBfIL oder ZLB), das Exportbüro beim MHF (EB), das Büro für Auslandsprojekte beim MHF (BfA), die Abteilung Export beim MHF und die Zentralstelle für Auslandsdienstreisen beim MHF (ZADR) integriert waren. Ist dem Außenstehenden heute kaum zu vermitteln, welche Unterschiede diese einzelnen Bereiche auszeichnen und voneinander abgrenzen, so kam es bereits damals zu ernsten Kompetenzstreitigkeiten zwischen diesen
Stellen, wie einige Dokumente im....
(Zitat aus einer Archivstruktur der TU Dresden)


Vielleicht hilft dir zur Wertung ein Beispiel aus meinem familiären Umfeld.
Eine vor 2 oder 3 Jahren verstorbene Tante meiner Frau war jahrzehntelang bei der STASI beschäftigt (habe es vor kurzem erst hier geschrieben).. sie war dort in der Kasse !
Reisekosten, Handgelder, Prämien und so... sie wusste sicher sehr viel- aber Angst musste man wohl vor ihr nicht haben.
Sie hat nach dem Heldentod ihres Verlobten / Mannes ? im WK nicht mehr geheiratet- ihre Familie waren die Kollegen und ihre Arbeit dort in der Bezirksverwaltung.
Man kann also durchaus "so" oder "so" bei der STASI gewesen sein..
Und "mit der STASI zu tun" hatte sie ja schon durch deinen Stiefvater, oder ?

Siggi


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