Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg

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03.07.2009 07:46
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#1
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Rund 100 ehemalige Offiziere der DDR- Staatssicherheit arbeiten nach Informationen des ARD-Magazins „Monitor“ im Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg. Davon seien 13 Dezernatsleiter, teilte die ARD mit.Das brandenburgische Innenministerium habe 58 Fälle bestätigt. Neun von ihnen würden in der Abteilung Staatsschutz arbeiten.
Für die Bewachung des Wochenendgrundstücks der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Schutzbereich Uckermark seien auch zwei ehemalige Stasi-Offiziere verantwortlich, hieß es. Einer der beiden habe zehn Jahre für die Stasi gearbeitet, zuletzt in der Abteilung III, die auch für das Abhören von Telefonaten aus dem Westen zuständig gewesen sei.
Zu den Dezernatsleitern gebe das Brandenburger Innenministerium keine Auskunft, bestätige aber, dass zwei ehemalige Stasi-Offiziere heute Polizeiräte im höheren Dienst sind. Einige der heutigen Dezernatsleiter hätten früher als Untersuchungsführer in der Elite- Abteilung IX der Stasi gearbeitet, die für die Inszenierung von politischen Prozessen zuständig war, berichtete „Monitor“.Der Historiker der Stasi-Unterlagenbehörde, Roger Engelmann, bezeichnete das als einen Skandal. „Ich kann das kaum glauben. Ich dachte, die wären längst ausgesiebt.“ Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, sprach von komplettem Versagen der Regierung.


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03.07.2009 09:23
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03.07.2009 09:49
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#3
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Hab ich auch gesehen,

aber jetzt mal ehrlich:

Wer sich damit befasst - wie u.a. ich selbst - für den ist das ein kaltern Kaffee bwz. auch nur die Spitze des Eisberges. Diese Geschichte ist nämlich nur von Interesse, weil hier ranghohe Politiker u.a. von diesen Leuten bewacht werden.
Keiner redet über die vielen tausend Stasi-Leute, die z.B. Lehrer sind.


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03.07.2009 09:52
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#4
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In Antwort auf:
Keiner redet über die vielen tausend Stasi-Leute, die z.B. Lehrer sind.


Oder Politiker!


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03.07.2009 10:01
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#5
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guten morgen,
da läuft es einem eiskalt den Rücken runter.
Nat. darf man auch nicht vergessen, dass der Arm der Stasi damals lange nicht an den Grenzen endete.
Tausende Bürger der BRD arbeiteten auch damals schon für den Verein und das nicht nur z.B. auf dem Bau.
Wir alle wissen, dass der Arm der Stasi bis in höchste Dienstzimmer reichte. (und heute noch reicht)
Nach der Wende hat einfach einer dem anderen wieder auf die Sprünge geholfen.
Mehr als ein Hohn für damals Verfolgte oder Inhaftierte.
Auch nicht zuletzt deshalb, ist es auch heute noch ratsam als einfacher Interessent nicht zu tief in der Vergangenheit des MfS zu suchen.
Wenn ich mal mehr Zeit habe, schreibe ich mal von einem Bekannten, der zig Jahre nach der Wende immer noch fertig gemacht wurde, nur weil es den Leuten vom MfS den Kampf angesagt hatte.
Für jetzt erst einmal genug
Es gibt ja auch heute noch NS Verbrecher, die mit Hitlergruß zu Grabe getragen werden.
Der Mensch ist halt nicht das schlauste Lebewesen und manche werden immer im gestern leben.


Oss`n


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03.07.2009 10:10
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#6
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Das Schlimme für mich an der Sache ist eigentlich, das der Staat nach den Erfahrungen der Nachkriegszeit immer noch nicht schlau geworden ist. Damals wurden zum Beispiel im dipl. Dienst fast alle Beamten und Diplomaten der Hitlerzeit weiterbeschäftigt. Die Begründung war damals, wir konnten auf ihre Erfahrung nicht verzichten. Die gesamte Entnazifizierung wurde nur halbherzig durchgeführt. Jetzt bitte keine Kommentare, das ist typisch für den Westen. Auch in der DDR wurde dies im Grund nicht konsequent verfolgt. Dort wurde nach politischen Interessen dieses Problem abgearbeitet. Ich habe da ernsthaft meine Probleme, ob sich ein Mensch je nach Machtsystem so radikal wenden kann. Von einem überzeugten Kommunisten zu einem waschechten Demokraten. Sorry, aber ich könnte das nicht.


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03.07.2009 10:12
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#7
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Ich kenne das so, dass eine Einstellung im öffentlichen Dienst grundsätzlich eine Überprüfung des Einzustellenden nach sich zieht. Diese wird im bestimmten Rhythmus wiederholt.
Bei der ersten Überprüfung kann man vielleicht noch durchrutschen, aber dann wird man irgendwann fündig, was zu einer sofortigen Entlassung führt, was ich auch für richtig halte.
Udo


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03.07.2009 10:37
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#8
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@angelo, diese dinge sind von anfang an bekannt gewesen nur wird diese art von geschichten regelmässig in der presse wieder hochgekocht.
wir werden dieses jahr (es sind schliesslich noch wahlen...) noch viele solcher "interessanten geschichten" zu hören bekommen...


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03.07.2009 11:46
#9
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Hochgekocht ist wohl das falsche Wort.Wie soll sich jemand fühlen wie in meinen kurzen Beispiel hier.
Nach der Wende kam auch der Zusammenschluß der beiden Deutschen Bahnen-(Reichsbahn-DB)Und da gab es auch einen Beschluss,jeder Eisenbahner der Reichsbahn der auch bei der Bahn gelernt hat.Und bei den Grenztuppen oder im Wachregiment gedient hat.Wurden 1 oder 2 Jahre seiner Betriebszugehörigkeit abgezogen.
Ich selber hatte Glück,ich arbeitete damals auf der Werft und bin nach meinen Grundwehrdienst bei den GT wieder dorthin zurückgegangen hab erst mitte der 80ger Jahre bei der Bahn angefangen.
Aber wenn man das lesen tut,das ehemalige Offiziere-des MFS wieder in solche Ämter sind und den kleinen Mann die Betriebszugehörigkeit reduziert wird.Ja da fragt man sich doch,ist man im falschen Film.
Ich möchte auch sagen-möchte nicht jeden über den selben Tisch ziehen. Aber solche Leute haben keine Skrupel und kein Gewissen,die halten jede Fahne hoch die gerade regiert und weht.
Mir sind Leute,die beim MFS gedient haben und sich nichts zu Schulden kommen lassen haben,die sich gesagt haben--OK--wir haben verloren,wir sind einer falschen Idiologie gefolgt.Solche Leute sind mir lieber,wie diejenigen die heute wieder in solche Ämter sind.Wenn es nicht so traurig wäre,könnte man auch lachen und sich sagen--die Demokratie hat sich den Wolf im Schafsfell wieder geholt--der sie mal fressen wollte.


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03.07.2009 12:07
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#10
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Und wenn dann Lothar Bisky den hohen Leuten wie Krenz noch uneingeschränkte Solidarität bekundet, dann kann man den größten Fehler der Kohl-Regierung erkennen:

DIE SED ZU VERBIETEN.


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03.07.2009 12:20
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#11
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Hallo Rostocker,
Mir fällt dazu nur ein,
Wer seine Fahne nach jedem neuen Wind gleich stellt. Wer sich zu jedem neuen Staat bekennt. Das sind die Praktiker der Welt, man könnte sie auch Lumpen nennen!


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03.07.2009 13:01
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#12
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Zitat von manudave
Und wenn dann Lothar Bisky den hohen Leuten wie Krenz noch uneingeschränkte Solidarität bekundet, dann kann man den größten Fehler der Kohl-Regierung erkennen:

DIE SED ZU VERBIETEN.


@manudave, die sed als partei wurde verboten ? habe ich was verpasst ?


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03.07.2009 15:13
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#13
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Ist mir auch neu!
Die schaffen es ja auch nicht, die NPD zu verbieten


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03.07.2009 15:45
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#14
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Ich habe eher den Eindruck, man möchte bestimmte "Genossen" nicht loswerden, da man Angst hat es könnte was nachkommen. Es sind noch zu viele ranghohe "Genossen" die noch heute bestimmen wo es langgeht und das schlimme daran man weiss es und macht nichts oder kann nichts machen dagegen.
Im Anhang mal eine Liste von 1993 und ein Beispiel wie die Seilschaften noch funktionieren.


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03.07.2009 15:58
#15
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Hallo manudave,

da die SED nicht verboten wurde, gehe ich mal davon aus, dass der Fehler aus Deiner Sicht darin bestand, sie nicht zu verbieten. Das war aber auch schwer. Denn im Dezember (außerordentlicher Parteitag) 1989 sagte sich die Partei vom Stalinismus los und schmiss noch eine ganze Reihe ihrer Kader raus. Im Februar 1990 gab es mit der Vorbereitung zur Wahl die endgültige Umbenennung von SED-PDS in ausschließlich PDS. Im Ergebnis der Wahl am 18. März 1990 erreichte sie 16,6 Prozent und wurde damit noch drittstärkste Kraft hinter CDU und SPD. Das einzig mögliche Verbot dieser Partei hätte dadurch erfolgen können, wenn sie nicht zur Wahl zugelassen worden wäre. Da sie aber zu diesem Zeitpunkt sogar noch den Regierungschef (Modrow) stellte, war das schlecht möglich. Unter Herrn Kohls Oberhoheit fiel das Land und diese Partei nun aber gerade mal erst mehr als ein halbes Jahr später und da gab es keine SED mehr. Nun ja, lass es mich mal so sagen: Friedliche Revolutionen haben manchmal auch ihre Nachteile ...

Ich sollte an dieser Stelle unverbindlich noch einmal darauf hinweisen, dass auch Mitglieder der SED an Demonstrationen, an Protesten und an der Aufarbeitung von Stasiakten und Geschichte der DDR beteiligt waren. Mir geht es nicht um eine Reinwaschung, es geht mir um eine differenzierte Sicht auf die Geschichte und vor allem auf die Menschen. Wir sind ein Forum, dass sich mit Geschichte auseinandersetzt, auch mit Leuten wie mir, mit Bunkerkommandant und mit GilbertWolzow. Was soll da dieses pauschale Gedöns?

Das Problem des Einsatzes von Leuten, die zu DDR-Zeiten Schuld auf sich geladen haben, aktuell in verantwortlichen Positionen ist ein Problem der heutigen Zeit und hat mit dem Verbot der SED absolut nichts mehr zu tun.

ciao Rainman


PS: Bevor Gerüchte aufkommen: Mein Austritt aus der PDS - Dezember 1990.

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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